Gigabyte Aorus FV43U im Test: Noch Gaming-Monitor oder schon Fernseher?
Ist der Gigabyte Aorus FV43U noch ein Gaming-Monitor oder bei der Diagonale von üppigen 43 Zoll nicht schon ein Fernseher? Schon mal vorneweg: Er vereint das Beste beider Welten, wie wir im Test hier feststellen werden. Wem das Display als Monitor nicht zu groß und als Fernseher nicht zu klein ist, könnte hiermit seinen Spiele-Video-Kompromiss gefunden haben.
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Obwohl das Panel TV-Ausmaße hat, handelt es sich hier per Definition um einen Monitor und nicht um einen Fernseher. Denn ihm fehlt hier ein DVB-Tuner. Außerdem haben Fernseher keinen Displayport-Anschluss, der in Version 1.4 noch immer eine höhere Bandbreite liefert als HDMI 2.0. Das hier vorhandene HDMI 2.1 überholt aber wieder Displayport in der Bandbreite, bietet also ebenso ein 4K120-Signal. Mit Displayport ist man als PC-Nutzer aber etwas flexibler, denn aufseiten der Grafikkarten wird erst seit der aktuellen Generation HDMI 2.1 unterstützt. Habt ihr also beispielsweise eine RTX 2080 Ti, nützt euch das schöne HDMI 2.1 am Display nicht, denn diese bietet nur 2.0 und per Displayport die 4k-Auflösung jenseits der 60 Hz.
Gigabyte Aorus FV43U: Ausstattung
Der Aorus FV43U bietet eigentlich alles, was man sowohl fürs PC- als auch Konsolen-Gaming braucht: 4K/UHD-Auflösung bei 144 Hz mit voller 10 Bit Farbtiefe, das per HDMI 2.1 oder auch per Displayport-Anschluss möglich ist. Damit ist er auch bestens für die Next-Gen-Konsolen, also PS 5 und Xbox Series X/S geeignet.
Quelle: PC Games Hardware
Gigabyte Aorus FV43U (2)
Richtig praktisch, dass der Aorus-Monitor die Anschlüsse an der Seite hat, wo man bequem hinkommt. Die Vielfalt ist hier nicht so groß wie bei Fernsehern, die gerne mal vier HDMI-Anschlüsse umfasst, aber es handelt sich ja um einen Monitor, da gibt es in der Regel nicht ganz so viele Buchsen. Für einen PC, einer Konsole und einen Streaming-Stick reichen die drei Videoeingänge aber dicke. Wiederum untypisch für einen Monitor und eher ein TV-Merkmal sind die beiden integrierten 12-Watt-Lautsprecher, die zwar keine gehobenen Ansprüche einer Soundbar bedienen, aber trotzdem richtig gut klingen. Viele Monitore haben, wenn überhaupt, nur kleine Lautsprecher mit Telefonhörer-Qualität - nicht so der große Aorus.
Typisch für Gaming-Monitore von Gigabyte ist auch das gut ausgestattete Onscreen-Display (OSD), das kein Gaming-Feature vermissen lässt. Mit Fadenkreuz, Timer oder Hertz-Einblendung bleiben auch hier keine Wünsche offen. Ziemlich praktisch ist auch die Windows-App namens OSD-Sidekick, mit der sich der Monitor bequemer mit der Maus einstellen lässt, sofern der Monitor mit dem mitgelieferten USB-Kabel am Rechner angeschlossen ist.
Gigabyte Aorus FV43U: Panel & Bildqualität
VA-Panels haben in der Regel einen deutlich besseren Kontrast als andere LCD-Techniken wie IPS oder TN. So auch der Aorus FV43U. Trotz der guten Helligkeit von über 800 cd/m², wohlgemerkt auch ohne HDR, kommt er auf einen niedrigen Schwarzwert von unter 0,2 cd/m², was ihm das hervorragende Kontrastverhältnis von über 5.600:1 beschert. Das ist der beste Kontrast, den wir jemals bei einem LCD im SDR-Modus getestet haben!
IPS- oder TN-Panels kommen maximal auf circa 1.000:1. Nur der von OLED-Panels ist besser, weil quasi unendlich. OLEDs haben selbstleuchtende Pixel und können daher an sich absolutes Schwarz darstellen. Dort ist der Kontrast aber in der Praxis nicht immer unendlich, weil die Helligkeit benachbarter Pixel abstrahlt. Davon abgesehen ist die maximale Helligkeit von OLED nicht besonders hoch.
Daher ist der Kontrast-Unterschied zum OLED verschwindend gering und bestenfalls im direkten Vergleich zu sehen.
Mit voller Helligkeit messen wir außerdem eine etwas ungleichmäßige Ausleuchtung. Helligkeitsunterschiede von circa 20 Prozent in den Ecken sind schon wahrnehmbar, fallen aber nur auf, wenn etwa vollflächig eine Farbe angezeigt wird und nimmt auch mit niedrigerer Display-Helligkeit ab. In der Praxis reicht eine weitaus geringere Helligkeit, wenn man nicht unbedingt mit Sonnenbrille davor sitzt.
