PCGH Pro+ Linux Gaming-PC: Deshalb setzen wir auf AMD Ryzen 7000 und Radeon RX 7000
Unser in Kooperation Krotus Computer realisierter PCGH Pro+ Linux Gaming-PC mit vorinstalliertem Nobara Linux 40 setzt mit Ryzen 7000 und Radeon RX 7000 ausschließlich auf Hauptkomponenten von AMD. Das hat auch gute Gründe, welche wir an dieser Stelle gerne näher erläutern möchten.
Inhaltsverzeichnis
Steam, SteamOS, Proton und Steam Deck, nicht zuletzt dank Valve ist Linux-Gaming momentan in aller Munde und etabliert sich stetig als Alternative zum klassischen Spielen unter Windows. Diese Entwicklung begleitet die Redaktion von PCGH nicht nur mit ständigen News, Tests und Berichten zum Thema Linux, sondern seit Kurzem auch mit einem ersten eigenen Gaming-PC mit Nobara Linux 40, dem PCGH Pro+ Linux Gaming-PC, der in Kooperation mit unserem Partner, der Krotus Computer GmbH, entstanden ist.
Unser PCGH Pro+ Linux Gaming-PC, den wir in einem großen Special bereits im Detail vorgestellt haben, setzt auf einen AMD Ryzen 7 7700, kann auf Wunsch aber auch mit einem Ryzen 7 7800X3D konfiguriert werden, und eine Radeon RX 7900 GRE, welche aber auch gegen eine Radeon RX 7900 XTX ausgetauscht werden kann. In jeder dieser Konfigurationen stammen die Hauptkomponenten ausschließlich von AMD, was auch insbesondere dem freien Betriebssystem geschuldet ist und gute Gründe hat.
Doch weshalb favorisieren nicht nur Spieler, sondern auch die Redaktion von PCGH und die Krotus Computer GmbH unter Linux ausschließlich CPUs und GPUs von AMD? Im Folgenden erläutern wir die Vorteile, welche die Hardware von AMD unter Linux bietet.
Treiber
Eines der Hauptargumente, welches unter Linux insbesondere für die Radeon-Grafikkarten spricht, ist der exzellente Support durch einen erstklassigen offenen Grafiktreiber. Dieser wird zudem automatisch mit dem Linux-Betriebssystemkernel ausgeliefert und muss bei dessen Aktualisierung auch nicht wiederholt nachinstalliert werden. Durch die Unterstützung des offenen Grafikstacks Mesa 3D werden darüber hinaus auch die neuesten Features wie Raytracing per Vulkan "out-of-the-box" unterstützt. Im Grunde kommen die aktuellen Distributionen allesamt bereits mit vorinstalliertem Grafiktreiber und Grafikstack.
Mesa 3D bietet Open-Source-Grafiktreiber für AMD-Grafikkarten, die kontinuierlich von der Community und AMD selbst weiterentwickelt werden. Dies ermöglicht eine schnelle Implementierung neuer Funktionen und Fehlerbehebungen.
Neben dem offiziellen AMD Open Source Driver for Vulkan ("AMDVLK") steht unter Linux auch der in Mesa 3D integrierte alternative Vulkan-Grafiktreiber RADV bereit, der für deutlich mehr Raytracing-Performance sorgt. Außerdem fließen auch viele der Optimierungen direkt in Proton mit ein, da auch das Steam Deck auf eine Custom-APU von AMD setzt.
Features
Gerade Ryzen-CPUs auf Basis aktueller Zen-Architekturen wie Zen 3, Zen 4 und Zen 5 profitieren deutlich vom Support des weitreichenden Featuresets, welches direkt über den aktuellen Linux-Betriebssystemkernel unterstützt wird. Hier wären einige Features zu nennen:
AMD Core Performance Boost
Linux 6.11 fügt dem AMD P-State-Treiber den AMD Core Performance Boost hinzu, welcher es ermöglicht, Turbo- und Boost-Frequenzbereiche ein- oder auszuschalten und die Leistungssteigerung für jeden einzelnen Kern zu steuern. Davon profitieren die aktuellen Ryzen-Prozessoren, welche ohnehin schon hervorragend unter Linux performen.
