Abstürzende Core-CPUs: Auch Gigabyte bringt angepasste UEFI mit "Baseline"-Profil

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Abstürzende Core-CPUs: Auch Gigabyte bringt angepasste UEFI mit "Baseline"-Profil
Quelle: Gigabyte

Nach Asus hat nun auch Gigabyte ein neues UEFI für Intels Raptor-Lake-Prozessoren veröffentlicht, das mit einem angepassten Taktprofil Abstürze vermeidet. Je nach Blickwinkel gibt es dadurch aber einen Leistungsverlust.

Schon seit mehreren Monaten gibt es Hinweise auf Crash-Probleme mit Intels aktuellen Raptor-Lake-Prozessoren - also den Generationen Core 13000 und Core 14000 - die sich häufig mit einer VRAM-Fehlermeldung bemerkbar machen. Nachdem diese auch aktuell nicht abbrechen, sind die Mainboard-Hersteller jetzt aber offenbar um eine Lösung bemüht. Asus hat schon letzte Woche angepasste UEFI-Versionen angekündigt, und in diesen Tagen folgt Gigabyte mit demselben Schritt.

(K)ein Leistungsverlust

Demnach steht ab sofort ein neues Beta-UEFI für alle Gigabyte-Mainboards mit Chipsatz vom Typ Z790 oder B760 zur Verfügung. Neu ist laut dem Unternehmen ein weiteres Taktprofil namens "Intel Baseline", das die Abstürze beheben soll. Dahinter verbirgt sich offenbar schlicht ein Betrieb mit den von Intel vorhergesehenen Standardwerten. Bisher liefen die Raptor-Lake-Prozessoren hingegen, wie auch mit Mainboards anderer Hersteller, offenbar mit einer standardmäßigen Übertaktung beziehungsweise einem erhöhten Powerlimit, das den verbauten Chip zu stark belastete und damit die Abstürze verursachte.

Das neue Baseline-Profil lässt sich als Punkt 'Turbo Power Limits' in den Erweiterten CPU-Einstellungen ('Advanced CPU Settings') im Reiter 'Tweaker' finden. Quelle: Gigabyte Das neue Baseline-Profil lässt sich als Punkt "Turbo Power Limits" in den Erweiterten CPU-Einstellungen ("Advanced CPU Settings") im Reiter "Tweaker" finden. Wechselt man nun vom "OC"-Profil auf die neue "Baseline"-Einstellung, dürfte sich dadurch allerdings ein Leistungsverlust ergeben. Denn schließlich wird der eingesetzte Prozessor dadurch im Schnitt mit weniger Takt laufen. Die Website Uniko's Hardware hat bereits einen ersten Test mit einem Engineering Sample eines i9-13900KF veröffentlicht und spricht dabei von teils deutlichen Unterschieden. In Cinebench soll die Multicore-Leistung von über 40.000 auf knapp unter 29.000 Punkten abfallen, wohingegen es im Singlecore-Benchmark keinen Unterschied gibt. In Spielen ist hingegen die Rede von zehn Prozent niedrigeren Bildraten in Cyberpunk 2077, fünf Prozent in Red Dead Redemption 2 und drei bis acht Prozent in Shadow of the Tomb Raider.

Passend zum Thema: Core-CPUs: Asus bremst instabile Prozessoren per BIOS-Update deutlich aus

Offenbar unterschreitet das Baseline-Profile dabei aber sogar die Angaben von Intel: Erlaubt wäre ein kurzzeitiger Energieverbrauch von 254 Watt, das Engineering Sample wird in diesem Szenario aber nur mit 188 Watt betrieben. Womöglich ist Gigabyte bei den regulären Prozessoren aber zur Spezifikation konform und weicht nur bei dem Vorserienmodell ab. In diesem Szenario würde der Leistungsunterschied wohl noch ein gutes Stück kleiner werden. Das müssen aber erst weitere Tests zeigen. Zu bedenken ist zudem, dass Gigabytes bisheriger Betrieb die Intel-Spezifikation verletzte, um mehr Rechenleistung zu ermöglichen. Wer das Baseline-Profil nutzt, verzichtet also in erster Linie auf eine werksseitige Übertaktung. Die CPU ist damit also wohl nicht langsamer, als von Intel vorgesehen und beworben.

Quelle: Gigabyte via Videocardz

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    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Aber nachträglich auf einer Platine, der man bislang mehr zugetraut hat?
        Die sind wohl vorsichtiger geworden.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Aber nachträglich auf einer Platine, der man bislang mehr zugetraut hat?
        Die sind wohl vorsichtiger geworden.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        PL4 ist merkwürdig. Seitens Intel ist diese Option für den Selbstschutz einer Plattform vorgesehen – die CPU überschreitet die PL4-Leistung keinesfalls, sondern drosselt vorbeugend ihren Takt. Gedacht vor allem um eine Überlastung der Stromversorgung in Notebooks zu verhindern, kann aber in gleicher Funktion auch auf Billig-Mainboards zum Einsatz kommen.
        Aber nachträglich auf einer Platine, der man bislang mehr zugetraut hat?
      • Von HandyKoeln Kabelverknoter(in)
        Heute habe ich einmal das neue UEFI von Gigabyte gecheckt. Bei dem Intel Baseline Profil werden bei einer 14700KF CPU folgende Werte gesetzt:
        PL1 = 125 W
        PL2 = 188 W
        tau = 56s
        PL4 = 293 W (neu)

        IccMax = 249 A
        IA Domain Loadline (AC/DC) = 1.700 / 1.700 mOhm

        Interessanterweise gibt es jetzt ein neues Power Level 4, was es zuvor nicht gegeben hat. Die Werte entsprechen ebenfalls nicht dem Datenblatt von Intel. Sind aber sogar noch konservativer angesetzt.
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Schön mit AVX und bis zu 450 Watt die Brechstange auspacken und in die kleinen Prozessoren pumpen - hätte wohl jeder einfache OC'ler gesagt, dass das langfristig nicht gut geht.
        Gesetze der Physik können nicht umgangen werden.
        Das aber zu versuchen verkauft sich anfangs besser.
      • Von rehacomp Software-Overclocker(in)
        Ich find´s lustig, das in den Titelzeilen von Leistungsverlust gesprochen wird.
        Eigentlich ist es doch so, das die Boardhersteller die CPUs außerhalb der Standardmäßigen Einstellungen betreiben. Und zwar ohne das zutun des Übertaktungsfreudigen Users.
        Jetzt wo alles nach Vorgabe läuft, fangen wir an zu jammern?

        Im Umkehrschluss frage ich mich was denn in den CPUs überhaupt noch an Übertaktungspotenzial drin ist, wenn es bei solchen Einstellungen schon zu Fehlern kommt. Mag zwar Prime95 stabil sein, aber wohl nicht Gaming-stabil.

        Intel, ihr habt die Dinger bis aufs letzte ausgereizt, nur um AMD standhalten zu können?
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