Noctua NF-A12x25: Lüfterflaggschiff geht für 30 Euro in den Verkauf
Noctua hat den NF-A12x25 getauften Lüfter in drei verschiedenen Varianten veröffentlicht, der mit einem Preisschild von 30 Euro das neue Flaggschiff der Österreicher darstellt. Als größte Besonderheit hat der NF-A12x25 einen Abstand von nur 0,5 mm zwischen den Rotorspitzen und der Innenseite des Rahmens. Das soll ihn zum Allrounder für die Gehäusebelüftung und dem Einsatz auf Kühkörpern machen.
Nach der Vorstellung im Rahmen der Computex 2017 und weiteren Teasern im vergangenen April hat Noctua den NF-A12x25 jetzt offiziell veröffentlicht. Es handelt sich um das neue Allround-Modell, das sich sowohl als Gehäuselüfter als auch auf CPU -Kühlern beziehungsweise Radiatoren gut einsetzen lassen soll. Das Kernmerkmal ist der geringe Laufradspalt, wie ihn Noctua nennt. Das ist der Abstand zwischen den Spitzen der Rotorblätter und der Rahmeninnenseite, der nur noch 0,5 mm beträgt.
Dafür hat Noctua den Kunststoff, aus dem der Rotor gefertigt wird, von Polybutylenterephthalat (PBT) auf das steifere, kevlarartige Liquid Crystal Polymer (LCP) umstellen müssen. Der Hersteller nennt das Ganze Sterrox. Dieser dehnt sich nach Jahren des Betriebs weniger aus, was den Lüfter unbrauchbar machen würde. Dem neuen Kunststoff sei auch der weniger einheitliche Braunton geschuldet, da sich LCP weniger gut einfärben lasse und generell empfindlicher auf Farbpartikel reagiere. Eine schwarze Chromax-Version lässt daher auf sich warten, soll aber noch folgen.
Quelle: Noctua
Druck-Förderleistungs-Kennlinie des Noctua NF-A12x25 (bei normierter Lautstärke)
Wie der Name schon sagt, ist der NF-A12x25 120 mm groß und 25 mm dick. Noctua hat den Lüfter in der mittleren Druck-Förderleistungs-Kennlinie optimiert. Das heißt, dass er in gängigen Anwendungsszenarien sowohl einen hohen Luftdruck als auch eine hohe Förderleistung erreiche und somit zum Allrounder werde. Lediglich im absoluten Bereich könne der NF-F12 einen höheren Luftdruck bei geringem Fördervolumen und der NF-S12A ein höheres Fördervolumen bei geringerem Luftdruck aufbauen - die absoluten Werte auf dem Papier sehen daher nicht unbedingt erstaunlich aus. Noctua spricht von einer überlegenen Realleistung. Wichtig ist zudem, dass der NF-A12x25 bei gleichen Drehzahlen deutlich leiser agiert als seine Brüdermodelle. Das rechts eingefügte Diagramm zeigt die Druck-Förderleistungs-Kennlinie bei gleicher Geräuschentwicklung aller drei Lüfter - der Neuling kann beziehungsweise muss teilweise schneller drehen, um seine Vorteile ausspielen zu können. Zum Vergleich: Der NF-F12 soll bei 1.500 U/min 22,4 dB(A) erzeugen, der NF-A12x25 bei 2.000 U/min unwesentlich höhere 22,6 dB(A).
Noctua bietet das neue Lüfterflaggschiff in drei verschiedenen Varianten für jeweils 30 Euro an. Die PWM-Ausführung dreht mit bis zu 2.000 U/min (1.700 via Adapter), der dreipolige ULN mit 1.200 (900 via Adapter) und der ebenfalls dreipolige FLX je nach Adapter wahlweise mit 2.000, 1.700 oder 1.350 U/min. Mit dem NA-SFMA1 bietet Noctua zudem einen Adapter an, um den NF-A12x25 an 140-mm-Bohrungen einsetzen zu können.
