Mainboards für AMD Ryzen 3000: Darum ist die X570-Generation so teuer
Die neuen AM4-Prozessoren von AMD besitzen ein überragendes Preis-Leistungsverhältnis, aber die neuen Mainboards für Ryzen 3000 sind teurer als jemals zuvor. Wir haben MSI gefragt, was die Preise auf bis zu 777 Euro treibt.
Mit der X570-Mainboard-Generation erhält die AM4-Plattform endlich die High-End-Ausstattung, welche die guten CPUs seit 2017 verdienen. Dafür werden bei MSI und Gigabyte aber auch Spitzenpreise von über 700 Euro, an die 600 Euro bei Asus und 350 bis 400 Euro selbst bei den Preis-Leistungsexperten von Asrock fällig. Zwar gibt es auch einige wenige Angebote für unter 200 Euro, mit reduzierter Audio-Ausstattung, minimalistischen Spannungswandlern, wenigen oder keinen USB-3.2-Ports und teilweise eingeschränkten PCI-Express-Fähigkeiten erinnern diese zum Oberklasse-Preis aber an die alte 100-Euro-Riege.
X570-Boards: Woher kommen die höheren Preise?
Die Mehrheit der Platinen kostet über 260 Euro und überbietet damit selbst Intels Z390-Spitzenklasse (Median: 185 Euro) deutlich, während bisherige AM4-Angebote deutlich günstiger waren. Die absoluten Produktionskosten hinter dieser Preisexplosion sind zwar Geschäftsgeheimnis, MSI lässt jetzt aber mit einer relativen Aufschlüsselung und einem Vergleich zur X470-Generation tief blicken.
Quelle: PC Games Hardware/MSI
MSI X470 gegen X570: Eine Folie, viel Information über die Preisgestaltung bei AM4-Mainboards. Wir bitten die schlechte Qualität zu entschuldigen – MSI zeigte sie zwar ohne Fotografiebeschränkungen, in der späteren Pressemappe fehlte der brisante Inhalt aber.
Beim Sockel AM4 selbst, der Audio-Sektion, den Laufwerks- und USB-Anschlüsse sowie "Sonstiges" gab es demnach - logischerweise - keine Änderungen. Diese Punkte machten 50 Prozent der Gesamtkosten einer Beispiel-X470-Platine aus und würden bei einer X570-Neuauflage genauso viel kosten - wenn man den Sound unverändert und die erweiterten USB-3.1-Fähigkeiten der Ryzen-3000-Generation ungenutzt lässt. Für LAN berechnet MSI dagegen beinahe die doppelte Summe, vermutlich beinhaltet dies bereits die 2019 üblichen, schnelleren WLAN-Standards. Auch der höherwertige, DDR4-3200-taugliche Platinenaufbau und die erweiterte Kühlung der Spannungswandler und des vergleichsweise stromhungrigen X570-I/O-Hubs treiben die Kosten in die Höhe.
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Noch schwerer wiegen aber die Spannungswandler selbst und das PCI-Express-Interface. Trotz nominell gleichbleibender TDP müssen Erstere schon beim 12-Kerner Ryzen 9 3900X im Turbo-/(Auto-)OC-Betrieb höhere Ströme bewältigen als in der letzten Generation und die Mainboard-Hersteller rüsten sich zusätzlich für den Ryzen 9 3950X sowie etwaige weitere (4000er-)Steigerungen im nächsten Jahr. PCI-Express 4.0 leistet derweil nicht nur das Doppelte des 3.0-Standards - es kostet auch doppelt soviel. Die gestiegenen Anforderungen an das Routing, höherwertige Splitter und erst recht die für lange Multi-GPU-Signalwege nötigen Redriver blasen die ehemals 5 Prozent PCI-E-Budget-Anteil deutlich auf. Insgesamt plant MSI mit 30 Prozent Mehrkosten.
Quelle: MSI
Nicht billig, aber günstig? Die hohen X570-Preise werden durch Beigaben teilweise stark relativiert, zumindest wenn man ohnehin gerade eine (von PCGH empfohlene) Cooler-Master-Kompaktwasserkühlung kaufen möchte.
Der X570 selbst scheint in der Aufstellung noch zu fehlen und ist zumindest in der Herstellung deutlich teurer, da größer als sein Vorgänger. Ob ihn AMD subventioniert, zum gleichen Preis abgibt oder ob hier weitere Mehrkosten entstehen, verriet MSI nicht - wir tippen auf Letzteres. Auf jeden Fall addiert werden muss die Mehrausstattung der meisten X570-Mainboards: Die MSI-Darstellung bezieht sich auf zwei vermutlich hypothetische, exakt gleichwertige Modelle. Wer die erweiterten USB-3.1-Funktionen der 3000er-Generation nutzen möchte, muss zusätzlichen Routing-Aufwand betreiben und mehr Redriver einkaufen, zusätzliche M.2-Slots implementieren sich ebenfalls nicht von selbst und wenn der Onboard-Sound dem nun deutlich gestiegenden Preisniveau angepasst wird, steigt Selbiges noch weiter.
