Nvidia RTX Mobile: Notebook-Grafikkarten sind stark untertaktet

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Nvidia RTX Mobile: Notebook-Grafikkarten sind stark untertaktet
Quelle: Nvidia

Nvidia hat seine Mobile-Grafikkarten der Turing-Generation offiziell veröffentlicht. Die Geforce-Modelle RTX 2080, RTX 2070 und RTX 2060 nutzen die gleichen GPUs wie ihre Desktop-Schwestern, werden jedoch stark untertaktet. Die mobile Geforce RTX 2080 etwa soll bei einer TDP von 80 Watt nur noch 735 bis 1.095 MHz erreichen - dafür dürfte die Effizienz außerordentlich hoch ausfallen.

Ende Januar hat Nvidia die ersten drei mobilen Grafikkarten der Turing-Generation offiziell veröffentlicht. Die Notebook-Hersteller dürfen seitdem ihre Modelle mit der Geforce RTX 2080, Geforce RTX 2070 und Geforce RTX 2060 präsentieren und verkaufen. Nvidia hat inzwischen seine Produktseite zu den Mobile-Ablegern live genommen, bei der vor allem die angegebenen Spezifikationen von Relevanz sind. Anders als früher gibt Nvidia keine Maximalwerte mehr an, sondern größere Spannen, die sich je nach Größe und Kühlsystem eines Notebooks ändern können (die Umstellung der Angaben erfolgte genau genommen im Mai 2018 bei den GTX-10-Modellen).

Ausführliche Spezifikationen zu den RTX-Mobile-Grafikkarten

Diese Spannen fallen nun für Nvidia-Verhältnisse recht niedrig aus. Während die GPU-Konfigurationen komplett identisch bleiben, dürfen die Grafikchips längst nicht mehr so hoch takten wie ihre Desktop-Schwestern. Eine Geforce RTX 2080 Mobile zum Beispiel kann mit 80 bis 150 Watt (teilweise darüber hinaus) konfiguriert werden. Die Boost-Werte beziffert Nvidia auf 1.095 bis 1.590 MHz - der Basistakt kann im Ernstfall sogar auf bis zu 735 MHz fallen. Verglichen dazu ließ sich eine Geforce GTX 1080 Mobile noch mit Boost-Frequenzen von 1.278 bis 1.733 MHz bei TDPs von 90 bis 150 Watt einsetzen.

Modell RTX 2080 FE RTX 2080 Mobile RTX 2070 FE RTX 2070 Mobile RTX 2060 FE RTX 2060 Mobile
Shader/SIMD/TMUs 2.944/46/184 2.944/46/184 2.304/36/144 2.304/36/144 1.920/30/120 1.920/30/120
Tensor-Kerne 368 368 288 288 240 240
Raytracing-Kerne 46 46 36 36 30 30
RT-Leistung (Giga-Rays/s) 8 5-7 6 4-5 5 3,5
Raster-Endstufen (ROPs) 64 64 64 64 48 48
GPU-Basistakt (MHz) 1.515 735-1.380 1.410 885-1.215 1.365 960
GPU-Boost-Takt (MHz) 1.800 1.095-1.590 1.710 1.185-1.440 1.680 1.200
FP32 (TFLOPS)* 10,6 6,5-9,4 7,88 5,5-6,6 6,45 4,6
Speicheranbindung (Bit) 256 256 256 256 192 192
RAM-Frequenz (GT/s) 14 14 14 14 14 14
Speichertyp GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6
Bandbreite (GB/s) 448 448 448 448 336 336
Speichermenge (MiB) 8.192 8.192 8.192 8.192 6.144 6.144
PCI-E-Stromanschlüsse Je 1 × 8-/6-polig - 1 × 8-polig - 1 × 8-polig -
Leistungsaufnahme <225 Watt 80-150+ Watt <185 Watt 80-115 Watt <160 Watt 80-90 Watt

*anhand des typischen Boosts

Spannend ist das Vorgehen aus Sicht der Effizienz. Die TU104-GPU der Geforce RTX 2080 misst 545 mm² und nutzt 46 Shader-Multiprozessoren samt 2.944 ALUs. Mit einer TDP von 80 Watt, also quasi einer Maxi-Q-Ausführung, ist die GPU extrem breit, aber niedrig taktend ausgelegt, was den Bestcase für die Effizienz darstellt - man kann sich hier das Prinzip von AMDs Radeon R9 Nano in noch stärker ausgereizt vorstellen.

