Paukenschlag: Verbraucherschützer mahnen Online-Spiele-Anbieter ab
Der vzbv (Verbraucherzentrale Bundesverband) hat sich fünf Anbieter von Online-Spielen zur Brust genommen und diese wegen sogenannter "Dark Patterns" abgemahnt. Prominente Beispiele sind Fortnite und Roblox, die unter anderem "unerlaubte Kaufaufforderungen an Kinder" enthalten.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) geht gegen manipulative Designs in beliebten Online-Spielen vor. Nach einer umfassenden Untersuchung wurden fünf populäre Spiele und Plattformen abgemahnt, die durch Gestaltungstricks Nutzerinnen und Nutzer zum vermehrten Geldausgeben oder längeren Spielen verleiten. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, wie systematisch diese sogenannten "Dark Patterns" in der Gaming-Industrie eingesetzt werden.
Im Fokus der vzbv-Untersuchung standen fünf international erfolgreiche Titel: "Fortnite" von Epic Games, die Spieleplattform Roblox, "Clash of Clans" von Supercell, "Monopoly Go" von Scopely und "Subway Surfers" von Sybo ApS. Die Verbraucherschützer identifizierten dabei zahlreiche problematische Design-Elemente:
- Pop-up-Fenster mit Kaufangeboten, die mitten im Spielverlauf erscheinen
- Countdowns, die künstlichen Zeitdruck erzeugen
- Intransparente In-Game-Währungen, die den tatsächlichen Geldwert verschleiern
- Belohnungssysteme für tägliches Einloggen oder das Anschauen von Werbung
- Unübersichtliche Kosten für virtuelle Gegenstände
"Online-Games können ein teurer Spaß werden, wenn Anbieter die Spieler:innen mit Tricks dazu verleiten, für virtuelle Gegenstände Geld auszugeben", erklärt Sabrina Wagner vom vzbv in ihrer Funktion als Referentin im Team Marktbeobachtung Digitales. "Noch problematischer wird es, wenn Nutzer:innen gar nicht klar ist, wie viel Geld sie ausgeben, weil die Summe in Paketpreisen verschleiert oder in einer virtuellen Währung angegeben wird."
Der vzbv hat als Konsequenz der Untersuchung alle fünf Anbieter abgemahnt. Vier der betroffenen Unternehmen haben bereits Unterlassungserklärungen abgegeben und Anpassungen zugesagt: Epic Games (Fortnite), Supercell (Clash of Clans), Scopely (Monopoly Go) und Sybo (Subway Surfers).
Gegen die Roblox Corporation aus Kalifornien wurde hingegen Klage eingereicht. Die Beanstandungen umfassen unter anderem die fehlende Verständlichkeit der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für minderjährige Nutzer, manipulatives Design im Kontext der virtuellen Währung "Robux" und Verstöße gegen die Preisangabenverordnung.
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Das ist aber seit Jahren bekannt unter den Fachleuten und ich bin in verschiedenen Gremien, wo Mediensucht bei Kindern immer ein Thema ist. Da findest du bestimmt etwas Fundiertes in Google.
Auch ältere Gamer (ab 12. Lebensjahr) und auch z.T. hier Anwesende
Oder wer feiert z.B. in Warzone das realistische Handling der Waffen (oder beschwert sich entsprechen) und rennt anschließend mit pinkfarbener Knarre oder mit Gänseblümchen drauf durch die Gegend.
Uns bezahlt dafür noch extra ...
Aber die Verbraucherzentrale hat es auch so schon schön gefasst:
Der Trick mit der Ingame Währung zu einem seltsamen Wechselkurs und mit Kaufe mehr - bekomme mehr Tricks, verdreht einem ja den Kopf, weil man dann eine ordentliche Transferleistung bringen muss, wie viel der Gegenstand, den man kaufen will, dann in Euro kostet.
Ich fand das bei World of Tanks immer recht unaufdringlich und fair. Hier und da mal ein Hinweis auf ingame Gold, aber man wurde nie so wirklich unterbrochen und bekam "KAUFE GOLD FÜR KRASSE SKINS" ins Gesicht geschlagen.
Fortnite lebt ja mehr oder weniger von visuellen Elementen. Wer nur den Standardskin hat, muss ja schon lame sein. Stört mich persönlich nur geringfügig. Ich nehme, was ich gratis bekomme, aber ich lasse mich weder dazu zwingen, zu bestimmten Zeiten irgendetwas zu tun oder Geld einzuwerfen. Nur, wenn ich die Spieler in solchen Spielen sehe, sind so kleine Transaktionen ja kein Problem. Hier mal 5 Euro, da mal 10 Euro und über das Jahr sind es dann mehr als 100 Euro. Und dann meckert man über teure Vollpreistitel.
Ich bin gespannt. Ich hatte sogar an anderer Stelle gelesen, dass 4 der 5 Publisher die Abmahnung unterschrieben zurückgeschickt haben sollen. Weil Abmahnen ist ja einfach, aber wirklungslos, wenn nichts unterschrieben wird. Das wird spannend!