AMD Fast CPPC
Ebenfalls neu im AMD P-State-Treiber ist AMD Fast CPPC. Eine äußerst fortschrittliche Stromsparfunktion für Ryzen-Mobilprozessoren auf der Basis von Zen 4 ("Persephone") und Zen 4c ("Dionysus") liefert effektiv eine um 2 bis 6 Prozent bessere Leistung, bei gleichem Stromverbrauch, je nach Anwendungsszenario. Im gleichen Maße profitieren auch die Prozessoren auf der Basis von Zen 5 ("Nirvana") und Zen 5c ("Prometheus").
Extensible Scheduler ("SCHED_EXT")
Eine weitere wegweisende Neuerung ist der neue flexible Taktgeber, der sogenannte Extensible Scheduler ("SCHED_EXT"), von dem erneut mehr CPUs auf Basis von Zen 5 und Zen 5c profitieren. Wie die auf Linux spezialisierte Website Phoronix bereits mit Linux 6.12 demonstriert hat, steigt insbesondere die Leistung bei Benchmarks, die auf Speicher, Caches und Scheduling abzielen, immer, wenn Linux 6.12 mit Scheduler-Erweiterung mit ihren über 14.000 Codezeilen zum Einsatz kommt. Die Zusammenarbeit von AMD sowie deren Community mit den Linux-Entwicklern sorgt für rasche Fortschritte.
Tools
Die Tatsache, dass Hardware von AMD unter Linux für ein weitreichendes Featureset, offene Grafiktreiber und eine breite Unterstützung des Herstellers und der Linux-Entwickler bekannt ist, hilft natürlich auch dabei, dass viele kostenlose Tools für Ryzen und Radeon unter Linux erscheinen. Zu nennen währen hier unter anderem die folgenden Werkzeuge.
Linux AMDGPU Control Application ("LACT")
Das kleine und quelloffene "Linux GPU Configuration Tool" alias LACT, die sogenannte "Linux AMDGPU Control Application", unterstützt das Auslesen, Überwachen und Einstellen von Grafikkarten. Unterstützt werden dabei alle relevanten Parameter, wie den offiziellen Versionshinweisen zu entnehmen ist.
- Taktfrequenzen der Grafikchips
- Taktfrequenzen des Grafikspeichers
- TDP und Power Limit der Grafikkarte
- Drehzahlen der Grafikkartenlüfter
Außerdem können sämtliche relevanten Informationen und technischen Spezifikationen der verbauten Grafikkarte ausgelesen werden.
Quelle: GitHub
Weitere Informationen liefert die offizielle Produktseite auf der Entwicklerplattform GitHub.
CoreCTRL
CoreCTRL ist ein feines kleines Tool, welches einen Hauch von Adrenalin-Benutzeroberfläche unter Linux verströmt. Neben Radeon-GPUs können aber auch CPUs im gewissen Rahmen ausgelesen, überwacht und eingestellt werden.
Weitere Informationen liefert die offizielle Projektseite auf der Entwicklerplattform GitLab.
In der Summe ist Hardware von AMD momentan unter Linux die erste Wahl und deshalb auch wenig überraschend die erste Wahl für den PCGH Pro+ Linux Gaming-PC, dem ersten Gaming-PC mit Linux von PCGH. Die PCGH-Redaktion würde sich aber auch selbstverständlich über eure Meinung zum Thema freuen.
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An sonsten ja runde sache.
Wenn das mal nicht der fall ist muss anwender:inn den kernel exstra nach installieren oder schauen dass es in dem linux von vorn herein integiert ist damit es überhaupt startet.
Amd ist da nicht cleverer aber sie supporten Linux von anfang an und unterstützen es. So dauert es nicht lange bis der kernel die aktuelle Ryzen cpu erkennt etc..
intel hat doch auch open source treiber. sogar für die ARC GPUs