Asus ROG Strix XG27UQ im Test: Ideal für Ampere und Big Navi?
AMD und Nvidia haben beide neue potente GPU-Generationen veröffentlicht. Spätestens jetzt das Zeitalter für Gaming-Monitore mit 4K/UHD und 144 Hz angebrochen. Der XG27UQ von Asus ist zwar schon einige Monate länger auf dem Markt, wird aber dank des Leistungsschubs neuer Grafikkarten umso interessanter. Ist der 27-Zöller die richtige Wahl für aktuelle Grafikkarten?
Lange durften wir darauf warten, dass die UHD-Auflösung mit hoher Bildfrequenz verfügbar war. Wir erinnern uns an G-Sync Ultimate von Nvidia, das zum Launch noch G-Sync HDR hieß. Die ersten Panels des Herstellers AU Optronics mit UHD-Auflösung und Bildwiederholrate von 144 Hz waren gute IPS-Panels, die obendrein auch ein ordentliches HDR mit höchster Stufe boten, damals DisplayHDR 1000. Asus war mit dem PG27UQ erster Monitor-Hersteller auf dem Markt. Es folgten Ultrawide-Panels mit G-Sync Ultimate und auch die 65-Zoll großen Big Format Gaming Displays (BFGDs). Aber egal ob 27 oder 65 Zoll groß, mit G-Sync Ultimate war auch der Preis ultimativ. Über 2.000 Euro kostete der PG27UQ oder der Acer X27(p), welcher als letzter 27-Zöller noch auf dem Markt ist.
Dabei sind die Optionen ohne hochwertiges HDR deutlich günstiger. HDR ist schon beeindruckend, aber dafür gleich das Dreifache zu bezahlen, war es vielen nicht wert. Acer war letztes Jahr als erster Hersteller auf dem Markt mit einem Modell mit UHD und 144 Hz, welches "nur" dreistellig kostete: dem Predator XB273KGP, welcher aktuell noch für circa 750 Euro auf dem Markt ist und nach wie vor eine gute Alternative ist.
Quelle: Asus
Asus ROG Strix XG27UQ im Test (3)
Die diesjährigen UHD-Monitore mit 144 Hz aber haben den Vorteil, dass sie Display Stream Compression (DSC) unterstützen. Damit sind erst die 144 Hz mit vollen 8 Bit in UHD-Auflösung möglich, ohne auf 120 Hz herunterschrauben oder sich einer Farbunterabtastung (Chroma Subsampling, YCrCb 4:2:2) bedienen zu müssen, was die Bildqualität jeweils etwas reduziert. Neben dem hier getesteten Asus ROG Strix XG27UQ bietet das nur der etwas neuere LG Ultragear 27GN950-B, welcher die direkte Konkurrenz des Asus-Boliden darstellt. Beide Modelle schwanken im Preis zwischen 800 und 900 Euro, verfügen beide über ähnliche IPS-Modelle mit UHD und 144 Hz, aber von unterschiedlichen Herstellern. Der LG hat ein hauseigenes Nano-IPS-Panel, während der Asus ein IPS-artiges AHVA-Panel von AU Optronics verwendet.
Ausstattung des XG27UQ: Leider noch kein HDMI 2.1
An der Rückseite verfügt der Monitor über vier Videosignaleingänge: zweimal Displayport 1.4 und zweimal HDMI 2.0b. Damit ist der Monitor leider noch nicht für das HDMI 2.1 der neuen Konsolen (Playstation 5, Xbox Series X/S) gerüstet, welche schon bis zu 120 Hz bieten. Per HDMI sind hier am Monitor mit 4K/UHD lediglich 60 Hz möglich und Freesync würde hier nur zwischen 48 und 60 Hz arbeiten. Es handelt sich also doch eher im einen Monitor für den Gaming-PC. An diesem kann er per Displayport 1.4 samt DSC seine volle Pracht entfalten.