Der auf der Computex 2017 gezeigte, auf den NF-A12x25 abgestimmte CPU-Turmkühler wird voraussichtlich im kommenden Herbst veröffentlicht. Eine 140 mm große Variante auf Basis des Sterrox-Kunststoffes befindet sich noch in Entwicklung und könnte kommendes Jahr sein Debüt feiern.


Ein auf 30cm in 90° zur Flussrichtung aufgenommener Lüfter in einer kleinen isolierten Box klingt beim Anhören per Kopfhörer im Grunde genommen ganz anders als das, was ich unter Realbedingungen bei mir am Desktop wahrnehme.
Nicht zu vergessen ist wie gesagt auch der Einfluss der aufgestellten Barrieren und der Montage. Schraube ich einen Lüfter an/in ein Blech, dann höre ich was völlig anderes, als wenn ich ihn im freien Raum an vier Gummibändern aufhänge.
Theorie und Praxis gehen da teilweise sehr weit auseinander.
Den Bogen für die Allgemeinheit zu schlagen, ist - wenn man ganz ehrlich ist - kaum möglich.
Letzten Endes zählt jedoch, wie mit den Daten umgegangen wird.
Auch hier gehen Theorie und Praxis leider allzu oft auseinander
Es gibt ja immer wieder Spezialisten, die meinen, ein Blick auf eine Leistungstabelle würde einen fundierten Testbericht ersetzen.
Gerade Neulinge klammern sich sehr gerne an die höchste Hausnummer, weil sie die sachliche Materie nicht verstehen (wollen).
Daher ist es umso wichtiger, dass die groben Leistungsdaten miteinander vergleichbar sind und wenn möglich auch Bezug zur Praxis haben. (an der Stelle keine Kritik an euch - ihr seid da vergleichsweise ja schon recht fortschrittlich aufgestellt ^^)
Der Ansatz, direkt vom Einbau im Gehäuse auszugehen, ist schon nicht verkehrt. Damit spart man sich nicht nur viel Zeit- und Kostenaufwand, sondern misst prinzipiell auch gleich dort, wo der Lüfter nachher eingesetzt wird.
Speziell in Bezug auf die Messungen des Fördervolumens habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass die Rangliste der Testkandidaten manchmal sofort in Bewegung begibt, sobald sich auch nur ein einziger Parameter in der Konstellation verändert. Das Muster einer diffusen Strömung, die auch individuell vom Lüfterdesign abhängt, kann beim Wechsel des Formwiderstandes inform eines Kühlers oder Gitters teils massiv variieren. Vom Montageabstand mal ganz zu schweigen. Daher ist es speziell beim Einsatz solcher Messinstrumente (hier: Anemometern) auch unabdingbar, eine Beruhigungsstrecke mit hinzuzunehmen und die Strömung am Ende gleichgerichtet einzufangen. Ob man sich durch solche "Abstraktionen" der Praxis nun weiter nähert oder gar von dieser entfernt, ist manchmal gar nicht so leicht zu beantworten.
Auch die Sensorik eines Mainboards bis hin zum Messelement einer externen Lüftersteuerung bringen eine Menge Fallstricke mit sich. Hinu kommt das träge Ansprechverhalten eines individuell gearteten Kühlkörpers (Breite, Höhe, Tiefe(!), Abstand und Winkelung der Lamellen, Führungselemente, Oberflächenbeschafftenheit,...), welcher eine zentrale Stellung in der Messkette einnimmt.
Wie man es nun dreht und wendet.
In jedem Fall sind eine Menge Variablen im Spiel, die sich nur schwer zusammenraffen und in ein allgemeingültiges Urteil umformen lassen.
Durch die Bank einheitliche und faire Bedingungen zu schaffen, ist da eigentlich kaum möglich. Die einzige Option wäre, gleich mehrere Systeme zu testen, um die Bandbreite der möglichen Praxisbedingungen abzudecken und die Stärken und Schwächen gezielter herausarbeiten zu können. Dies ist wie zu erwarten jedoch wieder mit erheblichem Mehraufwand verbunden und rechtfertigt dann irgendwo auch nicht mehr den eigentlichen Zweck der Sache.
