Razer Viper: Razers neues Spielermaus-Flaggschiff mit optischen Tastenschaltern getestet

Razers neue, zusammen mit E-Sport-Profis entwickelte Viper will den Spieler nicht nur mit ihrem geringen Gewicht, ihrem beidhändigen Formfaktor, dem sehr flexiblen Kabel oder dem hochmodernen 5G-Sensor für sich gewinnen. Mit ihren optischen Haupttastenschaltern soll die Premiummaus auch neue Standards für E-Sport-Mäuse definieren. Unser Test zeigt, ob das gelingt und ob auch der Hobby-Gamer von der innovativen Schaltertechnik profitiert.

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Razer Viper: Razers neues Spielermaus-Flaggschiff mit optischen Tastenschaltern getestet
Quelle: PC Games Hardware

Peripheriespezialist Razer ist dafür bekannt, mit neuen Maus- oder Tastaturmodellen auch gleich eine neue, meist innovative Technik vorzustellen. Mit der Neuauflage des Black-Widow-Keyboards debütieren ab 2014 nacheinander die selbst produzierten Razer Green (akustisch/haptisch taktil), Razer Orange (haptisch taktil) und Razer Yellow Switches (linear/schnell/leise), die dann ab der Einführung der Black Widow Chroma auch noch über eine RGB-Beleuchtung verfügen. Mit der Razer Huntsman (Link zu Test) präsentierte man Mitte 2018 dann den ersten optomechanischen Tastenschalter. Im Gegensatz zum herkömmlichen mechanischen Switch, der über jede Menge beweglicher Teile verfügt und über einen Metallkontakt auslöst, findet bei diesem mechanischen Razer-Taster das Auslösen per Lichtstrahl statt.

Die neue optische Schaltertechnik ist aber nicht nur Razers Keyboard-Flaggschiff vorbehalten. Man überträgt die Technologie auf die beiden Haupttastenschalter der neuen, aktuell nur in Razers Onlineshop erhältlichen Viper und macht diese so zur ersten Gamer-Maus, deren Schalter für die beiden wichtigsten Tasten eine dreimal so hohe Betätigungsgeschwindigkeit im Vergleich zu herkömmlichen mechanischen Maustastern bieten. Dabei ist jeder der beiden Haupttastenschalter auf bis zu 70 Millionen Klicks ausgelegt und für den Turniergebrauch designt, um schnelle Geschwindigkeiten und höchste Präzision für professionelle Gamer und Gelegenheitsspieler zu gewährleisten. Soweit die Theorie und der technische Hintergrund, wie sich der superflotte Switch im praktischen Spieleeinsatz verhält und was der 90 Euro teure Premiumnager noch zu bieten hat, erfahren Sie in folgendem Test.

Test Razer Viper: Umfangreiche Ausstattung mit Alleinstellungsmerkmal

Razers neue, als "Optical Mouse Switches" bezeichnete optische Schalter für die Haupttasten (siehe Bilder in der Galerie) sind klar der Ausstattungshöhepunkt und gleichzeitig das Alleinstellungsmerkmal der neuen Razer Viper. Doch das für Rechts- und Linkshänder geeignete Mausflaggschiff hat deutlich mehr zu bieten als die für Mäuse innovativen optischen Taster. Zur insgesamt etwas besser als guten Ausstattung (Note: 1,73) gehört auch das neue Speedflex-Kabel, dessen Ummantelung spürbar weniger Reibung erzeugt und sich auf dem Schreibtisch, wie sich im Praxistest herausstellt, auch wirklich nicht verheddert. Dazu kommen das gummierte Mausrad, der Dpi-Knopf mit farblicher LED-Anzeige (fünf Stufen wählbar) auf der Unterseite, sowie die achsen­symmetrische Form, bei der je zwei Sondertasten oberhalb des gummierten Seitenteils positioniert sind.

