Asus Eee PC 901 und Acer Aspire One im PCGH-Hands-On-Test
Asus ist zwar der Pionier in der Netbook-Klasse, doch in den letzten Monaten haben auch die meisten anderen Herstellen ultrakompakte Mini-Notebooks vorgestellt; mit größeren Displays und modernerer Technik.
Der Asus Eee PC 901. (Bild: PCGH)
So musste auch Asus nachziehen und stellte unlängst den jüngsten Spross der Eee-PC-Serie vor. Das neue Topmodell hört auf die Modellnummer 901 und verfügt über eine Intel-Plattform die aus dem 945GSE-Chipsatz und einer Atom-N270-CPU besteht. Das Display ist im Vergleich zum Urmodell um fast zwei Zoll gewachsen und bietet nun 8,9 Zoll Arbeitsfläche. Auch die Auflösung ist mit 1.024 x 600 Pixeln deutlich besser als beim Eee PC 4G.
Die von uns getestete Windows-XP-Version verfügt über 12 Gigabyte Flash-Speicher und ein GiByte DDR2-667-Arbeitsspeicher. Des Weiteren sind eine 1,3-Megapixel-Webcam, drei USB-2.0-Ports, ein VGA-Ausgang, ein SD-Card-Slot, Ethernet und WLAN nach dem 802.11n-Standard mit an Bord. Zwar hat die Ausstattung durchaus zugelegt, doch dadurch ist der neue Eee PC auch relativ schwer geworden. War das alte Modell noch relativ spielend unter der Marke von einem Kilogramm geblieben, so bringt der 901er stattliche 1.135 Gramm auf die Waage.
Das Gehäuse leistet sich nur ein paar Detailschwächen, ist recht ordentlich verarbeitet und mit schwarzem Klavierlack überzogen, der allerdings eine natürliche Aversion gegen Berührungen aller Art hat. Fingerabdrücke und andere Verschmutzungen nimmt einem der Asus-Sprössling recht schnell übel und so wird wohl für die Ästheten unter den Eee-PC-Nutzern das Brillenputztuch zum besten Freund und ständigen Begleiter werden.
Der Asus Eee PC 901. (Bild: PCGH)
Auffälligste optische Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger sind vereinzelte Aluminium-Applikationen rund um das Touchpad und das Display-Gelenk, wobei vor allem letztere die Wertung in Sachen Verarbeitung in den Keller zieht. Der geriffelte Zierring an der Außenseite verursacht beim zuklappen ein Rattern, wie bei einer Mausrad-Rasterung, was wohl nicht im Sinne des Erfinders war.
Auch die Tastatur des Asus-Geräts gibt Anlass zur Kritik, denn die Tasten sind zum einen bauartbedingt relativ eng angeordnet und zum anderen nicht wie gewohnt quadratisch, sondern leicht rechteckig - quasi im 5:8-Format - wodurch die einzelnen Tastenreihen ungewohnt dicht beieinander liegen. Hat man sich jedoch erst einmal mit dem ungewohnten Layout vertraut gemacht, kann man gut mit dem Eee PC 901 arbeiten, denn der Druckpunkt der Tasten ist durchaus angenehm.
Das Acer Aspire One A110L. (Bild: PCGH)
Einer der vielen Asus-Konkurrenten ist das Acer Aspire One, welches mit dem Intel Atom N270 auf die gleiche Basis wie der Eee PC 901 vertraut. Die von uns getestete Version A110L verfügt allerdings nur über 512 MiByte DDR2-667-Speicher und einen acht Gigabyte großen Flash-Speicher. Die große Variante des Aspire One heißt A150L/X und verfügt über ein GiByte Arbeitsspeicher und eine konventionelle 120 GByte / 112 GiByte fassende Festplatte.
Das Display ist wie beim Eee PC ein 8,9-Zoll-Breitbildschirm mit einer nativen Auflösung von 1.024 x 600 Pixeln. Darüber hinaus verfügt das Aspire One über drei USB-2.0-Ports, ein VGA-Ausgang, ein SD-Card-Slot, Ethernet und WLAN mit 54 MBit/s mit von der Partie. Die Acer-Crystal-Eye-Webcam löst im Vergleich zum Asus-Pendant nur mit 0,3 Megapixeln auf, dafür ist das Acer-Netbook jedoch 150 Gramm leichter und unterbietet somit knapp die magische Ein-Kilogramm-Marke.
Am gut verarbeiteten Gehäuse fällt zuerst der ungewöhnliche Öffnungsmechanismus des Deckels auf. Bei aufgeklapptem Display tut sich zwischen Korpus und Deckel ein kleiner Spalt auf, der das Design insgesamt etwas auflockert und das Aspire One weniger klobig wirken lässt. Nachteil: Theoretisch könnten sich unaufmerksame Anwender beim Zuklappen im Zwischenraum die Finger einklemmen. Hierfür muss zwar bei einem erwachsenen Nutzer schon gewaltig viel schieflaufen, doch vor allem für Kleinkinder kann das Aspire One schnell zur Finger-Falle werden.
Das Acer Aspire One A110L. (Bild: PCGH)
Sofern die Finger die erste Kontaktaufnahme überlebt haben, dürfen sich diese an der fast ausgewachsenen Tastatur erfreuen. Durch das knapp 2,5 Zentimeter breitere Gehäuse haben es die Acer-Techniker geschafft eine Klaviatur zu integrieren, die sogar mit den Basketballer-Pranken des Autors noch halbwegs angenehm zu bedienen ist - obwohl man auch beim Aspire One für eng aneinander liegende Tastenkombinationen noch fingerakrobatische Kunststücke vollführen muss. Wenn Sie jedoch direkt vom Eee PC 901 auf das Acer-Netbook wechseln, ist das Resultat eindeutig: Punktsieg für das Aspire One.
Ein weiteres unkonventionelles Detail des Acer Aspire One: Die "Maus"-Tasten sind nicht wie gewohnt unter dem Touchpad angeordnet, sondern rechts und links daneben. Was jedoch auf den ersten Blick wie ein Konstruktionsfehler anmutet entpuppt sich nach einiger Gewöhnungszeit als durchaus ergonomische Lösung.
Fazit: Asus Eee PC 901 und Acer Aspire One
Beide Netbooks haben ihre Vor- und Nachteile, der Asus Eee PC 901 kann mit der besseren Ausstattung überzeugen, während das Acer Aspire One mit der wertigeren Verarbeitung und der besseren Tastatur punkten kann. Da uns von Acer ein Testgerät mit Linux ausgeliefert wurde, konnten wir unsere Leistungs- und Akku-Tests noch nicht durchführen, allerdings hält der Eee PC 901 rein subjektiv länger ohne Steckdose durch als das Aspire One. Testwerte werden in Kürze folgen.