Die Resonanzen waren bisher weitestgehend positiv. Angesichts all der Dinge, die schiefgehen könnten, sollte man aber auch hier skeptisch bleiben und die Ergebnisse lediglich als Orientierung für die Praxis nehmen.
Wichtig ist, wie sich die Lüfter ganzheitlich gesehen schlagen. Mit einiger Beobachtung in den Foren (variable Praxisbedingungen), dem Studieren der unterschiedlichsten Testberichte (variable Messeinrichtungen) und nicht zuletzt dem eigenen Praxistest (das eigene Hören) zeichnet sich irgendwann ein Bild, was ein Produkt zu leisten vermag und was nicht.
Das ist ja genau das, was wir hier machen: Wissen und Erfahrung sammeln, und diese dann weitergeben.
Da ist es doch die Frage, ob ein Testbericht allein all das überhaupt abbilden kann
Gerade Geräusche snd en sehr individuelles Problem. Z.b. nervte mich mein BeQuiet SW2 140mm PWM so sehr, dass ich ihn verschenkt habe, auch der SW3 im Netzteil hat einen hörbaren Motor. Nur zu hören, wenn es wirklich ruhig ist, aber dann nervt es.
Die Frage ist letztlich, wie sich die erhoben Daten in der Praxis widerspiegeln. Auch die verlässlichsten Refernzwerte unter akribisch durchkalkulierten Laborbedingungen mit gleichbleibendem Aufbau und entsprechend teurem, kontinuierlich reklaibriertem Equipment bringen dem Nutzer nichts, wenn die Praxis schließlich ganz andere Arbeitsumgebungen fordert.
Letzteres kann man zwar exemplarisch simulieren. Allerdings legt man sich auch damit wieder auf spezifische Parameter fest, die sich nur bedingt auf andere Szenarien übertragen lassen.
Was sich in der Tabelle rein numerisch ganz oben positioniert, kann sich daheim in den eigenen vier (Gehäuse-)Wänden ganz schnell als Flopp herausstellen.
Ich erinnere allein an den anfänglichen Hype um Noiseblocker's eLoop, die sich in vielen Praxisanwendungen aufgrund ihrer konstruktionsbedingten Unannehmlichkeiten nachher doch disqualifizierten. Gerade in solchen Fällen ist es entscheidend, die praxisbezogenen Stärken und Schwächen eines Produktes herauszuarbeiten und gegenüber dem Laien klar zu kommunizieren. Der theoretisch beste Lüfter kann sein Potenzial nicht entfalten, wenn ich die Designentscheidungen des Herstellers und die damit eingegangenen Kompromisse nicht erkenne und respektiere.
Und im Zweifel ist da immer noch die individuelle Psychoakustik, die ein durchrationalisiertes Wertungschema völlig auf den Kopf stellen kann.
Ein Gefühl lässt sich ja nur schwer messen. Da bleibt eigentlich nur Trial and Error im Praxisversuch oder eben die - mal mehr, mal weniger gelungene - Annäherung per Aufnahme und optionaler numerischer Auswertung.
Wie man misst, ist da allerdings genau so schwer zu entscheiden. Mess' ich in der schallminimierten Kammer: nicht praxisnah. Mess' ich im Referenz-Gehäuse: nicht isoliert und nur bedingt übertragbar. Hinzu kommen genau so viele Variablen hinsichtlich Equipment und dessen Ein-/ und Ausrichtung.
Ein nicht weit vom Raumpegel abweichendes Geräusch "objektiv" zu erfassen, ist mit normalsterblichen Mitteln ohnehin nicht möglich. Da scheiterts in der Regel allein am Eigenrauschen der Messkette, welches bei erforderlicher Verstärkung das einzufangende Säuseln des Luftstroms oder Brummen des Motors schnell überdeckt. Hinzu kommen dann die Probleme mit der Montage, Raumakustik und Dynamik (bei steigenden Drehzahlen) bis hin zur Inhomogenität des Frequenzgangs sowie alters- und lagerungsbedingten Klangabweichung der Hardware...