Vorsicht bei Leistungsvergleichen

Interessenten eines RTX-Notebooks dürfen aus diesem Grund auf keinen Fall die Leistung der Desktop-Grafikkarten erwarten. Zudem lässt sich die Performance verschiedener Mobile-Geräte nur bedingt miteinander vergleichen. Teilweise könnte eine Geforce RTX 2070 sogar schneller rendern als eine Geforce RTX 2080. Zudem sollte man beim kleinsten Ableger, der Geforce RTX 2060 mit maximal 1.200 MHz GPU-Boost-Takt, keine weltbewegende Raytracing-Leistung mehr erwarten.

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    • Kommentare (136)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SFVogt Freizeitschrauber(in)
        Jeweils selbe Clevo RTX 2080 Grafikkarten in gleichem Notebook Gehäuse und ähnlicher Hardware Konfiguration, CPU und VGA Takt variiert:

        Prema VBIOS OC (Powerlimit?) vs Area 51M VBIOS OC (200W) vs Clevo Stock VBIOS (150W)

        Result

        Fazit: Eine Notebook RTX 2080 kann in geeignetem Notebook Gehäuse und ohne künstliche VBIOS Fesseln mit einer Desktop RTX 2080 gleichziehen. Dabei besteht derzeit noch die Limitierung, das nVidia die Notebook Turing Karten per VBIOS auf max 2100MHz Takt gelocked haben soll. Premamod arbeitet daran dies auszuhebeln.

        http://extreme.pcgameshardware.de/attachments/1041211d1555168426-nvidia-rtx-mobile-notebook-grafikkarten-sind-stark-untertaktet-screenshot_20190413_1b1kl5.jpg
      • Von SFVogt Freizeitschrauber(in)
        Jeweils selbe Clevo RTX 2080 Grafikkarten in gleichem Notebook Gehäuse und ähnlicher Hardware Konfiguration, CPU und VGA Takt variiert:

        Prema VBIOS OC (Powerlimit?) vs Area 51M VBIOS OC (200W) vs Clevo Stock VBIOS (150W)

        Result

        Fazit: Eine Notebook RTX 2080 kann in geeignetem Notebook Gehäuse und ohne künstliche VBIOS Fesseln mit einer Desktop RTX 2080 gleichziehen. Dabei besteht derzeit noch die Limitierung, das nVidia die Notebook Turing Karten per VBIOS auf max 2100MHz Takt gelocked haben soll. Premamod arbeitet daran dies auszuhebeln.

        http://extreme.pcgameshardware.de/attachments/1041211d1555168426-nvidia-rtx-mobile-notebook-grafikkarten-sind-stark-untertaktet-screenshot_20190413_1b1kl5.jpg
      • Von SFVogt Freizeitschrauber(in)
        Ist die Hardware (GPU/VRAM) aber, mal von dem Anwendungszweck entsprechend angepasstem PCB und Bestückung elektronischer Bauteile abgesehen.

        Desktop 215W (nVidia) vs Notebook 150W (Clevo)... unterscheidet sich in der TDP / Power Limit Grenze und der damit auf Dauer erreichbaren Taktfrequenzen.

        http://extreme.pcgameshardware.de/attachment.php?attachmentid=1037229&stc=1

        Ich versuche in nächster Zeit ein entsprechendes VBIOS für meine Notebook RTX 2080 zu bekommen mit einem höherem Power Limit. Mit um die 200W dürfte die Notebook RTX 2080 fast identische Ergebnisse liefern wie Desktop Variante. Das dies möglich ist zeigt bereits an anderer Notebook Enthusiast:

