Nvidia Super-GPUs in Notebooks: Keine neue GPU-Generation, trotzdem so vieles besser
Nun war es fast schon zu erwarten, dass Nvidia auch die Notebook-GPUs als "Super"-Version neu auflegt. Während der Refresh unter den Desktops technisch recht unspektakulär daherkam, hat Nvidia für die Notebooks gleichzeitig an einigen anderen Technologien geschraubt und bietet sogar einige neue. Wir geben einen Überblick, was wir von den schon bald erhältlichen Gaming-Notebooks erwarten können.
Schon ab Mitte April sollen neue Notebooks mit Nvidia-Super-GPU und gleichzeitig den neuen Intel-Comet-Lake-H-CPUs verfügbar sein. Der leichte Leistungszuwachs, der damit zu erwarten ist, dürfte aber nicht die spannendste Neuerung sein. Mit neuem Optimus, DLSS 2.0 oder Dynamic Boost bietet Nvidia einen ganzen Blumenstrauß an neuen Technologien.
RTX 2070 Super und RTX 2080 Super: Bis zu zehn Prozent mehr Leistung
Über einhundert neue Notebooks von jedem Hersteller sollen ab April 2020 die neue RTX 2070 Super oder RTX 2080 Super erhalten. Die regulären Designs der GPU werden nun nicht mehr hergestellt und von den "Super"-Varianten abgelöst. Von diesen wird es auch jeweils ein Max-Q-Design geben, welche ebenfalls runderneuert werden. Es mag daher etwas verwirren, wenn von einer RTX 2070 Super Max-Q zu lesen ist, da es in Sachen Performance nach einem Schritt vorwärts und einem Schritt zurück gleichzeitig anhört. Denn "Super" bedeutet einen Leistungszuwachs (von circa zehn Prozent, laut eines OEMs), während ein Max-Q-Design die Leistung zugunsten der Effizienz wieder etwas reduziert. Es kann daher durchaus sein, dass eine RTX 2070 Super Max-Q effektiv einer regulären RTX 2070 entspricht - nur eben deutlich effizienter und im dünneren, leichteren Gehäuse. Wie genau die Leistung zu verorten ist, werden die ersten Benchmarks zeigen.
| Nvidia-GPUs für Notebooks | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| RTX 2080 Super | RTX 2070 Super | RTX 2070 | RTX 2060 | GTX 1660 Ti | GTX 1650 Ti | GTX 1650 | |
| CUDA Cores | 3072 | 2560 | 2304 | 1920 | 1536 | 1024 | Bis 1024 |
| Boost-Takt | 1080-1560 MHz | 1155-1380 MHz | 1124-1455 MHz | 1185-1560 MHz | 1335-1590 MHz | 1200-1485 MHz | 1125-1560 MHz |
| Videospeicher | 8 GB GDDR6 | 8 GB GDDR6 | 8 GB GDDR6 | 6 GB GDDR6 | 6 GB GDDR6 | 4 GB GDDR6 | 4 GB GDDR5/6 |
| Speicher-Bitrate | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 192 Bit | 192 Bit | 128 Bit | 128 Bit |
| Speicher-Bandbreite | Bis 448 GB/s | Bis 448 GB/s | Bis 448 GB/s | Bis 336 GB/s | 288 GB/s | Bis 192 GB/s | Bis 192 GB/s |
| Thermal Design Power (TDP) | 80-150+ Watt | 80-115 Watt | 80-115 Watt | 65-115 Watt | 60-80 Watt | 35-55 Watt | 30-50 Watt |
| Quelle: Nvidia |
Die Geräte mit dedizierter Nvidia-GPU (nicht nur die "Super") sollen schon ab 699 US erhältlich sein. Hier soll die noch stellenweise verwendete GTX 1050 aus der Vorgängergeneration Pascal endgültig von der bereits erhältlichen GTX 1650 abgelöst werden.
RTX 2060: Kein "Super", aber günstiger
Quelle: Nvidia
Nvidia „Super“ in Notebooks: Keine neue GPU-Generation, trotzdem so vieles besser (4)
Im Gegensatz zur Desktop-Variante wird es keine RTX 2060 Super geben. Wohl weil die RTX 2070 weiterhin im Einsatz bleiben soll und eine RTX 2060 Super mit 8 GiByte VRAM in etwa einer RTX 2070 entsprechen würde. Mit über 200 gelisteten Modellen ist die RTX 2060 mit deutlichem Abstand die am meisten verbaute Nvidia-GPU. Im Preisvergleich gehen Notebooks mit einer RTX 2060 schon jetzt ab circa 900 Euro los, jedoch nur mit 8 GiByte Arbeitsspeicher, die heutzutage absolut nicht mehr zeitgemäß sind, schon gar nicht in einem Gaming-Notebook. Filtern wir zusätzlich mit 16 GiByte RAM, kostet das günstigste Modell mit einer RTX 2060 schon ca. 1.250 Euro - dann auch mit stärkerer CPU. Es bleibt abzuwarten, ob auch die sinnvoll konfigurierten Modelle hierzulande dreistellig kosten werden.
New Max-Q: "Doppelte Effizienz" dank DLSS 2.0, GDDR6 und mehr
Quelle: PC Games Hardware
Nvidia „Super“ in Notebooks: Keine neue GPU-Generation, trotzdem so vieles besser (8)
Das Max-Q-Design der Super-GPUs wurde zudem verbessert, sowohl auf Hardware- als auch Softwareseite. Max-Q - so nennt Nvidia die Drosselung der GPU zugunsten der Effizienz. Die letzten Prozente an Leistung kosten relativ viel an Leistung und erfordern daher auch eine entsprechend dicke und schwere Kühllösung. Das Max-Q-Design kappt daher das Power Limit, bei der RTX 2070 Max-Q etwa auf 80 Watt statt 115 Watt, sodass zwar etwas weniger Spitzenleistung zur Verfügung steht, dafür aber der Stromverbrauch deutlich niedriger ist. Das Verhältnis Fps pro Watt ist also deutlich besser und die Chips können in leichtere, dünnere und leisere Notebooks verbaut werden.
