Nintendo Switch: Youtuber funktioniert die Konsole zum Steam Deck um

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Der Youtuber Geekerwan funktioniert die Nintendo Switch zu einem laufenden Steam Deck um.
Quelle: Geekerwan via Youtube

Dem Youtuber Geekerwan ist ein interessantes Experiment mit der Nintendo Switch gelungen: Mit Übertaktungen und einigen Mods konnte er die Nintendo-Konsole zu einem Steam Deck umfunktionieren.

Die Nintendo Switch ist mittlerweile mehr als sechs Jahre alt und wird als entsprechend betagtes Stück Hardware in der schnelllebigen Technik-Welt gesehen. Das hält Modder allerdings nicht davon ab, weiter mit der Nintendo-Konsole zu experimentieren - dem Youtuber Geekerwan gelang es etwa, die Switch mit Android und Linux auszustatten. Auch eine Umwandlung zu einem Quasi-Steam-Deck wird so möglich und im 30-minütigen Video gezeigt.

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Als Vorbereitung muss allerdings klargestellt werden, dass die Modifizierung nicht mit jeder beliebigen Switch funktioniert. Dese müsse laut Geekerwan softwareseitig verwundbar ("exploitable") oder zumindest mit einer Hardware-Mod ausgestattet sein, damit das "Switch Root Project" genannte System zum Wechseln von Betriebssystemen überhaupt funktionieren kann. Zusätzlich übertaktete der Modder die Tegra X1 CPU von einem auf 2,3 Gigahertz sowie den RAM von 1.600 auf 2.133 MHz, also jeweils die maximalen von Android zugelassenen Werte.

Der Performance-Boost reicht aus, um etwa Android 11 auf der Switch zu installieren. Zusätzlich dazu wurden TWRP ("Team Win Recovery Project") für herstellerunabhängige Geräte-Recovery sowie FlashMagisk für Root-Zugriff aufgespielt. Als Benchmark wurde das kostenlose Mobile Game Genshin Impact ausgewählt, was allerdings nur bedingt flüssig funktionierte - immerhin erhält das Spiel demnächst einen echten Switch-Port. Das Android-Betriebssystem eignet sich auch für Emulatoren, sodass die Switch mehr oder weniger als Playstation 2 und Playstation Vita herhalten kann. Auch hier sind allerdings grafische Aussetzer zu erwarten.

Mit einigen Tools gelang es Geekerwan zudem, die Switch quasi zu einem Steam Deck umzufunktionieren. Hierfür wird neben dem Switch Root Project das Wine-Projekt benötigt, welches (sehr simplifiziert) als Übersetzer von Windows-Programmen und -Spielen zu Linux fungiert. Weitere Software sind Box64 und die DXVK-Bibliothek, um das L4T-basierte Ubuntu 18.04 System zum Laufen zu bringen. Unter Linux lässt sich die GPU zudem auf eine Taktung von 1.200 MHz hochziehen, der RAM kommt bei 2.500 MHz an seine OC-Grenze.

Damit ist es Geekerwan gelungen, Steam auf der Nintendo Switch funktionsfähig zu betreiben. Als Testspiele wurden etwa GTA 5, der PC-Port von God of War oder Titanfall 2 hergenommen. Leider ist die Hardware der Switch mittlerweile trotz der Übertaktungen schlicht zu schwach, um die genannten Games auch nur annähernd konstant an die 30 FPS-Grenze zu bringen - das Potenzial und die Verwandlung ist aber dennoch beeindruckend.

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Schnitzelnator Software-Overclocker(in)
        Ist aber auch Fun, wenn man gar keine proprietäre Software benutzt. Ich bastle auch oft mit Einplatinencomputern herum, Risc V und ARM finde ich sehr interessante Prozessorarchitekturen, die mit Linux auch gut unterstützt sind. Power PC finde ich auch interessant, aber leider für mich privat zu teuer.
        Wenn man ohnehin die Switch herumliegen hat, und kein weiteres Geld ausgeben möchte, kann man natürlich einfach das nutzen, was schon da ist.
        Wir sind hier bei PCGH, und für PC Gaming sind diese Architekturen nur bedingt geeignet - z.B. als Basis von Open Source Games. Abseits davon sind sie für manche Zwecke jedem x86-Rechner ebenbürtig.

