MSI GS70 gegen Razer Blade Pro im Test: Was können die kompakten Gaming-Notebooks?
Sie wiegen 2 bis maximal 3 Kilogramm, sind mit 2,5 Zentimeter sehr flach und kompakt, bieten aber 17-Zoll-LCD sowie spieletaugliche Hardware: PCGH testet das MSI GS70 sowie das Razer Blade Pro und lässt beide gegeneinander antreten.
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Es sind keine Ultrabooks und schon gar keine Desktop-Replacements, sollen aber aus beiden Lagern die besten Eigenschaften vereinen. Für uns Spieler bedeutet dies, dass wir endlich relativ leichte und vor allem handliche Notebooks bekommen, die aber trotzdem ausreichend Bilder pro Sekunde in Battlefield 3 erzeugen. Hinzu kommen Ausstattungsmerkmale, die eher an ein ausgewachsenes Desktop-Replacement-Notebook erinnern als an ein Ultrabook. Das MSI GS70 und Razer Blade Pro haben allerdings eine entscheidende Gemeinsamkeit mit den Ultrabook: Ein optisches Laufwerk fehlt.
MSI GS70 und Razer Blade Pro: Ausstattung
Quelle: PC Games Hardware
Razer Blade Pro 1
Vertreter der neuen Notebook-Kategorie sind das MSI GS70 und das Razer Blade Pro. Das MSI GS70 ist bereits in Deutschland für rund 1.700 Euro erhältlich. Das Razer Blade Pro kostet in den USA rund 2.300 US-Dollar, wann es nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt. Beide Notebooks bieten ein 17-Zoll-Display mit der Full-HD-Auflösung 1.920 x 1.080 Bildpunkten und eine Pixeldichte von 127,34 ppi. Während sich die beiden Laptops äußerlich stark unterscheiden, arbeitet im Inneren ähnliche Hardware: Als Prozessor kommt im MSI GS70 und Razer Blade Pro ein Intel Core i7-4700HQ mit vier Kernen (8 Threads) und 2,4 GHz Standardtakt. Die maximale Turbo-Frequenz liegt bei 3,4 GHz. Die Grafikeinheit besteht jeweils aus einer Geforce GTX 765M mit 2 GiByte (2.000 MHz) GDDR5-Speicher. Der Kerntakt liegt bei 797 MHz und der Boost bei 863 MHz. Offenbar nutzen MSI und Razer das Potenzial der GPU aus thermischen Gründen nicht voll aus, da Nvidia einen Standardtakt von 850 MHz (plus Boost) angibt.
Quelle: PC Games Hardware
Razer Blade Pro 14
Doch in einigen Punkten unterscheiden sich die beiden Notebooks in der Hardware: Das MSI GS70 arbeitet mit 16 GiByte DDR3-1600-Speicher und das Razer Blade Pro "nur" mit 8 GiByte. MSI kombiniert zwei MSATA-SSDs zu einem RAID 0 mit 128 GByte Speicherplatz und bietet zusätzlich eine Festplatte mit 1 TByte Kapazität im GS70 an. Im Razer Blade Pro arbeitet nur eine SSD mit 256 GByte Speicherplatz von Samsung.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Akkus: MSI gibt 58,8 Wattstunden an und Razer 74 Wattstunden. Das würde den Gewichtsunterschied teilweise erklären, denn das GS70 wiegt 2,6 Kilogramm und das Blade Pro 2,98 Kilogramm. Die Kapazität des Akkus können wir allerdings nicht nachprüfen, da die Batterie jeweils fest eingebaut ist. Weitere Ausstattungsmerkmale sind WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth und eine Webcam.
MSI GS70 und Razer Blade Pro: Eigenschaften
Quelle: PC Games Hardware
MSI G70 12
Windows 8 x64 kommt bei beiden Laptops zum Einsatz. Während die Tastatur des MSI einen mittelmäßigen Druckpunkt bietet, fühlt die das Keyboard von Razer deutlich besser an. Zudem bietet das Blade Pro ein Touchpad mit einer glasähnlichen Oberflächen, welches extrem präzise arbeitet und gleichzeitig als kleines Display dient. Die Tastatur ist beleuchtet und bietet zehn Extra-Bildschirmknöpfe über Touchpad. Die Haptik und Optik beider Notebooks ist gut.
MSI GS70 und Razer Blade Pro: Leistung
In den reinen CPU-Benchmarks Cinebench 11.5 (64 Bit und x264 4.0 liegt das Razer Blade Pro deutlich vor dem MSI GS70. Ein Blick ins CPU-Z offenbart, dass der Core i7-4700HQ im MSI-Notebook nicht den vollen Turbo-Takt erreicht. Im Spiel verliert sich dieser Nachteil und die beiden Notebooks trennen meist nur 1 Fps: In Crysis Warhead 720p (kein AA/AF) messen wir 43,0 Fps beim GS70 und 44,6 Fps beim Blade Pro. In Anno 1404 (kein AA/AF) sind es 46,4 Fps beziehungsweise 47,6 Fps. Battlefield 3 ("Op. Swordbreaker" - 1.280 x 720, Ultra-Details, 4x MSAA+FXAA/16:1 AF) spuckt uns 42,6 Fps fürs Blade Pro und 40,9 Fps für GS70 aus. Der winzige Vorteil des Razer fordert seinen Tribut in Form eines hohen Betriebsgeräusches und hohen Temperaturen.
