Ryzen: CPU-Kernspannung steigt bei verringerter Loadline Calibration? Der Leserbrief der Woche

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Ryzen: CPU-Kernspannung steigt bei verringerter Loadline Calibration? Der Leserbrief der Woche
Quelle: MEV

Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.

PCGH-Leser Nico E. hat das große CPU-Undervolting-Special in der PCGH-Ausgabe 10/2017 gelesen. Dort berichteten wir von einem X370-Mainboard mit wenig Undervolting-Spielraum via Offset-Modus, bei dem durch eine Anpassung der Funktion Loadline Calibration die Kernspannung unter Last noch etwas weiter gesenkt werden kann.

Der Leserbrief:

"Ich habe heute Ihren Artikel zum Thema CPU-Undervolting in der PCGH 10/2017 gelesen und gleich an meinem Ryzen 7 1700 ausprobiert. Bis auf kleinere Abweichungen konnte ich die Werte reproduzieren. Besten Dank!

Aber die Angabe zur Loadline Calibration (LLC) verwundert mich. Angeblich kann man mit "Herabsetzen" der LLC auf Level 5 die Spannung unter Last senken. Auf meinem Asus Prime X370-Pro mit BIOS 0805 verhält es sich genau umgekehrt: Mit Level 5 erhöht sich die Spannung unter Last. Auf Level 1 hingegen erhalte ich Spannungseinbrüche, sowohl bei CPU als auch bei SoC.

Kann es tatsächlich sein, dass auf zwei aktuellen Mainboards die Loadline Calibration unterschiedlich definiert ist? Oder handelt es sich um einen Fehler im Artikel oder bei meinen Beobachtungen?"

Die Antwort von Stephan Wilke (Fachbereich Overclocking):

"An dieser Stelle hätte ich im Artikel vielleicht etwas ausführlicher auf die Funktion eingehen sollen. Es ist tatsächlich so, dass die Hersteller die Abstufungen beliebig selbst vornehmen und es keine einheitlichen Bezeichnungen für die unterschiedlich starke Ausprägung der LLC gibt. Im Artikel habe ich das Asrock X370 Killer SLI genannt, bei dem auf Level 5 die Spannung am stärksten abfällt und auf Level 1 am höchsten ist. Die abgedruckte Angabe ist korrekt, lässt sich aber nicht automatisch auf andere Mainboards übertragen: Bei Asus habe ich bisher genau wie Sie das gegenteilige Verhalten beobachtet: Hier fällt die anliegende Kernspannung auf Level 1 niedriger und auf Level 5 höher aus. Bei Nutzung der LLC-Funktion gilt daher: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das Multimeter, aber auch Software wie Hwinfo64 oder Hersteller-Tools helfen oft weiter. Auch anhand der Leistungsaufnahme, Temperaturentwicklung und Stabilität im Grenzbereich kann man sehen, ob die LLC wie gedacht funktioniert."

Leserbriefe können Sie an leserpost@pcgameshardware.de senden. Der Leserbrief der Woche gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen.

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Stephan Volt-Modder(in)
        Zitat von IronAngel
        Eins hat mich im R7 1700 Artikel gewundert. Ihr habt hab das Undervolting etwas merkwürdig betrieben, ihr habt eine Manuelle Spannung gesetzt. Die war aber höher als die Stockspannung, das ist kein Undervolting. Da ist es kein Wunder das man mehr Stromverbrauch hat als vorher. Ihr habt auch erklärt es liegt am dem Boost Modus und MB, soweit korrekt. Aber seit ihr nicht mal auf die Idee gekommen den Boost einfach auszuschalten oder geht das mit euren Asus MB nicht ?

        Klar am Ende habt ihr einen OFFset genommen, was man auch normal machen sollte und die leichteste Methode zum undervolting ist. Leider hat das nicht jedes Board, meins z.b hat keinen OFFset. Ich fahre somit eine fixe Spannung, aber übertakte auch nicht. Die Ryzen Cores sind so effizient, das es im Idle eigentlich egal ist ob die 0,8 Volt oder 0,95 Volt betrieben werden. Meine Ergebnisse sind noch etwas besser als eure, speziell beim r7 1700.
        Bei dem Artikel ging es in erster Linie darum, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Undervolting-Ansätze aufzuzeigen und durch eine gleiche Vorgehensweise Quervergleiche zwischen verschienen CPUs zu ermöglichen. Der 1700 ist mit +550 MHz Boost ein Sonderfall, das entspricht immerhin einem Taktaufschlag von 17,2 Prozent. Sicherlich kann man den Boost deaktivieren und dadurch die Kernspannung absenken, dadurch verliert man aber leider Leistung und außerdem ist die fixe Einstellung situationsabhängig durchaus sparsamer - allerdings eben nicht bei Auslastung aller Kerne, worauf wir den Fokus gelegt haben. Wenn man keinen Offset-Modus zur Verfügung hat, dann sollte man daraus natürlich das Beste machen und ggf. den Boost deaktivieren.
      • Von PCGH_Stephan Volt-Modder(in)
        Zitat von IronAngel
        Eins hat mich im R7 1700 Artikel gewundert. Ihr habt hab das Undervolting etwas merkwürdig betrieben, ihr habt eine Manuelle Spannung gesetzt. Die war aber höher als die Stockspannung, das ist kein Undervolting. Da ist es kein Wunder das man mehr Stromverbrauch hat als vorher. Ihr habt auch erklärt es liegt am dem Boost Modus und MB, soweit korrekt. Aber seit ihr nicht mal auf die Idee gekommen den Boost einfach auszuschalten oder geht das mit euren Asus MB nicht ?

        Klar am Ende habt ihr einen OFFset genommen, was man auch normal machen sollte und die leichteste Methode zum undervolting ist. Leider hat das nicht jedes Board, meins z.b hat keinen OFFset. Ich fahre somit eine fixe Spannung, aber übertakte auch nicht. Die Ryzen Cores sind so effizient, das es im Idle eigentlich egal ist ob die 0,8 Volt oder 0,95 Volt betrieben werden. Meine Ergebnisse sind noch etwas besser als eure, speziell beim r7 1700.
        Bei dem Artikel ging es in erster Linie darum, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Undervolting-Ansätze aufzuzeigen und durch eine gleiche Vorgehensweise Quervergleiche zwischen verschienen CPUs zu ermöglichen. Der 1700 ist mit +550 MHz Boost ein Sonderfall, das entspricht immerhin einem Taktaufschlag von 17,2 Prozent. Sicherlich kann man den Boost deaktivieren und dadurch die Kernspannung absenken, dadurch verliert man aber leider Leistung und außerdem ist die fixe Einstellung situationsabhängig durchaus sparsamer - allerdings eben nicht bei Auslastung aller Kerne, worauf wir den Fokus gelegt haben. Wenn man keinen Offset-Modus zur Verfügung hat, dann sollte man daraus natürlich das Beste machen und ggf. den Boost deaktivieren.
      • Von Kobura Kabelverknoter(in)
        Zitat von EmoJack
        Das heißt, bei einem Ryzen würdest du den Wert "vcore" komplett außen vor lassen und gehst nur über diese SVI2 TFN?
        Ich habe selbst einen 1800X und der SVI2 TFN ist sehr nah am eingestellten Wert, wenn ich manuell einen fixen Spannungswert einstelle.

        Ich meine elmor (ASUS ROG) hat im overclock.net Forum bestätigt, dass der SVI2 TFN direkt die Werte aus der Spannungswandlung bekommt und die Kernspannung im Regelfall auch sehr nah an der eingestellten manuellen Spannung heran kommt (mit Multimeter geprüft beim Asus Crosshair VI Hero).

        Afaik kam buildzoid auf ein ähnliches Ergebnis beim ASRock X370 Taichi, als er mit dem Multimeter nachgemessen hat.

        Der vCore Wert den das Mainboard selbst ausgibt ist ungenauer und in angenäherten Zwischenschritten. Teilweise ist das aber auch nur die VID, also die angeforderte Spannungs-ID seitens der CPU, welche nicht zwingend deckungsgleich mit der gelieferten Spannung ist. Die Implementierung unterscheidet sich da je nach Board, während der SVI2 TFN eine konstante Messquelle ist.

        Zumindest beim Crosshair VI Hero ist zudem Auto LLC vollkommen ausreichend und bereits ab LLC3 kann es zu leichten "overshots" kommen. LLC4 und 5 wird auf ASUS Boards komplett von abgeraten bei ambienter Kühlung (Luft, Wasser).
      • Von EmoJack Software-Overclocker(in)
        Zitat von Kobura
        Die Spannungsanzeige bei CPU-Z ist mehr ein Schätzeisen. Gerade bei Ryzen ist der SVI2 TFN der genaueste Wert und kommt direkt von den Spannungswandlern.

        Genauer kriegst du es nur mit Multimeter.
        Das heißt, bei einem Ryzen würdest du den Wert "vcore" komplett außen vor lassen und gehst nur über diese SVI2 TFN?
      • Von Kobura Kabelverknoter(in)
        Zitat von EmoJack
        Sehe ich auch als riesen Problem. Alleine HWinfo und CPU-Z haben bei mir ein delta von knapp 0,1V.
        Kurzfristig mag das egal sein, solange nix überhitzt - aber auf die Lebensdauer dürfte z.B. der Unterschied zwischen 1,45V und 1,55V ziemlich unangenehmen Einfluss haben.

        So bleibt bei mir ehrlich gesagt trotz guter Temps immer ein fader Beigeschmack.
        Die Spannungsanzeige bei CPU-Z ist mehr ein Schätzeisen. Gerade bei Ryzen ist der SVI2 TFN der genaueste Wert und kommt direkt von den Spannungswandlern.

        Genauer kriegst du es nur mit Multimeter.
      • Von EmoJack Software-Overclocker(in)
        Zitat von Obej
        Wenn die Spannungwerte ebenso genau gemessen werden wie die Temps...
        Sehe ich auch als riesen Problem. Alleine HWinfo und CPU-Z haben bei mir ein delta von knapp 0,1V.
        Kurzfristig mag das egal sein, solange nix überhitzt - aber auf die Lebensdauer dürfte z.B. der Unterschied zwischen 1,45V und 1,55V ziemlich unangenehmen Einfluss haben.

        So bleibt bei mir ehrlich gesagt trotz guter Temps immer ein fader Beigeschmack.
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