Corsair CX650F im Test - Bronzener Spannungswandler als Undercover Goldnetzteil?

Hardware-Spezialist Corsair hat bereits Anfang des Jahres neue Einsteigernetzteile mit der CV-Serie präsentiert. Nun zum nahenden Ende des pandemie-geplagten Jahres 2020 bringt der RGB-Connaisseur nun ein vollmodulares Budget-Netzteil auf den Markt, das auch noch in allen Farben des Regenbogens aufleuchten kann. PCGH hat sich den bronzenen Spannungswandler mit RGB-Feature etwas genauer angeschaut.

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Corsair CX650F im Test - Bronzener Spannungswandler als Undercover Goldnetzteil?
Quelle: PC Games Hardware

Bisher hatte sich Corsair gezaudert, die eigenen Netzteile mit RGB auszustatten. Denn selbst letztes Jahr, als der Hardware-Hersteller verbesserte Neuauflagen altbekannter Spannungswandler auf den Markt brachte, war von RGB weit und breit nichts zu sehen. Jetzt, gegen Ende des Jahres 2020, hat sich der Produzent aus Kalifornien einen Ruck gegeben und mit der CX-F-Netzteilserie die ersten Spannungswandler im Haus mit RGB-Beleuchtung ausgestattet. Manch einem wird das Kürzel CX etwas sagen, denn Corsair hat bereits 2016 ein teilmodulares Bronze-Netzteil für den Budget-Bereich auf den Markt gebracht, die die CX-F-Serie nun beerbt. Die quasi Neuauflage gibt es in drei Leistungsklassen von 550 über 650 bis 750 Watt, sodass auch wirklich jeder Budget-Rechner bedient werden und genug Energie aufgebracht werden kann. Neu ist, wie schon angesprochen, das Regenbogen-Farbspiel mittels 120-mm-RGB-Lüfter, aber auch eine vollmodulare Anschlussseite für die Kabel. Das bunte Leuchten kann entweder per Taster am Gerät, per Mainboard-Anschluss oder über die iCue-Software des Herstellers betrieben werden - man ist also nicht drauf angewiesen, Zusatzsoftware zu installieren. Zertifiziert von der 80-Plus-Initiative wurde das Netzteil mit Bronze, sprich es muss bei 20, 50 und 100 Prozent Last im 230-Volt-Netz mindestens eine Effizienz von 85, 88 und 85 Prozent erreichen - im 115-Volt-Netz sind die Werte ungefähr drei Prozentpunkte niedriger. Mit 87,50 Euro UVP für die 650-Watt-Iteration ist das Netzteil für Bronze nicht ganz billig, wenn man sich aber die bunt beleuchtete Konkurrenz von Chieftec oder Thermaltake anschaut, erscheint der Preis durchaus normal.

Corsair CX-F: Die Ausstattung

Bei Corsairs bunten Budget-Lichtspieler handelt es sich um ein Single-Rail-Netzteil, sodass man auf der 12-Volt-Schiene 99,7 Prozent der Leistung abgreifen kann - in Zahlen sind das 648 Watt. Die Dimensionen des Netzteils entsprechen mit 150 × 140 × 86 mm genau den ATX-Vorgaben, sodass es ein Leichtes sein sollte, ein entsprechendes Gehäuse zu finden. Das ATX- sowie ATX12V-8-Pin-Kabel haben die normalen Dimensionen bekommen, sind also 61 respektive 65 Zentimeter lang. Schön zu sehen: Selbst bei diesem Budget-Gerät liegt ein zusätzliches EPS-Kabel (65 cm lang) bei. Ja selbst für den Multi-GPU-Betrieb, sofern es da noch Fans von gibt, ist auch möglich. Deswegen liegen hier zwei PCI-Express-Kabel mit einer Länge von 75 Zentimetern bei, die am Ende jeweils zwei Anschlüsse vorweisen. Benutzt man beide Stecker an einem Kabel für eine durstige Grafikkarte, können durch das sogenannte Y-Splitting Probleme entstehen: Die Kabel werden übermäßig heiß und nicht jede Ader kann in so einem Daisy-Chain-Kabel die volle Leistung erbringen. Besser ist es deshalb, bei mehreren PCI-Express-Anschlüssen an einer Grafikkarte, auf zwei separate Kabel zu setzen. Für Peripherie ist auch genügend gesorgt, sodass man sieben SATA-Stecker verteilt auf zwei Kabel vorfindet. Dabei ist der zum Netzteil nächste Anschluss 45,5 Zentimeter, der weiteste 80 cm entfernt. Auch PATA- oder Molex-Anschlüsse sind natürlich im Lieferumfang inbegriffen, sodass diese Strippe mit vier Anschlüssen verteilt auf ein Kabel aufwarten kann. Für die lichthungrigen Fans der drei Grundfarben liegen zudem noch zwei Kabel bei, je nachdem wie man die acht einzeln LEDs ansteuern möchte. Das iCUE-RGB-Kabel misst dabei 50 Zentimeter und kann mit einem kompatiblen Controller verbunden werden, wie in etwa mit dem Lighting Node Pro. Wer sein Feuerwerk der LEDs aber über den ARGB-Header auf dem Mainboard ansteuern will, für den liegt noch ein 30 Zentimeter langes Kabel bei, welches in Verbindung mit dem gerade eben erwähnten iCUE-Kabel eine Verbindung zum +5-Volt-ARGB-Anschluss erlaubt. Corsair gibt ganze fünf Jahre Garantie auf den Spannungswandler, eine Anleitung inklusive Sicherheitshinweisen und einiger Plastikkabelbinder liegt natürlich bei.

