Spielen unter Linux: Eine aktuelle Bestandsaufnahme

Die weitweit verbreitetste Plattform für den heimischen Spiele-PC bleibt wohl unangefochten der Windows-Rechner. Aber nachdem Valve 2013 ein eigenes Betriebssystem auf Basis von Linux für die Spielebibliothek Steam auf den Markt brachte, wurde das freie und quelloffene OS mit dem Pinguin als Alternative zum Windows-PC gehandelt und die Entwicklung als freie Gaming-Plattform vorangetrieben. SteamOS, wie das Valve-eigene Betriebssystem heißt, ist nach der anfänglichen Euphorie leider etwas in Vergessenheit geraten und Steam-Boxen konnten sich als PC-Alternativen zur Konsole nicht durchsetzen. Dennoch steigt der reale Anteil an Linux-Gamern und immer mehr Spiele sind zum quelloffenen System kompatibel. Grund genug also, sich mit Linux als Gaming-Plattform etwas genauer zu beschäftigen.

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Spielen unter Linux: Eine aktuelle Bestandsaufnahme
Quelle: PC Games Hardware

Wer mittlerweile nach Linux-kompatiblen Spielen auf Valves Plattform Steam sucht, dem werden allein in der Kategorie "Was gerade gespielt wird" knapp 2.700 Titel präsentiert - darunter befinden sich auf den Topplätzen auch neuere Spiele wie etwa 7 Days to Die, Rocket League oder das Strategiespiel Civilization 6. Aus der Sicht eines Windows-PC- und Konsolenspielers erscheint diese Auswahl gemessen am vorhandenen Markt- und Gaming-Anteil doch verhältnismäßig groß, betrachtet man beispielsweise die Situation für ein weiteres Betriebssystem: Apples MacOS. Denn laut dem Statistikunternehmen Net Applications hat Linux im Oktober 2017 einen weltweiten Nutzeranteil von 2,98 Prozent, Windows kommt auf 90,77 Prozent und MacOS auf 6,25 Prozentpunkte. Die aktuelle (freiwillige) Umfrage auf der Vertriebsplattform Steam beziffert den Anteil unter den verwendeten Betriebssystemen auf 98,04 Prozent für Windows, 1,56 Prozent für MacOS und 0,32 Prozent für Linux. Das ist deutlich weniger, als man annehmen könnte, und anstatt dass Apples Betriebssystem mehr als fünfmal so viele kompatible Spiele aufweist, findet man dort unter der "Was wird gespielt"-Kategorie nur knapp 1.300 Spiele mehr.

Gaming mit Linux? Wein trinken, Wine spielen

Neben den bereits erwähnten unterstützten Titeln auf Steam gibt es noch weitere Möglichkeiten, unter Linux in den Genuss von Videospielen zu kommen. Eine davon ist "Wine", das eine Windows-kompatible Laufzeitumgebung darstellt, die in Linux eine Kompatibilitätsschicht zwischen Betriebssystem und Windows-relevantem Code erzeugt. Die Abkürzung Wine lässt die Annahme zu, dass es sich hier um einen Windows-Emulator handelt, was aber in keinster Weise der Fall ist. Wie bereits erwähnt, bildet Wine eine Kompatibilitätsschicht zwischen Windows-Programm und Unix-Betriebssystem, ohne dabei während des Betriebs eine Zeile Windows-relevanten Code zu emulieren oder zu virtualisieren. Die Abkürzung Wine wird deshalb heute als Phrase für "Wine is not an Emulator" verwendet, um diesen Umstand noch einmal in das Bewusstsein der Nutzer zu rücken.

Wie kann man sich solch eine kompatible Laufzeitumgebung vorstellen? Weil Programme für unterschiedliche Betriebssysteme entwickelt werden, kann nicht jedes OS die Instruktionen einer Applikation verstehen - entweder sind die Befehle unbekannt oder sie werden nicht korrekt interpretiert. Instruktionen von Windows-Programmen können beispielsweise in Linux nicht entsprechend gedeutet werden, sofern sie nicht vorher übersetzt wurden. Dies übernimmt im Normalfall eine API, eine Schnittstelle zur Anwendungsprogrammierung, die die Befehle und Instruktionen der Applikation in Linux-verständliche Befehle übersetzen kann. Dadurch muss der Quelltext des Programms nicht erst an beide Betriebssysteme angeglichen werden - es herrscht also Quelltextkompatibilität. Wine agiert deshalb auch nicht als Emulator, der das Windows-System Software-seitig simuliert. Vielmehr reicht diese faktische Win32-API die Instruktionen des Windows-Programms an die entsprechenden Punkte in Linux weiter, sodass der Kernel entsprechend dem Gusto der Programmierer die Hardware ansprechen kann.

