Marseille Mcable: Darum kann das HDMI-Kabel mit Kantenglättung nur bedingt überzeugen
Das Mcable von Marseille ist ein besonderes HDMI-Kabel: in einem der Anschlüsse ist ein Videoprozessor integriert, welcher die Bilder vor der Ausgabe nachbearbeitet. Dabei werden Kanten geglättet, Artefakte entfernt und Farben korrigiert. Digital Foundry hat das Mcable auf Herz und Nieren geprüft, ganz überzeugen konnte das Kabel allerdings nicht, da eine Post-Processing-Kantenglättung nichts gegen Flimmern tun kann.
Mittels eines teuren HDMI-Kabels die Bildqualität verbessern? Derartige Versprechen machen viele Anbieter überteuerter Premiumkabel, die meist hinter den Erwartungen zurückbleiben und sich leistungsmäßig nicht von den billigeren Produkten abheben können. Doch es gibt auch Ausnahmen wie das Mcable von der Firma Marseille. Die Hardwareabteilung Digital Foundry der englischsprachigen Webseite Eurogamer.net hat das Mcable getestet, es verbessert wirklich die Bildqualität: Ein in das Kabel integrierter VTV-122x-Videoprozessor sorgt für eine zusätzliche Nachbearbeitung eines jeden Frames in Form von Kantenglättung, Farbkorrektur und der Entfernung von möglicherweise auftretenden Bildartefakten. Der Chip muss zusätzlich über ein USB-Kabel mit Strom versorgt werden, er kann Signale mit bis zu einer Full-HD-Auflösung und einer Bildfrequenz von 120 Hertz bearbeiten.
Die verwendete Methode zur Kantenglättung wird von dem Hersteller als Contextual Anti-Aliasing (CXAA) beschrieben und stellt eine proprietäre Lösung von Marseille dar. CXAA soll sich ähnlich der bekannten SMAA-Lösung verhalten. Ein Nachteil der kabelinternen Kantenglättung ist ein fehlender Zugriff auf Spieldaten, wodurch CXAA die Raumwahrnehmung fehlt. Im Test von Digital Foundry gefiel CXAA besser als die übliche FXAA-Methode, die bekanntlich zu einem Schärfeverlust des Bildes führen kann, konnte sich aber nicht von der SMAA-Option von Destiny 2 abheben; an manchen Stellen war SMAA besser, anderswo konnte CXAA die Kanten besser glätten. Je nach persönlichen Vorlieben bietet das Post-Processing des Mcables aber andere Vorteile: der von einigen Spielern als unschön empfunden Farbfehlereffekt der Chromatischen Aberration wurde in einigen von Digital Foundry getesteten Spielen wie etwa Bloodborne entfernt.
Im Endeffekt kann das mCable nur bedingt überzeugen. Es verbessert die Bildqualität und erhöht die Latenz praktisch nicht, dafür lässt sich die Nachbearbeitung der Bilder nicht je nach Spiel an- oder ausschalten, was insbesondere bei Spielen im Pixel-Art-Stil negativ auffällt, die CXAA-Kantenglättung kann nichts gegen Bildflimmern tun, das Upscaling wirkt nur bei Anpassung der Bildschirmauflösung und das Kabel kommt nicht mit höheren Auflösungen zurecht.
Aus Sicht der Autoren bei Digital Foundry ist das Mcable besonders für Konsolen geeignet, insbesondere die Nintendo Switch profitiert in einigen Fällen sehr von der zusätzlichen Post-Processing-Kantenglättung. Für die Playstation 4 Pro und Xbox One X, die einige Spiele in höheren Auflösungen darstellen können, sind die bisher erhältliche Mcable-Produkte nur manchmal nützlich, während man auf dem PC verschiedene, kostenlose Softwarelösungen für ähnliche Kantenglättungs- und Nachbearbeitungseffekte finden kann. Offiziell wurde das Mcable bisher nur für den nordamerikanischen Markt veröffentlicht, wo der Verkaufspreis zwischen etwa 120 und 150 US-Dollar liegt. Dank Onlineshops wie Amazon ist das Mcable jedoch auch in Europa erhältlich, im deutschen Ableger liegt der Preis derzeit bei etwa 113 und 138 Euro.
Quelle: Eurogamer.net

Für 100€ kann man aber auch fast schon eine Grafikkartenklasse höher kaufen. Gut, man muss das Kabel von den Kosten abziehen und die aktuellen Preise von den Karten beachten, aber der Punkt gilt trotzdem.
Zumal Upscaling wirklich nicht teuer ist und die internen PostFX-AAs, wie im Artikel beschrieben, bessere Ergebnisse abliefern können, weil mehr Infos als nur das Bild vorliegen. Macht in meinen Augen auch mehr Sinn mehr allgemeine Leistung zu haben, als mehr Leistung, die man nur für eine Sache nutzen kann. Das ist nicht wirklich im Sinne des Erfinders von Unified Shadern.
Im Prinzip eine geniale Idee, die Frage ist, warum man das nicht in Grakas einbaut, zusammen mit einem richtig guten, 8K fähigen Upscaler. Damit wäre das ewige Problem, dass die Graka nichtin alle Spielen 8K, Ultra Details und 120FPS schafft, zumindest entschärft (bis dann Grakas kommen, die das können).