Bildergalerie

Corsair CX-F: Leistung und Effizienz

Wie oben schon erwähnt, kann dieses vollmodulare Budget-Single-Rail-Netzteil 648 Watt auf der 12-Volt-Schiene aufbringen, die Nebenspannungen sind mit 130 Watt für die 3,3- und 5-Volt-Leitung normal dimensioniert. Anders ausgedrückt können so 54 Ampere auf der 12-Volt-Schiene aufgebracht werden, die beiden Nebenspannungen kommen jeweils auf 20 Ampere. Die -12-Volt- und die 5-Volt-Standby-Leitung haben mit 3,6 Watt (0,3 A) respektive 15 Watt (3 A) ebenso eine normale Ausführung verpasst bekommen - mehr Leistung für die Nebenspannungen wäre zu viel des Guten und unnötig. Innerhalb der 80-Plus-Initiative ist das Bronze-Zertifikat die geringste Einstufung und ist nur wenige Prozentpunkte effizienter als das absolute Minimum von 80-Plus, die der Initiative vor 16 Jahren ihren Namen einbrachte. Bronze mag in der Anschaffung deswegen günstiger als Gold sein, dennoch bekommt man bei güldenen Vertretern in der Regel mehr fürs Geld. Wie dem auch sei, das Netzteil muss also mindestens 85, 88 und 85 Prozent Effizienz bei einer Auslastung von 20 Prozent, Halblast und Volllast aufbringen können. Das Netzteil kommt hier mit 90, 91 und 88 Prozent Effizienz auf deutlich bessere als für Bronze notwendig, ja selbst Silber wird übertroffen und zu Gold fehlt nur bei Halb- und Volllast ein Prozentpünktchen. Der Sweetspot, bei dem der Spannungswandler am effizientesten arbeitet liegt zwischen 30 und 45 Prozent Auslastung, sprich zwischen 195 und 292,5 Watt. Innerhalb der ersten 10 Prozent Last liegt ein durchschnittlicher Wirkungsgrad von 0,727 vor, bei 46 Watt (oder 7 Prozent) wird eine Effizienz von 80 Prozent erreicht. Bei den Schutzschaltungen finden wir eine OTP, OVP, OCP und einen Kurzschlussschutz. OPP oder UVP sind dagegen nicht vorhanden.

Corsair CX650F im Test - Effizienz Quelle: PC Games Hardware Corsair CX650F im Test - Lautheit Quelle: PC Games Hardware