Quelle: Asus
Asus ROG Strix XG27UQ im Test (5)
Asus-typisch ist der hohe Bedienkomfort dank des praktischen Fünf-Wege-Sticks mit zusätzlichen vier Tasten an der Rückseite. Das OSD ist aufgeräumt, übersichtlich und bietet neben Frequenz- oder Fadenkreuzeinblendung, Schwarzbildaufhellung und RGB-Beleuchtung (an der Rückseite) alles, was ein Gaming-Monitor heutzutage haben kann. Ziemlich praktisch ist auch die Windows-Anwendung, mit der der Monitor statt des Hardware-OSDs gesteuert werden kann. Nicht jeder Hersteller bietet diese, aber auch nicht jeder Gamer braucht sie.
Bildqualität: schönes und schnelles IPS-Panel
Die 4K/UHD-Auflösung mit 3.840 × 2.160 ist aktuell die Premium-Klasse beim PC-Gaming, da eine hohe Auflösung auch gleichzeitig eine hohe Grafiklast erfordert. Die wird aber spätestens jetzt mit Nvidias neuer Ampere-Generation und mit AMDs "Big Navi" geboten, sodass man als ambitionierter Spieler auch hohe Fps-Werte in UHD anpeilen kann. Die 27 Zoll sind zudem eine der beliebtesten Größen im herkömmlichen 16:9-Seitenverhältnis und bietet die recht hohe Pixeldichte von ca. 163 ppi mit Ultra HD.
Das IPS-Panel von AUO kommt hier im XG27UQ auf eine ziemlich hohe Maximalhelligkeit von fast 500 cd/m² - auch ohne HDR. Ein hoher Wert ist hier nicht unbedingt gut, denn mit circa der Hälfte kommt man in der Praxis gut aus, zumal es ohne hin gesünder ist, die Helligkeit sie niedrig wie möglich bzw. nur so hoch wie nötig einzustellen. Der Kontrast kommt knapp über die angegebenen 1.000:1, was wir bei IPS auch erwartet haben. Das Panel lässt sich auf angenehm niedrige 60 cd/m² für die Abendstunden dimmen. Der LG 27GN950-B hat hier trotz anderem Panel die nahezu identischen Eigenschaften. In Sachen Farbqualität, Farbraumabdeckung, Ausleuchtung oder Kontrast geben sich beide nichts. Der Asus-Monitor ist nur ab Werk nicht besonders farbtreu. Der Monitor eignet sich zwar an sich dank der 10 Bit an Farbtiefe (8 Bit mit FRC) und der hohen Auflösung sehr gut für die Bildbearbeitung, nur sollte man ihn für farbtreue Ausdrucke entsprechend kalibrieren.
In der Ausleuchtung schneidet der XG27UQ nicht ganz so oberklassig ab: Hier messen wir Differenzen von der Bildmitte bis zu 15 Prozent, was bestenfalls mittelmäßig ist, aber auch noch nicht zu hoch, sodass etwa dunkle Lichthöfe sichtbar wären. Hier gibt es auch Schwankungen je nach Exemplar. IPS-Panel haben ohnehin gerne mal Backlight Bleeding, da ist das AUO-Panel auch keine Ausnahme - sei es noch so teuer. Das LG-Panel haben wir mit nur 9 Prozent Abweichungen gemessen, ist hier also etwas besser, wenn auch nicht wesentlich
(Kein) HDR
Einer der Unterschiede zwischen den beiden Asus- bzw. LG-Modellen ist die HDR-Stufe. Der Asus bietet lediglich DisplayHDR 400, was von uns aber als HDR stets ignoriert wird, da es absolut keinen Mehrwert liefert. Denn sie erfordert weder einen höheren Dynamikumfang noch einen höheren Kontrast - von Local Dimming ganz zu schweigen. Der LG 27GN950-B bietet immerhin DisplayHDR 600, aber auch keine wirklich hohe Maximalhelligkeit und nur 16 Dimming-Zonen. HDR ist auch dort nicht unbedingt ein Kaufargument, zumal die SDR-Darstellung bei beiden schon recht gut ist.