Wine kann deswegen durchaus als "Reverse-Engineered" Windows-API verstanden werden, die Befehle ähnlich anderer Schnittstellen an Betriebssysteme durchgibt. Dadurch lassen sich Programme mit einer ähnlichen Geschwindigkeit wie der betreiben, die ursprünglich für das native Betriebssystem vorgesehen war. In einer virtuellen Maschine, die im Host-System untergebracht ist, wäre so etwas durchaus anders, da dort zuerst die Windows-Logik simuliert werden muss, um dann Linux-konforme Befehle zu ermitteln. Anders als bei vielen Steam-Titeln, die unter Linux laufen, kann in Wine die proprietäre DirectX-Umgebung verwendet werden. Damit wird neben dem Linux-Support durch Steam noch eine Vielzahl an Spielen bereitgestellt, die so nicht zu haben wären, wie etwa Battlefield 1 oder andere Titel von Origin. Bisher müssen Entwickler nämlich auf OpenGL und die neue Vulkan-API zurückgreifen, um Spiele unter Linux zum Laufen zu bekommen.

Gaming mit Linux? Virtualisierung

Eine weitere Alternative zu Wine sind natürlich virtuelle Maschinen, die in der Linux-Umgebung mit einer Windows-Installation betrieben werden können. Jedoch kommen hier mehrere Faktoren zum Tragen, die die Leistung einschränken. Anders als bei Wine wird das fremde Betriebssystem Software-seitig emuliert und kann deswegen nicht auf die gesamten Ressourcen des Linux-Systems zurückgreifen. Die virtuelle Maschine bildet also die Rechnerarchitektur eines existierenden oder hypothetischen Computers nach. Dadurch, dass der komplette Rechner für das Gastbetriebssystem simuliert wird, werden auch Teile der Hardware für diese Instanz abkommandiert, wodurch die Performance in der virtuellen Maschine nie auf den Wert des nativen Systems kommen kann. Ein weiterer Punkt, in dem sich eine virtuelle Maschine von einer Programmierschnittstelle (API) unterscheidet, ist die Verarbeitung der Prozesse. Bei der vorgestellten Quasi-Windows-API Wine werden die Befehle "on-the-fly" in Linux-verständliche Instruktionen übersetzt, sodass es zu nahezu keinen Geschwindigkeitseinbußen beim Betrieb des nicht nativen Programms kommt. In dem Gastsystem in einer VM werden dagegen Instruktionen nicht einfach durchgereicht, sondern müssen erst aus der Emulation heraus interpretiert werden.

Gaming mit Linux? Das Testumfeld

Für eine Art Bestandsaufnahme, wo das Linux-Gaming heute steht, haben wir uns ein System ausgesucht, das in der Lage ist, sowohl Windows als auch Linux ohne Komplikationen mit der verbauten Hardware zu betreiben. Aus diesem Grund haben wir uns als Testumfeld für ein Notebook mit Dual-Boot-Funktion entschieden, um besagte Komplikationsprobleme zu umgehen. Der Laptop ist mit dem Octacore Core i7-7700HQ (Kaby Lake-H, 4 Kerne/8 Threads, 2,8-3,8 GHz), verfügt über 16 GiByte RAM und eine Nvidia Geforce GTX 1060 mit sechs GiByte VRAM. Auf dem Gerät sind beide Betriebssysteme vorinstalliert, nämlich Xubuntu 16.04 LTS (Ubuntu-Derivat) als Linux-Distribution und Windows 10 mit dem Creators Fall Update.

