Wissenswertes rund um PC-Lüfter und ihre Bauweise
Wie viele Lüfter braucht ein PC, wie verteilt man sie am sinnvollsten, welche Rolle spielt der Luftstrom im Gehäuse, und ist mehr wirklich immer besser?
In diesem Artikel
Wie viele PC-Lüfter benötige ich? Wissenswertes rund um Luftstrom & Co.
Mittlerweile ist es üblich, bei PC-Gehäusen auf eine aktive Kühlung durch Lüfter zu setzen. In der Regel sind selbst günstige Gehäuse standardmäßig mit einem oder mehreren PC-Lüftern bestückt. Oft ist aber nicht klar, ob diese Belüftung ausreicht oder ob eine Aufrüstung vonnöten ist. Im Folgenden erklären wir, was es mit dem Luftstrom auf sich hat, wie viele Lüfter man installieren sollte und welche Lüfteranordnung sinnvoll ist.
Konstanter Luftstrom ist wichtig
Die wichtigste Prämisse ist das Aufrechterhalten des Luftstroms. Hierbei sollte immer darauf geachtet werden, dass sämtliche im Gehäuse befindlichen Ventilatoren die Luft möglichst in dieselbe Richtung bewegen und sie nicht gegeneinander arbeiten. Bei den meisten aktuellen PC-Cases bietet sich dazu eine ganz einfache Konstellation bezüglich der PC-Lüfter an: Einer saugt an der Front die kühle Luft in das Gehäuse hinein, der zweite bläst sie direkt hinter dem Prozessor wieder nach draußen. Oft stellen sich PC-Käufer die Frage, ob es nicht noch andere sinnvolle Aufteilungen der Lüfter gibt oder ob man gar ganz auf die Ventilatoren am Gehäuse verzichten kann. Diese Fragen klären wir in den nächsten Abschnitten.
Benötige ich Gehäuselüfter?
Kommen bei einem PC keine Lüfter am Gehäuse zum Einsatz, sorgen alleine die Ventilatoren an CPU-Kühler und Grafikkarte für Frischluftzufuhr. Da aber in einem Gehäuse ohne Lüfter deutlich weniger Luft von außen nach innen dringt und die warme Luft deshalb viel länger im Case verbleibt, ist auch die von den genannten Komponenten zur Kühlung genutzte Luft erheblich wärmer. Wird warme Luft zum Kühlen verwendet, ist das logischerweise auf Dauer nicht besonders effektiv. In verschiedenen Tests von PC Games Hardware stiegen die Temperaturen durch das Weglassen sämtlicher Lüfter stark an. Zwar waren die Werte noch nicht so hoch, dass die Hardware gefährdet gewesen wäre, jedoch kamen hier sehr luftdurchlässig gestaltete PC-Gehäuse zum Einsatz. In weniger luftdurchlässigen Cases oder solchen, in denen die Hardware sich auf engem Raum drängt (also beispielsweise Mini-Gehäuse), kann die Temperatur aber durchaus so sehr ansteigen, dass eine ausreichende Kühlung nicht mehr gegeben ist. Daher raten wir dringend dazu, Ihren Computer stets mit mindestens einem Lüfter auszustatten.
PC-Lüfter: Das ist die beste Aufteilung
Mit zwei Lüftern ist Ihr Computer im Regelfall auf der sicheren Seite. Doch darüber, wie man diese Lüfter am besten verteilt, scheiden sich oft die Geister. PC Games Hardware hat verschiedene Testreihen durchgeführt, um herauszufinden, wo Sie die Ventilatoren am effektivsten platzieren und ob Sie mit oder ohne Drosselung besser fahren.
Quelle: PCGH
Standardbelüftung
Die Standard-Lüfter-Positionierung mit Drehzahl-Drosselung
Das erste Setup, das von der PC Games Hardware getestet wurde, ist quasi der Standard in fast allen Fertig-PCs und auch sonst das beliebteste Modell. Hierbei kommen zwei PC-Lüfter zum Einsatz, die per 7-Volt-Adapter gedrosselt werden, das heißt, dass sie eine geringere Umdrehungszahl erreichen, als sie ungedrosselt theoretisch könnten. Der eine wird an der Gehäusefront vor der Festplatte montiert, wo er kühle Luft ansaugt.
Der zweite bläst hinter dem CPU-Kühler die erhitzte Luft wieder aus dem Gehäuse. Dieses Setup bringt sofort einen großen Vorteil, der der Kühlung jeder Komponente im Computer zugutekommt. Die Festplatte, die auf diese Weise direkt im Luftstrom des vorderen Lüfters liegt, profitiert davon ganz besonders, denn ihre Temperatur sinkt im Vergleich zu einem unbelüfteten Gehäuse um 13 Grad Celsius. Der Prozessor ist in diesem Test immerhin um 8,5 Grad Celsius kühler. Weniger stark ist die Auswirkung auf die Grafikkarte, die einen Temperatur-Rückgang von 6 Grad Celsius meldet - Ähnliches gilt für die Spannungswandler.
Die oben aus dem Gehäuse strömende Luft ist um 12 Grad Celsius kühler, während die Temperatur am Boden nahezu gleich bleibt. Im Ergebnis zeigt dieser Test nicht nur, dass sich eine Belüftung des Gehäuses generell lohnt, sondern auch, dass dieses simple Setup auf jeden Fall den gewünschten Effekt der Kühlung hat.