Das Hecklogo der 69 Gramm leichten Razer Viper erstrahlt im RGB-Licht, im Chroma-Bereich der mittlerweile auch als Gast ohne Anmeldung nutzbaren Synapse-3-Software stehen zehn Effekte sowie mit "Statisch" ein Modus für die individuelle Beleuchtung bereit. Der Umfang und die leichte Bedienung der Software gefallen und lediglich eine Option zur Pfadbegradigung fehlt. Dafür können Sie per Hypershift-Funktion jeder der sieben Tasten eine zweite Funktion zuordnen. Dazu kommt, dass Sie Ihre Makros, Ihre gewählten Dpi-Stufen und Tastenfunktionseinstellungen auch an PCs ohne Razer-Software abrufen können. Die Abtastung übernimmt Razers hauseigener optischer (IR-LED) 5G-Sensor mit maximal 16.000 Dpi. Dabei handelt es sich um eine von Razer geringfügig modifizierte Variante des Pixarts PMW 3389, dem eine 32 Bit-ARM-MPU zur Seite steht, die sich unter anderem um die Oberflächenkalibrierung und die Kontrolle/Minimierung der Hubhöhe (Lift-Off-Distanz) kümmert.

Test Razer Viper: Ergonomisches Leichtgewicht mit tollen Tastendruckpunkten

Ein aktueller Trend bei hochpräzisen Spielermäuse ist ein geringes Gewicht damit vor allem Turnierspieler das Eingabegerät lediglich mit geringen Kraftaufwand über das Pad schieben kann. Den Anfang macht Logitech mit der G Pro (80 g) doch mittlerweile findet man immer mehr gewichtsreduzierte Mäuse wie die Glorious PC Gaming Race Model O (68 g altes und 59 g neues Modell), Endgame Gear XM1 (70 g) oder jetzt die Razer Viper mit nur 69 g Gewicht. Anders als von uns anfänglich vermutet, wirkt sich das niedrige Gewicht auch im Fall der Razer Viper nicht negativ auf die Ergonomie aus. Ganz im Gegenteil ist kaum noch ein Start- und Reibwiderstand zu spüren, sodass die Spielermaus schon bei minimalem Kraftaufwand ideal über das Pad gleitet. Dank der beiden gummierten, mit einer Struktur versehenen Mulden für den Daumen, respektive Ringfinger und kleinen Finger ist optimaler Grip und eine sehr präzise Mausführung auch bei maximaler Dpi-Rate garantiert.

Zum sehr guten Griffigkeit kommt noch eine optimale Ergonomie, unabhängig ob Sie die Handinnenfläche auf den angerauten Mausrücken (Palm Grip) legen oder die Razer Viper mit Daumen, Ringfinger und kleinem Finger führen. Wie schon bei der Mamba, Deathadder, Lancehead und Basilisk ist es Razer auch bei der Viper wieder gelungen, eine äußere Form und Tastenanordnung zu kreieren, die unabhängig von Handgröße, Fingerlänge oder Griffstil stets ergonomisch ist. Dazu kommen sehr knackige, direkte und leichtgängige Druckpunkte für die Zusatztasten sowie ein Scrollrad mit sehr guten Druckpunkt und gut spürbarer Rasterung.

Bildergalerie

Test Razer Viper: Schnelle Schalter und hochpräzise Abtastung

Da Razers hauseigener optischer 5G-Sensor zusammen mit dem ­Pixart PMW 3389 (Endgame Gear XM1), dem Pixart PMW 3391 (Corsair Nightsword) oder Logitechs HERO-­Sensor aktuelle die High-End-Fraktion der Abtasttechnik bilden, arbeitet die Viper sehr präzise und lässt sich nicht zuletzt dank der tollen Ergonomie auch im Grenzbereich von 16.000 Dpi noch gut nutzen. Eine Latenz oder Abtastprobleme konnten wir nicht feststellen und auch bei der Sensorleistung hat uns die Viper wie Razers andere mit dem 5G-Sensor bestückten Mäuse (Deathadder/Mamba Elite) erneut mit ihrer Abtastleistung beeindruckt. Ebenfalls positiv: Die Lift-Off-Distanz liegt bei nur 1,1 Millimetern und die Möglichkeit in der Synapse-3-Software die Abtastung auf verschiedenen Untergründen/Mauspads zu kalibrieren, besteht auch noch.

