[26/11/2021] Monitor: Matt oder glänzend? Tatsächlich beides. Ich sehe das nicht so dogmatisch und der Übergang ist fließend und weniger binär, als die Fragestellung suggeriert. Wenn ich mich festlegen müsste, würde ich matt wählen. Aber wie arg die matte Beschichtung Kontraste versaut, hängt auch vom Panel und der Pixelstruktur ab. Das glänzende Mini-LED-Display meines Macbooks stört mich tatsächlich weniger als gedacht, selbst im Hellen oder Freien – das ist aber auch hell genug und kann gegen die Spiegelungen ganz gut anstinken.
Lange war das bei uns kein Thema, denn ein LCD hatte gefälligst matt zu sein und ein OLED-TV entsprechend glänzend, trichterte man uns ein. Aber in welchen Glaubenskrieg ich da geraten bin, habe ich erst gemerkt, als ich gewagt hatte, über die Alternativen zu berichten. Da wird ein matter OLED gleich als Schrott definiert, ohne dass die Fachkommentatoren ihn überhaupt gesehen haben. Aber gut, solch eine Voreingenommenheit gegenüber sich ändernder Technik ist nicht neu und mir wird nicht das erste Mal jede Kompetenz als Display-Redakteur abgesprochen, wenn ich meine Eindrücke schildere.
Ich erinnere mich an frühere Notebooks mit glänzenden LCDs, die wirklich schrecklich, weil zu dunkel waren, weswegen sich dort und bei Monitor-LCDs zum Glück matte Panels durchgesetzt haben. Aber unter hochwertigen OLEDs oder Mini-LEDs stellt sich für mich die Frage nicht mehr grundsätzlich, ob „matt oder glänzend“, denn da gibt es zahlreiche andere wichtigere Kriterien, wie etwa Pixeldichte, Pixelstruktur, Helligkeit oder Auflösung, allesamt wichtiger sind und die Frage an sich eigentlich für mich (!) überflüssig machen. (Manuel Christa)