Outcast: Second Contact - abenteuerliches Wiedersehen nach fast 20 Jahren

Von der Erde in eine Paralleldimension: Im Action-Adventure Outcast: Second Contact suchen wir auf dem Planeten Adelpha nach den Überlebenden einer Erkundungsmission und müssen dabei den Bewohnern im Kampf gegen einen Kriegsherrn beistehen.

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Special Roland Austinat (US-Korrespondent) Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 13,49 €
Outcast: Second Contact - abenteuerliches Wiedersehen nach fast 20 Jahren
Quelle: Bigben Interactive

Auf der E3 1997 sahen wir zum ersten Mal das Action-Adventure Outcast, das von dem belgischen Studio Appeal entwickelt wurde. Mit 3D-Voxel-Grafik, einer kompletten offenen Spielwelt mit sechs Regionen, jeder Menge Quests sowie Einwohnern, die sowohl Englisch als auch ihre eigene Sprache sprachen, bot Outcast mehr als die meisten Genrevertreter der damaligen Zeit. Wir trafen uns auf der diesjährigen E3 in Los Angeles mit Yves Grolet, einem der drei Appeal-Gründer aus Namur. Er hatte Outcast: Second Contact im Gepäck: ein stark verbessertes Remake des Meilensteins.

Allein auf Adelpha

Die Geschichte von Outcast: Second Contact entspricht der des Ur-Spiels: Cutter Slade, unehrenhaft entlassener Navy SEAL, begleitet drei Forscher auf den Planeten Adelpha, der sich in einem Paralleluniversum befindet. Doch als er dort wieder zu sich kommt, fehlt von seinen Schützlingen jede Spur. Dafür sprechen die Bewohner des Planeten seine Sprache und verehren ihn zum Teil als Ulukai, ihren Messias.

Unsere Aufgabe: die sechs Regionen von Adelpha erkunden, dort nach unseren Begleitern suchen und herausfinden, was mit der ursprünglichen Expedition ins Paralleluniversum geschehen ist. Oh, und nebenbei den Außerirdischen zur Seite stehen, denn sie haben nicht minder große Probleme: Ihr spiritueller Führer Kazar wurde ermordet, und nun hat sich ein Kriegsherr mit seiner Gefolgschaft zum Herrscher über die friedliebenden Bewohner Adelphas aufgeschwungen.

Sprechen wir Klartext!

Design-Veteran Yves Grolet zeigte uns auf der E3 2017 nach zwei Jahrzehnten den Reboot des Action-Adventures Outcast. Quelle: PC Games Hardware Design-Veteran Yves Grolet zeigte uns auf der E3 2017 nach zwei Jahrzehnten den Reboot des Action-Adventures Outcast. Optik, Kameraführung, Waffen, Kampf, KI - es gibt kaum einen Bereich, den die Designer nicht an heutige Standards angepasst haben. Dennoch wird in Outcast: Second Contact das Auskundschaften von Land und Leuten noch immer besonders großgeschrieben. So können wir beispielsweise mit jedem einzelnen Bauern auf dem Feld sprechen, zu dem uns Yves Grolet geführt hat. Manche mögen uns etwas über ihre Welt erzählen, andere haben eine Aufgabe für uns.

1999 mischten die Aliens rund 150 Wörter ihrer eigenen Symbolsprache in die Dialoge. Das sorgte zwar für Atmosphäre, doch weniger aufmerksame Spieler verstanden manchmal nur Bahnhof, wenn sich die Symbole in den Sprechblasen häuften. Deshalb umschreiben die Designer diese jetzt mit Hilfe von in Klammern umschlossenem Klartext. Gelbe Fragezeichen über etwaigen Quest-Gebern gibt es zum Glück immer noch nicht - das würde die Atmosphäre des Spiels auch schnell ruinieren.

Haupt- oder Nebenquests?

In Outcast: Second Contact wird nicht nur geredet. Für manche Rätsel muss Cutter Slade auch ein paar Geschicklichkeitseinlagen einlegen. Dazu kann er jetzt auch springen, schleichen und in Deckung gehen. Aber keine Sorge: "Outcast ist kein Deckungs-Shooter, sondern vielmehr das komplette Gegenteil eines Tom-Clancy-Spiels", sagt Yves Grolet. Das bedeutet: Schießen Gegner auf uns, weichen wir den Geschossen aktiv aus - "wie ein Balletttänzer", ergänzt Grolet.

Ganz wehrlos sind wir natürlich auch nicht: Bei unserem Abenteuer finden wir immer wieder Waffen und Ressourcen der ersten Expedition, die wir mit Hilfe von Bauplänen und örtlichen Handwerkern verbessern beziehungsweise zusammensetzen. Der sogenannte Recreator stellt auch Munition her, die wir ebenfalls in Nebenquests bekommen. In denen können wir uns nach Herzenslust vertiefen: "Die Hauptgeschichte geht weiter und wird sich wieder mit euch synchronisieren", erklärt Yves Grolet.

