Lost Ark im Technik-Hands-On: Exzellenter Sound und zweischneidige Grafik

Wir haben Lost Ark gespielt und die Welt aus den Augen eines Hardware-Redakteurs erkundet. Wie läuft das F2P-MMORPG auf einem stattlichen PC und was passiert, wenn man dessen Leistung reduziert? Zudem durchleuchten wir die Grafik- und Soundqualität des neuen Rollenspiels aus dem Hause Smilegate.

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Lost Ark im Technik-Hands-On: Exzellenter Sound und zweischneidige Grafik
Quelle: PCGH

Wenn man sich in der Welt des Internets über die Technik von Lost Ark erkundigt, trifft man auf eine vergessen geglaubte Grafikengine mit dem Namen "Unreal Engine 3" und eine Unterstützung für Direct X 9. Erstere wurde 2006 eingeführt und für Spiele wie Gears of War oder Darksiders genutzt, während letztere schon 2002 das Licht der Welt erblickt hat und aus heutiger Sicht technisch komplett überholt ist. Lost Ark hingegen gibt es erst seit 2019 und war exklusiv in Südkorea nur auf Microsoft Windows spielbar. Erst Ende 2021, Anfang 2022 erschien das Spiel auch in Europa und Nordamerika. Wir haben vom Publisher und Entwickler Smilegate ein Platinum's Founders Pack zum Testen erhalten, doch dies soll kein Einfluss auf unseren technischen Ersteindruck des MMORPG-F2P-Titel Lost Ark haben.

Lost Ark im Technik-Hands-On: Imposanter Auftakt

Da sich dieser Artikel hauptsächlich um die Technik dreht, verweisen wir an dieser Stelle auf den Test zu Lost Ark von den Kollegen der PC Games, der sich tiefgreifend dem Thema Gameplay widmet. Autor Daniel Link sagt in seinem Fazit: "Wer Lost Ark jedoch trotz Free2Play-Sorgen eine Chance gibt, erhält eine wunderschön gestaltete Welt, Action-RPG-Gameplay der Meisterklasse und so viele Inhalte, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll." So viele Stunden wie Link haben wir zwar nicht investiert, können aber unsere volle Zustimmung zum Thema Inhalt teilen - Sie werden als Neuankömmling praktisch erschlagen. Dennoch macht das erste Anspielen Lust auf mehr, da es trotz des Umfangs nicht langatmig wirkt.

Nachdem Sie sich durch den Charaktereditor und das Tutorial geschlagen haben, geht es auch schon direkt los mit der "Open World". Da es sich hier um ein MMO handelt, beschränken sich die ersten Aufgaben allerdings nur auf "Hole dies, tue das, gehe hier hin und töte das". Nachdem Sie mit einigen NPCs gesprochen haben, ist Ihnen sicher auch schon die großartige deutsche Vertonung aufgefallen. Mit dabei sind bekannte Sprecher wie Biaca Kahl, Fabian Oscar Wien, Tino Kießling, Daniel Kröhnert oder Uve Teschner. Doch nicht nur die Stimmen überzeugen, auch die Musikuntermalung ist stimmig und die Angriffs-Effekte tönen glasklar aus den Lautsprechern. Da macht es gleich noch mehr Spaß, unsere Magierin beim Zaubern zu beobachten, wenn das kalte Eis knackend, das Feuer lodernd-rauchig, die Blitze voller zischender Präzision und das Wasser plätschernd auf unsere Feinde niederprasseln.

Lost Ark im Technik-Hands-On: Grafik von heute und damals

Wir sind uns natürlich darüber im Klaren, dass Lost Ark ein MMORPG für möglichst viele Spieler sein möchte. Dazu gehört auch, dass das Spiel auf nahezu jeder Kiste flüssig laufen soll beziehungsweise muss. Smilegate greift dazu tief in die Trickkiste. Am auffälligsten ist dabei der eigene Charakter im Gegensatz zu anderen NPCs. Schauen Sie sich dazu die Vergleichsbilder an.

Auf dem ersten Bild sehen Sie unsere Heldin in einer Zwischensequenz. Die Grafikqualität ist hier erste Sahne für ein MMO. Und solange Sie aus der Standard-Sicht spielen, nämlich von weit oben, sieht auch alles bei den NPCs normal aus, wie Bild 2 zeigt. Zoomen Sie jedoch, wie in Bild 3 hinein in das Geschehen, zeigen sich die Sparmaßnahmen - im Vergleich zu unserem Char wirken die anderen eher kantig und niedrig aufgelöst. Das zieht sich durch ganz Lost Ark. Je näher Sie an die Details heranzoomen, desto unschöner wird es. Das geht sogar so weit, dass Texturen nur noch aus Matsch bestehen und unschön wirken.