        Für Textverarbeitung, Programmierung und Multimedia ist es schon ziemlich egal, ob man ARM oder x86 unter der Haube hat, und mit RISC V ist gerade ein neuer Unterbau im Kommen.
      • Von Schnitzelnator Software-Overclocker(in)
        Ist aber auch Fun, wenn man gar keine proprietäre Software benutzt. Ich bastle auch oft mit Einplatinencomputern herum, Risc V und ARM finde ich sehr interessante Prozessorarchitekturen, die mit Linux auch gut unterstützt sind. Power PC finde ich auch interessant, aber leider für mich privat zu teuer.
        Wenn man ohnehin die Switch herumliegen hat, und kein weiteres Geld ausgeben möchte, kann man natürlich einfach das nutzen, was schon da ist.
        Wir sind hier bei PCGH, und für PC Gaming sind diese Architekturen nur bedingt geeignet - z.B. als Basis von Open Source Games. Abseits davon sind sie für manche Zwecke jedem x86-Rechner ebenbürtig.

        Für Textverarbeitung, Programmierung und Multimedia ist es schon ziemlich egal, ob man ARM oder x86 unter der Haube hat, und mit RISC V ist gerade ein neuer Unterbau im Kommen.
      • Von Penman PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Schnitzelnator
        Der Tegra X1 ist ein ARM-Prozessor. Er kann nativ wegen des anderen Befehlssatzes keine x86-64-Anwendungen ausführen. Das wird durch den Box64-Emulator erreicht.
        Der Prozessor ist natürlich nicht stark, aber durch die Emulation hätte man selbst im umgekehrten Fall mit einer starken CPU keine große Hoffnung haben sollen, dass da was läuft, was eine gewisse Leistung braucht. Das interessanteste ist eigentlich der Exploit, um die Firmware zu flashen. Mit einem Speicher und einem beliebigen, von Linux supporteten SoC, der davon booten kann, den Rest aufzusetzen, ist keine besondere Kunst.
        Jup. Ubuntu von Switchroot darauf zu installieren ist keine Kunst. Habe ich auch schon gemacht. Und das ist auch das beeindruckenste: Mit einem USB-C Dock dran kann man sich tatsächlich so etwas wie ein Notebook bauen. Über die Dock habe ich das nicht ausprobiert. Aber es ist schon cool, dass man damit Ethernet, Maus, Tastatur, Cardreader usw. anschließen kann. Für irgendwelche Notfälle finde ich das schon ganz nett.

        Android ist aber das wahrscheinlich interessantere OS, da die Verbreitung von ARM-basierter Software einfach deutlich höher ist. Die meisten proprietären Programme für eine Desktop Linux Distro gibt es eben nur für x86_64 und nicht ARM.
        Aber wer ernsthaft darüber nachdenkt, seine Switch in ein Android Tablet zum Spielen zu verwandeln: Lasst es einfach. Nehmt den Pro Controller und spielt an eurem Smartphone. Das Ganze ist eine Spielerei, aber was die Switch alle anderen Plattformen voraus hat sind ihre Exklusivtitel und vor allem (lokaler) Multiplayer und Splitscreen. Dinge, die bei den anderen großen Konsolen gefühlt deutlich weniger präsent sind.

        Das Video ist eine nette Zusammenfassung aus "Man muss wissen, dass es existiert". Es wird nichts bahnbrechendes neues gezeigt sondern Showcases aus miteinander kombinierten Dingen gezeigt. Nett, aber wer sich mit Switch Hacking oder Cross OS Laufzeitumgebungen und Emulation unter Linux befasst, wird wohl wenig beeindruckt sein. Trotzdem eine nette Zusammenstellung.
      • Von Schnitzelnator Software-Overclocker(in)
        Der Tegra X1 ist ein ARM-Prozessor. Er kann nativ wegen des anderen Befehlssatzes keine x86-64-Anwendungen ausführen. Das wird durch den Box64-Emulator erreicht.
        Der Prozessor ist natürlich nicht stark, aber durch die Emulation hätte man selbst im umgekehrten Fall mit einer starken CPU keine große Hoffnung haben sollen, dass da was läuft, was eine gewisse Leistung braucht. Das interessanteste ist eigentlich der Exploit, um die Firmware zu flashen. Mit einem Speicher und einem beliebigen, von Linux supporteten SoC, der davon booten kann, den Rest aufzusetzen, ist keine besondere Kunst.
      • Von GamesPhilosoph Freizeitschrauber(in)
        Mega.

        Gruß
        Mischku
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