15 LCD-Hersteller wegen Preisabsprachen verklagt
In New York wurde Anzeige gegen Toshiba, Sharp und mindestens 13 weitere Display-Hersteller erhoben, die illegale Absprachen zu Produktion und Preisen getroffen haben sollen.
Quelle: Toshiba
Preisabsprachen? Toshibas bislang nicht erschienener, 3D-Fernseher 3D Regza 20GL1 rechtfertigte das 2900 US-Dollar-Preisschild für 20" und 1280x720 mit der brillenlosen 3D-Darstellung in mehrere Richtungen.
Wie Bloomberg berichtet, geht die Klage vom größten Familienunternehmen im US-Elektronik-Retail-Markt, P.C. Richard & Son, aus. Als Nebenkläger treten die ABC Warenhauskette und die Marta Cooperative aus Arizona auf. Sie werfen den Display-Hersteller vor, sich seit 1996 regelmäßig zu treffen, um Preise und Produktionsmengen illegal abzusprechen.
Die Klage steht in einer traurigen Tradition von Beschwerden über die Preisentwicklung im Monitormarkt, besonders in den USA. Bereits im letzten Jahr hatte Best Buy eine ähnliche Klage eingereicht, Nokia verklagte anno 2009 Samsung, LG, Sharp und AU Optronics. 2008 verhängte das US-Justizministerium eine 585 Millionen US-Dollar Strafe gegen LG Display, Sharp und Chunghwa Picture Tubes.

Also im Vergleich zu anderen EDV-Bereichen fallen sie extrem langsam. Ich suche aktuell Ersatz für meinen 6 Jahre alten Monitor und wie es aussieht, wird es wohl einer für ~50% des Preises werden, der nahezu identische Eigenschaften hat und nur 320 Pixel breiter ist. Das wäre in etwa so, als wenn Intel heute 4 GHz Pentium D für 400 € verkaufen würde. Zugegeben: Monitore sind in Sachen Entwicklungs- vs. Materialkosten vermutlich eher auf dem Niveau von Festplatten angesiedelt, aber selbst da hat sich die Leistung pro Preis im gleichen Zeitraum wenigstens zweimal verdoppelt.
Merkwürdig ist auch die große Ähnlichkeit in der Produktpalette. Es gibt Herstellerübergreifend eine ziemlich klare Klassifizierung, welche Preisklasse welche Eigenschaften aufweist - obwohl es keinerlei technische Gründe gibt, z.B. LUT und Panel-Technologie aneinander zu koppeln oder die Anschlussvielfalt in der 400-600 € Klasse zu maximieren.
Nur hat das nix mit der Absprache zu tun. Preisabsprache ist nun mal nicht legal, egal ob die Kunden mit den Preisen zufrieden sind.
Für die Preise sind weder deutsche Mineralölkonzerne, noch deutsche Tankstellen,
sondern Unternehmen aus dem Ausland verantwortlich,
daher hat das Kartellamt hier keine Macht.
Ich finde die Preise bei Displays i.O.