Während das MSI GS70 mit rund 40 Grad Celsius schon warm wird, erreicht das Blade Pro 42,1 bis 45,8 Grad Celsius bei Volllast. Zudem drehen die Lüfter des Razer-Notebooks voll auf und erzeugen bis zu 5,2 Sone! Dagegen ist das GS70 mit maximal 2,7 Sone fast schon leise. Im Leerlauf sind beide Notebooks mit 0,8 bis 0,9 Sone noch leise. Das Display des Razer Blade Pro reagiert mit 6 Millisekunden etwas flüssiger als das LCD des MSI GS70 (8 Millisekunden); Schlieren können wir aber bei beiden Notebooks in Spielen beobachten. Die maximale Leuchtkraft der beiden Laptops liegt bei 235 bis 249 Candela pro Quadratmeter - sehr ordentlich! Allerdings sind die Einblickwinkel eingeschränkt, was bei einem Notebook nicht zwingend stören muss. In Sachen Klang hat das MSI die Nase vorn, die Lautsprecher des Razers klingen nur befriedigend.
MSI GS70 und Razer Blade Pro: Fazit
Das Razer Blade Pro bietet ganz klar die coolere Optik, denn das Display-Touchpad und die Zusatztasten sind echt etwas fürs Auge. Doch das Gesamtpaket des MSI GS70 überzeugt uns einfach mehr, vor allem Temperatur- und Geräuschentwicklung sind besser als beim Blade Pro. Hinzu kommt noch, dass das GS70 "nur" rund 1.700 Euro kostet und bereits in Deutschland verfügbar ist.
MSI GS70 und Razer Blade Pro: Testtabelle
| Produktname | GS70 | Blade Pro |
|---|---|---|
| Hersteller (Webseite) | MSI | Razer |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 1.700,-/gut | Ca. $ 2.300,-/befriedigend |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/973269 | Nicht gelistet |
| Ausstattung (20 %) | 1,29 | 2,15 |
| Arbeitsspeicher | 2 x 8.192 MiByte DDR3-1600 | 2 x 4.096 MiByte DDR3-1600 |
| Prozessor/Chipsatz | Core i7-4700HQ (2,4 GHz bis 3,4 GHz, 4 Kerne) | Core i7-4700HQ (2,4 GHz bis 3,4 GHz, 4 Kerne) |
| Grafikchip | Nvidia Geforce GTX 765M (797 MHz, 863 MHz mit Boost), Intel HD Graphics 4600 (400 MHz) | Nvidia Geforce GTX 765M (797 MHz, 863 MHz mit Boost), Intel HD Graphics 4600 (400 MHz) |
| Grafikspeicher/Anbindung | 2.048 MiByte (2.000 MHz)/128 Bit | 2.048 MiByte (2.000 MHz)/128 Bit |
| Festplatte | SSD: 2 x Toshiba 128 GByte (Raid 0) | SSD: 1 x Samsung 256 GByte |
| HDD: 1 x Western Digital 1 Tbyte | ||
| Optisches Laufwerk | Nicht vorhanden | Nicht vorhanden |
| LCD, Spiegelung | 17,3 Zoll (1.920 x 1.080, 127,34 ppi), gering | 17,3 Zoll (1.920 x 1.080, 127,34 ppi), gering |
| Akku/Gewicht inkl. Akku | 58,8 Wattstunden/2,6 kg | 74 Wattstunden/2,98 kg |
| Kommunikation | WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth, SD-Kartenleser, Webcam | WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth, Webcam |
| Eigenschaften (20 %) | 1,35 | 1,58 |
| Zubehör/Software | Windows 8 | Windows 8 |
| Anschlüsse | 4 x USB 3.0, 3x Klinke (Audio + Mikrofon), HDMI, 2 x Mini-Displayport, Gigabit-Ethernet | 3 x USB 3.0, 1 x Klinke (Audio), HDMI, Gigabit-Ethernet |
| Ergonomie | Fullsize-Tastatur mit mittelmäßigem Druckpunkt, Präzises Touchpad | Tastatur mit gutem Druckpunkt, präzises Kunststoff-Touchpad (durchsichtig) |
| Haptik (Verarbeitung/Stabilität, Look & Feel) | Gut, aber Kunststoff am Bildschirm schlecht verarbeitet | Schlicht, Tastatur beleuchtet 10 extra Bildschirmknöpfe über Touchpad, kein sanftes Gleiten auf Touchpad möglich, gut verarbeitet |
| Leistung (60 %) | 2,19 | 2,30 |
| Cinebench 11.5 (64 Bit)/x264 4.0 | 6,15 Punkte/32,7 Fps | 6,49 Punkte/34,44 Fps |
| Crysis Warhead 720p (kein AA/AF, 4x MSAA/16:1 AF) | 43,0 Fps, 31,6 Fps | 44,6 Fps, 32,3 Fps |
