Air Jet: Aktive Kühlung ohne Lüfter - die "Kühlungs-Revolution"?
Frore Systems hat mit den AirJet-Kühlern eine neuartige Kühllösung entwickelt, bei der mittels Ultraschall fast lautlos gekühlt werden kann. Es kommen dabei keinerlei Lüfter zum Einsatz und die Kühlleistung soll dennoch ordentlich ausfallen. Lesen Sie daher im Folgenden mehr zu den neuen Kühlern und warum mehr als 100 Millionen Dollar Kapital in das Start-up-Unternehmen investiert worden sind.
Heutige Komponenten werden seitens der Hersteller oftmals so ausgelegt, dass sie am thermischen Limit agieren bzw. ihre Taktraten bei entsprechendem Temperatur- und Leistungsoffset erhöhen. Damit einhergehen hohe Anforderungen an die Kühlung. Während das in einem Desktop-PC platzmäßig recht unproblematisch ist und neben großen Luftkühlern wie dem Noctua NH-D15 auch (Kompakt)-Wasserkühlungen verbaut werden können, müssen Notebooks mit wesentlich weniger Kühleroberfläche auskommen. Daher sind ihre Kühllösungen oft nicht nur deutlich schwächer, sondern vor allem auch lauter. Dem möchte Frore Systems mit dem neuen AirJet-Kühler nun entgegenwirken.
Der Hersteller setzt dafür auf ein radikal anderes Design als es bisher von Laptop-Kühlern verwendet wird. AirJet wird dabei als Kühlungschip, was optisch seinem Format entspricht, beschrieben. Mit einer Dicke von nur 2,8 Millimetern passen die Kühler augenscheinlich in viele Laptops und könnten dort ihre neue Kühlleistung beweisen. Der "aktive Kühlchip" kommt dabei vollständig ohne Lüfter aus. Stattdessen wird durch eine Art Einlassventile an der Oberseite des Kühlkörpers frische Luft angesaugt, die per Ultraschall in Schwingung versetzt wird. Für die nötige Frequenz sorgen kleine Membranen, die mit hohem Tempo die kalte Luft über den Heatspreader der CPU pusten.
| Modell | AirJet Mini | Airjet Pro |
|---|---|---|
| Maße in Millimetern | 27,5 x 41,5 x 2,8 | 31,5 x 71,5 x 2,8 |
| Gewicht in Gramm | 11 | 22 |
| Leistungsaufnahme in Watt | 1 | 1,75 |
| Effektive Wärmeableitung in Watt | 4,25 | 8,75 |
| Lautstärke in dBA | 21 | 24 |
Diese sogenannten Jets drücken die warme Luft an der Rückseite der Kühlchips nach außen und sollen dabei sehr leise sein. Frore Systems bietet dabei zwei verschiedene Lösungen an. Der AirJet Mini arbeitet bei lediglich 21 dBA und kann bei einer Leistungsaufnahme von einem Watt 5,25 Watt Wärme entfernen. Der AirJet Pro dagegen kann bei einer Lautstärke von 24 dBA 10,5 Watt abführen. Das hört sich nicht nach viel an, doch wenn die Maße aus der Tabelle herangezogen werden, wird klar, dass mehrere dieser Kühlpads gemeinsam eine echte Alternative für Laptops und andere Mobilgeräte darstellen können.
Dieses Potenzial haben auch die Chiphersteller realisiert und seitens Frore Systems heißt es, man "arbeite mit fünf der zehn weltgrößten Gerätehersteller" zusammen, um ab dem ersten Quartal 2023 AirJets an den Markt zu verteilen. Bisher konnte das lediglich vier Jahre alte Start-up-Unternehmen dafür mehr als 100 Millionen US-Dollar sammeln. Wie lange die Kühllösungen mit ihren feinen Membranen halten und inwieweit sie dem harten Alltagsbetrieb von Mobilgeräten standhalten, ist bisher noch nicht klar, doch in Anbetracht der massiven Unterstützung seitens der großen Chiphersteller scheint das Konzept ernsthaftes Potenzial zu bieten.
Quelle: Computerbase, Frore Systems, Techcrunch

Hauptanwendung werden wohl in erster Linie Geräte die bis jetzt garkeinen Lüfter hatten.
Anders als bei einem normalen Lüfter scheint man ja auch gezielter kleine Bereiche belüften zu können. Auch das kann einen (zusätzlichen) größeren Effekt haben. Bin gespannt was sich die Hersteller einfallen lassen. Vielleicht sogar eine Möglichkeit für "Spiele-Smartphones"?
Es handelt sich bei der Technik meiner Meinung nach eher um eine Alternative zu bestehenden Passivsystemen. Die real eingesetzten haben mit 10 W Dauerlast oft schon Probleme oder brauchen dafür die gesamte Gehäuseoberfläche, allgemein gibt es kaum Geräte über 5 W. Diese Lösung hier verspricht ungefähr die doppelte Wärmeleistung pro Grundfläche gegenüber einem simplen Passivkühler bei ähnlich unproblematischer Handhabung – das könnte für einige Gerätedesigns interessant sein. Auch ist der Stromverbrauch in Höhe von 20 Prozent der CPU eher zu tolerieren, wenn man mit einem Laptop startet, bei dem der/die Prozessor(en) gegenüber dem Display nur 20-40 Prozent ausmacht und nicht 80-90 Prozent, wie in einem Gaming-Laptop.
Diese sollte mittels mechanischer Vibrationselemente die bisherigen rotierenden Notebook-/Netbook-Luftkühler ersetzen.
Ab da gab es bisher keine weiteren Fortschritt, bzw. kein praktisch angewendetes Kühlsystem auf dieser Basis.
Das hier vorgestellte bleibt wohl auch nur ein Nischenprodukt, wenn überhaupt.