Core i5-4690K: Über 90 °C trotz Doppelturmkühler? Leserbrief der Woche
Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.
PCGH-Leser Martin nutzt einen mit drei 140-mm-Ventilatoren bestückten Doppelturmkühler. Trotzdem heizt sich sich sein Core i5-4690K im Stresstest auf über 90 °C auf. Was steckt dahinter?
Der Leserbrief:
"Ich betreibe einen nicht übertakteten Core i5-4690K mit einem etwas älteren, aber zu seiner Zeit sehr leistungsstarken Sythe Mine 2. Der Doppelturmkühler wurde mittlerweile mit drei(!) 140-mm-Wingboost-2-Lüftern von EKL Alpenföhn bestückt, welche mit maximal 60 % PWM (laut Speedfan ~900 U/min) laufen. Für eine gute Gehäusebelüftung ist durch Vollbestückung des Fractal Design XL (2 x 140 mm + 1 x 120 mm einblasend, 1 x 140 mm + 1 x 180 mm ausblasend) mit reduzierter Spannung auf 7 Volt (etwa 600 U/min für die 140er) gesorgt.
Trotzdem erreichen die Kerntemperaturen der CPU in LinX über 90 °C! In Spielen erreiche ich immerhin bis zu 75 °C, wenn die GPU (Geforce GTX 1070) mitheizt. Es wurde mit der Arctic MX-4 eine vernünftige Wäremleitpaste genutzt und der Anpressdruck mehrfach nachjustiert. Sogar die Kühlplatte des Mine 2 habe ich mit feinem Sandpapier mit 1000er Körnung nachgeschliffen.
Bei dem zuvor genutzten Phenom II X4 @ 4 GHz wurde weitaus mehr Wärme freigesetzt und dennoch deutlich niedrigere Temperaturen erreicht. Die CPU-Temperaturen hat all die Bastelei jedoch nicht verbessert. Selbst wenn die Lüfter mit 100 % PWM (laut Speedfan ~1200 U/min) laufen, verändert sich an der Temperatur nur wenig nach unten, was mich an ein Wäremeleitproblem glauben lässt.Liegt das Problem allein am von Intel verwendeten Wärmeleitmaterial? Meines Wissens nach wurde dies bei Devils Canyon ja gegenüber Haswell bereits verbessert - wenn das das Ergebnis nach der Verbesserung ist, müssten Haswell-CPUs ja massive thermische Probleme haben.
Daher frage ich mich, ob ich etwas übersehen habe oder das Problem irgendwo anders liegt. Ein Austausch des Wärmeleitmaterials habe ich auf Grund der besehenden Restgarantie (noch) nicht erwogen. Die CPU läuft zwar soweit stabil, aber glücklich macht mich die Situation, gerade da ich den PC gerne so leise wie möglich und dennch so kühl wie möglich betreibe, nicht gerade. Habt ihr eventuell einen Tipp, was ich noch tun kann?"
Die Antwort von Torsten Vogel (Fachbereich Kühlung):
"Aktuelle LinX-Ausgaben machen, ähnlich wie Prime 95 seit Version 27, intensiven Gebrauch von AVX-Befehlen. Diese praxisferne Belastung sorgt auf Haswell-CPUs für eine deutlich erhöhte Wärmeentwicklung, die auch die von Intel angegebene TDP überschreiten kann. Für Haswell-E-Xeon-CPUs gibt Intel einen getrennten Boost-Takt für AVX-Anwendungen an, dieser entspricht zum Teil dem normalen Boost-Takt von vergleichbaren CPUs mit 30 (Quadcore) bis 50 W (Octacore) niedrigerer TDP. Kombiniert mit der schlechten Wärmeleitung zwischen Silizium-Chip und Heatspreader, die auch bei Devils Canyon für 10 bis 15 Kelvin höhere Temperaturen sorgen kann, würde diese hohe Abwärme die angezeigten Werte erklären.
Direkte Vergleiche zu anderen Prozessoren oder gar anderen Plattformen sind übrigens irreführend. Aufgrund unterschiedlicher Messverfahren und -positionen können ein Phenom II und ein Core i5 bei identischer Temperatur im jeweiligen Rechenkern einen komplett anderen Temperaturwert ausgeben. Dies ist mit ein Grund dafür, dass AMD-CPUs meist bei deutlich niedrigeren Temperatur-Anzeigewerten zu drosseln beginnen, obwohl ihr Silizium natürlich ähnlich temperaturfest ist."
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Der Core i5-4690K aus dem Leserbrief hat warscheinlich das typische Haswell-Problem mit der unzureichenden Wärmeleitfähigkeit zwischen Die und Heatspreader.
Mein i7-4770K zeigt ein ähnliches Verhalten. Trotz Wasserkühlung schaff ich in Prime nach circa 10-15 Minuten die 90°C Marke. Ich hab mich bisher nur noch nicht ans Köpfen gewagt. Im realen Einsatz und Alltag kam ich aber bisher noch nicht wissentlich in diesen Temperaturbereich, daher behalte ich mir diesen aufwendigen und etwas gefährlichen Mod der CPU noch vor....
