MTT S80 im Test: Lautheit & Leistungsaufnahme
In diesem Artikel
Die Moore Threads MTT S80 ist lediglich in Gestalt eines Designs erhältlich - als Referenzkarte. Diese entspricht einem dreifach axialbelüfteten Design, das etwas über Dual-Slot-Breite hinausgeht - effektiv werden somit drei Einbauplätze auf dem Mainboard benötigt, damit die Grafikkarte genügend Luft zum Ansaugen erhält. An dieser Stelle werfen wir einen Blick auf die Temperaturen, Lautheit und Energieeffizienz der MTT S80. Weitere Impressionen können Sie dem Test-Video entnehmen, das spätestens am Freitagabend online gehen wird.
Quelle: PCGH
Moore Threads MTT S80 im ersten vollwertigen Test: Dauerbaustelle mit Mega-Fortschritt (3)
Lautheit und Temperaturen
Die Moore Threads MTT S80 verfügt über drei Axiallüfter, wobei die äußeren Propeller größer sind als der mittlere. Letzterer beherbergt eine orange Beleuchtung, welche durchaus sehenswert und keineswegs alltäglich ist. Während auch die Haptik dank der metallenen Vollverschalung hochwertig anmutet, ist das Kühldesign nicht zu Ende gedacht. Das fängt bei der kosmetischen, kaum der Kühlung zuträglichen Öffnung der Backplate an (siehe Bild oben) und endet bei der Lüftersteuerung. Letztere ist das größte Problem der MTT S80, denn die Karte bietet kein "Fan Stop", "Zero Fan" oder wie auch immer man das Abschalten der Rotoren im Leerlauf bezeichnen möchte. Die Karte surrt kontinuierlich. Immerhin: Startet man ein Spiel oder sonstige Arbeit für die GPU, wird die Lüfterdrehzahl mittels PWM-Steuerung feinstufig hochgefahren. Das mündet in den folgenden Maximalwerten, welche wir im schallarmen Raum gemessen haben:
| Lautheit | MTT S80 | RX 7600 | RX 6700 XT | RX 5700 | RTX 4060 Ti 8GB | RTX 2060 | GTX 1070 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Leerlauf (Desktop) | 1,5 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,2 Sone | 0,0 Sone | 0,4 Sone | 0,4 Sone |
| 2 LCDs (UHD + FHD) | 1,5 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,3 Sone | 0,0 Sone | 0,4 Sone | 0,4 Sone |
| UHD-Youtube-Video | 1,5 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,3 Sone | 0,0 Sone | 0,4 Sone | 0,4 Sone |
| Gaming (MAXIMUM) | 2,6 Sone | 1,6 Sone | 2,4 Sone | 3,7 Sone | 1,4 Sone | 1,4 Sone | 2,9 Sone |
| Coil Whine (Fiepen allein) | ~0,5 Sone | ~1,4 Sone (!) | ~1,0 Sone | – | ~0,4 Sone | – | – |
Messung der Lautheit im schallarmen Raum aus 50 Zentimeter Entfernung lotrecht zur Lüfternabe mittels Neutrik Cortex NC10. Störgeräusche wie Spulenfiepen fließen in das Messergebnis mit ein. Referenzkarten unter sich.
Mit einer Mindest-Lautheit von 1,5 Sone ist die MTT S80 nichts für Leute, die das Gras wachsen hören. Die maximale Lautheit von 2,6 Sone entspricht annähernd Volllast, wobei die Lüftersteuerung circa 37 Prozent Laufleistung einstellt. Glaubt man der MTT-eigenen Software PES ("Perfect Experience System") respektive deren On-Screen-Overlay, bleibt der Grafikchip dabei unter 65 °C (wobei dies sicherlich die Hotspot-Temperatur unterschlägt). Der Kühler hat folglich große Reserven, erlaubt jedoch derzeit keine manuelle Lüftersteuerung.
Quelle: PC Games Hardware
Testaufbau im schallarmen Raum (hier mit AMD Radeon RX 6800 XT "MBA")
Spulenrasseln respektive -fiepen ist bei modernen Gaming-Grafikkarten immer, aber in deutlich unterschiedlicher Ausprägung zu hören. Wenig überraschend stimmt die MTT S80 in diesen Chor mit ein. Bei üblichen, zweistelligen Bildraten ist ein leises Zischen wahrnehmbar, bei vierstelligen Bildraten (welche man mittels Framelimit vermeiden sollte) schließlich ein Fiepen. Das Phänomen unterliegt der Serienstreuung, wir geben dennoch die Ausprägung der uns vorliegenden Muster standardmäßig an.
Leistungsaufnahme & Strombuchse
PCGH misst die Leistungsaufnahme von Grafikkarten mithilfe des Power Capture Analysis Tool (PCAT). Wie immer bildet die folgende Tabelle die Maximalwerte aller Grafikkarten ab. Wer eine gute Belüftung im Gehäuse vorweisen kann, nur in Full HD spielt oder bevorzugt mit Framelimits unterwegs ist, wird sowohl eine geringere Leistungsaufnahme als auch geringere Lautheit zu Gesicht bekommen. Kommen wir nun zu den Werten der Moore Threads MTT S80 im Leerlauf und bei Gaming-Last.
| MTT S80 | Arc A580 | RX 6600 | RTX 3060 12GB | RTX 2060 6GB | |
|---|---|---|---|---|---|
| Leerlauf (UHD, 60 Hz) | 108 Watt | 42 Watt | 6 Watt | 11,5 Watt | 10 Watt |
| Dual-Display (UHD + FHD) | 108 Watt | 45 Watt | 22 Watt | 18,5 Watt | 15 Watt |
| UHD-Youtube-Video | 109 Watt | 49 Watt | 23 Watt | 17,5 Watt | 17 Watt |
| Gaming (MAXIMUM) | 232 Watt | 199 Watt | 134 Watt | 171 Watt | 161 Watt |
Leistungsaufnahme abhängig von Display, Auflösung und Bildwiederholrate. Freesync ist nicht aktiv. Angaben mit 4K60 (Ultra HD mit 60 Hz).