Gaming mit Linux? Bench mit The Talos Principle

Getestet werden soll die native Performance der Spiele unter den einzelnen Betriebssystemen, unter Verwendung des internen Benchmarks des Croteam-Spiels The Talos Principle. Dadurch lassen sich die Ergebnisse besser untereinander vergleichen als mit unterschiedlicher Benchmark-Software, da der Ablauf identisch ist und auf die gleichen Ressourcen zurückgegriffen wird. OpenGL und Vulkan wurden jeweils unter Linux und Windows getestet, um die Performance der Betriebssysteme mit den APIs zu überprüfen. Zusätzlich wurde für einen Vergleich noch DirectX11 unter Windows getestet.

OpenGL zeigt in beiden Betriebssystemen die schlechtesten Bildwiederholraten im Benchmark. In Linux konnten ohne MSAA 23,4 Prozent, mit 8x MSAA 22,9 Prozent mehr Bilder innerhalb der 60-sekündigen Testphase gemessen werden als in Windows. Auffallend dabei: Linux konnte die Bildwiederholrate zum größten Teil über der wichtigen 60-Fps-Marke halten, ganze 81 Prozent des 60 sekündigen Benches - das entspricht einer Steigerung von 42,9 Prozent im Vergleich zu Windows, wo nur zu 56,7 Prozent der Zeit mehr als 60 Frames pro Sekunde dargestellt wurden. Das schlechte Abschneiden von OpenGL mag daran liegen, dass in der Grafikbibliothek eine teils noch veraltete Programmierschnittstelle vorliegt, die von einigen Entwicklern als zu umständlich angesehen wird. Dagegen zeigt sich die Schwester der offenen Grafikbibliothek, die Low-Level-API Vulkan, deutlich effizienter. Hier können nicht nur die höchsten Bildwiederholungsraten in beiden Betriebssystemen erreicht werden, sondern die Fps-Zahl konnte durchweg über 60 gehalten werden - außer in der Einstellung mit achtfacher MSAA-Kantenglättung unter Windows: Ganze 16 Prozent der Frames pro Sekunde liegen im Bereich von 30 bis 60 FPS. Bei der durchschnittlichen Bildwiederholrate brechen die Werte in beiden Systemen mit 8x MSAA ein, in Windows um 29 Prozent von 108 Fps auf knapp 77 und in Linux um 35 Prozent von 133 auf 86 Fps.

Die proprietäre Programmierschnittstelle DirectX11 zeigt mit Kantenglättung nahezu identische Werte Vulkan. Erst ohne MSAA wird deutlich, dass The Talos Principle unter Vulkan um zirka 17 Prozent mehr Frames auf dem Monitor anzeigen kann. Wird die Microsoft-API mit OpenGL verglichen, zeigt sich ein gewaltiger Unterschied von 35 Prozent ohne MSAA respektive 34 Prozent mit MSAA.

Linux macht in The Talos Principle von 2014 einen durchweg performanteren Eindruck als Windows. Durch Optimierungen zeigt sich vor allem unter Verwendung der Vulkan-API, zu was die Low-Level-Schwester von OpenGL eigentlich in der Lage ist: Bei der präsentierten Implementierung im Spiel konnten nicht nur unter Linux die besten Ergebisse erzielt werden, auch in Windows strahlte die neue Programmierschnittstelle.

Gaming mit Linux? GPUs im Vergleich

Unter Verwendung des Unigine-Superposition-Benchmarks wurden drei Notebook-Grafikkarten unter Linux und Windows getestet. Die Analyse zeigt, dass die volle Auslastung der Grafikkarte unter Windows bei den Laptops mit einer Geforce GTX 1060/6G und einer Geforce GTX 1080 eine leicht verbesserte Performance im synthetischen Benchmark liefert. So sind dort die durchschnittlichen Frames pro Sekunde in Full HD um acht Prozent (GTX 1060) respektive 13 Prozent (GTX 1080) besser. Jedoch nehmen sich die minimalen Fps im Vergleich nicht viel: Hier ist die Bildwiederholrate in Linux nur um wenige Bilder niedriger. Bei der GTX 1070 zeigt sich dagegen etwas ungewöhnliches: Zwar ist auch hier im UHD-Testumfeld Windows um einen ähnlichen Prozentsatz performanter, in Full HD sind es jedoch ganze 69 Prozent. Zwar wurden in dem Benchmark die GPUs zu 100 Prozent ausgelastet, indem die Unigine Engine grafisch aufwendige Umgebungen darstellt und animiert, dennoch handelt es sich hier um einen synthetischen Benchmark. Unter Realbedingungen könnten die Ergebnisse etwas variieren. Dennoch zeigen die Resultate, dass Linux in den letzten Jahren deutlich aufgeholt hat und der Vorsprung von Windows kleiner wird. Der proprietäre Charakter der Nvidia-Treiber könnte auch das Abschneiden unter Linux erklären.

