VESA mit neuen Monitorstandards: Das steckt hinter Adaptive-Sync und Media-Sync

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VESA mit neuen Monitorstandards: Das steckt hinter Adaptive-Sync und Media-Sync (1)
Quelle: VESA

Die VESA, als Vertreter ihrer knapp 300 Mitglieder, hat zwei neue Zertifikate für Monitore vorgestellt. Adaptive-Sync und Media-Sync garantieren einen bestimmten Funktionsumfang im Bereich der Variabe Refresh Rate; den meisten landläufig schon als Freesync und G-Sync untergekommen.

Die VESA rückt das Thema Variable Refresh Rate für Monitore gerade und zertifiziert künftig Geräte mit Adaptive-Sync und Media-Sync, wenn die einen gewissen Mindeststandard erreichen. Wer ist die VESA? Das ist die von NEC und acht Grafikkartenherstellern 1988 gegründete Video Electronics Standards Association - ein Interessenverband zur Standardisierung für "Computergrafik". Seit 1988 hat sich das etwas geändert und es sind nun bald 300 Mitglieder in der VESA, die für Produkte wie Displayport, Display-HDR und nun eben auch Adaptive- und Media-Sync verantwortlich ist.

Adaptive-Sync

Geräte, die künftig mit "Adaptive-Sync Display 000", so die Eigenschreibweise, ausgezeichnet sind, beherrschen Varibale Refresh Rate zwischen 60 und 300 Hertz sowie mindestens 144 Hertz. Die maximal erreichbare Wiederholrate wird von der VESA gesondert angegeben, etwa als 144, 240 oder 300. Das Format ist von Display-HDR geläufig, bei dem die VESA die mindestens erreichte Spitzenhelligkeit nach einem Messschema angibt. Bislang musste man sich für solche VRR-Angaben immer durch die Angaben des Monitorherstellers wühlen oder sich auf die Zertifikate von AMD und Nvidia verlassen, die auch den Sprachgebrauch mit Freesync und G-Sync prägen.

Reaktionszeiten

Ein zweiter großer, und für viele Spieler der wohl interessanterer, Vorteil des Standards ist die normierte Ermittlung der Reaktionszeiten. Da herrscht üblicherweise die Devise "freie Interpretation des Marketings", weshalb die meisten Hersteller sich mit 1 ms rühmen. Die Werte der VESA werden zwar nicht veröffentlicht, aber um das Logo zu erhalten, muss das Gerät unter 5 ms Grau zu Grau liegen. Heißt konkret, ein Monitor mit beispielhaft "Adaptive-Sync Display 144" ist mindestens 5 ms GTG unter vereinheitlichten Testbedingungen schnell. Im Rahmen des Tests werden unter anderem auch verworfene Frames ermittelt, aber die Ergebnisse werden, wie zuvor erwähnt, nicht einzeln veröffentlicht. Die Kriterien für Zertifikate könne hier eingesehen werden.

Media-Sync

Außerdem gibt es ein zweites Zertifizierungsprogramm namens "Media-Sync Display". Will ein Monitor dieses erhalten, muss er problemlos 23,976 (Film), 24 (NTSC) und 25 (PAL) Bilder darstellen können. Das kann nativ für alle 10 nötigen Bildwiederholraten geschehen; in der Regel wird aber zu Frame-Doubling oder -Tripling gegriffen und das ist auch erlaubt. Effektiv ist damit für das Logo die Spanne zwischen 47,952 und 60 Hertz relevant.

Das Ziel ist es, exemplarisch, dass ein Frame eines Films mit 24 Bildern auch die 41 ms zu sehen ist, die er zu sehen sein sollte. Und nicht 33 oder 50 Millisekunden, je nach Konvertierung. Denn das kann in unschöne Effekte münden - insbesondere bei schnelleren Kameraschwenks auffällig.