Ein absolutes Killer-Feature ist der riesige Farbraum des Monitors. Zu 99 Prozent der Fälle ist lediglich der 8-Bit-Farbraum sRGB relevant und der wird vollkommen und um ein Vielfaches verschlungen. Hersteller übertreiben da gerne mal und so recht konnten wir es hier auch nicht glauben, dass etwa die größeren Farbräume abgedeckt werden. So wird auch der AdobeRGB-Farbraum zu 99 Prozent abgedeckt, was wir hier bestätigen können. Das macht den Monitor auch für Grafiker interessant, was sich für die meisten aber in der HDR-Darstellung für Filme bemerkbar machen dürfte.
Gigabyte Aorus FV43U: HDR-Qualität
Der Monitor unterstützt offiziell DisplayHDR 1000 und bietet dafür schon mal einen richtig guten Farbraum und die nötige Farbtiefe von 10 Bit. Erfreulich auch, dass die HDR-Unterstützung in Windows besser geworden zu sein scheint. Aktivieren wir HDR auf dem Desktop, sind die Farben nicht mehr ganz so verfälscht wie noch vor einigen Versionen. Der Monitor erreicht laut Messgerät auch die erforderlichen 1.000 cd/m², jedoch nur in der Spitzenhelligkeit in den jeweiligen Dimming-Zonen und nicht vollflächig, was auch nicht notwendig wäre.
Local Dimming funktioniert richtig gut, wir sehen keine großen Zonensprünge mit Helligkeitsunterschieden oder leuchtenden Kanten. Die Anzahl der Dimming-Zonen können wir leider nicht ausmachen, was aber insofern gut ist, weil man die Dimming-Unterschiede hier auch nicht sieht. Das Local Dimming kann zwar auch ohne HDR aktiv sein, dort schaltet man es aber besser ab, spätestens auf dem Windows-Desktop ergibt es keinen Sinn.
Gigabyte Aorus FV43U: Bewegtbild-Qualität
Quelle: PC Games Hardware
Gigabyte Aorus FV43U (12)
VA-Panels haben fast alle eine kleine Schwäche in den Reaktionszeiten. Im Durchschnitt ist diese zwar niedrig, aber dunkle Farbwechsel passieren dort stets etwas langsamer, was man in Tests auch sieht. Wir schmeißen dafür immer das Testufo an und wir sehen auch hier, VA-typisch, dass das Ufo mit dunklem Hintergrund etwas stärker schliert als mit hellem. Die Test-Website ist unter www.testufo.com/ghosting zu finden. Damit kann jedes Display auf Schlieren überprüft werden.
Die VA-typsichen Schlieren bestätigen auch unsere Messungen der Reaktionszeiten. Bei unseren zwanzig Stichproben messen wir hier einen Ausreißer von 24 Millisekunden. Das klingt an sich dramatischer als es ist. Denn man muss schon ziemlich sensibilisiert sein, dass einem das stört und man sieht es auch nur in schnellen Bewegtbildern, etwa Multiplayer-Shootern. Außerdem fällt es bei den kontrastarmen Farbwechsel umso weniger auf. Die durchschnittlichen 5,6 Millisekunden in unserer Messreihe sind da schon aussagekräftiger und sprechen für ein Panel, dass für die 144 Hz schnell genug ist. Der Monitor bietet zwar im Menü mehrere Overdrive-Stufen, welche die Schlieren etwas kompensieren sollen. Aber mit nativen 144 Hz ist die "Balanced"-Stufe noch immer die beste.
Beim "Aim Stabilizer" handelt es sich um die Low-Motion-Blur-Technik, die bei jedem Hersteller anders heißt. Dabei flimmert das Bild synchron mit der Bildwiederholrate und schärft damit das Bild in Bewegungen deutlich. Der Nachteil dieser Technik ist, das sie hier nicht mit Free- oder G-Sync kompatibel ist und die Helligkeit des Bilds etwas reduziert. Die Funktion ist Geschmacksache - jeder muss selbst probieren, ob sie einen taugt.
Gigabyte Aorus FV43U: G-Sync/Freesync
Was die dynamische Bildwiederholrate angeht, können wir es kurz machen: Mit aktivem V-Sync, was man zusammen mit Freesync oder G-Sync ohnehin immer anmachen sollte, funktioniert sie auf der vollen Frequenzspanne tadellos. Die Zeiten sind vorbei, in denen man sich für einen der beiden Grafikchip-Hersteller entscheiden muss. Dass der Monitor nicht offiziell von Nvidia als "G-Sync Compatible" zertifiziert ist, macht für den Anwender keinen Unterschied. Höchstens der, dass im Nvidia-Treiber davor "gewarnt" wird und ein Haken mehr gesetzt wird. Da man mit der dynamischen Bildwiederholrate eigentlich nur Vorteile hat, sollte man sie stets aktiviert haben. Wer mit den Fps an der oberen Grenze kratzt, dem empfehlen wir
Gigabyte Aorus FV43U: Input Lag
Wir messen mit dem Leo-Bodnar-Tool an der oberen Kante in etwa um die 17 Millisekunden als geringste Signalverzögerung. Manch ein E-Sport-Panel geht hier gerne mal unter eine Millisekunde, aber darauf kommt es für den Otto Normalgamer auch nicht an.
