Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - AMD: Sockel TR4
Ryzen-CPUs erfüllen mit bis zu 16 Kernen alle Spieler-Wünsche, aber Anwendungen setzen andere Schwerpunkte, zu denen die von uns getesteten TR4-Platinen passen.
In diesem Artikel
- Seite 1 Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - Beratung für alle Plattformen anhand von PCGH-Testergebnissen
- Seite 2 Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - Intel: Sockel 1700
- Seite 3 Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - Intel: Sockel 1200
- Seite 4 Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - Intel: Sockel 1151 (CFL)
- Seite 5 Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - AMD: Sockel TR4
- Seite 6 Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - Intel: Sockel 2066
- Seite 7 Mainboard-Kaufempfehlungen 2026 - AMD: Sockel AM4
- Seite 8 Bildergalerie
Übersicht: Sockel TR4
Threadripper-1000- und -2000-Prozessoren sind technisch betrachtet vier Ryzen-CPUs in einem Package. Bei den Modellen mit acht bis 16 Kernen sind zwei der "Zeppelin"-Chips aktiv, was doppelt so viele Speicherkanäle wie bei den Mainstream-Modellen (4 statt 2) und 60 freie PCI-Express-3.0-Lanes statt deren 20 ergibt. Die effektive Verdreifachung bei PCI-Express resultiert aus einer künstlichen Beschränkung von Ryzen, der im Sockel AM4 nur 24 von 32 vorhandenen Lanes nach außen führen kann und davon vier für den I/O-Hub verwendet. Bei den Threadripper-2000-Topmodellen sind sogar alle vier Chips und somit bis zu 32 Kerne aktiv, um die Kompatibilität zu bestehenden TR4-Mainboards und den Abstand zu den teureren Epyc-Server-Prozessoren zu waren, bleibt die Zahl der Schnittstellen aber unverändert.
Die Ausstattung von TR4-Platinen übertrifft auch so alle vor 2019 erschienenen Plattformen, obwohl der X399-I/O-Hub X399 mit dem eher mager ausgestatteten AM4-Modell X470 identisch ist. Üblich sind je zwei PCI-E-×16- und -×8-Slots sowie dreimal M.2 mit 32 GBit/s - und all das gleichzeitig, direkt an die CPU angebunden und ohne Flaschenhälse. In der Praxis begrenzt eher das Platzangebot die Möglichkeiten, denn das riesige 4-Chip-CPU-Package verlangt nach einem eben so großen Sockel und CPUs mit bis zu 250 W Leistungsaufnahme ohne Übertaktung (!) nach angemessenen Spannungswandlern. Da wird es schwierig, auch noch die fürstliche Schnittstellenmenge auf einer ATX-Platine unterzubringen. Es sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Schnittstellen-Flut für den reinen Spiele-Betrieb keinen Vorteil darstellt und 32 Kerne einige Titel sogar behindern, sodass Threadripper für Spiele immer wieder in einen Kompatibilitätsmodus geschaltet werden muss und selbst dann selten gegen Intels Skylake-X-18-Kerner gewinnt.