VESA mit neuen Monitorstandards: Das steckt hinter Adaptive-Sync und Media-Sync (2) Quelle: VESA VESA mit neuen Monitorstandards: Das steckt hinter Adaptive-Sync und Media-Sync (3) Quelle: VESA

Displayport

Gut ist also, dass die VESA und ihre Mitglieder - auch AMD und Nvidia sind das - das Thema regulieren, nachdem es gerade in der Anfangsphase von VRR zwischen Freesync und G-Sync kleine Rangeleien gab. Die Logos werden wohl nicht verschwinden - Freesync (Premuim/Pro) und G-Sync (Ultimate) klopfen teils andere Funktionsgarantien ab und werden zusätzlichen Nutzen finden. Als Basis aber können sich Spieler nun an Adaptive-Sync und Media-Sync orientieren. Indirekt sorgt das Programm auch dafür, dass Grafikkarten die neuen Standards einhalten - dazu heißt es aber: "VESA empfiehlt den Verbrauchern, sich bei ihrem Grafikkartenhersteller zu vergewissern, dass ihre Grafikkarte und ihr Softwaretreiber den Adaptive-Sync-Betrieb mit VESA-zertifizierten Adaptive-Sync-Display- und Media-Sync-Display-Produkten standardmäßig ermöglicht."

Denn die Regelung gilt - auch bei den ausgezeichneten Monitoren - nur für über das Displayport-Protokoll (DP-Kabel oder USB Typ C) angeschlossene Geräte. HDMI ist ein Zertifikat eines anderen Konsortiums und damit außerhalb der Reichweite der VESA. Speziell bei HDMI 2.1 gilt es nach wie vor genau zu prüfen, ob das gewünschte Gerät VRR (Variable Refresh Rate) und ALLM (Auto Low Latency Mode) unterstützt. Die VESA und ihre Partner - von denen manche auch im HDMI-Konsortium sind - garantieren derweil den zertifizierten Funktionsumfang für ausgezeichnete Geräte und die VESA prüft diese nach eigenen Angaben - 50 automatisierte Langzeittests zählen dazu. Kunden können zertifizierte Produkte auf einer Seite einsehen - bislang sind es nur zwei.

"Das Adaptive-Sync Display CTS baut auf der Grundlage auf, die VESA vor acht Jahren mit der Einführung der Adaptive-Sync-Protokolle gelegt hat. Es bietet einen offenen, branchenweiten und markenunabhängigen Standard, der durch ein Logoprogramm unterstützt wird, das den Verbrauchern die Garantie gibt, dass die Displays, die sie für Spiele oder die Medienwiedergabe kaufen, eine klar definierte Mindestanzahl von Leistungskriterien für den Bildschirm erfüllen, wenn sie mit einer geeigneten GPU verwendet werden. Bei der Entwicklung der Testspezifikation und des Logoprogramms hat VESA die Messlatte für die Leistungskriterien und die Testmethodik explizit hoch angesetzt, mit strengeren Kriterien als bei vielen bestehenden Spezifikationen und Logoprogrammen. Wie alle unsere Standards wird VESA auch den Adaptive-Sync Display CTS weiterentwickeln und verfeinern, um neue Display-Entwicklungen und Marktbedürfnisse zu berücksichtigen und so weitere Verbesserungen der visuellen Qualität und des Benutzererlebnisses für die Verbraucher zu ermöglichen." - Roland Wooster, Vorsitzender der VESA Display Performance Metrics Task Group.

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Wenn der Monitor mindestens 120Hz hat, sollte das gehen.
        Wusste jetzt aber auch keinen Monitor, der erst bei 60 anfängt und keine 120Hz+ hat.
        Normalerweise geht es bei 120Hz adaptive Sync Monitoren bei 48Hz los.
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Wenn der Monitor mindestens 120Hz hat, sollte das gehen.
        Wusste jetzt aber auch keinen Monitor, der erst bei 60 anfängt und keine 120Hz+ hat.
        Normalerweise geht es bei 120Hz adaptive Sync Monitoren bei 48Hz los.
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Was ist mit Spielen, welche unter die 60fps fallen, wenn die Sync-Spannen jeweils bei 60Hz aufwärts liegen? Greift da auch ein Frame Doubling, welches zumindest alles ab 30fps abdecken sollte?
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Heisst, adaptive sync kriegt einfach ne Nummer verpasst und man braucht nicht mehr umständlich nach der range gucken.
      Direkt zum Diskussionsende
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