Ich bin dazu gekommen, den Macho auszuprobieren.
Leider finde ich das Ladegerät der Digicam nicht mehr und das Handy macht miserable Fotos, daher muss eine Beschreibung reichen:
Die konkave Wölbung der CPU kann ich bestätigen. Der Mine wies keinerlei Wölbung auf, aber der nochmalige gegentest mit wenig WLP auf der CPU und anschließendem festschrauben zeigte wieder das gleiche ergebnis: der rand des HS hat kontakt, das innere jedoch nicht.
Der Kühler jedenfalls saß bombenfest. kraftauswirkung selbst am höchsten hebelpunkt des kühlers sorgt für keinerlei bewegung des selbigen.
ich hab auch die anleitung des mine nochmal gecheckt, aber alles war dort wo es hingehört, fester konnte ich die Schrauben auch nicht mehr anziehen.
Naja soweit so blöd, also hab ich den Macho angeschaut. Die Bodenplatte ist absolut plan. OK. Montier ich das Ding trotzdem mal.
Mit dem Kühler liefert das System auch zufriedenstellende Ergebnisse: https://abload.de/img/unb...
Wo jetzt genau der Grund liegt??? Tja eventuell war doch irgendwo ne kollision mit einem hohen bauteil da (board: asrock z97 extreme4) - ich hatte das board mit kühler jedoch erst draußen und mir ist nichts aufgefallen. Sorgt das nach unten ziehen an den ecken recht weit vom eigentlichen auflagepunkt des kühlers eventuell dafür, dass sich was durchbiegt? bei der materialstärke irgendwie unrealistisch. bin ich einfach zu dämlich? möglich, aber ich hab alles mehrmals gegengecheckt und konnte keinen montagefehler feststellen. sogar ein how 2 video hab ich mir nochmal angeschaut, um 1000% sicher zu gehen.
Mysteriös die ganze geschichte, aber irgendwie hab ich jetzt auch kein bock mehr den macho nochmal abzubauen und mit dem mine weiter zu testen...
Ich Antworte ja gern auf alles, was gewünscht wird.
Die Temperatur springt fast sofort auf 100°C, siehe nochmal ein neuer screenshot: https://abload.de/thumb/unbenanntrisdy.png
Eigentlich kann man das auch schon sehr schön auf dem screenshot in diesem post erkennen: Core i5-4690K: Über 90 °C trotz Doppelturmkühler? Leserbrief der Woche.
Das Verhalten betrifft jedoch nur den Core 0. Core 1 ist kritisch, 2 und 3 springen zwar auch auf 70°C, bleiben dort aber relativ stabil. Das habe ich ebenfalls weiter vorne schon geschrieben.
Die Infos die du vermisst stehen also eigentlich alle schon im threadverlauf :-/
nach 5 minuten linx hat sich an der situation nichts geändert:
https://abload.de/thumb/unbenannt2sasov.png
Linx gepint auf core 2 &3 nach fast 10 minuten:
https://abload.de/thumb/unbenannt3zwuoi.png
bestätigt soweit die konkave bodenplatte
Zum schleifen: Natürlich habe ich zuletzt mit 1000er Körnung geschliffen. Angefangen hab ich glaub mit 120. Natürlich habe ich das auf feuchtem Schleifpapier gemacht. Notwendig wurde das, da die Bodenplatte durch den Vorbenutzer in einem mieserablen Zustand war. Körner habe ich da nicht eingeschliffen.
@torsten: einen thermalright macho 2 hab ich gefunden und mitgenommen. leider da einzige TR-Modell und relativ neu.
ich würde jetzt zunächst den TR-kühler ausprobieren und die wölbung dokumentieren. sollte das keine zufriedenstellenden ergebnisse liefern, hab ich bereits allen utensilien zum schleifen & köpfen rausgesucht.
ob ich noch unter der woche dazu komme entscheidet meine überfällige und immernoch ungeborene tochter
Ich werde mir die nächsten Tage mal einige Kühler von Kollegen besorgen (auf Arbeit liegen auch noch paar hochwertigere von EKL aus defekt-pc's rum) und testen, ob ich einen mit konkaver Bodenplatte finde. Info geb ich dann hier.
In Anbetracht der bereits vorhandenen Erfahrung würde ich aber einfach zum Abschleifen des Prozessors raten. Bei entsprechender Risikobereitschaft könnte man die Gelegenheit auch zum Köpfen/erneuern der WLP im Inneren nutzen. Das verbessert die Kühlleistung ähnlich stark, wie die Schaffung von Passgenauigkeit zum CPU-Kühler und man kann den IHS dann einzeln bearbeiten, ohne sich um die Elektronik sorgen zu müssen.