Bericht: LCDs entwickeln sich kaum weiter - LED nähert sich an

13
News Oliver Jäger Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
In einem Bericht zur Display Week 2023 wird darüber gesprochen, dass es im Bereich von LC-Displays kaum noch Innovationen geben wird.
Quelle: PC Games Hardware

In einem Bericht zur Display Week 2023 von John Peddie Research wird darüber gesprochen, dass es im Bereich von LC-Displays kaum noch Innovationen geben wird. Die LC-Technologie hatte in der Vergangenheit die komplette Konkurrenz um sich herum verschlungen, doch in den kommenden Jahren schicken sich LED-Displays an, den Marktführerstatus von LCDs streitig zu machen.

Ende Mai fand die diesjährige Display Week in Los Angeles statt. Dort zugegen waren auch Vertreter von EMD, die US-Version des deutschen Chemie- und Pharmaunternehmens Merck, mit denen der Autor Bob Raikes von Display Daily, ein zu John Peddie Research gehörendes News-Outlet, gesprochen hatte. Thema war die LC-Technologie und wie die weiteren Innovationen in diesem Bereich aussehen werden.

Die Antwort darauf soll bescheiden ausgefallen sein. So erklärte EMD, dass es Arbeiten mit reaktiven Flüssigkristallen im VR/AR-Bereich gibt und solche für Sichtschutzfenster und Antennen entwickelt werden. Allerdings gebe es "keinen Anreiz seitens der Kunden" für eine nennenswerte Entwicklung bei Flüssigkristallmaterialien. Bob Raikes erklärt in seinem Bericht, dass diese Auskünfte keine Überraschung hervorrufen, denn LEDs sind auf dem Vormarsch und breiten sich erst über den Premium-Display-Bereich aus und später auch im Mainstream.

Das LCD-Monster muss LED mehr und mehr klein beigeben

Dabei sprach der Autor in den vergangenen Jahren immer wieder vom "LCD-Monster", welches alle anderen konkurrierenden Technologien um sich herum erfolgreich verschlungen hatte - dazu zählt etwa CRT. OLED stelle nun eine der größten Gefahren für diese Dominanz dar. Dabei haben die Flüssigkristalle in Displays eine lebhafte Geschichte. So erinnert sich der Autor, Anfang der 70er-Jahre LCDs in einem Forschungslabor begutachtet zu haben. Damals sollen sich die Forscher noch nicht recht sicher gewesen sein, was mit der Technologie anzufangen ist.

Auch interessant: Nanoleaf stellt Ambilight-Konkurrenten 4D Screen Mirror vor

In den 80er-Jahren und den darauffolgenden Jahrzehnten schafften es die LCDs dann in die ersten Monitore und etablierten sich in allen erdenklichen Bereichen, von Notebooks über Monitore, Fernseher zu Smartphones und Tablets. Dabei sollen VA-Panels vor allem in Fernsehern ihre Heimat haben, während IPS/FFS-Panels gut in der IT und bei Smartphones abschneiden. VA bietet laut Bob Raikes einen sehr guten Kontrast, IPS/FFS hingegen bessere Betrachtungswinkel.

Eine Marktprognose der Display Week Business Conference zeigte jedoch auf, dass LED dabei ist, bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts 50 Prozent des Marktwerts zu erreichen. Der Autor von Display Daily glaubt aber weiter daran, dass es auch bei Flüssigkristallen in Displays Innovationen geben wird, dann aber vor allem bei der Hintergrundbeleuchtung, wo auch Mini-LEDs gute Arbeit leisten, aber wohl noch zu kostenintensiv sind, um vollumfänglich in den Mainstream vorzustoßen.

Quelle: Display Daily

13
    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Bei den meisten LCDs, die in der Vergangenheit mit Artefaktbildung zu kämpfen hatten, ließ sich das Problem durch ein paar Tage abweichende Nutzung beheben. Flüssigkristalle "rosten" eben nur "ein", sie verschleißen nicht. (Zu FALD-Backlights habe ich noch keine Erfahrungen gesehen.) Allerdings sollte man sich von Micro-LED da ebenfalls keine ultimative Perfektion versprechen, denn auch Silizium-basierte LEDs altern. Nur halt nicht annähernd so schnell wie organische Verbindungen. (Vergleiche Phosphor bei CRT und Plasma.)
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Bei den meisten LCDs, die in der Vergangenheit mit Artefaktbildung zu kämpfen hatten, ließ sich das Problem durch ein paar Tage abweichende Nutzung beheben. Flüssigkristalle "rosten" eben nur "ein", sie verschleißen nicht. (Zu FALD-Backlights habe ich noch keine Erfahrungen gesehen.) Allerdings sollte man sich von Micro-LED da ebenfalls keine ultimative Perfektion versprechen, denn auch Silizium-basierte LEDs altern. Nur halt nicht annähernd so schnell wie organische Verbindungen. (Vergleiche Phosphor bei CRT und Plasma.)
      • Von Olstyle Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von JoM79
        Einbrenngefahr
        Zitat von Leitwolf200
        es könnte sich was einbrennen
        Mein LCD auf der Arbeit hat das Teams Fenster eingebrannt. Ist also offensichtlich kein OLED only Thema.
      • Von Leitwolf200 Software-Overclocker(in)
        Zitat von KasenShlogga
        MicroLED nicht marktreif und bezahlbar ist, wird dieser wohl auch nicht ersetzt
        Also erst in 10 Jahre?
        Wenns überhaupt reicht.

        Erstaunlich das noch immer soviele nur wegen "es könnte sich was einbrennen" auf BQ und Performance verzichten.
        Auch MicroLED wird seine Kröte haben,und nicht der hellsbringer sein.

        Zitat von KasenShlogga
        OLED kommt mir jedenfalls nicht ins aus.
      • Von SimonG Software-Overclocker(in)
        Zitat von hotfirefox
        Es steht ja auch nix anderes im Artikel
        In der ersten Aktikelversion wurde EMD nicht erwähnt. Ich hatte wegen der Fomulierung vermutet, dass der US Merck (Merck & Co.) gemeint war. Mit EMD ist jetzt klar, dass es um Merck KGaA, Darmstadt geht.
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Keine Einbrenngefahr mehr.
        Ansonsten arbeitet es nach dem gleichen Prinzip.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk