Ryzen 9000: AMD sieht Mainboard-Partner bei AM5-Socket-Burnouts in der Pflicht
Berichte über defekte Ryzen-Prozessoren und beschädigte AM5-Sockel sorgen für Diskussionen. Besonders Asrock-Mainboards stehen im Fokus - doch AMD und die Hersteller sehen unterschiedliche Ursachen für die "Socket Burnouts".
Vor einiger Zeit tauchten Meldungen auf, dass AMD-Prozessoren vom Typ Ryzen durchbrennen und den Sockel beschädigen würden. Im Fokus standen der Ryzen 7 9800X3D und die Asrock-800-Serie. Im Subreddit von Asrock wurden bislang über 100 Fälle dokumentiert. Diese traten beim Einsatz von Asrock-Mainboards - aber auch bei Boards anderer Hersteller - auf. Bis heute scheint Asrock am stärksten betroffen zu sein, wenn auch nicht ausschließlich.
Asrock ermittelte, stellte keine mechanischen Probleme fest und verweist auf den PBO (Precision Boost Overdrive). AMD sieht das jedoch anders und glaubt, dass ungenau entwickelte BIOS-Versionen von ODM-Partnern das Problem seien. Beim Thema BIOS/UEFI ist besondere Aufmerksamkeit geboten, da Mainboard-Hersteller in den vergangenen Jahren häufig zusätzliche Leistungsoptimierungen implementierten, die Nebeneffekte hatten.
Aus einem Q&A mit Quasar Zone geht hervor, dass die "Socket Burnouts" darauf zurückzuführen sind, dass einige Mainboard-Hersteller bei der Konfiguration ihrer Hauptplatinen nicht den AMD-Richtlinien gefolgt sind. Diese Abweichungen könnten entsprechende Probleme verursachen.
Das Problem wird zusätzlich dadurch erschwert, dass es für AM5 eine große Vielfalt an Produkten gibt und über PBO standardmäßig Overclocking unterstützt wird.
Abseits des gegenseitigen Fingerzeigens arbeitet AMD jedoch eng mit seinen Partnern an der Lösung des Problems und rät generell, stets die neueste BIOS-Version zu verwenden. Das erhöht laut AMD die generelle Kompatibilität und verhindert, dass bekannte Fehler unbehoben bleiben.
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Anders beim Zweitrechner (7950X auf einem der grausigen B650 MSI), den hab ich in üblen Allcore-Spannungs-Orgien schon ein paarmal in CineBench ausgeknipst und mich fast gewundert, dass er wieder gebootet hat. Oder anders gesagt, die Ryzen können normal schon echt was wegstecken. Diese Sache bei ASRock+X3D ist da halt einfach ganz etwas ungewohntes.
Wie schon bei den RPL-Problemen sind leider auch diesmal die meisten Fälle nur oberflächlich dokumentiert. Oft sind nicht einmal alle Einstellungen bekannt und hat natürlich hat niemand, bevor es zu spät war, einen Grund gehabt, konkrete Parameter im Betrieb zu prüfen. Das macht es schwer, die tatsächliche technische Ursache zu ermitteln und Gegenmaßnahmen oder begründete Schuldzuweisungen zu nennen.
Es gibt unter PBO / Advanced / Motherboard Limits hohe Limits, welche vom Maiboardhersteller kommen und wo man noch am ehesten den Hund bei ASRock begraben vermuten könnte. Aber wer nutzt genau diese dummer Motherboard Limits?
Gut, ob es bei den CPUs noch etliche verborgene Werte gibt, das weiß ich jetzt nicht.
Eigentlich gilt die Ansteuerung von Ryzen-CPUs als fest in der Hand von AMD. Mainboard-Hersteller können PBO freigeben, wo das erlaubt ist, und sie können durch niedrigere Plattformlimits bremsen. Aber alles andere macht AGESA. Die einzige bekannte Werks-OC-Methode ist eine Manipulation der Eingangsgrößen: Keine CPU kann ihre eigene Stromaufnahme messen. Die dafür nötigen Daten werden von den Spannungswandlern des Mainboards bezogen und wenn dieses einen zu niedrigen Wert meldet, wird eine zu niedrige Verlustleistung ermittelt, sodass die CPU sich länger innerhalb der Power Limits wähnt als sie es tatsächlich ist. Die letzten bekanntgewordenen Fälle, in denen das ausgenutzt wurde, waren aber zu mittleren AM4-Zeiten und bewegten sich in typischen, also eher harmlosen OC-Dimensionen. Seitdem ist nichts mehr aufgefallen und ich überwache in Mainboard-Tests sowohl den Systemverbrauch mit externen Methoden als auch die resultierenden Taktraten und Temperaturen. Wenn jemand bei angeblichen "180 W" auf einmal Takt, Verbrauch und resultierende Temperaturen einer gefährlichen 280-W-OC-Konfiguration anliegen würden, würde das sofort auffallen.
Damals hatte ich einen gebrauchten Ryzen 1600 günstig ersteigert und gegen einen neuen umgetauscht.
Ich bin erstmal froh durch meine Probierfreudigkeit ein Mainboard von Gigabyte statt ASRock zu haben, stelle die SoC-Spannung aber sowieso manuell auf einen festen Wert.