Die von Razer versprochene hohe Betätigungsgeschwindigkeit des Optical Mouse Switches können wir leider nicht messen und müssen uns auf unser Gefühl verlassen. Zumindest bei sehr schneller Einfachbetätigung und generell bei Mehrfachbetätigungen hat Razers optischer Taster klar die Nase vorn, das habe wir im Spieleeinsatz und im direkten Vergleich mit einer Razer Deathadder Elite zweifelsfrei feststellen können. Erzielt wird die dreimal so hohe Betätigungsgeschwindigkeit im Vergleich zu mechanischen Schaltern ohne jegliche Prellzeit durch das von Razer entwickelte optische Verfahren. Während mechanische Switches ein elektrisches Signal über Metallkontakte senden, wird bei der optischen Variante kein physischer Kontakt für das Senden eines Signals benötigt. Ein Infrarotlichtstrahl, der durch eine kleine Kammer zu einem Auslöser geleitet wird (siehe Bilder unten), sendet ein elektrisches Signal zum PC. So reagiert der Schalter sofort auf jede Eingabe.
<strong>Razer Viper: </strong>Razers neues Spielermausflaggschiff mit optischen Tastenschaltern getestet (14) Quelle: Razer  Razer Viper: Razers neues Spielermausflaggschiff mit optischen Tastenschaltern getestet (14)

Test Razer Viper - Fazit: Perfekter Spielpartner nicht nur für E-Sportler

Razers neue High-End-Maus sichert sich die sehr gute Wertung von 1,27 und die Top-Produkt-Auszeichnung im Spielermaus Vergleichstest der aktuellen PC Games Hardware 10/2019 nicht nur mit ihrer innovativen Mausschaltertechnik, die eine besonders schnelle Betätigung der beiden Haupttasten möglich macht. Sie bietet auch eine spielergerechte Ausstattung und eine sehr präzise Abtastleistung. Dazu kommt die optimale Ergonomie unabhängig von Griffstilen oder Handgrößen und die Tatsache, dass sich das geringe Gewicht von nur 69 g positiv auf das Handling und die genaue Mausführung bei hohen Dpi-Zahlen auswirkt. Die Viper ist eine E-Sport-taugliche Präzisionsmaus, die sich genauso gut für den Casual Gamer eignet. Wer sich nicht scheut, 90 Euro für einen Spielpartner auszugeben, der erwirbt eine Maus, die zusammen mit der Roccat Leadr und der Logitech G502 Lightspeed zu den aktuell drei besten Modellen auf den Markt gehört.

PCGH-Wertung

1,27
Produkt Viper
Hersteller/Vertrieb (Webseite) Razer (www.razer.com/de-de)
Preis/Preis-Leistung Ca. 90,- Euro/befriedigend
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/2109862
Bauart/Anschluss/Verarbeitung Kabel-Maus/USB/sehr gut
Empfohlener Spielstil\geeignet für Low-, Mid- und High-Sense/Links- und Rechtshänder
Ausstattung 1,73
Abtastung/Lasertyp Optisch (IR-LED)/Razer 5G (Pixart PMW 3389)
Anzahl Tasten 7 + Scrollrad 
Maximale Auflösung 16.000 Dpi (Abtasthilfen per ARM-CPU)
Kabellänge Ca. 210 cm 
Sonderausstattung Dpi-Umschaltung (5 Stufen in der Maus gespeichert, mit Schalter auf der Unterseite), Hypershift-Tastenverdoppelung, Profilverwaltung/Makrofunktion (Cloud-/On-Board-Speicher), ARM-CPU, alle Tasten/Scrollrad frei programmierbar, RGB-Beleuchtung (10 Effekte und ein individueller Modus mit Modifikationen wie Tempo oder Dauer für Scrollrad und Logo), 1.000 Hz Polling Rate, sehr flexibles USB-Kabel
Eigenschaften 1,15
Größe (H × B × T)/Gewicht/Volumen (angenähert) 37,8 × 66,2 × 127,6 mm/69 g/83 cm³
Druckpunkte Haupt-/Sondertasten Sehr gut/sehr gut
Druckpunkt/Rasterung Scrollrad Sehr gut/sehr gut
Funktionsumfang und Features Software Gut bis sehr gut/Lift-Off-Distanz verstellbar, Untergrundkallibrierung, keine Option für Angle-Snapping
Leistung  1,16
Ergonomie Sehr gut (alle Griffstile)
Präzision/1.000 Hz Polling Rate Sehr gut/ja, per Software
Gleiteigenschaften Sehr gut
Abtastverhalten/Lift-off-Distanz Sehr gut/niedrig: ca. 1,1 mm
Gesamtnote (Fazit) 1,27
   
