Marktanalyse: Preise für RAM und SSD könnten steigen
Marktanalysten zufolge könnten die Preise für Arbeitsspeicher und Solid State Drives in Kürze wieder ansteigen. Als Grund dafür wird die zurückgefahrene Produktion von DRAM- und NAND-Speicher genannt.
Sinkende Preise für SSDs und Arbeitsspeicher gehören bald der Vergangenheit an - zumindest, wenn man den Marktanalysten von Trendforce Glauben schenken mag. Wie das Marktforschungsinstitut in einer Pressemitteilung verlauten lässt, begann der Sinkflug der Preise für Speicher aufgrund nachlassender Nachfrage an diesen Produkten. Gepaart mit den Entwicklungen der vergangenen Monate, zu denen Trendforce die Auswirkungen der steigenden Inflation, des russisch-ukrainischen Krieges sowie der Corona-Politik zählt, sind die Lagerbestände der Hersteller daher deutlich größer als geplant geblieben.
Als Reaktion darauf kündigte Micron als einer der größten Halbleiterhersteller der Welt in der vergangenen Woche an, die Produktion von DRAM- und NAND-Speicher zurückzufahren und ist damit das erste Spitzenunternehmen, das diesen Schritt geht. Auch der japanische Konzern Kioxia folgte kurz darauf mit der Mitteilung, die Fertigung von NAND-Speicher um 30 Prozent zu drosseln. Hier sei die Marktlage laut Trendforce noch schwieriger als beim Arbeitsspeicher: Hier seien vor allem fallende Vertragspreise für die Herstellung von Wafern für den Massenmarkt als Grund zu nennen, womit die Hersteller laut dem Forschungsinstitut teilweise sogar vor einem Verlustgeschäft stehen.
Laut Trendforce sei entsprechend nicht auszuschließen, dass weitere Hersteller nachziehen und ebenfalls die Produktion herunterfahren. Der Analyse zufolge könne nur eine "groß angelegte Produktionskürzung das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage" im Jahr 2023 umkehren. Leidtragender könnte in diesem Fall der Endkunde werden, der bei einer Verknappung des Angebots nicht mehr von Tiefstpreisen der vergangenen Monate profitieren kann und sich wieder auf höhere Kosten beim Speicherkauf einstellen muss.
Die verringerte Produktion der beiden Speicherzellen könnte auch Auswirkungen auf künftige Speicherstandards haben, wie Trendforce mutmaßt. So werde Micron im Jahr 2023 seine Kapazitäten weiterhin auf 176-Layer-NAND fokussieren, anstelle wie ursprünglich angedacht die Herstellung von 232-Layer-NAND hochzufahren. Die Fertigung des 3D-NAND-Flash mit 232 Schichten hatte Micron bereits im Juli 2022 begonnen und ist insbesondere für kommende PCIe-5.0-Speicher relevant - entsprechende NVMe SSDs, die insbesondere für die kürzlich vorgestellten Ryzen-7000- und Intel-Raptor-Lake-Systeme wichtig werden, könnten also zum Marktstart teurer als zunächst erwartet werden.
Quelle: Trendforce

Es kann auch sein, dass die Preise ganz allgemein hochgehen und die PCIe 5.0 SSDs dann einfach nochmal erheblich teurer sind, als die ohnehin schon überteuerten restlichen SSDs
Die Preise sinken bestimmt für PCIe 4.0 und darunter, wenn 5.0 kommt
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