Bildergalerie

So etwas möchte man im Jahr 2022 wahrlich nicht mehr sehen. Dabei überrascht die Grafik vielerorts, und zwar positiv. Egal, wo Sie sich aufhalten, viele Partikel, die Beleuchtung und die Schatten tragen zu einem angenehmen Gesamtbild bei, vor allem wenn man den alten Grafikmotor Unreal Engine 3 bedenkt. Außer der Städte treffen wir auf üppige Gräser, stimmig verschattete Waldgebiete und große Schluchten, Felsen und verflochtene Flüsse. In großen Hallen schimmern im Wasser die Spiegelungen der umliegenden Wände, was der Atmosphäre zuträglich ist. Am meisten sorgen die Schatten für ein schönes Bild, vergleichen Sie dazu einmal die folgenden zwei Bilder miteinander.

Am besten nutzen Sie den Vollbild-Slider, den Sie mittig unterhalb der Bilder ausmachen können. Im direkten Vergleich fallen vor allem die Schatten auf, die auf der höchsten Grafikeinstellung nicht nur höher aufgelöst sind, sondern auch die Texturen plastischer wirken lassen. Bei den Texturen tut sich leider nur wenig, hier wäre ein optionales HD-Pack wünschenswert, wie es viele andere Rollenspiele auch anbieten.

Lost Ark im Technik Hands-On: Eindrücke zur Performance

Fast schon MMO-typisch spielt die Wahl des Prozessors eine sehr große Rolle. Wir haben Lost Ark mit einem Intel Core i9-10900K, 32 GiB DDR4-3600 RAM und einer RTX 3090 getestet und dabei festgestellt, dass wir sogar noch bei maximalen Details und in der UHD-Auflösung in ein CPU-Limit geraten. Wir empfehlen Ihnen dabei dringend auf den Direct-X-11-Modus zu setzen. Unter DX9 läuft das Spiel zwar aus Sicht der durchschnittlichen Fps kaum langsamer, doch die Nachladeruckler nehmen etwas zu, da im Gegensatz zu DX11 weniger Draw Calls gleichzeitig berechnet werden können. Um auch die Leistung von schwächeren Systemen zu testen, behelfen wir uns mit einem Trick: Wir reduzieren die Leistung der CPU mithilfe eines Energiesparmodus und erreichen damit einen Maximal-Takt von nur noch 3 GHz, was rund 2 GHz unter dem eigentlichen Takt dieser CPU liegt. Da wir mit dieser Einstellung immer noch dreistellige Bildraten erreichen, reduzieren wir den Takt weiter. Doch selbst mit 1,8 GHz auf allen CPU-Kernen erreichen wir im Schnitt noch 90 Fps bei maximalen Details, auch wenn die Nachladeruckler jetzt etwas häufiger auftreten.

  Mindestanforderungen Empfohlene Hardware
Windows Windows 10 64 Bit Windows 10 64 Bit
CPU Intel i3 oder AMD Ryzen 3 Intel i5 oder AMD Ryzen 5
RAM 8 GiByte RAM 16 GiByte RAM
Grafikkarte Nvidia Geforce GTX 460 oder AMD HD 6850 Nvidia Geforce GTX 1050
Direct X Direct X 9.0c Direct X 11
Festplatte 50 GiByte 50 GiByte

Wir können somit Entwarnung geben. Die Last liegt zwar primär auf dem Prozessor, dieser muss aber in keinster Weise leistungsfähig sein. Wir empfehlen dennoch mindestens auf einen Vierkerner, besser einen Sechskerner zu setzen, da die Nachladeruckler sonst Überhand nehmen und den Spielfluss stören. Uns sind beim Anspielen sonst keine technischen Patzer aufgefallen, die Performance ist fast immer sauber und stabil. Der Sound hat keine Aussetzer und auf Bugs sind wir auch keine gestoßen. Da das Spiel nichts kostet, könnte sich ein Blick für alle Rollenspiel-Fans lohnen. Wir haben in der Bildergalerie weitere Eindrücke für Sie festgehalten. Wie steht es mit Ihnen, waren Sie schon in der Welt von Lost Ark unterwegs? Wie ist ihr technischer Eindruck? Hinterlassen Sie doch gerne einen Kommentar bei uns im Forum.

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    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von YaDD Kabelverknoter(in)
        Zitat von Edelhamster
        Natürlich kann man sich arrangieren, erinnere mich direkt an WOW auf dem Asus EEE 701. 2007 oder 2008 in Verbindung mit nem iPhone 3G sogar mobil online im Womo gedaddelt^^ Wenn die Frameausgabe sauber ist können selbst heute 24 oder 30 FPS in ordnung sein,Beispiel FlightSimulator, aber wir werden von den Firmen und Medien in diesen FPS Wahn getrieben. Mehr Hz, mehr FPS, weil die Firmen alle was neues an den Kunden verkaufen wollen,damit der Rubel weiterrollt..