Corsair CX-F: Lautheit und Kühlung

Leider muss man sich bei einem Netzteil entweder für einen semi-passiven Betrieb oder eine bunte Lichtshow entscheiden, beides scheint bisher nicht zu funktionieren. Das Corsair CX650F ist da keine Ausnahme, sodass auch hier der passive Betrieb innerhalb der ersten 15 bis 35 Prozent Last vollkommen wegfällt. Stattdessen wird man zwischen mit 0,4 Sone empfangen, was sich dann sukzessiv bis zur Halblast auf 1,2 Sone steigert. Laut wird es erst im oberen Drittel ab ungefähr 70 Prozent Last werden hier ganze 2,1 Sone emittiert, die dann bei Volllast auf 3,7 Sone anschwellen.. Dennoch hätte man sich eine entspannter eingestellte Lüfterkurve gewünscht, die auf den letzten Metern eben nicht so laut lärmt. Wenn man dagegen die Last nur kurzzeitig nach oben jubelt, schaltet die Lüftersteuerung nicht gleich auf Vollgas, da sie eine gewisse Trägheit mitbringt. Die Kühlung mit dem 120 mm starken RGB-Lüfter funktioniert angemessen, auch wenn Bauteile wie der LCC-Transformator durchaus Temperaturen von 103 °C erreichen. Das ist, um ehrlich zu sein, eine normale Betriebstemperatur für einen Transformator und man darf zudem nicht vergessen, dass es sich hier immer noch um ein Bronze-Netzteil handelt. Das heißt schlicht und ergreifend, dass elektrische Energie eher in einem Wärmestrom gewandelt wird, als etwa Arbeit zu verrichten. Der Primärkondensator, bei dem es sich um einen Hitachi HU (400 V, 390 µF 2.000 h @ 105 °C) handelt, wird maximal 73,9 °C heiß - weit unter der möglichen Betriebstemperatur, woraus somit eine verlängerte Lebensspanne resultiert. An der Unterseite wird das Netzteil knapp 50 °C heiß, an den Steckverbindungen auf der in den Rechner gewandten Seite sind es 39,8 °C. Insgesamt werden die Bauteile angemessen gekühlt, sodass sich auf Grund der Temperatur keine Probleme ergeben sollten.

Corsair CX650F im Test - IR Unterseite Quelle: PC Games Hardware Corsair CX650F im Test - IR Steckverbindungen Quelle: PC Games Hardware Corsair CX650F im Test - IR Transofrmator Quelle: PC Games Hardware

Corsair CX-F: Spannungsstabilität

Ein Netzteil kann noch so schick sein oder Unmengen an Extras mitbringen, wenn es keinen sauberen Strom ausgibt, ist es wertlos. Ein Indiz, welches wir für die Gute des Stroms heranziehen, ist die Spannungsstabilität. Diese setzt sich aus dem Spannungsabfall über den gesamten Lastbereich (Spannungsdrop) und der Spannungsabweichung von der Idealspannung zusammen. Jede ausgegebene Spannung wird einer gewissen Gewichtung unterzogen, um beispielsweise die Wichtigkeit der 12-Volt-Schiene hervorzuheben. Prinzipiell gilt: Je geringer die Werte bei einem Netzteil sind, desto besser. Nach Intels Designguide gibt es je nach Schiene und Disziplin fünf bis zehn Prozent Spielraum, beispielsweise sind es bei der wichtigen 12-Volt-Leitung 5 Prozent für die Abweichung, aber 10 Prozent für den Spannungsdrop.

So finden wir beim Corsair CX650F auf der 12-Volt-Leitung eine Spannungsabweichung von 1,55 Prozent, die Nebenspannungen schlagen mit 1,82 Prozent für die 3,3-Volt- sowie die 5-Volt-Leitung zu Buche. Die 5-Volt-Standby-Leitung erreicht mit 2,38 Prozent den höchsten Wert, die -12-Volt-Leitung dagegen nur 0,38 Prozent. Beim Spannungsdrop zeigt sich ein ähnliches Verhalten, denn auch hier ist die -12-Volt-Leitung mit 0,56 Prozent am geringsten belastet. Die 12-Volt-Schiene, die für GPU und CPU interessant ist, kommt dagegen auf geringe 1,62 Prozent. Auf der 3,3- und 5-Volt-Leitung sind 2,83 Prozent Abfall registrierbar und der größte Wert findet sich mit 3,14 Prozent auf der 5-Volt-Standby-Leitung. Insgesamt macht das Netzteil hier einen guten Eindruck und weist eine gehobene Spannungsstabilität der Mittelklasse auf.