Bewegtbildqualität: Kaum Ghosting oder Schlieren - zumindest ohne "ELMB"
Im Datenblatt unterscheidet sich das AUO-Panel vom LG-Panel in einem wesentlichen Punkt: Die Reaktionszeit wird bei LG mit 1 m (Grau zu Grau) angegeben, beim hier verbauten AUO-Panel mit 4 ms. Tatsächlich aber schummelt LG hier nach wie vor, wie schon beim ersten Nano-IPS-Panel. Denn in der Praxis unterscheiden sich beide Panels hier kaum: Wir messen stets 20 Farbwechsel mit unterschiedlichem Kontrast. Im Durchschnitt ist das LG-Panel hier nur unwesentlich schneller: 4,6 ms gegenüber 5,6 ms beim AUO-Panel im Asus XG27UQ. Das ist an sich ein relativ mittelmäßiger Wert für IPS. Er bedeutet, dass beide Panels bzw. Monitore nur wenig schlieren in Bewegungen.
LMB: Leider misslungen da starkes Ghosting
Extreme Low Motion Blur (ELMB) nennt Asus bei den ROG-Modellen (mit Freesync) die Flimmertechnik zur Unschärfereduzierung. Erfreulicherweise funktioniert diese Technik nun bei einigen Asus-Modellen auch zusammen mit Free-/G-Sync, was Asus dann "ELMB Sync" nennt. Weniger erfreulich ist, dass Asus hier mit der fixen Overdrive-Stufe vollends danebengegriffen hat, denn ELMB sorgt für inakzeptabel starkes Ghosting, so wie es auch ohne ELMB auf höchster (fünfter) Overdrive-Stufe auftritt.
Nun ist ELMB eine Technik, die ohnehin nur die wenigsten Spieler nutzen (möchten) und auch ohne sie sind die Schlieren dank recht schnellen Reaktionszeiten nicht sonderlich ausgeprägt. Die beste Overdrive-Stufe ist bei 144 Hz die vierte von fünf, die an sich einen guten Kompromiss aus reduzierten Schlieren und fast noch nicht sichtbarem Ghosting bietet.
Freesync und G-Sync: Funktioniert
Machen wir es kurz: Beide "Syncs" funktionieren perfekt. Wir konnten weder Bildaussetzer noch Nachteile wegen fehlendem adaptiven Overdrive erkennen. Der Monitor ist auch offiziell von Nvidia als G-Sync Compatible zertifiziert.
Input Lag: Ziemlich niedrig
Mittlerweile messen wir den Input Lag mit zwei Methoden: Das Leo-Bodnar-Tool ist eine schnelle, einfache Möglichkeit, am HDMI-Eingang den Lag festzustellen. Die ist aber nicht immer zuverlässig, daher verwenden wir zusätzlich die "Button to pixel"-Messung mit Nvidias LDAT, welcher auch praxisnäher ist, dafür auch aufwändiger. Man bedenke: LDAT liefert deutlich höhere Werte, da hier die Verzögerung vom gesamten System gemessen wird. Für den Monitor hat der Wert nur eine Aussagekraft im Vergleich mit anderen Modellen. Aber beide Methoden bestätigen: Der Lag ist ziemlich niedrig: 1,6 ms meldet LDAT an der oberen Kante und 19,8 ms messen wir im Schnitt mit dem LDAT. Unter 20 ms kamen bisher nur sehr wenige Monitore, was bedeutet, dass der Asus-Monitor hier brilliert. Der LG 27GN950-B schneidet hier fast genauso gut ab.