        Result
      • Von SIR_Thomas_TMC Software-Overclocker(in)
        Zitat
        Das ist genau das worüber du dich die ganze Zeit (nur) bei nVidia aufregst: obwohl identische Hardware (GPU Konfiguration, Speicher etc) vorhanden, wird die RTX 2080 aufgrund der schlechteren thermischen Gegebenheiten je nach Notebook in ihrer Verlustleistung (TDP) mehr oder weniger limitiert und erreicht dadurch nicht die gleichen Taktraten wie auf einer Desktopkarte, ergo nicht die gleiche Leistung trotz identischem Namen.
        Also, ich habe das anders verstanden. Die Hardware wäre nicht identisch und nicht nur wegen der um sie verbauten Komponenten nicht gleich (die dann limitieren).
      • Von SFVogt Freizeitschrauber(in)
        Zitat von SIR_Thomas_TMC
        Das ist ein Beleg für deine dauernd vertretene Theorie, dass andere Hersteller auch Hardware verbauen, deren Name sich nicht unterscheidet, obwohl sich deren Hardware unterscheidet?
        Oder für - danach hab ich leider nicht gefragt - für dein Thema, dass dieselbe Graka bei anderen Specs betrieben wird?
        Man könnte behaupten 'Hardware Unterschiede' und 'andere Specs' umschreiben das gleiche Thema: Die Grafikleistung ist nicht gleich trotz identischem Namen. Das siehst du zweifelsfrei an dem Beispiel mit der Notebook Version der Radeon Vega 56 genauso wie bei der GeForce RTX 2080 in Notebooks.

        Zitat
        Mir gings darum, dass du mir das irgendwo belegen kannst, dass eine GraKa - z.B. von AMD - mit demselben Namen wie die Desktopversion eingebaut wird, aber gar nicht dieselbe Hardware ist. Den Beleg, den du mit dem AMD Notebook geliefert hast, ist keiner dafür, sondern das Gegenteil.
        Die physische Hardware der Vega 56 in dem Notebook, also der Chip samt Shader etc. Konfiguration und Speicher ist gleich, habe ich nie etwas anderes behauptet.

        Zitat
        Nämlich das die dort eingebaute der Desktop-Version entspricht. Einfach mal fett markiert.
        Nein 'entspricht' eben nicht der Desktop Version, weil sie ohne die gleichen TDP / Power Limit Grenzen auch nie die gleichen Taktfrequenzen auf Dauer erreichen wird und somit nie die Desktop Karten Leistung erreicht, von der schlechteren Kühlung mal abgesehen ist höchstwahrscheinlich auch die Spannungsversorgung der Vega 56 Notebook nicht so stark ausgeprägt wie bei der Desktop Version.

        Zitat
        Wahrscheinlich meinst du, dieselbe Hardware einbauen, aber diese technisch zu limitieren. Das ist aber nicht das, wovon ich geredet habe.
        Das ist genau das worüber du dich die ganze Zeit (nur) bei nVidia aufregst: obwohl identische Hardware (GPU Konfiguration, Speicher etc) vorhanden, wird die RTX 2080 aufgrund der schlechteren thermischen Gegebenheiten je nach Notebook in ihrer Verlustleistung (TDP) mehr oder weniger limitiert und erreicht dadurch nicht die gleichen Taktraten wie auf einer Desktopkarte, ergo nicht die gleiche Leistung trotz identischem Namen. Ist 1:1 das gleiche Spiel mit der Vega 56 im Notebook. Nur bei nVidia scheint es dich zu stören, bei AMD scheinst du das nicht wahr haben zu wollen und beharrst dennoch auf "der Desktop-Version entspricht".

        Zitat
        Außerdem, und das jetzt als Frage (weil ich mich damit tatsächlich überhaupt nicht auskenne), kann man die limitierte Graka eigentlich wieder auf die normalen Werte umstellen (was natürlich die Akkulaufzeit verkürzen würde, nehme ich an)?
        Das TDP / Power Limit zu erhöhen und damit höhere Taktfrequenzen zu ermöglichen macht nur dann Sinn, wenn die Notebook Kühlung entsprechende Reserven hat, ist das nicht der Fall, wird die Karte permanent vom Temperatur Limit gebremst. In meinem Notebook könnte die RTX 2080 mehr als 150W vertragen, da ich weit entfernt bin von kritischen Temperaturen.
      • Von WhoRainZone BIOS-Overclocker(in)
        Bei AMD per Powerplay auf jeden Fall
        Ich hab meiner Vega 56 so schon 400W+ genehmigt.

        Da muss man "nur" in der Registry was ändern, das ist NICHT im BIOS hinterlegt.
        Zumindest im Desktop.
        Vermutlich müsste man die Notebookkarte erstmal flashen, je nachdem, was alles freigegeben ist.
      Direkt zum Diskussionsende
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