"Zur Entwicklung von Eingabegeräten gehört eine gewisse Magie" - Interview mit Razer-CEO Min-Liang Tan
PC Games Hardware sprach mit Min-Liang Tan, CEO von Razer, über das Design von Mäusen, über den jüngsten Erfolg mechanischer Tastaturen und über die Zukunft des Spielens, beispielsweise mit Oculus Rift und Hydra.
PCGH: Da sich die Ergonomie von Eingabegeräten in der Regel nicht jährlich ändert, bekommt man den Eindruck, dass die Hersteller von Eingabegeräten jedes Jahr versuchen, das Rad neu zu erfinden. Sehen Sie das bei Razer auch so?
Min-Liang Tan: Die Ergonomie von Peripheriegeräten ist etwas, was zwischen künstlerischen Anspruch und Größe liegt, so eine Art Mixtur. Nimm als Beispiel die Razer Naga, unsere MMO-Maus. Als wir die zum ersten Mal präsentiert haben, meinten die Spieler, das Gerät sei total verrückt und bediene sich wie ein Telefon. Ich selber bezeichne die Naga als ein Gerät, bei der sich Kunst und Technologie kreuzen. Dabei ist der künstlerische Aspekt des Geräts meiner Meinung nach die Tatsache, dass dieses Produkt nicht mehr relevant gewesen wäre, wenn wir es erst drei Jahre später veröffentlicht hätten. Damals war beispielsweise die Eingabe am Handy per Tasten sowie mit Daumen aktuell, während man die heutige Smartphone-Generation heute schon wieder ganz anders und vor allem mit mehreren Fingern bedient. Damals fingen wir bei Razer an, darüber nachzudenken, wie wir Nummerntasten an einer Maus untergebracht bekommen, die der Nutzer dann auch noch intuitiv auslösen kann. Das war damals für uns äußerst wichtig, heute dagegen sind die Anwender es gewöhnt, an einer Maus ein Num-Pad vorzufinden. Hätten wir die Maus erst heute veröffentlicht, wäre diese Relevanz sicherlich längst nicht so groß ausgefallen wie vor drei Jahren. Genau darauf sind wir bei Razer stolz. Wir verbringen sehr viel Zeit damit, die Ergonomie zu optimieren und dafür zu sorgen, dass die Technik einwandfrei ausfällt. Dazu kommt dann auch noch eine gewisse Magie. Das ist Anthropologie, wenn man genau weiß, wann etwas zu einer gewissen Zeit für die Menschheit, für den Gamer relevant ist und nur dann designen wir auch neue Produkte wie die Naga-Maus. Die Ergonomie ändert sich ständig mit der Art und Weise, wie die Leute die Dinge benutzen, und deshalb widmen wir der Ergonomie der Produkte sehr viel Entwicklungszeit.
Quelle: Razer
Der Ergonomie der Produkte wird laut Razer sehr viel Entwicklungszeit gewidmet (im Bild: Die überarbeitete Naga-MMO-Maus)
PCGH: Werden wir in der nächsten Zeit noch öfters Remakes von klassischer Mäusen erleben?
Min-Liang Tan: Ich glaube, ihr werdet schon überarbeitete Geräte sehen. Nehmen wir beispielsweise die Razer Death Adder. Das ist zwar nicht unser Spitzenmodell, aber die Leute mögen die Maus. Wir haben die Maus immer und immer wieder überarbeitet, was letztendlich auch der Grund war, die neue Death Adder auf den Markt zu bringen. Dabei wollten wir die Maus mit einer gewissen Perfektion überarbeiten und keinesfalls etwas reparieren, das noch nicht einmal defekt war. Wir haben uns sogar die kleinsten Dinge angeschaut und überlegt, wie wir diese noch verbessern können. Da sich die Sensortechnik weiterentwickelt hat, konnten wir zum Beispiel das Leistungslimit des Sensors deutlich nach hinten schieben. Generell bin ich der Meinung, dass klassische Designs die besten sind, da sie sehr viele Jahre lang Bestand haben.
"Klassische Designs sind die besten"
PCGH: Mechanische Keyboards scheinen aktuell ein riesiges Comeback zu feiern. Wie groß und wichtig ist dieser Markt für Razer? Plant Razer in diesem Bereich, bald neue Geräte vorzustellen?