Die Messtechnik ist der reinste Moloch, da kann einfach unfassbar viel schiefgehen.
Selbst wenn hier alle Hürden überwunden werden sollten:
wer garantiert mir, dass die Wiedergabekette am anderen Ende ebenso diesen Qualitätsansprüchen entspricht und die Samples nicht doch heimlich auf Äppel-Stöpseln angehört werden?
Und was bringt mir all der Aufwand, wenn all die bewältigte Komplexität im Nachhinen doch wieder auf eine einzige Ziffer heruntergebrochen werden soll, nur damit sie dann akribisch drei Stellen hinterm Komma dem Nebenmann gegenübergestellt werden kann?
Ich glaub, ich bin da nicht populistisch genug veranlagt, um alle Gemüter auf einen Schlag zu bedienen und keine Illusionen (vom perfekten Produkt) zu zerstören
Gerade Lüfter sind in der Theorie eines der dankbarsten Testobjekte, weil sie nur drei relevante Parameter kennen (Druck, Durchsatz und Lautheit) von denen sich zwei sogar gut kombinieren lassen (Druck und Durchsatz als Kühlleistung auf relevanten Kühlkörpern). Alles was man braucht, ist passendes Equipment (in der Praxis zugegebenermaßen eine sehr große Hürde) und Kenntniss der Einsatzszenarien. Die Empfindlichkeit der 12-cm-Eloops gegenüber Verwirbelungen kann man zum Beispiel sehr gut unter Laborbedingungen mit Staubfiltern, Lochblechen oder anderen Hindernissen im Luftstrom dokumentieren. (Siehe zum Beispiel PCGH 12/2016)
Lässt sich halt net so schön in längeren und kürzeren Balken darstellen. überfordert deswegen die Meisten (vermutlich auch viele Messende - ich denke die meisten Redakteure sind diesbzgl. Laien) und dürfte u.a. deswegen nicht in Frage kommen für Tests für die Allgemeinheit.
Es ist halt einfacher gleiche Drehzahl einzustellen und mit dem Mikro nen Pegel zu messen. Aussagefähigkeit in der Praxis geht gegen Null, aber es begreift jeder --> kurzer Balken gut - langer Balken schlecht...
Ich habe fast jeden Tag mit Akustikmessungen zu tun. Dabei wird vor allem auf Vergleichbarkeit und Praxisrelevanz geachtet. Ersteres ist im Falle der oben genannten Tests gegeben, letzteres ist es eben nicht. Solange das der Fall ist, kann man die Ergebnisse in die Tonne treten. Ich würde das hier von nem Kollegen definitiv nicht aktzeptieren und ihn nochmal messen schicken!
Wo ich jedoch absolut recht geben ist die Sache mit gleicher Drehzahl. Das wird den unterschiedlichen Lüfterdesigns einfach nicht gerecht
Aber wie du richtig sagst, das soll keine Dissertation werden. Deshalb halte ich diese gängigen Messungen zusammen mit ein paar guten Erklärungen für ausreichend und man darf dann auch erwarten das die Leute selbst mal ihren Kopf anschalten und das gelesene einordnen
Deswegen messe ich auch immer noch die Kühlleistung auf einem Beispielsystem. Es dauert zwar viel länger, auf diese Art präzise Messergebnisse zu erhalten, aber wenigstens passen die dann zu einem realen PC-Szenario und sind kein abstrakter, kaum die Realität beziehbarer Wert wie Durchsatzmessugnen mit selbst gebauten, ungeeichten Strömungskästen-Anemometer-Kombinationen.
Was interessiert denn an einem Lüfter? Kühlleistung und Geräusch. Das muss schon berücksichtigt werden, wenn man misst und eben eine Basis dafür geschaffen werden.
Da wirds schon wieder relativ abstrakt.