Corsair CX-F: Restwelligkeit

Beim Wandeln des Stroms von Wechsel- in Gleichstrom bleibt ein gewisser Restanteil vorhanden, der dann als Ripple oder Restwelligkeit bezeichnet wird. Diese Mischspannung kann im schlimmsten Fall zu Datenverlust führen, Bauelemente schneller altern lassen oder gar Hardwarekomponenten beschädigen. Generell gilt deswegen: Je weniger vorhanden ist, desto besser für alle. Damit nichts zu Schaden kommt oder Dergleichen, bauen Netzteil-Hersteller Filterkondensatoren ein, die über eine gewisse elektrische Kapazität verfügen, mit der dann die Restwelligkeit geglättet werden kann. Ohne solche Maßnahmen würde sich die Temperatur in den Kondensatoren erhöhen und chemische Reaktionen würden nach der RGT-Regel viel schneller ablaufen. Das Corsair CX650F, welches vom OEM-Hersteller HEC gefertigt wird, weist auf der 12-Volt-Schiene 45,7 mV Restwelligkeit auf, bei einem maximal erlaubten Wert von 120 mV. Bei den Nebenspannungen kommen ähnliche Werte zu Tage, sodass auf der 3,3-Volt-Leitung 40,4 mV anliegen, auf der 5V-Leitung 29,3 mV und auf der -12V- respektive der 5V-Standby-Leitung 49 beziehungsweise 43,9 mV vorzufinden sind. Alles in Allem keine Bilderbuchwerte, aber auch kein Grund zur Sorge - man kann auch diese Werte eher dem Mittelfeld zuteilen.

Corsair CX650F im Test - Ripple 12-Volt-Schiene Quelle: PC Games Hardware Corsair CX650F im Test - Ripple 3,3- und 5-Volt-Leitung Quelle: PC Games Hardware

Corsair CX-F: PG-Signal, Inrush und Stützzeit

Wie sieht es denn beim Housekeeping des Netzteils aus? Die Stützzeit, die auch Holdup Time genannt wird, wird mit 14 Millisekunden nicht erreicht. Obwohl der Primärkondensator mit 390 µF ausreichen sollte, rutscht das Netzteil nur knapp an den 16 ms vorbei. Das Power-Good-Signal ist normal und nach 16,44 ms sinkt die Spannung auf die entscheidende Spannungsschwelle von 11,4 V ab. Der Einschaltstrom erreicht einen Maximalwert von 44,4 Ampere mit einem kurzzeitigen "Overshoot" auf 63,2 A.

Corsair CX650F im Test - Stützzeit Quelle: PC Games Hardware Corsair CX650F im Test - Inrush Quelle: PC Games Hardware

Corsair CX-F: Fazit

Der RGB-Spezialist und Connaisseur bunter LEDs hat sich also jetzt doch noch durchgerungen ein Netzteil mit bunten Farbspielen herauszubringen. Man kann jetzt davon halten was man will, zumal Netzteile im Rechner ja eher in einem Schacht oder separaten Abteil verschwinden - aber nun gut. Wer jetzt also jede erdenkliche Komponente im Rechner mit blinkenden Dioden versehen will, kann das nun auch mit Corsair und der iCUE-Software tun. Wirklich gut an der RGB-Umsetzung von Corsair ist vor allem die Abwesenheit eines Softwarezwangs, denn man ist nicht zwangsläufig auf (zusätzliche) Software angewiesen. Man kann die RGB-Modi bequem per Taster am Netzteil zuschalten oder gar über den 5-Volt-ARGB-Header auf dem Mainboard steuern lassen. Wer also Lust und Laune hat, kann das Interieur inklusive Netzteil synchron mit den anderen Komponenten laufen lassen. Dabei macht die iCUE-Software einen sehr guten Job, bei dem manch andere Hersteller sich in Sachen Coding und Umfang durchaus eine Scheibe abschneiden können.

Wie dem auch sei, RGB ist nicht der Kern dieses Tests, sondern die Eigenschaften des Netzteils. Obwohl es sich hier offiziell um einen bronzenen Spannungswandler handelt, erreicht das Gerät im 230-Volt-Netz beachtliche Effizienzwerte, die eher einem Silber- oder Gold-zertifizierten Netzteil entsprechen. So schafft das CX650F bei einem Viertel der Last ganze 90 Prozent Effizienz, bei Halblast 91 und unter Volllast noch 88 Prozent. Wir erinnern uns: Bronze verlangt bloß 85, 88 und 85 Prozent, Gold dagegen 90, 92 und 89 Prozent. Dennoch muss man sagen, dass das Netzteil bis zu 66 Watt recht ineffizient arbeitet, sodass ein Durchschnitt von 72,7 Prozent Effizienz erreicht wird, die Standby-Effizienz mittelt sich auf einen Wert von 78,2 Prozent. Warum hier nicht noch etwas am Wirkungsgrad getweakt wurde, um die Goldzertifizierung in der Tasche zu haben, ist deswegen nicht nachvollziehbar - egal, denn der Kunde profitiert vom "Bronze-Preis". Bei den Schutzschaltungen wurde der Unterspannungsschutz (UVP), der eine Empfehlung im ATX-Design-Guide ist, und der Überlastschutz (OPP) eingespart, sodass die Schutzfunktion durch den Überlastschutz vom Überstromschutz (OCP) übernommen wird. Besser wäre natürlich die altbekannte Phalanx aus sechs Schutzschaltungen, aber es handelt sich hier ja "nur" um ein Bronze-Netzteil.