Pro und Contra:  + Optimale Ergonomie/für Links- und Rechtshänder geeignet
  + Druckpunkte Haupttasten und Seitentasten/Umfang Software
  + Geringes Gewicht, Maus lässt sich sehr angenehm führen 
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    • Kommentare (22)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von barmitzwa Software-Overclocker(in)
        Zitat von JoM79
        Model O ist für Rechtshänder, während die Viper auch für Linkshänder geeignet ist.
        Zudem keine Löcher überall.
        okay, da hast du wiederum auch recht
      • Von barmitzwa Software-Overclocker(in)
        Zitat von JoM79
        Model O ist für Rechtshänder, während die Viper auch für Linkshänder geeignet ist.
        Zudem keine Löcher überall.
        okay, da hast du wiederum auch recht
      • Von PureLuck BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Inras
        Ich hatte lange nur Logitech Mäuse und die haben bei mir ewig gehalten bis sie schon richtig ausgelutscht ausgesehen haben oder das Kabel den Geist aufgegeben hatte.
        Die Roccat Kone Pure (war bei meinem Laptop dabei) fängt jetzt schon nach ca. 3 Jahren an mit ungewollten Doppelklicks. Und von Razer habe ich bisher auch nicht viel Gutes gehört. Entweder versuche ich die Roccat zu reparieren oder ich hol mir wieder eine Logitech.
        90€ würde ich durchaus zahlen für eine gute Maus die entspechend lange hält.
        Ich hätte meine Kone damals auch reparieren können. Leider bin ich leicht ausgetickt, als ich ranked gespielt habe und das Teil plötzlich nicht mehr funktionierte (weiß nicht mehr, ob CS:GO oder LoL), sodass die Maus dann einmal die Tischkante und dann das Fliegen kennen lernen durfte
        Da war dann nicht mehr viel mit Reparatur...
        Ein Glück ist das lang her und ich bin mittlerweile ruhiger geworden, sodass keine Nager mehr durch die Gegend segeln müssen bei mir.
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Model O ist für Rechtshänder, während die Viper auch für Linkshänder geeignet ist.
        Zudem keine Löcher überall.
      • Von barmitzwa Software-Overclocker(in)
        Zitat von JoM79
        Also ich sehe die Viper eigentlich als direkten Konkurrenten zur G Pro Wireless.
        Ähnliche Maße und wenig Gewicht, dafür halt mit Kabel.
        Die Viper 2019 ist eher in Konkurrenz mit Mäusen wie der Model-O zu sehen.

        GPW ist eben wegen der kabellosigkeit (mit langer Laufzeit und trotzdem geringen Gewicht) eine andere Liga
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Meine letzte Logitech hat nen halbes Jahr gehalten, dann war das Scrollwheel hin.
        Doppelklicks liegen an den Tastern, einfach nacharbeiten oder tauschen.
        Marke interessiert mich schon lange nicht mehr.
        Die Form muss passen, das ist erstmal das wichtigste.
      Direkt zum Diskussionsende
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