Tom Tom One Kartenupdate: Eine Symphonie des Grauens - Die PCGH-Redaktionskolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Zum Abschluss dieser Woche spricht Thilo Bayer über seine Erlebnisse mit dem Kartenupdate für sein Tom Tom One.
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Zum Abschluss dieser Woche spricht Thilo Bayer über das Tom Tom One-Kartenupdate.
Geben Sie spaßeshalber "Tom Tom Download klappt nicht" bei Google ein. Sie werden sehen, dass das Thema durchaus den einen oder anderen Besitzer eines Tom-Tom-Navigerätes betrifft. Auch der Autor dieser Zeilen hatte alles andere als Spaß damit, seinem ergrauten Tom Tom One aus dem Jahre 2008 ein Karten-Update zu spendieren. Was folgte, war eine Symphonie des Grauens, denn ich ging die Sache mit einer ungesunden Naivität an.
Sie kennen das vielleicht: Man will mal eben nur eine vermeintliche Kleinigkeit am PC erledigen und ehe man sich versieht, sind STUNDEN vergangen. Stunden, in denen man etwas wirklich Nützliches hätte machen können, wie Unkraut jäten, den Weltfrieden herstellen oder zumindest endlich mal die Steuererklärung machen. Was also war geschehen?
Anfang Juni stand der lange erwartete Urlaub nach Nordholland vor der Tür - Anfahrt per Auto. Das fünf Jahre alte Tom Tom One sollte für diesen Zweck endlich das lange verdiente Karten-Update erhalten, denn das bisher installierte D-A-CH-Paket war einerseits mittlerweile so ungenau wie die Weltkarten, die die Erde noch als Scheibe einschätzten, andererseits war Benelux noch gar nicht am Start. Und Blindflüge durch ländliche Gebiete braucht echt niemand, schon gar nicht im Urlaub. Genau so wenig braucht man Diskussionen mit dem weiblichen Beifahrer, der hektisch in Faltkarten blättert und einem trotzdem gefühlt zu spät souffliert, wo es lang geht.
Also, das gute Tom Tom an den PC angeschlossen und mal schnell das Update druff, so war der Plan. Die schnöde Realität sah erst einmal so aus, dass ich eine halbe Stunde lang das verflixte Spezial-Verbindungskabel suchen durfte (das man sowieso nur 1x im Jahr braucht, um Radarupdates runterzuladen) und dann nach dem Anstöpseln noch ein Update der Tom-Tom-Home-Software ertragen musste. Der erste Schock kam beim Blick in die Karten-Updates. 50 Euro sollte Benelux allein kosten! Da klangen die 60 Euro für ganz (!) Europa inklusive Kartenupdate für Deutschland doch deutlich sinniger. Dann hören auch endlich die permanenten Offroad-Meldungen auf, dachte ich mir, weil das installierte Kartenmaterial einfach gar nix mehr erkennt außer den Autobahnen aus den 40er-Jahren. Doch da fing der Ärger erst richtig an. Die prompt versendete Bestätigungsmail für den Kauf besagte, dass die Zahlung "im Gange" sei. Nach 20 Minuten F5-Tasten-Peinigung war sie immer noch im Gange (zwischenzeitlich googelte ich bereits, ob das ein Pseudynom sei für "wir haben wirklich KEINE Ahnung, auf welcher unserer Offshore-Konten ihre Kohle bereits rumdümpelt!"), aber dann durfte ich endlich ran an den Download.
Und wie! 950 MByte groß war das Ding, kein Problem für meine 5-MBit-Leitung - Von wegen! Ich spare Ihnen die demütigenden Schritte, wie ich es geschafft habe, in ziemlich genau FÜNF (5!) Stunden den Mist herunterzuladen - während dieser Zeit musste übrigens das Tom Tom am USB bleiben, ohne eine Ahnung zu haben, ob das Navi überhaupt mitgeladen wird oder mittendrin einfach verreckt. Irgendwann blieb der Download nicht immer an der gleichen Stelle hängen. Hängen sollte aber der Entwickler dieses Downloadservices, der nicht einmal eine richtige Resume-Funktion kennt. Und meine Freunde von Tom Tom, die übrigens in Holland sitzen (Ironie!!!): Spendet doch den oder die Fileserver doch bitte gleich dem hiesigen IT-Museum! 50-80 Kilobyte die Sekunde, da ist ja sogar die Drosselkom noch schnell unterwegs. Kaum war das Klump heruntergeladen, sagte mir Tom Tom Home, dass der Download zu groß wäre für mein Gerät. Hehe! Aber gut, ich sicherte über das komfortable (Sarkasmus!) und schnelle (nochmals Sarkasmus!) Interface einfach alle alten Karten, schickte noch ein Dutzend Stoßgebete los und kopierte dann byteweise die neue Karte auf das One. Was soll ich sagen, nachdem der Abend Richtung Geisterstunde ging, kam der Moment des Reboots. Das Ding lief! Schnell noch den Store wegen neuer Sprachfiles (Darth Vader für 10 Eier, schönen Dank nach Holland!) und möglicher Hintergrundbilder (Leute, Leute, wenn ihr schon User-Bilder erlaubt, sollte ihr die Teile ab und an auch mal auf nackerte Frauen und Urheberrechte prüfen) abgecampt und schon konnte der Urlaub quasi losgehen. Meine Nerven waren jedenfalls schon vor Antritt im Eimer.
Redaktions-Kolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur seine Meinung über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben und zwar jeden Sonntag um 13:15 Uhr.
Mein internes Navi ist monochrom mit Pfeilen.
Da sind die Karten immer aktuell und kostenlos. Navigieren ohne Datenverbindung ist auch kein Problem.
Weltweite Karten belegen glaube ich 6 GB. Aber ich denke, dass jeder rechtzeitig vor der Abreise 10 minuten findet um die entsprechende Karte runterzuladen. Dazu braucht es noch nicht einmal einen PC.
Naja von mir gibt es für so etwas so schnell jedenfalls kein Geld mehr. Alle paar Jahre ein neues Gerät von einem anderen Hersteller.
Hat mich auch überall hingebracht, außerdem verbraucht man doch kein Datenvolumen wenn die Karten offline gespeichert sind oder?
Weltweite Karten offline gibts natürlich noch auf einer Sammlung externer Festplatten.