Min-Liang Tan: In der Vergangenheit waren mechanische Tastaturen eher ein Hobby oder eine Art von Nischenprodukt und sie waren damals mit Preisen von bis zu 300 US-Dollar auch sehr teuer. Wir hatten immer eine Leidenschaft für mechanische Keyboards, wollten aber die perfekte Druckkraftkurve sowie das perfekte Design entwickeln. Interessanterweise designt Razer ein Produkt nicht mit Hinblick auf die Kosten, sondern mit großem Augenmerk auf die zum Einsatz kommende Technik. Die Preisgestaltung erfolgt also immer erst, nachdem das Design schon abgeschlossen ist. Das Interessante bei unseren mechanischen Keyboards war, dass wir nach Abschluss des Designs feststellten, dass wir mit unserer Preisgestaltung von 139 US-Dollar zum Launch-Zeitpunkt nur die Hälfte des Preises forderten, die alle anderen Geräte am Markt kosten sollten. Und als wir uns dann näher mit dem Thema befasst haben, stellten wir fest, dass die Tatsache, dass wir mit unserem günstigen Preis so viele Spieler wie möglich erreichen können, die wahre Renaissance ist. So wurde aus einem Eingabegerät, das nur eine ganz kleine Gruppe von Spielern nutzte, ein Produkt, das mittlerweile von sehr vielen Leuten zum Spielen eingesetzt wird. Ich persönlich mag mechanische Tastaturen sehr und wir werden in diesem Bereich auch noch weiterentwickeln und neue Designs entwerfen. Ich glaube, es gibt noch einige Innovationsmöglichkeiten bei den mechanischen Keyboards.
PCGH: Wie läuft es eigentlich mit der Razer Hydra? Wie sieht die Unterstützung seitens der Spieleentwickler aus und wie kommt das Gerät beim Spieler an?
Min-Liang Tan: Unsere Hydra läuft sehr gut und aktuell besonders gut im Zusammenspiel mit dem Oculus Rift. Das ist ein ziemlich natürlicher Fortschritt, denn wir bekommen sehr viele Anfragen und viele Spiele-Entwickler wollen die Unterstützung für das Zusammenspiel aus Oculus Rift und Razer Hydra in ihre Spieletechnologie integrieren.
Quelle: PC Games Hardware
Oculus Rift und die Razer Hydra sind im Moment "eine phänomenale Kombination", so Min-Liang Tan im Interview
PCGH: Haben Sie selbst schon einmal mit Oculus Rift gespielt?
Min-Liang Tan: Ja, habe ich, das Oculus Rift ist unglaublich, ich bin davon sehr begeistert und ich habe als Eingabegerät die Razer Hydra benutzt.
PCGH: Ist Ihrer Meinung nach dann die Razer Hydra das ideale Eingabegerät für das Oculus Rift?
Min-Liang Tan: Mich haben schon viele Leute gefragt, ob dies die perfekte Gaming Maus und jenes das perfekte Eingabegerät für irgendetwas ist. Wir bei Razer glauben, die Grenzen beim Design immer weiter nach vorne schieben zu müssen, um ein Produkt zu erhalten, das auf dem neuesten Stand der Technik ist. Aber die Technik ändert sich ständig. Für uns ist das ein aufregender, wenn auch anstrengender Prozess, wenn wir jeden Tag versuchen, das Limit nach oben zu setzen. Aktuell sind das Rift und die Hydra eine phänomenale Kombination, aber wer weiß, wie das in der Zukunft aussieht.
"70 Prozent der Belegschaft von Razer sind Designer und Techniker"
PCGH: Wie werden wir zukünftig spielen, beispielsweise in 10 Jahren?
Min-Liang Tan: Daran arbeiten wir gerade schon in unseren Laboren. Die Produkte, die wir täglich testen, sind dem aktuellen Stand der Technik schon zwei Generationen voraus. Wir führen mit allen Produkten Langzeittests durch, mit E-Sportlern beispielsweise testen wir schon immer eine Geräte-Generation im Voraus.
Bei Razer entwickeln wir Produkte Folgendermaßen: Wir haben ein eigenständiges Technologiezentrum in Austin, Texas, und die Techniker dort beschäftigen sich mit Dingen, die der Gegenwart fünf bis zehn Jahre - oder sogar noch ein paar Jahre mehr - voraus sind. Die Jungs verfolgen jede nur erdenkliche Technik für uns. Zusätzlich gibt es weltweit drei eigenständige Designzentren, eines in San Francisco, eines in Taipeh und eines in Singapur. Bei Razer sieht das etwas anders aus als bei anderen Firmen, denn ein Großteil unserer Mitarbeiter sind Designer und Ingenieure anstatt Marketing-Menschen - genau genommen sind sogar 70 Prozent der Belegschaft Designer und Techniker. Wir sind eine technisch ausgerichtete Firma und wir verbringen sehr viel Zeit damit, uns mit coolen Sachen zu beschäftigen.
PCGH: Danke für das Interview.


Hab ne BWU und läuft. Aber kein Synapse. Das würde mir dann doch zu blöd werden
MFG
Razers Synapse :
Durch seine Verwendung von Razer Synapse 2.0 (nachfolgend „Synapse“) erklärt der Kunde seine Einwilligung, dass Razer aggregierte Daten, personenbezogene Daten und identifizierende Daten erhebt. Razer ist berechtigt, aggregierte Daten und personenbezogene Daten Dritten zugänglich zu machen.
Tja was soll man da noch sagen...
Jaja es gehört schon Magie dazu, dass eine Razer Maus mal mehr als 1 Monat ohne Fehler funktioniert.