Die Anwendungsleistung der Kernmonster wird dagegen nur von den 3000er-Nachfolgern (inkompatibles TRX4-Format) geschlagen und AMD behält deswegen die zweite Generation weiterhin zu niedrigen Preisen im Sortiment. Der Kühlungsbedarf bei voller Auslastung darf aber nicht unterschätzt werden - und zwar sowohl der Prozessoren selbst als auch der Mainboard-Spannungswandler. Zwar wurden per UEFI-Update alle Platinen der ersten Generation Threadripper-2000-kompatibel gemacht, bei 250 W TDP laufen viele Vertreter aber an oder über ihrem Limit. Deutlich besser schlägt sich in PCGH-Messungen MSIs MEG X399 Creation, dessen riesige Spannungswandlerphalanx aber ein selbst für TR4-Verhältnisse ungewohnt gedrängtes Slot-Layout erzwingt. In die gleiche Kerbe schlägt Asus' 2019 nachgeschobenes Zenith Extreme Alpha, dass mit dem ursprünglichen, kaum für 32-Kerner geeignetem Zenith Extreme nur noch den Namen gemeinsam hat. Gigabytes 2018er Modelle Aorus Pro und Xtreme kombinieren als Kompromiss ein geräumiges 7-Slot-Layout nach Vorbild der ersten TR4-Generation mit leicht erweiterten, bei starker Belüftung für 32-Kerner ausreichenden Spannungswandlern. Asrock hat dagegen in der zweiten Generation nur ein günstiges, explizit auf 180-W-Prozessoren beschränktes Design nachgeschoben. Für den Spieleeinsatz sind diese CPUs ohnehin die angemessenere, wenn auch einem Sockel-AM4-Gen3- oder Intel-System deutlich unterlegene Wahl.
(Kein) Zukunftspotenzial Sockel TR4
Erst mit der Vorstellung der Threadripper-3000-Prozessoren wurde klar: Der Sockel TR4 hat keine Zukunft. Praktisch wurde das ursprüngliche HEDT-Marktsegment an die AM4-Topmodelle Ryzen 9 3900X und 3950X übergeben (die in Spielen weitaus schneller arbeiten); für Workstations nutzt AMD künftig den neuen Sockel TRX4. Trotz großer technischer Ähnlichkeiten sind beide Plattformen inkompatibel zueinander, der neue TRX4 zudem mangels bezahlbarer CPUs (das kleinste Modell hat bereits 24 Kerne) für Spieler noch uninteressanter als der Vorgänger.
(Alte) Kauftipps für TR4-Mainboards
Das Ergebnis unseres Vergleichstests war eindeutig: Das X399 Taichi arbeitet schneller, bootete in kürzerer Zeit, hatte im Betrieb mit einem Threadripper 1950X kühlere Spannungswandler und einen niedrigeren Stromverbrauch als alle (1.-Gen-)Konkurrenten und kostet auch noch weniger. Mit Ausnahme des Energieeffizienzvorteils liegen die Vorsprünge auf den jeweils zweitplatzierten zwar im unfühlbaren Promille-Bereich, aber das Bessere ist eben Feind des Guten und Asrocks' Konkurrenten erlauben sich jeder in mindestens einer Kategorie einen größeren Rückstand. Am X399 Taichi sind dagegen höchstens fehlende Ausstattungs-Extravaganzen zu bemängeln.
Quelle: PC Games Hardware
Asrock X399 Taichi: Packungsinhalt
So bietet es neben den TR4-typischen 4 Grafikkarten- und 3 M.2-Slots nur Dual-Gigabit-LAN und ac-WLAN, 2 USB-3.1- und 8 -3.0-Anschlüsse (zzgl. 4 interner 3.0), 8× SATA und einmal U.2 (shared Lanes mit einem M.2) sowie ein für TR4-Verhältnisse relativ aufgeräumtes Layout, dass auch 140-mm-CPU-Kühler erlaubt. ""Nur"???" werden Sie sich jetzt fragen und tatsächlich: Die Ausstattung der TR4-Einsteigerklasse übersteigt die Bedürfnisse nahezu aller Anwender deutlich. Nur wer einen Front-USB-3.1-Header, onboard-Temperatursensor-Anschlüsse oder 10-GBit-LAN benötigt, sollte sich an Stelle des X399 Taichi bei Asus oder Gigabyte umgucken. Eine weitere potenzielle Schwachstelle teilt sich das X399 Taichi aber mit allen andren Mainboards der ersten TR4-Generation: Die 24- und 32-Kerner mit 250 W TDP (statt 180 W) treiben die Spannungswandler und deren Kühlung schnell ans Limit.
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Möge dieser Thread hier in Frieden ruhen.
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