Bildergalerie
Fazit: Gut für Spiele und farbkritische Anwendungen, aber teuer
Obwohl der Asus ROG Strix XG27UQ ein anderes Panel als der LG 27GN950-B hat, liefern beide Monitore eine nahezu gleich gute Leistung. Egal ob Farbqualität, Reaktionszeiten oder auch Input Lag, keiner der beiden kann gegenüber den jeweils anderen direkten Konkurrenten einen wirklichen Vorteil bieten. Wenn überhaupt, ist der LG mit seinem 600er HDR dem Asus etwas voraus. An sich sind aber beide Monitore gute Optionen für die aktuellen Grafikkarten, die eine entsprechende 4K/UHD-Leistung abliefern.
Nun sind 900 Euro viel für einen Monitor, aber in diesem Fall auch nicht überteuert, wenn man bedenkt wie lange man einen Monitor doch hat und dass in Sachen Auflösung und Bildfrequenz sowieso nicht mehr viel Luft nach oben ist, zumindest für die Bilddiagonale der 27 Zoll.
UHD-Monitore mit 120 oder mehr Hertz sind noch selten. Auf der nächstgrößeren Diagonale 32 Zoll würde sich 4K/UHD sicherlich etwas besser machen, da man somit mehr Bildfläche hätte und die Pixeldichte noch immer hoch genug wäre, doch hier gibt es aktuell noch keine Panels. Die nächstgrößere Stufe wäre erst 43 Zoll, etwa mit dem Asus XG438Q oder Acer CG437KP. Alles darüber sind schon Schreibtisch-inkompatible TV-Dimensionen.
| Produktname | ROG Strix XG27UQ |
|---|---|
| Hersteller | Asus |
| Diagonale | 27 Zoll |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 910,-/ausreichend |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/2208515 |
| Ausstattung (20 %) | 1,90 |
| Anschlüsse | 2× HDMI 2.0, 2× DP 1.4,, 2x USB-A 3.0, 1x USB-B 3.0 |
| Max. Auflösung/Pixeldichte | 3.840 × 2.160/163,2 ppi |
| Panel-Typ/Diagonale | IPS/68,6 cm |
| Netzteil/Vesa-Halterung | Extern/100x100 (belegt) |
| Gewicht/Maße (inkl. Standfuß) | 7,5 kg/63,4 cm × 55,7 cm × 27,0 cm |
| Pivot 90 Grad/neigbar/höhenverst. | Ja/-5°,20°/12 cm |
| Garantie | 3 Jahre Jahre |
| Sonstiges/Zubehör | Sicherheitsschloss (Kensington), Beleuchtung im Standfuß (RGB), Beleuchtung auf Rückseite (RGB), Fadenkreuz, FPS-Anzeige, HDR bis 120 Hz, Software-OSD |
| Eigenschaften (20 %) | 2,14 |
| Bildwiederholrate/VRR | 1-144 Hz/Freesync (G-Sync Compatible) |
| Farbtiefe/Farben | 8 Bit+FRC/1,07 Mrd. Farben |
| Kontrastverhältnis/Schwarzwert | 1092:1/0,5 cd/m² |
| Max. Leistungsaufnahme/Stand-by | 57,7 Watt/0,4 Watt |
| Leistung (60 %) | 1,82 |
| Input Lag (Leo Bodnar Tool) | 9,1 ms |
| Farbabweichungen (ø Delta E 2000) | 2,5 |
| ø Reaktionszeit (Min.-Max.) | 5,6 ms (3,4-8,1 ms) |
| Max. Helligkeit, Abweichungen | 493,9 cd/m², Bis 15 % |
| Schlieren-/Korona-Bildung | wenig/keine |
| Endnote | 1,90 |
| + | UHD bei 144 Hz per DSC |
| + | Großer Farbraum |
| - | ELMB unbrauchbar |

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nettes "spielzeug":
Halterung
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dazu dieses rgb,...
ist bei meinem aorus genaus so.... led zeigt zu wand und wie der fuss leuchtet werde ich nie live sehen, da der monitor an ner 3er halterung befestigt ist.