Gaming mit Linux? Linux als Gaming-Plattform?

Linux ist mittlerweile in der Lage, nicht nur frei entwickelte oder alte Spiele wiederzugeben, sondern auch moderne Titel können auf dem quelloffenen System erlebt werden. Vor allem die neue Low-Level-API Vulkan scheint hier eine Wendung zu besser optimierten Spielen für beide Betriebssysteme zu sein - ohne dass erst eine Kompatibilitätsschicht dazwischen gelegt werden muss. Dank der Wegebnung durch Valves Vorstoß 2013 sind auf Steam genug Videospiele vorhanden, um jeden Gusto zu befriedigen. Von hoch budgetierten Triple-A-Titeln wie Shadow of Mordor, Mad Max, Cities: Skylines oder Deus Ex: Mankind Divided bis hin zu Indie-Perlen und Klassikern wie dem sehr beliebten Counter-Strike: Global Offensive ist für Jedermann etwas dabei. Auch dadurch, dass Studios wie Bethesda mehr und mehr auf Vulkan setzen - so wie aktuell in Wolfen­stein 2 - wird nicht nur eine Portierung zur Nintendo Switch einfacher, sondern auch auf Linux. Wenn mehr Entwickler hier auf den Zug aufspringen und beide Betriebssysteme im Hinterkopf behalten, können Linux-Enthusiasten mit Gaming-Ambitionen in den nächsten Jahren durchaus auf mehrere große Veröffentlichungen für das eigene System hoffen.

Spiel Genre Veröffentlichungsdatum
Hitman Stealth 2016
Civilization 6 Strategie 2016
XCOM 2 Strategie 2016
Deus Ex: Mankind Divided Shooter 2016
Shodow of Mordor Hack n Slay 2014
Super Hot Shooter 2016
F1 2017 Rennspiel 2017
Ark Survival Evolved Survival 2017
Warhammer 40.000 Dawn of War Strategie 2017
This War of Mine Survival 2016
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    • Kommentare (101)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Tekkla Volt-Modder(in)
        Da steht nix, was man damit in Verbindung bringen könnte. Ist auch egal. Wollte nur drauf hinweisen, dass auch Windows zu fiesem Frickelkram verkommen kann. Unter Linux bekommt man in fast allen Problemfällen immer irgendeine funktionierende Lösung geboten. Manchmal durchaus kryptischer Natur, aber ein Lösung. Aber immerhin steht jedes Versagen in einem Log mit genügend Infos zur Eigenrecherche. Bei Windows stehste dagegen nicht selten einfach nur dumm da. Im Zweifel, wenn man eh nix anderes macht als zu surfen und zocken, dann kann man es einfach neu aufsetzen und gut ist.
      • Von Tekkla Volt-Modder(in)
        Da steht nix, was man damit in Verbindung bringen könnte. Ist auch egal. Wollte nur drauf hinweisen, dass auch Windows zu fiesem Frickelkram verkommen kann. Unter Linux bekommt man in fast allen Problemfällen immer irgendeine funktionierende Lösung geboten. Manchmal durchaus kryptischer Natur, aber ein Lösung. Aber immerhin steht jedes Versagen in einem Log mit genügend Infos zur Eigenrecherche. Bei Windows stehste dagegen nicht selten einfach nur dumm da. Im Zweifel, wenn man eh nix anderes macht als zu surfen und zocken, dann kann man es einfach neu aufsetzen und gut ist.
      • Von Stryke7 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Tekkla
        Nunja, die Windowswelt ist nicht weniger bekloppt. Ich habe hier gerade einen Windows 10 Rechner auf dem Tisch, der bei jedem Update nach einem Neustart und Login für ca 10 Minuten die persönlichen Einstellungen aktualisiert. Ideen?
        Uhh, verbrennen?

        Ein Opfer darbringen?

        Ne im Ernst, bei Windows 10 bin ich raus.