Die offizielle Boardpower von 255 Watt wird beim Spielen niemals ausgereizt oder gar überschritten. Wir mussten uns ganz schön anstrengen, um Szenarien zu finden, bei denen die MTT S80 annähernd mit Volllast läuft. Den anspruchsvollsten Benchmark fanden wir in Gestalt des bereits erwähnten Yooka-Laylee, das auf der MTT-Grafikkarte überdurchschnittlich gut performt. Hier haben wir eine maximale Leistungsaufnahme von 232 Watt erreicht, bei der tatsächlich hin und wieder der GPU-Boost leicht sinkt (auf bis zu 1.760 MHz). Damit ist der Beweis erbracht, dass hier ein Boost und nicht etwa ein starrer Takt vorliegt, obwohl dieser normalerweise wie festgetackert bei 1.800 MHz steht. Das Power-Design schöpft dabei weitgehend aus der ungewöhnlichen EPS-Strombuchse, wie es sein sollte: Die einzelnen Stränge des mitgelieferten Y-Adapters werden mit rund 92 und 82 Watt belastet, der PCIe-Slot rangiert stets unter 60 Watt.
Wie bei den Lüftern ist auch hier der Leerlauf-Betrieb das Sorgenkind. Egal, was man der Moore Threads MTT S80 vorsetzt, sie arbeitet mit vollem Takt, was zur enorm hohen Leistungsaufnahme von bestenfalls 85 Watt führt. Diesen Wert erreicht unsere Karte mit einem Full-HD-Bildschirm, 60 Hertz Bildwiederholrate sowie ruhender Maus. Regt sich irgendetwas auf dem Bildschirm, kommen gut 20 Watt dazu. Dafür gibt es weitere Bildschirme beinahe "kostenlos", mit drei unterschiedlichen Displays sehen wir höchstens 109 Watt auf der Anzeige. Interessant ist, dass die Treiber-Software PES in der Lage ist, die Leistungsaufnahme anzuzeigen - und noch interessanter, dass sie den tatsächlichen Verbrauch überschätzt. Egal, welcher Workload, die Karte benötigt stets etwas weniger Strom als angegeben (Software-Reading vs. Hardware-Messung). Ein paar ergänzende Impressionen:
Energieeffizienz
Leistung ist Arbeit pro Zeit, das wissen wir spätestens seit dem Physik-Unterricht. Da wir nun sowohl die Bildraten (Fps) als auch den Verbrauch (Watt) durchgekaut haben, können wir diese ins Verhältnis setzen, um die Energie-Effizienz zu berechnen. Dafür haben wir einen Benchmark für Sie erstellt, welcher den Leistungsindex mit der Leistungsaufnahme verrechnet. Da sich beide Metriken als Durchschnittswerte über zahlreiche Messungen verstehen, ist die Betrachtung ausreichend präzise. Für maximale Aussagekraft haben wir die Berechnung sowohl für das Rasterizing als auch Raytracing getrennt vorgenommen. Sehen wir uns an, wie die MTT S80 im Vergleich abschneidet:
Die schwache Auslastung beim Spielen hat auch etwas Gutes, wenngleich das ein schwacher Trost ist. Mit durchschnittlich 160 Watt über alle Gaming-Benchmarks erreicht die MTT S80 ein Effizienzniveau unterhalb einer Geforce GTX 970 und Radeon RX 580. Damit ist wohl alles gesagt und wir können weiterziehen. Da es nirgends richtig hinpasst, nutzen wir die Gelegenheit, um Sie auf unsere zahlreichen weiteren Tests mit der MTT S80 hinzuweisen. Aus der Kategorie "Vergessenes Wissen" stammt beispielsweise die Prüfung des Texturfilters:
Wer den AF-Tester respektive 3DC-Filtertester noch kennt: Kommentarpflicht! :-) Das Ergebnis dieses kleinen Exkurses ist erfreulich, denn der Chunxiao-Chip filtert Texturen so, wie man das im Jahr 2024 erwartet. Problematisch wird es erst, wenn eine Anwendung (wie ein Spiel) einen negativen LOD-Bias anfordert, dann kommen die Textureinheiten aus dem Tritt und es kommt zu Flimmern. Damit ist der MTT-Chip aber nicht allein. Heutzutage weisen glücklicherweise nur noch wenige Spiele diese Marotte auf, welche zu Undersampling führt.

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Raff
Zu meiner Verteidigung: Die PCGH-Redaktion kriegt die Hefte immer erst deutlich nach den Kiosken und diesmal versackte die Lieferung noch eine Woche im Postraum. Ich habe die 11 zwar am Montag mit nach Hause genommen, aber bis heute keinen Blick reingeworfen, weil ich die 12 fertig stellen musste.
(Wieso eigentlich nicht?)
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Raff
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