        Die Framedrops auf dem Surface sind in diesem Fall aber schon echt böse

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Was Ruckeln auf 6800XT anbelangt, aktivier mal AntiLag und EnhancedSync im Adrenalin-Spielprofil. Läuft bei mir absolut sauber.

        edit: dazu nutze ich ungewöhnlicherweise den "ohne Rahmen" Modus.
        Der war das, du musst aus dem Vollbild-Modus raus.
        Ruckelt leider immer noch, so langsam glaube liegt es an meiner Windows-Installation. Leider kann ich da momentan berufsbedingt nix ändern.
      • Von YaDD Kabelverknoter(in)
        Zitat von Edelhamster
        Natürlich kann man sich arrangieren, erinnere mich direkt an WOW auf dem Asus EEE 701. 2007 oder 2008 in Verbindung mit nem iPhone 3G sogar mobil online im Womo gedaddelt^^ Wenn die Frameausgabe sauber ist können selbst heute 24 oder 30 FPS in ordnung sein,Beispiel FlightSimulator, aber wir werden von den Firmen und Medien in diesen FPS Wahn getrieben. Mehr Hz, mehr FPS, weil die Firmen alle was neues an den Kunden verkaufen wollen,damit der Rubel weiterrollt..

        Die Framedrops auf dem Surface sind in diesem Fall aber schon echt böse

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Was Ruckeln auf 6800XT anbelangt, aktivier mal AntiLag und EnhancedSync im Adrenalin-Spielprofil. Läuft bei mir absolut sauber.

        edit: dazu nutze ich ungewöhnlicherweise den "ohne Rahmen" Modus.
        Der war das, du musst aus dem Vollbild-Modus raus.
        Ruckelt leider immer noch, so langsam glaube liegt es an meiner Windows-Installation. Leider kann ich da momentan berufsbedingt nix ändern.
      • Von projectneo Software-Overclocker(in)
        Ich finde es gut, dass Amazon DX11 implementiert hat. Das hat in der Beta noch gefehlt und da lief das Spiel beschissen (als hohe FPS aber regelmäßig Drops). Jetzt ist es erste Sahne von der Performance, ich weis gar nicht wohin mit den FPS. Ich könnte das gefühlt mit 500FPS in UWQHD spielen. Die Grafik selbst ist aus der klassischen ISO Perspektive eine Hack & Slash durchaus gut bis okay. Man merk schon, dass gerade an Oberflächen und Modellen nichts passiert und die Effekte einfach gestrickt sind, wenn auch wuchtig. Aus der Nähe ist das Spiel aber nichts, Matschtexturen, Polygonarme Figuren und Objekte, schlechte Animationen. Das macht aber nichts, die Sequenzen überspringe ich wo es nur geht - langweiliger Mist
      • Von Nightslaver Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Raff
        Mir ist bewusst, dass der Vergleich nicht fair ist, aber gegen die UE3-Göttlichkeit von Batman Arkham Knight kommt's nicht an. Das macht selbst heute noch eine Spitzenfigur.

        MfG
        Raff
        Stimmt, das hat wirklich alles aus der UE3 rausgeholt was ging und sah damals sehr gut aus und sieht es immer noch.

        Allerdings muss man auch zugestehen das Arkham Knight kaum Vegetation darstellt / darstellen muss und mit Gothan von den Assets "nur" eine recht homogene / gleichförmige Kulisse abbildet, das macht es halt auch etwas einfacher da mehr aus den einzelnen Dingen (Assets / Kulissen) "rauszuholen", als wenn man eine größere Bandbreite an Settings und Darstellungen, wie in Lost Ark, abdecken muss, wofür der Titel halt eben durch die Bank aber immer noch ziemlich gut ausschaut.
      • Von Edelhamster BIOS-Overclocker(in)
        Es bietet einen Mehrwert, unbestritten.
        Lass es mich daher umformulieren, es wird viel Aufwand betrieben uns meinen zu lassen, dass es anders gar nicht mehr ginge^^
      • Von Markzzman BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Edelhamster
        aber wir werden von den Firmen und Medien in diesen FPS Wahn getrieben. Mehr Hz, mehr FPS, weil die Firmen alle was neues an den Kunden verkaufen wollen,damit der Rubel weiterrollt..
        Naja mag sein.

        Denke ich und viele andere wollen aber auf die technischen Möglichkeiten heute trotzdem nicht mehr verzichten wollen.
        Macht defintiv mehr Spass auf einen 240Hz Monitor mit hohen FPS zu spielen, wie damals auf ´nen 60Hz mit low FPS.
      Direkt zum Diskussionsende
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