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Diese Rückkopplungsspirale dürfte sich am stärksten auf die Endkundenpreise auswirken: Ein gleich ausgestattetes Mainboard mit 30 Prozent höherem Preis hat es am Markt deutlich schwerer als ein noch teureres Modell, das sich aber zumindest mit einer leicht besseren Ausstattung abhebt. Steigert man die Kosten um 50 Prozent, muss der Endkundenpreis aber um mehr als 50 Prozent angehoben werden, da 300- respektive 350-Euro-Mainboards in geringeren Stückzahlen verkauft werden als 200-Euro-Modelle. Oberhalb dieser aufgewerteten X470-Spitzen- gleich X570-Oberklasse rangieren dann noch Flaggschiffe, bei deren Entwicklung Preise keine Rolle spielten - einige Hersteller geben freimütig zu, dass diese Platinen vor allem dem Image dienen und zum Teil nur wenige hundert Exemplare weltweit verkauft werden. Diese Halo-Designs (vom englischen Wort für Heiligenschein) mit ihren entrückten Preisen sind mit der X570-Generation erstmals auch für AM4 verfügbar, da erst jetzt passende Luxus-Prozessoren für den Sockel angeboten werden.

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Wie senke ich aktive die Preise von Mainboards? Lösung Mainboard bestellen und direkt wieder zurück schicken, dann sind die Lager ganz schnell zu voll, EZ MATH.
Dafür muss man nicht mal BWL studiert haben
Für den X470- und B450-Chipsatz gibt es jetzt auch PCIe 4.0 von der CPU aus, per Update:
Die PCIe-4.0-Leitungen der CPUs sollen mit einem neuen BIOS bei diversen Asus-Hauptplatinen mit X470- und B450-Chipsatz zumindest teilweise nutzbar sein. In Asien hat der Hersteller entsprechende Listen veröffentlicht. Diese zeigen, dass eine ganze Reihe der älteren Boards mit PCIe 4.0 x16 (Grafikkarte) und PCIe 4.0 x4 (M.2-SSD) sogar die Vollausstattung der Ryzen 3000 nutzen können.
Überraschend trifft dies vor allem für die günstigeren B450-Mainboards zu: Von 13 Modellen bieten 10 das volle PCIe-4.0-Paket von Ryzen; nur die drei Strix-Modelle bieten kein PCIe 4.0 für Grafikkarten und nur vier Leitungen für SSDs. Bei den teureren X470-Mainboards bietet hingegen keines der sechs aufgeführten Modelle die Vollausstattung. Für den Grafikkartenslot steht teils nur PCIe 4.0 x8 oder gar kein PCIe 4.0 zur Verfügung.
Vielleicht ist das für einige eine Alternative, wenn x570-Boards zu teuer sind.
Bei Multi-GPU verschiebt sich die Grenze übrigens zunehmend nach oben. Während vor 5 Jahren jedes "Gaming"-Mainboard, dessen I/O-Hub es erlaubte, SLI unterstützen "musste", bieten insbesondere MSI und Gigabyte zunehmend höherwertige Platinen ohne an. Beim X570 ist beispielsweise selbst das Gaming Pro Carbon ein Single-GPU-Design; hat dementsprechend aber kein X470-Gegenstück, womit man es vergleichen könnte.
Zur Endkunden-Preisgestaltung: Das Mainboard-Hersteller gewinnorientierte Unternehmen und keine NPOs sind, sollte niemanden überraschen. Das war aber auch schon beim X470 und X370 so. Im Raum stand die Frage, warum die Preise sich so stark geändert haben und nachdem MSI als einziger Hersteller im voraus die Anstiege zugab, sind sie jetzt der einzige Hersteller, der einen Einblick in die Kostenverteilung erlaubt. Alle anderen erhöhen nur die Preise und schweigen sich aus, damit ja niemand darüber berichtet.
Unternehmen rechnen da relativ einfach...auf die reinen Materialkosten, die hier ja anscheinend ausschlaggebend sind, kommen (u. a.) die Fertigungskosten, oftmals mit einem abgeleiteten Preis von den Materialkosten, ergo steigen die Fertigungskosten unabhängig davon, ob das durch einen tasächlichen Mehraufwand überhaupt so ist.
Dann will man natürlich auch noch Gewinn machen, auch abzgl. Rabatte für Händler, usw., so dass auf den HK meist noch min. ein Faktor 2-3 aufgeschlagen wird...und am Ende kommt natürlich auch noch Väterchen Staat, mit noch einem prozentualen(!) Preisaufschlag...
Daher sind 30% "Mehrkosten", am Ende natürlich nicht nur 30% mehr im Endkunden-Preis...denn sonst würden Boards die zuvor nur 200€ gekostet haben, jetzt nur 260€ kosten und nicht 700€...
mfg
Die Gier ist es, meine Freunde, nichts weiter! Schade, denn "schlecht" ausgestattete Boars um 200€ kaufen, wer möchte diese Kröte schlucken!?
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Am unteren Ende kann man für 55,-.€ in die AM4 Welt mit Ryzen 2 einsteigen und hat damit ein merklich wertiges Mainboard als gleichpreisige Intellösungen kosten. Das AMD Gesamtpaket ist stimmig und zukunftsträchtig.