Zwei PC-Lüfter, keine Drosselung: Kaum kühler, aber deutlich lauter
Im zweiten Test wurde der 7-Volt-Adapter weggelassen. Das heißt, die hier genauso wie im oben genannten Setup positionierten Lüfter konnten ungehemmt auf voller Leistung rotieren. Entsprechend ist hier der Lärmpegel deutlich lauter als im gedrosselten Setup. Nun möchte man meinen, dass sich bei derart ungezügelter Kraft der Innenraum des Gehäuses nach dem Motto "Viel hilft viel" in einen Eisschrank verwandelt - das passiert aber nicht. Erstaunlicherweise ist der Temperaturunterschied im Vergleich zur leisen Variante nur marginal, die Grafikkarte ist gerade einmal 3 Grad Celsius kühler; Ähnliches gilt für die Spannungswandler und die Festplatte. Die CPU erreicht denselben Wert wie im Standard-Setup. Das Fazit lautet: Kaum mehr Kühlung bei deutlich höherer Lautheit - den 7-Volt-Adapter wegzulassen, lohnt sich nicht und kann von uns auch nicht empfohlen werden.
Je mehr Lüfter, desto besser?
Viele Gehäuse, insbesondere Midi- und Big-Formate, bieten Platz für mehr als zwei Lüfter. Dementsprechend hat PC Games Hardware auch ein Setting mit vier Ventilatoren getestet. Neben den üblichen beiden PC-Lüftern an der Front und hinter der CPU wurden zu diesem Zweck ein dritter über dem Prozessor und ein vierter am Gehäuseboden montiert. Der Ventilator über der CPU bläst Luft aus dem Case, der am Boden saugt sie hinein.
Die Erwartung, dass bei so vielen Lüftern die Temperatur im PC-Gehäuse deutlich sinken würde, konnte aber tatsächlich nicht erfüllt werden - ganz im Gegenteil, die Temperatur lag teilweise sogar höher. Es wird davon ausgegangen, dass dieses unlogisch erscheinende Ergebnis dadurch entstand, dass der Bodenventilator den Luftstrom des Front-Lüfters verwirbelte und dadurch ab- und von CPU und Grafikkarte weglenkte.
Quelle: PCGH
Die Temperatur der jeweiligen Hardware nach Lüfter-Aufteilung. Bei "In das Gehäuse" bliesen alle Lüfter nach innen.
Dieser Versuch zeigt ganz klar, dass es nicht darauf ankommt, möglichst viele Lüfter im Computer zu installieren, sondern dass diese so positioniert werden, dass ein optimaler Luftstrom entsteht, bei welchem sich die einzelnen Ströme nicht in die Quere kommen.
Funktioniert der Kamineffekt bei PC-Lüftern?
Neben den oben genannten Standard-Ausrichtungen kursieren auch exotischere Positionierungen, darunter eine, die den Kamineffekt nutzen möchte. Eine Anordnung der Lüfter im Gehäuse gemäß dem Kamineffekt zielt darauf ab, dass der erzeugte Luftstrom die natürliche Bewegungsrichtung der warmen Luft nach oben hin unterstützt. Dazu werden alle Lüfter so ausgerichtet, dass sie von unten nach oben blasen. Das Problem bei dieser Theorie ist aber, dass selbst ein PC-Gehäuse der Klasse "Big" zu klein ist, als dass ein ernsthafter Kamineffekt entstehen könnte. Der Temperaturtest ergab, dass sich im Vergleich zur Standard-Ausrichtung nichts ändert - lediglich die Spannungswandler im Bereich des CPU-Sockels bleiben deutlich kühler. Dafür schwitzt die Festplatte, die nun nicht mehr von der Kühlung durch einen Front-Ventilator profitiert.
Extra leise: Spezielle Technik bei Noctua und Noiseblocker
Quelle: Noiseblocker
Die schlaufenförmigen Rotoren der PC-Lüfter der Noiseblocker-Eloop-Serie sorgen für sehr geräuscharme Belüftung.
Die Notwendigkeit, die Gehäuselüfter so einzustellen, dass der Lärmpegel einem selbst und gegebenenfalls anderen Menschen um einen herum nicht den letzten Nerv raubt, nimmt dank zunehmend besserer Technik immer mehr ab. Besonders zwei Hersteller haben hier die Nase vorn und haben Lüfter für Computer entwickelt, die von Haus aus kaum hörbar sind: Noctua und Noiseblocker. Noctua, dessen Produkte für die sehr eigenwillige beige-braune Farbe bekannt sind, setzt beim NF-A12x25 PWM auf speziell geformte Rotorblätter, die sich in gerade mal einem halben Millimeter Abstand zum Lüfterrahmen bewegen.
Noiseblocker hat in seiner Eloop-Serie sogenannte bionische Schlaufenrotoren verbaut, die durch ihre besondere Form extrem leise laufen. An diesen Beispielen sieht man, dass auch bei "einfachen" Ventilatoren noch Innovationen möglich sind und man regelmäßig neue Techniken präsentiert bekommt.

Ich habe drei 140er davon verbaut und leider diese Symptome bei meinen Lüftern festgestellt. Jetzt werde ich sie gegen die Noctua NF-A14 PWM austauschen. Nicht billig, aber sie sollten besser sein – dafür muss ich allerdings 148 Euro für fünf Stück hinblättern.
Die be quiet! Light Wings RGB sind auch nicht wirklich überzeugend und haben das gleiche Problem wie die Pure Wings. Ich brauche auch unbedingt drei davon, aber am besten wäre etwas mit Ringform-RGB. Könnt ihr da welche empfehlen? Der Preis ist egal, es müssen nur kompatibel mit der AIO sein.
Ganz vergessen, leise sollen sie auch dabei sein. ^^
LG