Marvel's Avengers auf der E3 2019: Helden für die Massen?
Auch, wenn Marvel die Kino-Abenteuer der Avengers mit dem letzten Film erst einmal abgeschlossen hat: In Marvel's Avengers geht die Heldentruppe auf neue Abenteuer. Was kann die Koproduktion von Crystal Dynamics und Eidos Montreal?
Marvel's Avengers, das wir uns auf der E3 2019 in Los Angeles hinter verschlossenen Türen etwas länger als auf Square Enix' Pressekonferenz anschauen durften, ist ein Action-Adventure, das sich an den Comics anlehnt. Das jedenfalls soll der Hauptgrund dafür sein, dass Thor, Iron Man, Hulk und Black Widow von den Filmschauspielern weder verkörpert noch gesprochen wird. Comichaft ist dann auch die Action, Tiefgang darf man zumindest zu Beginn des Spiels noch nicht erwarten. Doch der Reihe nach.
Chaos in San Francisco
Eigentlich wollten die vier Helden zur Eröffnung des Avengers-Außenpostens in San Francisco eine Sause veranstalten, doch natürlich geht die Nummer schief: Mitten in den Feierlichkeiten zum "A-Day" gibt es eine Explosion auf der Golden Gate Bridge. Iron Man und Thor fliegen los, um dort nach dem Rechten zu sehen - wir steuern zuerst Thor, der an der Südseite der Brücke allerlei Schergen vorfindet und mit Tritten, Schlägen und natürlich Hammerwürfen zerlegen muss. Neben zwei Standardangriffen gibt es einen dritten, mit dem Thor auf den Boden donnert und damit alle Gegner in der Umgebung umhaut.
Dann wechseln wir zu Tony Stark alias Iron Man. Der fliegt ihrerseits fliegenden Gaunern hinterher und schießt auf sie - unklar, ob diese Sequenz auf Schienen abläuft oder wir dabei wenigstens etwas Freiraum besitzen. Iron Man entdeckt des Pudels Kern: Die Ganoven haben einen Konvoi mit S.H.I.E.L.D.-Waffenprototypen gekapert, den sie gegen die Stadt in Stellung bringen wollen. Wir zerbröseln noch ein paar Geschütze, dann wechselt die Action erneut: Wir übernehmen die Rolle von Bruce Banner alias Hulk, der aus dem Avengers-Jet auf die Nordseite der Brücke springt, während einmal mehr seine Klamotten das Zeitliche segnen - seinen Schneider wird es freuen.
Getrennt kämpfen, vereint siegen?
Hulk schlägt so ziemlich alles zu Brei, was er in die Finger bekommt: Er wirft Panzer ins Wasser, schnappt sich Betonteile der Fahrbahn und verkloppt damit die Bösewichte - oder nimmt ganz klassisch zwei der Schergen und lässt sie mit den Köpfen aneinanderkrachen. Ab und an kommt es zu unfreiwillig komischen Momenten, etwa, wenn er ein Auto hochhebt, den darunter liegenden Gegner mit einem Fußtritt ins Wasser kickt und dann das Fahrzeug auf einen anderen wirft.
Im Helicarrier der Avengers muss sich Captain America derzeit gegen Eindringlinge wehren, die den Reaktor überladen und es auf die Stadt stürzen lassen wollen. In diesem Moment fällt in der kompletten South Hall des Los Angeles Convention Centers der Strom für einen kurzen Moment aus - alle Konsolen und Computer müssen neu gestartet werden. Das hatten wir in 23 Jahren E3-Besuch auch noch nie erlebt.
Kein gutes Ende
Kurz darauf sind wir wieder beim Captain, der sich gegen die Masse von Eindringlingen nicht mehr wehren kann. Erneuter Schnitt zur Brücke: Jetzt sind wir in der Rolle von Black Widow damit beschäftigt, den Kopf der Verbrecherbande auszuschalten - den Taskmaster. Der will eine Sonic-Disruptor-Bombe in der Stadt zünden, um wirklich sicherzugehen, dass kein Bewohner den A-Day in guter Erinnerung behält. Black Widow springt auf den Verbrecher, der wilde Haken um die Brücke fliegt, um sie abzuschütteln. Dagegen wehren wir uns mit eigentlich schon in Rente gedachten Quick-Time-Events, bei denen wir im richtigen Moment auf die richtige Taste drücken müssen.
Iron Man greift uns beim Kampf unter die Arme, und gemeinsam erledigen wir den Taskmaster und entschärfen die Bombe. Doch die Demo endet trotzdem auf einer düsteren Note: Der Helicarrier explodiert und stürzt ab - immerhin über der Bucht, aber der Captain scheint es nicht mehr rechtzeitig aus dem Fluggerät geschafft zu haben, wie ein Denkmal am Ende der Demo suggeriert. Wie es weitergeht, werden wir erst am 15. Mai 2020 sehen - aber nach der Kampagne, die wir allein oder im Koop-Modus spielen können, sollen neue Inhalte und neue Helden warten, die kostenlos heruntergeladen werden können.
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Fazit
Die Demo von Marvel's Avengers hinterlässt einen etwas schalen Geschmack. Nonstop-Prügelei mag ja durchaus ein Aspekt der Comics sein, doch die versprochenen Nebenmissionen beziehungsweise die Zentrale, von der aus wir auf Abenteuer ausziehen, bekamen wir nicht zu Gesicht. Auch wirkt es gerade nach dem jahrelangen Kino-Overkill etwas seltsam, die bekannten Helden zu steuern, die aber weder wie ihre Kino-Pendants aussehen noch klingen.
Im ersten Moment wirkt das Spiel eher wie eine 3D-Variante von Marvel Ultimate Alliance - und hat noch einiges an Verbesserungsbedarf. So sehen Passanten aus wie aus dem Wachsfigurenkabinett, während Explosionen so wirken, als wären sie wie in alten Fernsehserien über die Szene kopiert worden. Da sahen die Arkham-Spiele von Rocksteady stimmiger aus.
Bedenklich, wenn man überlegt, dass Crystal Dynamics (neue Tomb-Raider-Trilogie) und Eidos Montreal (Deus-Ex-Reboot) hinter dem Spiel stecken. Marvel's Avengers muss kein schlechtes Spiel sein, doch mit dieser Demo haben sich die Entwickler keinen Gefallen getan. Hoffen wir, dass sie das verbleibende Jahr nutzen, um den Avengers das Spiel zu verpassen, das sie verdienen.

Wie kannst du denn verlangen das die Charaktere alle so aussehen sollen wie im MCU,ziemlich schlechter Kritikpunkt.
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Jetzt echt? die Charaktere sehen echt nicht aus, wie sie aussehen sollten ... besonders Captain America aka Steve Rogers ohne Maske! Sieht aus, als hätte ihn jemand gerade mit Käse aus dem Wald gelockt, um auf ihn zur Schule zu reiten! Das wird nichts so!
Ich denke nicht das wir hier eine lizenzgurke haben . Das Spiel ist immerhin von den machern von Tomb Raider.
Wie nannte man das früher doch gleich.... "lizenzgurke"