Quelle: PC Games Hardware
Gigabyte Aorus FV43U: Input Lag
Den leicht erhöhten aber noch immer unkritischen Wert prüfen wir mit einer anderen, praxisnäheren Methode gegen, mit dem Nvidia Latency Display Analyzer (LDAT). Hier können wir im Spiel bei nativer Frequenz messen, haben aber lediglich die gesamte Verzögerung inklusive Maus und System. Der kleine Sensor erfasst die Bildschirm-Reaktion und startet seine Messung mit der an ihm angeschlossenen Maus. Wir kommen hier auf durchschnittlich circa 46 ms an unserem Spielerechner.
Der Bestwert an diesem liegt hier bei 19 ms, was also den etwas hohen Wert den der ersten Messmethode bestätigt. Für kompetitives E-Sport mag dieser Lag nichts sein, aber dafür ist der Monitor auch nicht gedacht. Das Niveau ist noch weit entfernt vom Spürbaren, das ist letztlich die Hauptsache.
Fazit: Guter Monitor-TV-Hybrid
Der 43-Zoll große 4K-Monitor kann überzeugen: Er bietet fürs Gaming eine gute Bildwiederholrate von 144 Hz und kann gleichzeitig mit gutem HDR mit Spitzenhelligkeit über 1.000 cd/m² punkten. Das macht ihn gleichermaßen tauglich einerseits fürs PC- und Konsolen-Gaming und andererseits zum Film-Schauen als TV-Ersatz.
Schmeißen wir den Preisvergleich an, kann er sich mit seinem aktuell dreistelligen Preis von 999 Euro auch gegenüber der Konkurrenz mit gleichem Panel durchsetzen, da diese wesentlich teurer sind, ohne wirklich mehr zu bieten. Der aktuell 500 Euro teurere Asus ROG Strix XG43UQ kann sich gegenüber dem Gigabyte Aorus FV43U eigentlich nur mit seiner Anschlussvielfalt und der Asus-Exklusivtechnik "ELMB Sync" behaupten. Ansonsten ist die Bildqualität beim FV43U keinen Deut schlechter.
Wer nach einem 43-Zöller sucht, hat mit dem Aorus FV43U womöglich das Modell mit dem aktuell besten Preis-Leistungsverhältnis gefunden.
| Diagonale | 43 Zoll |
|---|---|
| Produktname | Aorus FV43U |
| Hersteller | Gigabyte |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 1.000,-/gut |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/2518615 |
| Ausstattung (20 %) | 1,81 |
| Anschlüsse | 2× HDMI 2.1, 1× Displayport 1.4, 1× USB-C mit Displayport 1.4, 2× USB-A 3.0, 1× USB-B, 1× Line In, 1× Line Out |
| Max. Auflösung/Pixeldichte | 3.840 × 2.160/102,5 ppi |
| Panel-Typ/Diagonale | VA/109,2 cm |
| Netzteil/Vesa-Halterung | Intern/200×200 (frei) |
| Gewicht/Maße (inkl. Standfuß) | 10 kg/96,7 cm × 63,8 cm × 25,3 cm |
| Pivot 90 Grad/neigbar/höhenverst. | nein/-/- |
| Garantie | 2 Jahre Jahre |
| Sonstiges/Zubehör | Picture in Picture, Sicherheitsschloss, Fernbedienung |
| Eigenschaften (20 %) | 2,03 |
| Bildwiederholrate/VRR | 1-144 Hz/Adaptive Sync. (G-Sync ruckelt stark) |
| Farbtiefe/Farben | 8 Bit+FRC/1,07 Mrd. Farben |
| Kontrastverhältnis/Schwarzwert | 0:1/0,1 cd/m² |
| Max. Leistungsaufnahme/Stand-by | 204 Watt/0,1 Watt |
| Leistung (60 %) | 1,85 |
| Input Lag (Leo Bodnar/Nvidia LDAT) | 22,3 ms/45,9 ms |
| Farbabweichungen (ø Delta E 2000) | 5 |
| ø Reaktionszeit (Min.-Max.) | 5,6 ms (2,7-24,2 ms) |
| Max. Helligkeit, Abweichungen | 811 cd/m², Bis 22 % |
| Schlieren-/Korona-Bildung | sichtbar/keine |
| Endnote | 1,87 |
| + | Großer Farbraum |
| + | Gute HDR-Darstellung |
| - | Hoher Input Lag |

Das Panel im Aorus ist genauso mit Schlieren und Ghosting behaftet wie schon die anderen 43er..
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Es wird schön herunter gespielt, man will ja auch später noch Sachen zum Testen von den Herstellern bekommen.
Aber das Thema gerade mit VA wurde schon genug durchgekaut,genauso mit der Pixelstruktur und die dadurch unscharfen/fransige Schriften.
Davon will hier auch keiner was wissen^^.