Linux 6.7 ist ein Meilenstein: Neuer Kernel bringt Overclocking, Undervolting und mehr für RDNA-3-Grafikprozessoren
Linus Torvalds hat den neuesten Linux-Betriebssystemkernel in der Version 6.7 veröffentlicht, welcher neben zahlreichen weiteren Neuerungen erstmals auch vollständigen Support für RDNA-3-GPU mit Overclocking, Undervolting und mehr liefert.
Linux-Erfinder Linus Torvalds hat den neuesten Linux-Betriebssystemkernel in der Version 6.7 veröffentlicht, welcher neben zahlreichen weiteren Neuerungen erstmals auch vollständige Unterstützung für RDNA-3-Grafikprozessoren mit Overclocking, Undervolting und mehr liefert. Mit mehr als 15.000 Einreichungen ("Commits") avancierte Linux 6.7 zu einem der größten Releases in der Geschichte des Betriebssystemkernels, wie Linus Torvalds jetzt selbst betont hat.
Dies ist das größte Merge-Fenster ("Merge Windows"), das wir je hatten, mit 15.400 neuen Einreichungen ("Non-Merge-Commits").
- Linus Torvalds -
Neben einem neuen Dateisystem standen insbesondere die Grafikkarten respektive Grafikprozessoren von AMD, Nvidia und Intel im Mittelpunkt, deren Unterstützung deutlich ausgebaut wurde. PCGH hat die wichtigsten Neuerungen einmal zusammengefasst und entsprechend im Detail eingeordnet.
Nahtloser Bootvorgang auf RDNA 2 und RDNA 3
Dedizierte und integrierte Grafikkarten mit einem Navi-Grafikprozessor auf Basis von RDNA 2 ("Navi 2x") und RDNA 3 ("Navi 3x") sowie Unterstützung für die aktuellsten Befehlssatzarchitekturen Display Core Next ("DCN") 3.0 und höher können jetzt Gebrauch von "AMD Seamless Boot" machen. Dieser wiederum soll einen unterbrechungsfreien und somit "nahtlosen" Bootvorgang ermöglichen.
Overclocking und Undervolting für RDNA 3
Mit Linux 6.7 hält auch erstmals eine vollständige Unterstützung für RDNA 3 im Hinblick auf Anpassungen ("Tweaks") im freien Betriebssystemkernel Einzug. Die Grafikkarten der Serie Radeon RX 7000 mit RDNA-3-Grafikprozessor lassen sich nun übertakten, undervolten und auch die Lüfterkurven können endlich auf Wunsch entsprechend angepasst werden. Der nächste Linux-Test von PCGH wird voraussichtlich auf einem optimierten Linux 6.7 stattfinden.
Neue GSP-Firmware für GPUs von Nvidia
Nvidias moderne Grafikprozessoren verfügen direkt auf dem Silizium über einen zusätzlichen RISC-V-Prozessor, den Nvidia GPU System Processor ("GSP"). Die hierfür benötigte GSP-Firmware zieht mit Linux 6.7 in den freien Nouveau-Grafiktreiber ein und ist somit nicht mehr auf den proprietären Treiber von Nvidia beschränkt, was wiederum die Integration zukünftiger GPU-Generationen beschleunigen soll.
Ermöglicht wird damit ein besseres Power-Management und mehr Leistung für Grafikkarten der Serien:
- Geforce RTX 2000 ("Turing")
- Geforce RTX 3000 ("Ampere")
- Geforce RTX 4000 ("Ada Lovelace")
Außerdem wird der Hauptprozessor entsprechend entlastet, da Aufgaben ("Tasks"), welche durch den Grafiktreiber bislang auf der CPU ausgeführt wurden, jetzt auf die GPU respektive deren RISC-V-Prozessor ausgelagert werden.
Support für Meteor Lake, Arrow Lake und Lunar Lake
Auch die Unterstützung für integrierte Arc-Grafikkarten wurde weiter ausgebaut. Während der Support von Intel Xe-LPG in den Intel Core Ultra Series 1 ("Meteor Lake") jetzt als stabil ("stable") gilt, sind bereits erste Patches für die Desktop-Prozessoren der nächsten Generation ("Arrow Lake") und stromsparende SoCs ("Lunar Lake") eingeflossen. Der Support für Intel Itanium wird hingegen gestrichen.
BCacheFS erstmals als neues Dateisystem
Eine weitere große Neuerung von Linux 6.7 ist das neue Dateisystem BCacheFS, welches erstmals fester Bestandteil des Betriebssystemkernels ist. BCache FS ist ein Copy-on-Write-Dateisystem für Linux-basierte Betriebssysteme, das im Vergleich zu ext4 und anderen etablierten Dateisystemen moderner, stabiler und schneller sein soll. Der Hauptentwickler, Kent Overstreet, erklärt alle Vorzüge und Neuerungen ausführlich in einer entsprechenden FAQ zum BCacheFS-Dateisystem.
- Checksumming und das Unterstützen mehrerer Datenträger für ein Dateisystem (ohne Systemdienste)
- Die Möglichkeit von Schnappschüssen ("Snapshots"), um auf einen vorherigen Systemstand zurückzukehren
- Geteilte Dateisysteme für virtuelle Maschinen, Kompression und Verschlüsselung von Daten bereits "out of the box"
Anders als beispielsweise ext4 oder XFS benötigt BCacheFS für alle diese Funktionen keinen Volume-Manager mehr.
Software und Emulation in 32-Bit kann deaktiviert werden
Aus Gründen der Sicherheit kann der Support für die Emulation und das Ausführen von Software in 32-Bit auf x86-Systemen während des Bootvorgangs jetzt deaktiviert werden. Für Spieler ist das aber in der Regel keine Lösung, da beispielsweise die Spiele-Vertriebsplattform Steam noch auf 32-Bit-Abhängigkeiten setzt.
Weitere ausführliche Informationen zum neuen Kernel Linux 6.7, welcher wie gewohnt über Kernel.org heruntergeladen werden kann, liefern die offiziellen Release Notes.
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Quelle: Linus Torvalds
Das ist für mich bei Linux immer der springender Punkt.