| Anno 1404 720p (kein AA/AF, 4x MSAA/16:1 AF) | 46,4 Fps, 45,0 Fps | 47,6 Fps, 47,1 Fps |
| Akkulaufzeit 80 cd/m², Crysis Warhead Loop Max. cd/m² | 362 Min. (6:02 h), 72 Min. (1:12 h) | 318 Min. (5:18 h), 59 Min. (0:59 h) |
| Lautheit 2D/Leichte Last/Crysis Warhead Loop | 0,9/1,9/2,7 Sone | 0,8/3,1/5,2 |
| Datenträger: Lesen, Zugriff (HD Tach) | SSD: 1017,5 MB/s, 0,2 ms | SSD: 425,3 MB/s, 0,1 ms |
| HDD: 91,3 MB/s, 16,4 ms | ||
| LCD: Reaktionszeit, Inputlag, Regelbereich | 8 (27) ms, -, 44 bis 249 cd/m² | 6 (25) ms, -, 27 bis 235 cd/m² |
| LCD: Helligkeitsverteilung (Abweichungen), Interpolation | Max. 12 %, Gut (2,0) | Max. 7 %, Gut (2,0) |
| LCD: Grobkörniges Bild (Kristalleffekt) | Klares Bild (geringer Kristalleffekt) | Klares Bild (geringer Kristalleffekt) |
| Klangqualität Lautsprecher | Gut (2,5) | Befriedigend (3,5) |
| Fazit | 1,84 | 2,12 |
| + Spieletauglich | + Gute Spiele-Leistung | |
| + Viel Arbeitsspeicher | + Extra Bildschirm + 10 programmierbare Tasten | |
| + Guter Klang der Lautsprecher | - Soundqualität der Lautsprecher |
MSI GS70 und Razer Blade Pro: Testmethoden
Die Leistung (Rechenkraft, Akkulaufzeit etc.) bestimmt die Endnote zu 60 Prozent, während die Ausstattung (Speichermenge, Webcam etc.) und die Eigenschaften (Verarbeitung, Ergonomie etc.) jeweils zu 20 Prozent einfließen. Die Details der meisten Wertungskriterien entnehmen Sie der Testtabelle am Ende des Artikels. Trotz des Fokus auf die Spieleleistung muss das Gesamtpaket ausgewogen sein. Die Akkulaufzeit, eine bei Nutzerumfragen stets stark gewichtete Disziplin, messen wir wie gehabt mit dem Battery Eater (www.batteryeater.com). Dieses Tool protokolliert die Akkulaufzeit bei zwei Lastszenarien: Für den 2D-Laufzeittest wird das Lesen beziehungsweise Bearbeiten eines Textes im Energiesparmodus mit stark reduzierter Helligkeit (ca. 80 Candela pro Quadratmeter) und aktiver WLAN-Einheit simuliert. Die 3D-(Spiele-)Leistung evaluieren wir mit demselben Programm im Hintergrund, während dem Crysis Warhead bis zum Ende der Energiereserven in einer Schleife läuft. Neu sind die LCD-Tests des Inputlags und die subjektive Prüfung des Kristalleffekts.

Interessanter Vergleich. Gefällt mir vorab erst.
Zeus
Vor allem bekommt man keinen Herzinfarkt beim Kaufen und kann auch einigermaßen spielen.
Dieses besitzt ebenfalls die negative Eigenschaft der enormen und grenzwertigen Hitzeentwicklung, begleitet von viel zu hoher Lüfterlautstärke, sowie der einhergehenden temperaturbedingten Taktsenkung!
Ansonsten wäre es sicherlich eine ebenfalls gute Alternative für die gebotenen Abmessungen.
siehe Test von Hardwareluxx:
MSI GE40 Gaming-Notebook im Test
Ich halte diesen "Kollegen" hier für die bessere Wahl als die beiden getesteten Notebooks: MSI GE40-i760M245FD Gaming Notebook bei notebooksbilliger.de
Vor allem bekommt man keinen Herzinfarkt beim Kaufen und kann auch einigermaßen spielen.
Was man mit 1700 € bzw. 2300 € im Desktop-Bereich so alles anstellen könnte *schwärm* alternativ könnte man sich auch fast 2 Gaming-Rechner um den Preis aufbauen.
Hab schon 2 "Gaming"-Notebook gekauft... brauchs nicht mehr, auch so teuer.
Beim einen hat die Grafikkarte versagt und das andere hat schlicht nicht das gehalten womit es geworben hatte.
Heute setze ich völlig andere Anforderungen an ein Notebook und da rangiert "Gaming" ganz weit unten. Lieber steck ich meine Kohle in den Desktop
ohne IPS Panel wird nicht mehr gekauft!!