Wirklich Schade war dagegen, dass man wegen RGB auf den semipassiven Betrieb des Lüfters verzichtet hat. Irgendwie ja auch klar, wenn sich die LEDs nicht drehen kommt es nicht zum gewünschten Effekt. Auch andere Hersteller verzichten wegen RGB dann lieber auf einen unhörbaren Betrieb bis circa 30 Prozent Last, im Falle des Corsairs CX650F muss man bis zu diesem Wert mit einer Geräuschkulisse von bis zu 0,7 Sone rechnen. Bis zu 70 Prozent Last ist die Lautheit auch ok, ab dann werden 2,1 Sone emittiert, die dann unter Volllast in 3,7 Sone gipfeln. Hier hätte man sich erstmal im ersten Drittel eine deutlich entspannter eingestellte Lüfterkurve gewünscht, die dann im letzten Drittel nicht zu laut wird. Man muss hier aber fairerweise sagen, dass es sich hier immer noch um ein Bronze-Netzteil handelt, ein sehr effizientes, aber immer noch Bronze-Zertifikat. Für Corsair, oder den OEM-Produzenten HEC, bedeutet das aber auch, dass man hier bestimmte Baugruppen nutzen kann, auf die in einem Goldnetzteil verzichtet wird, da selbst da die Abwärme zu einem gewissen Maße kalkulierbar bleiben muss. Daraus kann dann eine entspannte aktive Kühlung resultieren, mit eben semi-passiven Betrieb und Dergleichen.

Bei der Spannungsstabilität kann der Spannungswandler jetzt keine Bilderbuchwerte einfahren, dafür sind die ermittelten Werte durchaus vorzeigbar. So zeigt die 12-Volt-Schiene mit einer Abweichung von 1,55 Prozent und einem Spannungsdrop von 1,62 Prozent eine ganz ordentlich funktionierende Spannungsregulation auf. Die 5-Volt-Standby-Leitung sticht ein bisschen hervor, bleibt aber allemal noch im bedenkenlosen Rahmen des Möglichen und Erlaubten. Insgesamt muss man dennoch die Spannungsstabilität als recht strickt und gut einstufen, sodass sie im gehobenen Mittelfeld zu verorten ist. In Crossload-Szenarien ist deswegen auch keine Auffälligkeit auszumachen, die 12-Volt-Schiene liegt bei 1,48 Prozent maximaler Abweichung und einem maximalen Drop von 2,29 Prozent. Nachdem das Netzteil einen so schönen Wirkungsgrad aufzeigte, hätte man auch gold-verdächtige Ripple-Werte erwartet. Das war leider nicht ganz der Fall, auch wenn die ermittelte Restwelligkeit weit unter den erlaubten Grenzwerten liegt, sind 45,7 mV auf der 12-Volt-Schiene eben nur maximal obere Mittelklasse - dennoch vorzeigbar für Bronze.

Im Großen und Ganzen kann man das Netzteil durchaus für einen Budget-RGB-geschwängerten-Rechner empfehlen, da viele Unzulänglichkeiten eines Bronzespannungswandlers nicht mehr vorhanden sind, wie etwa eine fehlendes Kabelmanagementsystem, die Effizienz oder die mitgelieferte Ausstattung.