Teleportieren und Tauchen

In unserer Demo feuert Cutters Waffe ununterbrochen, im fertigen Spiel müssen wir nachladen beziehungsweise warten, bis der Ballermann sich abgekühlt hat. Es sei denn, wir haben die maximale Ausbaustufe erreicht, denn dann beherrscht der Schießprügel einen Dauerschuss.

Weniger aggressive Spieler nutzen die Gadgets, die Cutter Slade mit in die Paralleldimension gebracht hat: Tracker, Teleporter sowie Tarn- und Markierungssysteme. Ein Sauerstofftank hilft dabei, länger unter Wasser tauchen zu können. Na gut, und es gibt Dynamit, mit dem man kernige Explosionen auslösen und Unruhe stiften kann.

Bildergalerie

Schlag nach im Notizbuch

Was die Bewohner von Adelpha von uns halten, zeigen uns Symbole in ihrer Nähe. Sind es grinsende Gesichter, ist unser Ruf bei ihnen gestiegen, schießen wir auf sie, sinkt er entsprechend in den Keller. Deshalb sollten wir bei Gefechten mit den Bösewichten aufpassen, keine Unschuldigen zu treffen. "Ihr könnt zwar euren Ruf mit Quests wiederherstellen, aber es ist besser, etwas vorsichtig zu sein", sagt Yves Grolet.

Wir sind vorsichtig und plaudern nach einem Schusswechsel mit den Bewohnern eines Dorfs, die uns neue Details über das Leben auf Adelpha verraten. Auf der Übersichtskarte sehen wir jetzt dankenswerterweise, mit welchen Aliens wir bereits gesprochen haben, eine kurze Beschreibung ihres Berufs inklusive. Themen, über die wir miteinander reden, tauchen automatisch in unserem Notizbuch auf. Dort finden wir auch eine Übersicht der aktuellen Quest-Ziele sowie ein Lexikon der Adelpha-Sprache.

Soldaten ohne Sold

Unter der Haube von Outcast: Second Contact steckt außerdem eine komplexe Wirtschaftssimulation. Töten wir beispielsweise Soldaten, die sich auf den Feldern eines Bauern bedienen, hat deren Armee weniger zu beißen. Für uns heißt das, dass sie bei Gefechten weniger stark zuschlagen können.

Neben dem Ernährungskreislauf, der noch in tierische und pflanzliche Nahrungsmittel unterteilt ist, gibt es einen für Energie und Geld. "Greift ihr einen Konvoi mit Soldaten an, die Steuern bei den Bauern eintreiben, kann euer Gegner seinen Truppen weniger Sold zahlen - in Kämpfen können sie deshalb nicht mehr mit großartiger Verstärkung rechnen", sagt Yves Grolet.

Spielbare Gemälde

Der direkte Grafikvergleich zwischen 1999 und heute zeigt, dass Adelpha zwar deutlich detaillierter und plastischer aussieht, aber die Entwickler den Charme des Originals perfekt eingefangen haben. Orangerote Gebirge, grüne Wälder mit schicken Schatten, fremdartige Dörfer - am liebsten würden wir sofort ins Paralleluniversum reisen.

Auf ein Wettersystem verzichteten die Entwickler jedoch. Das hat ästhetische Gründe: "Die sechs Regionen sollen wie spielbare Gemälde aussehen", sagt Yves Grolet. Wer vor lauter Staunen das Speichern vergisst, braucht sich nicht zu grämen: Das passiert in regelmäßigen Abständen automatisch, wenn man es nicht selbst macht. Und wer lieber erkundet statt kämpft, darf bei zu schweren Konfrontationen den Schwierigkeitsgradregler nach unten ziehen.

Fazit

Ein Open-World-Abenteuer in 3D, mit Voxel-Grafik und einer Spielwelt, die man von Anfang an nach Lust und Laune erforschen konnte - Outcast war 1999 seiner Zeit weit voraus. Zwar ging Appeal bei den Arbeiten am zweiten Teil das Geld aus, doch mit diversen Grafik-Updates meldeten sich die Entwickler immer wieder zurück. Zuletzt war das 2014 mit einer hochaufgelösten Variante des Originals.

Outcast: Second Contact ist jedoch weit mehr als das: Die Belgier verpassten dem Spiel behutsame Verbesserungen, die das Abenteuer vor allem übersichtlicher machen, ohne dabei seine Tiefe zu verringern.

Elemente wie die Beeinflussung der feindlichen Armee versteckten sich zwar beispielsweise schon im Original, doch die Betonung liegt auf "versteckten". Zusammen mit dem verbesserten Quest-System und den Klartext-Phrasen der Alien-Sprache versteht man jetzt einfach besser, was im Paralleluniversum vor sich geht. Und das ist eine Menge. Fans phantasievoller Action-Adventures sollten im Herbst eine Reise nach Adelpha planen.

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    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von tallantis Software-Overclocker(in)
        Freu mich drauf, Pflichtkauf.
      • Von tallantis Software-Overclocker(in)
        Freu mich drauf, Pflichtkauf.
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