Qubes OS: Mit den besten Empfehlungen von Edward Snowden
Die auf Anonymität und Privatsphäre ausgelegte Linux-Distribution Qubes OS setzt auf ein einzigartiges und auf Isolation basierendes Sicherheitskonzept und wird von Edward Snowden ausdrücklich für die sichere Kommunikation empfohlen.
Die auf Anonymität und Privatsphäre ausgelegte Linux-Distribution Qubes OS von Invisible Things Lab setzt auf ein absolut einzigartiges und auf Isolation basierendes Sicherheitskonzept und wird nicht umsonst unter anderem vom Whistleblower und ehemaligen CIA-Mitarbeiter Edward Snowden ganz ausdrücklich für die sichere Kommunikation empfohlen. Wir stellen das "Hochsicherheitslinux" und die Protagonisten hinter diesem einzigartigen Linux-Projekt im Detail vor.
Das momentan wohl sicherste Betriebssystem der Welt
In Bezug auf größtmögliche Anonymität und die Bewahrung der Privatsphäre ist Qubes OS momentan wohl die sicherste Linux-Distribution überhaupt. Hinter dem Projekt steht der Entwickler Invisible Things Lab, der von der polnische Hackerin und Spezialistin für Computersicherheit Joanna Rutkowska mitbegründet wurde, welche vorrangig für ihre Forschungen im Bereich Malware im Allgemeinen und die Installation sowie das Verstecken von Backdoors in Windows Vista im Speziellen bekannt und ausgezeichnet wurde. Im Kollektiv mit ihrem Team veröffentlichte Joanna Rutkowska im April 2011 die allererste Beta-Version von Qubes OS.
Wenn Sie es mit der Sicherheit ernst meinen, ist Qubes OS das beste derzeit verfügbare Betriebssystem. Ich benutze es, und es ist kostenlos. Niemand beherrscht die VM-Isolierung besser. - Edward Snowden -
Als Basis für Qubes OS dienen die bekannte Linux-Distribution Fedora Workstation und der ressourcensparende Desktop Xfce. Die auf zwei Dimensionen bereitgestellte Isolation wird durch Virtualisierung realisiert. Edward Snowden, welcher besonders die Abkapselung hervorhebt, teilte bereits im September 2016 mit, dass er für die vertrauliche Kommunikation auf Qubes OS gewechselt sei. Wie der bekannte Whistleblower einschränkte, sei kein System "kugelsicher", Qubes OS als Betriebssystem käme diesem Status heute aber bereits sehr nahe.
Isolation auf zwei Dimensionen
Das Sicherheitskonzept der auf Linux 6.6 LTS aufbauenden Distribution basiert auf seiner Isolation von Domänen in zwei Dimensionen. Während die Hardware-Controller in unterschiedliche funktionale Domänen eingeteilt werden können, spielt sich das digitale Leben des Anwenders in einer anderen Vertrauensstufe ab.
Quelle: Invisible Things Lab
Die Arbeitsdomäne besitzt beispielsweise die höchste Vertrauenswürdigkeit, die Einkaufs-, Surf- und Zufallsdomäne die niedrigste. Jede dieser Domänen läuft isoliert in ihrer eigenen virtuellen Maschine. Um das Netzwerk und die Firewall vor Angriffen von außen zu schützen, laufen auch diese beiden Systemkomponenten ebenso wie der Systemkernel in einer eigenen unprivilegierten virtuellen Maschine.
Anwendungen laufen in virtuellen Maschinen
Mit den sogenannten "App-VMs", eigenen virtuellen Maschinen für Anwendungen, werden auch Programme wie Webbrowser, E-Mail-Clients oder Texteditoren virtualisiert und voneinander isoliert ausgeführt.
Quelle: Invisible Things Lab
Programm A kann somit nicht auf Programm B zugreifen und dieses gegebenenfalls angreifen oder manipulieren. Allerdings ist es möglich, verschiedene Anwendungen in einer virtuellen Maschine zu bündeln. So können sich beispielsweise der Webbrowser und E-Mail-Client mit höherer Sicherheitsfreigabe in der "Arbeits-VM" und mit einer niedrigeren Sicherheitsfreigabe in der "Shopping-VM" befinden.
Eine noch stärkere Isolation ist auf Ebene des Betriebssystems kaum noch möglich. Qubes OS wird daher von den meisten Experten als das sicherste Betriebssystem für sensible Daten, vertrauliche Kommunikation und größtmögliche Anonymität angesehen. - Qubes OS -
Die Virtualisierung und die damit verbundene Isolation wird über die Software Xen Hypervisor realisiert, welche sich als abstrahierende Schicht zwischen Hardware, Betriebssystem und Software legt. Sicherer und isolierter geht es derzeit nicht.
Templates für bekannte Distributionen
Durch zahlreiche Templates für bekannte Linux-Distributionen wie Fedora, Debian, Whonix - inklusive Tor-Client -, Ubuntu, Gentoo sowie Arch Linux und CentOS lassen sich die verschiedensten Distributionen - aber auch Betriebssysteme wie Windows 7, Windows 10 und Windows 11 - in Qubes OS virtualisieren.
Sicherheit einfach mal ausprobieren
Das rund 6,4 GiByte große und auf AMD64 optimierte Systemabbild Qubes OS 4.2.3 (ISO) kann über die offiziellen Server von Invisible Things Lab heruntergeladen und ausprobiert werden. Beim Einstieg hilft der ausführliche offizielle Installation Guide der Entwickler.
Aber interessieren euch Themen wie diese überhaupt? Der Autor dieser Meldung würde sich über euer Feedback sehr freuen.