        Du kannst mal schauen ob du irgendwelche Auffälligkeiten in der Ereignisanzeige findest (oder wie auch immer die jetzt heißt).
      • Von Tekkla Volt-Modder(in)
        Nunja, die Windowswelt ist nicht weniger bekloppt. Ich habe hier gerade einen Windows 10 Rechner auf dem Tisch, der bei jedem Update nach einem Neustart und Login für ca 10 Minuten die persönlichen Einstellungen aktualisiert. Ideen?
      • Von amdahl Volt-Modder(in)
        Zitat von Tekkla
        Ich bin ein emsiger Linux Verfechter. Ich schreibe dies unter Ubuntu 17.10. Und ich habe mich heute den halben Tag damit herumgeärgert, dass auf einem Ubuntu basierten Server nach einem Update der Network Manager meinte die LAN Verbindung nicht mehr mögen zu müssen. Ich konnte machen und tun was ich wollte. Ums verrecken klappte das nicht. Ich habe schlussendlich den Network Manager umgangen und das Interface wieder händisch eingerichtet. Aber so viel zum Thema "Ärger sparen? Nutze Linux!"
        Aaah Linux: free as in free time
      • Von Tekkla Volt-Modder(in)
        Mint hinkt immer nur hinterher und ist nur wegen Cinnamon nicht wert installiert zu werden. Cinnamon kann man sich auch unter Ubuntu installieren. Und wenn man immer am Puls der Zeit leben will, installiert man sich Arch oder eine darauf basierende Distribution samt Cinnamon fürs "Windows-Feeling"

        Ubuntu 17.10 arbeitete OOTB mit meiner 1070 (ohne TI) zusammen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es bei dir nicht ging. Die TI ist halt noch recht jung und es dauert immer etwas bis die Leute den Nouveau Treiber angepasst haben. Das hat aber mehr was mit dem Leiden NVIDIAs zu tun. Die sind halt was Linux Support angeht so richtig shice drauf. Bei AMD wird es immer besser.

        Bei WLAN ist das tatsächlich merkwürdig. Ich höre immer mal wieder, dass es nicht klappt. Ich habe damit aber noch nie Probleme gehabt. Mag aber auch daran liegen, dass ich einen PC niemals per WLAN nutzen würde. Bei meinen Laptops klappte das immer auf Anhieb. Für WLAN Probleme gibt es aber den NdisWrapper. Wobei ich sagen muss, dass auch ich an dieser Stelle das große Kotzen ob des Gefrickels bekomme.

        Grundsätzlich tut man gut daran, dass man auf Hardwarekompatibilität vor einem Umstieg achtet. Witzig ist dabei folgendes: Bisher war es ja so, dass wenn man nach einigen Jahren auf ein anderes Windows umstieg man dann nicht selten mal das Problem hatte für Peripherie wie ein Drucker (oder auch mal andere Hardware) keine passenden Treiber mehr zu bekommen. Dann musste man schlicht die Teile neu kaufen. Bei Linux ist es in aller Regel genau anders herum. Kaufste bleeding Edge Hardware, dann musste ggf ein paar Wochen oder auch Monate warten, bis sich jemand so ein Teil gekauft und dann auch noch die Muße hat einen Treiber dafür ggf. zu erstellen. Wenn ein Teil aber ein paar Jahr auf dem Buckel hat, dann kannste damit noch tadellos arbeiten während unter Windows X schon kein Treiber mehr existiert.

        Man muss aber allgemein festhalten, dass die meisten Hardwareprobleme nicht einem schlechten Linux geschuldet sind. Es sind die Hardwarehersteller und ihre closed Source Treiber, die sie eifersüchtig bewachen, die es der Community schwer machen. Man muss sich das mal reinziehen: Der Nouveau Treiber für NVIDIA Karten wurde ohne Hilfe vom Hersteller programmiert. Da steckt schon ziemlich viel Hirnschmalz und Ambition der Programmierer drin. Daran gemessen ist das Ergebnis mehr als beachtlich.

        Der Community kann man so manches vorwerfen, wie ich das z.B. beim Rumgeforke des Todes bei den GTK basierten Desktops mache, aber was die Treiber samt Kernelarbeit angeht, da ziehe ich echt meinen Hut.
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