So nach dem Motto
"nur diese Woche: Sondermotto zur Feier des 4115290532652 Sonderpixels mit HyperdupermegaNachschubpack. Schließe Mission 1-5 ab, um eins Gratis zu erhalten und Mission 10 für ein zweites. Du willst eine reale Chance haben, Mission 10 vor Ablauf zu schaffen? Kauf dir den Premiumaccount für Echtgold! Du willst fünf weitere HyperdupermegaNachschubpacks erspielen? Kauf den Battlepass für Echtgold! Jetzt im Shop: 10 Prozent mehr Echtgold, wenn du 100 Teuro auf einmal hinlatzt! Oder du kaufst dir direkt die HyperdupermegaNachschubpacks für Teuro, jetzt fünf Stück im Pack mit drei Gratis-Skins von denen du eh schon drölftausend hast, oder 10 Stück mit 1.000 Sondereinheiten zum Kauf von dem Equipment, dass du haben solltest, um die Missionen rechtzeitig zu schaffen. Das aber natürlich deutlich teurer ist, weswegen du weitere erspielen solltest. Erwähnten wir schon den Battlepass, mit dem du in jedem 10. Match mehr davon bekommst, aber nur dreimal am Tag, wobei der Tag von 6:00 bis 5:00 geht, die zugehörigen Matches aber von 22:00 bis 4:00 abgeschaltet ist? Außerdem musst du natürlich Panzer nehmen, für die du den Premium-Account haben solltest, damit dir die Credits nicht ausgehen. Noch viel cooler (und teurer) ist übrigens der Plus-Account, mit dem du das Echtgold auch erspielen kannst und außerdem kriegst du da, aber nur solange das Plus-Abo läuft, auch noch den HypersupermegaPremiumPanzer als Leihwagen (Crew, Ausrüstung, Credits für Munition und Reparatur separat erhältlich, siehe Premiumaccount). Der ist fast so geil wie der HyperdupermegaPremiumPanzer, der in jedem 50. HyperdupermegaNachschubpack steckt, natürlich nur solange der lmitierte Vorrat reicht, von denen du dir oben hoffentlich die ersten 20 Stück gekauft hast, und der neben drei fast genauso seltenen halben Tagen Gratispremium der einzige Grund ist, warum einen die scheißeaufwendig animierten Dinger überhaupt interessieren sollten. Also mal abgesehen von je 3 Einheiten Special-Event-Sticker, von denen auch du auch in jeder zweiten der zehn Missionen (ausgenommen der vierten und achten) je einen erspielen kannst und um dann entweder je 5 in noch mehr Skins umtauschen oder aber festzustellen, dass du nie eine Chance hattest, ohne Kauf von noch mehr HyperdupermegaNachschubpacks vor Event-Ende die 3^Pi Sticker zu sammeln, für die du den HypermegaduperLimitedPanzer bekommen hättest (nicht mit dem HypersupermegaPremiumPanzer oder dem HyperdupermegaPremiumPanzer zu verwechseln, auch wenn er bis auf den Skin genauso aussieht wie deren Vorgänger aus dem dreiviertelletzen Event und bis auf drei willkürliche Stats-Änderungen, von denen wir nur eine dokumentieren, auch die gleichen Eigenschaften hat wie diese OP-Gamedestroyer, die wir seitdem dreimal am falschen Ende genervt haben, damit auch wirklich jeder gefrustet ist). Ach übrigens: Wenn du an dem Event teilnehmen willst, dass ganz am Anfang dieser ungekennzeichneten, im Spiel über 20 aufblickende Menüs verteilten Verkaufsbotschaft stand, dann zählen deine Matches nicht mehr für deinen Progress in der übergeordneten Veranstaltung, die wir dir vor zwei Wochen und bis Ende des Monats auf die Nase gebunden haben und für deren Teilnahme du dreimal bei Vollmond rückwärts ums Haus gehüft bist. Aber auf dem falschen Bein, du Depp. Übrigens: Den dadurch entgangen Fortschritt könntest du auch jetzt freischalten, wenn du ... (tbc)"
Stellt euch vor ein Freizeitpark wird mit Drogengeld gebaut. Darin erfreuen sich dann die Leute und sagen, selber Schuld, wenn man Drogen nimmt. Ich finde das zu schräg.
Allerdings wäre es im Sinne des Verbraucherschutzes durchaus wünschenswert, wenn das zumindest halbwegs reguliert wäre:
- Es sollte klare Transparenz bei den Preisen herrschen und dieser Umweg über virtuelle Währen verboten werden, sprich an jedem kaufbaren Skin etc. muss eindeutig ein konkreter Euro-Wert dranstehen, für den das Item dann auch ohne Umwege kaufbar ist
- Glücksspielmechanismen (aka Lootboxen) gehören komplett verboten. Es sollte beim Kauf vorher klar sein, welchen virtuellen Gegenstand ist dafür erhalte.
- Spiele mit Ingameshops sollten automatisch eine "ab 18"-Klassifizierung erhalten.
Damit würde man zumindest die gröbsten Auswüchse dieses Mists halbwegs in den Griff kriegen.