Produkt Corsair CX650F
Modellnummer SKU CP-9020217-EU
Hersteller/OEM Corsair / HEC
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis 87,90 Euro / Gut bis ok
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/cx650f
Dauerleistung (Herstellerangabe) 650 Watt
Ausstattung (20 %) 2,19
Kabellänge SATA-/Molex-Stecker bis zu 80 cm / bis zu 70 cm
Anschlüsse Floppy/PATA/SATA 0/4/7 Stück
12-V-Anschluss/ATX-Stecker (Länge) 4+4 Pin (65 cm), 20+4 Pin (61 cm)
12-V-EPS-Stecker Ja
PCI-E-Anschlüsse (Länge) 2 × 6+2 Pin (75 cm), Daisy-­Chain (2 Anschlüsse pro Kabel)
Modulares Kabelsystem ja, vollmodular
Lüfteranschlüsse Nein
Kühlsystem (Lüftergröße, Art des Lagers) Aktiv, 120 mm, FHD
Handbuch/Garantie Anleitung, mehrsprachig / 5 Jahre
Schutzschaltungen OVP, OCP, OTP, SCP
Zubehör/Sonstiges Kaltgerätestecker, Schrauben, Kabelbinder
Eigenschaften (20 %) 1,10
Kondensatoren primär 1× Hitachi (400 V, 390 µF, 2.000 h @ 105 °C, HU)
Abmessungen L x B x H 150 x 140 x 86 mm
Belastbarkeit +3,3 V und +5 V 130 Watt
Belastbarkeit +12-V-Schienen 648 Watt
Aufteilung +12-V-Schienen Single-Rail
Stützzeit 14 ms
Leistung (60 %) 2,22
Prüfung 80-Plus-Zertifizierung (115 Volt) bestanden
Effizienz 10/20/50/100 %**(230 Volt) 85/90/91/88
Effizienz bei 25/90/250/500 Watt 73/88/91/90
Lautstärke 10/20/50/80/100 %** 0,5/0,6/1,2/2,7/3,7 Sone
Leistungsaufnahme bei 45 mA ErP 0,45 Watt
Leistungsfaktorkorrektur (PFC) 10 bis 100 %** 0,83-0,98
Restwelligkeit bei 100 % Last*** 29,3/45,7/49/40,4/43,9 mV
Spannungsregulation Gut und strikt
Fazit 1,99
** Auslastung + RGB, sehr effizient
*** +5V, +12V, -12V, +3,3V, +5Vsb - RGB, kein semi-passiver Modus mehr, keine OPP und UVP
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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Aleco Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Threshold
        Irgendwie vermisse ich im Artikel einen Hinweis auf den Fertiger.
        Und OTP ist auch nicht vorhanden? Da fehlen Schutzschaltungen. Dann ist es zu laut.
        Für mich ist das Teil eher Crap.
        HEC ist der Produzent, OTP ist drin.

        LG Aleco
      • Von PCGH_Aleco Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Threshold
        Irgendwie vermisse ich im Artikel einen Hinweis auf den Fertiger.
        Und OTP ist auch nicht vorhanden? Da fehlen Schutzschaltungen. Dann ist es zu laut.
        Für mich ist das Teil eher Crap.
        HEC ist der Produzent, OTP ist drin.

        LG Aleco
      • Von Prozessorarchitektur Lötkolbengott/-göttin
        kein uvp und kein opp
        Gut in D wo Stromspannungsspitzen eher die Ausnahme bilden noch ok woanders sehr gefährlich.
        SCP OTP OCP und OVP sind drin eigentlich alles sekundäre
        Schade das die primäre features eingespart wurden.
        Fürs ausland keine Empfehlung hier bedingt
        Selbst deren eigener Vorgänger cx550m hatte OPP und uvp nur kein otp

        Die sechs
        OPP= over power protection Überlastschutz
        OTP = over temperature protection Überhitzungsschutz
        OVP = over voltage protection Überspannungsschutz
        OCP =over current protection Überspannungspitzenschutz
        SCP = short circle protection Kurzschlussschutz
        UVP = under volt Protection Unterspannungsschutz
      • Von Micha0208 Software-Overclocker(in)
        Mit Corsair-Netzteilen bin ich eh durch. Hatte 2014 mal ein (relativ) hochwertiges gekauft. Aber der Lüfter war nur laut u. klackerte total nervig. Trotz 3 maligem Austausch kam das klackern nach wenigen Wochen wieder.
      • Von Threshold Großmeister(in) des Flüssigheliums
        Irgendwie vermisse ich im Artikel einen Hinweis auf den Fertiger.
        Und OTP ist auch nicht vorhanden? Da fehlen Schutzschaltungen. Dann ist es zu laut.
        Für mich ist das Teil eher Crap.
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