Der neue GDDR6-Speicher erlaubt etwa niedrigere Spannungen und ist an sich schon mal effizienter als GDDR5. Außerdem sollen neue effizientere Spannungsregler verbaut sein, was Nvidia aber auch schon zur Max-Q-Einführung 2017 aufführte.
Dynamic Boost: Variable Kühlung - wie AMDs "Smart Shift"
Quelle: Nvidia
Nvidia „Super“ in Notebooks: Keine neue GPU-Generation, trotzdem so vieles besser (5)
Die neuen Max-Q-Designs der "Super"-GPUs werden je nach Modell auch ein variables Kühlbudget erhalten. Selbst wenn sich CPU und GPU im Notebook die Kühllösung über Heatpipes und Lüftern teilen, ist die Kühlleistung für beide Chips bislang statisch, also fest aufgeteilt. Nun läuft aber in Spielen meist die GPU auf Anschlag, während die CPU nur bedingt unter Last ist. "Dynamic Boost" erlaubt nun, die jeweiligen Kühlbudgets zwischen GPU und CPU zu verschieben, also etwa nicht benötigte Wattreserven von der CPU der GPU zuzuweisen.
Das Prinzip kommt Ihnen bekannt vor? Genau. AMD nennt das "Smart Shift" und hat das zusammen mit der Renoir-Generation erst zur CES dieses Jahres vorgestellt. Bislang ist aber auch noch kein AMD-Notebook mit Smart Shift auf dem Markt. Hier wird das Dell G5 SE mit einer dedizierten Radeon 5600M das erste Notebook mit dieser Technik sein. Nvidias "Dynamic Boost" an sich ist CPU-unabhängig, soll daher ebenso funktionieren, wenn eine Nvidia-GPU zusammen mit einem AMD-Prozessor im Notebook steckt.
Advanced Optimus: Endlich funktionieren G-Sync und Optimus ohne Neustart
Quelle: Nvidia
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Optimus nennt Nvidia die fast schon zehn Jahre alte automatische GPU-Umschaltung. Je nach Bedarf schaltet die Technik zwischen leistungsfähiger dedizierter Nvidia-Grafik oder der genügsamen integrierten Grafikeinheit um, etwa um Strom zu sparen und damit auch die Akkulaufzeit zu verlängern. Nahezu jedes Notebook mit dedizierter GPU ist damit ausgestattet. Leider ist diese Technik nicht mit G-Sync kompatibel. Die meisten Notebooks haben daher nur eines von beidem. Manche wenige Modelle hatten immerhin eine Umschaltung im BIOS zwischen Optimus und G-Sync, der aber leider immer seltener wurde.
Mit Advanced Optimus ist das nun Geschichte - endlich kann man zwischen beidem ohne Neustart umschalten. Auch wenn beides noch immer nicht gleichzeitig läuft, denn G-Sync erfordert logischerweise eine aktive Nvidia-GPU.
DLSS 2.0: 20 Prozent längere Laufzeit beim Gaming unter Akku
Quelle: Nvidia
Nvidia „Super“ in Notebooks: Keine neue GPU-Generation, trotzdem so vieles besser (6)
Für die marketingträchtige Aussage der "doppelten Effizienz" dürfte hauptsächlich das neue DLSS 2.0 verantwortlich sein. Das ist nämlich aktiv, wenn Nvidia den Output von mehr als doppelt so viel Fps in Control aufführt (siehe Grafik). DLSS, wir erinnern uns, ist das KI-unterstütze Hochskalieren von Nvidia: So muss die GPU nur eine niedrigere Auflösung berechnen, etwa 720p für 1080p, und die künstliche Intelligenz bügelt mit einem Bildglättungsverfahren das hochskalierte Bild wieder etwas aus. Das hat Nvidia in DLSS 2.0 erst kürzlich neu aufgelegt, was wir auch schon ausführlich beschrieben und getestet haben. DLSS 2.0 wird bislang von wenigen Spielen unterstützt, etwa Mech Warrior 5 oder Control.
Für Notebooks soll DLSS 2.0 nicht nur als Fps-Boost taugen, sondern auch die Akkulaufzeit in Spielen verlängern. Die Nvidia-Anwendung Geforce Experience bietet in Max-Q-Notebooks den sogenannten Performance-Modus. Er begrenzt die Bildrate auf 30 Fps und aktiviert in jenen bestimmten Spielen DLSS, sodass die GPU viel sparsamer läuft. Nvidia nennt hier eine Laufzeitverlängerung um bis zu 20 Prozent. Für unsere Notebook-Tests haben wir uns die Laufzeitmessung unter GPU-Last stets geschenkt, was es bis dato ein recht sinnloses Szenario. Einerseits ist die Leistung ohnehin stark gedrosselt und andererseits ist die Laufzeit ziemlich kurz, etwa nur eine halbe Stunde. Wir werden am ersten neuen Testmuster prüfen, ob Gaming unter Akku mittlerweile eine praktikable Alternative darstellt.

Kurz, das ganze kann quasi in ein kleines Ultrathin passen (die Ultrabook Bezeichnung gehört ja Intel) - schleppen ist überflüssig.
Ernsthaft, wer ist denn überrascht, dass die S Modelle im Mobilen Bereich kommen? Das war sowas von klar.