Core i5: P55 Mainboards mit SLI
Aufgrund von Klagen und Lizenzstreitigkeiten war lange Zeit unklar, wie Nvidias SLI- und Chipsatz-Politik für Intels kommende Mainstream-Plattform aussehen wird. Jetzt wurden SLI-Lizenzen für Mainboards mit Intel-Chipsatz bestätigt.
Quelle: anandtech.com
Blockdiagram des Lynnfield alias Core i5: Die Northbridge sitzt komplett in der CPU, Grafikkarten und Speicher werden nicht mehr über den Chipsatz angesteuert.
Mit der kommenden LGA-1156-Plattform nimmt Intel tief greifende Veränderungen in der Aufgabenteilung zwischen Chipsatz und CPU vor. Letztere beherbergt in Zukunft nicht nur den Speichercontroller, sondern auch die Grafik-Anbindung in Form von zwei PCI-E-x8-Ports (die sich natürlich zu einem x16 bündeln lassen). Für den verbleibenden P55 Single-Chip-Chipsatz bleiben nur die Funktionen, die bei bisherigen Plattformen von der Southbridge übernommen werden. Für die Verbindung zur CPU kommt das DMI-Interface zum Einsatz, das seit Jahren für die Verbindung zwischen North- und Southbridge bei Intel-Chipsätze verwendet wird.
Unklar ist, was das für Chipsätze von Drittanbietern, namentlich Nvidia, bedeutet. Durch den reduzierten Funktionsumfang des Chipsatzes und die vergleichsweise langsame Anbindung erscheint es schwer möglich, eine Chipsatz-Alternative mit hervorstechenden Features zu entwickeln. Zudem ist unklar, ob Nvidia überhaupt eine Lizenz für DMI hat. Bereits bei der LGA-1366-Plattform und ihrer QPI-Anbindung gab es ähnliche Fragestellungen. Diese blieben aber unbeantwortet, nachdem Nvidia sich entschloss, keinen eigenen Chipsatz für den Enthusiast-Markt zu entwickeln und stattdessen SLI-Lizenzen für Mainboards mit Intel-Chipsatz zu verkaufen.
Ob Nvidia auch bei der Mainstream-LGA-1156-Plattform auf einen eigenen Chipsatz verzichtet, beziehungsweise verzichten muss, bleibt weiterhin unklar. Aber dass es eine mit den X58-Mainboards vergleichbare Lizenzregelung gibt, wurde jetzt bestätigt. In einem Computex-Hardware-Preview entdeckte PCGH-X-Mitglied "Kosake" den Hinweis:
Demnach werden alle P55 Mainboards von Gigabyte mit einer SLI-Lizenz auf den Markt kommen. Der Preis für selbige soll geringer ausfallen, als bei den X58-Platinen, bei denen schon einmal 40 Euro Unterschied zwischen der SLI- und der Non-SLI-Version einer Platine liegen. Ein Grund hierfür könnte die eingeschränkte Anbindung des Core i5 sein: Zweimal acht Lanes limitieren in einigen Fällen bereits bei Verwendung von zwei Oberklasse-GPUs, die sich in Form einer GTX 295 aber auch ganz ohne SLI-kompatibles Mainboard betreiben lassen. Der X58 mit zweimal 16 Lanes beziehungsweise viermal acht stellt dagegen die derzeit beste Plattform für einen Triple- oder Quad-SLI-Verbund dar.
Eine leistungsfähigere Lösung, die weitere Zahlungen an Nvidia beinhaltet, könnte die Verwendung von Nvidias hauseigenem NF200-SLI-Switch sein. Dieser ermöglicht es, 16 Lanes dynamisch zwischen zwei Karten aufzuteilen, so dass eine Karte zeitweilig auf die volle Bandbreite zugreifen kann. Außerdem kann die Kommunikation zwischen den Karten direkt über den NF200 erfolgen und Daten, die an beide Karten übertragen werden, müssen nur einmal an den NF200 gesendet werden. Die dadurch erreichte Performance entspricht zwar nicht der eines vollwertigen dual-16-Lane-Setups, kann aber über der einer 8+8-Kombination liegen.
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Bei den restlichen Boards die man so gesehen hat ist ja da nichts was so zu kühlen wäre.