Fedora und Steam: Umstieg auf 64-Bit verschoben - Gaming bleibt vorerst gesichert

9
News Jacqueline Brosch Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Fedora und Steam: Umstieg auf 64-Bit verschoben - Gaming bleibt vorerst gesichert
Quelle: Sven Bauduin

Der ursprüngliche Plan, 32-Bit mit Fedora 44 zu entfernen und auf 64-Bit umzusteigen, wurde nach Rückmeldung der Community zurückgezogen. Fedora-Entwickler Valentini erklärt, wie es zum Umdenken kam.

Im Fedora-Forum hatte Fabio Valentini, Mitglied des Engineering Steering Committee, vor Kurzem erklärt, dass er den Vorschlag zurückzieht, mit Release 44 alle 32-Bit-Bibliotheken zu entfernen. Eine Entscheidung, die insbesondere für die Steam-Community und ältere Spiele hohe Relevanz besitzt, da Steam unter Fedora traditionell auf 32-Bit-Container setzt.

Valentini erläuterte, dass das frühzeitige Einreichen eines großen Changes eine Debatte vorzieht, die besser in späteren Releases hätte geführt werden sollen. Diese Änderung ab Version 44 anzubringen, sei lediglich der früheste "vernünftige" Zeitpunkt gewesen. Zwar war er bereit, das Vorhaben auf Fedora 46 oder später zu verschieben, allerdings bestand für Steam-Nutzer akute Unsicherheit bezüglich der Zukunft ihrer Spielesammlung.

Die Resonanz aus der Community soll stark ausgefallen sein: Nutzer beklagten, dass Steam und zahlreiche 32-Bit-Games ohne entsprechende Bibliotheken unspielbar werden könnten. Einige sollen sogar gedroht haben, komplett zu anderen Distributionen zu wechseln. Valentini zeigte sich enttäuscht von der Stimmung und stellte die Vermutung in den Raum, dass Tech-Medien und Youtuber die Debatte zusätzlich angeheizt hätten.

Tatsächlich ist der Druck, 32-Bit-Support einzustellen, branchenweit spürbar: Viele Software-Projekte verzichten immer öfter auf 32-Bit-Builds. Für Fedora-Entwickler bedeutet das langfristig: Entweder Wartungsaufwand für Legacy-Pakete oder vollständiger Umstieg auf 64 Bit. Letzteres dürfte früher oder später auch für Steam unumgänglich sein - derzeit jedoch stünden alternative Repository-Modelle und LTS-Zweige im Raum.

Ob und wann der nächste Anlauf zur Abschaffung der 32-Bit-Unterstützung gestartet wird, bleibt offen. Valentini fordert nun konkrete, praxisnahe Gegenentwürfe, die sowohl den Wartungsaufwand für Entwickler als auch die Lebenswelt der Steam-Spieler berücksichtigen. Bis dahin dürfte Fedora weiter 32-Bit-Pakete ausliefern, um Steam und Retro-Gaming nicht im Regen stehenzulassen.

Welche Übergangslösungen würden für Steam unter Fedora Sinn ergeben? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Quelle: Gaming on Linux via Tom's Hardware

9
    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von wanderfalke1988
        Das schöne an Flatpak ist ja das es Systemübergreifend von allen Linux Distributionen eingesetzt werden kann.
        Man stelle sich nur mal vor wie viel Manpower frei wird, wenn nicht mehr jede Distribution die i686 Architektur bereitstellen muss und Stadtessen auf Flatpak zurückgreifen kann.
        Es stimmt, dass man die systemübergreifend nutzen kann, aber dafür hat man auch alles mehrfach auf dem System und die Software, die in den Flatpaks gebundlet ist und die Flatpaks selbst müssen ja trotzdem gepflegt werden. Außerdem sind die verschiedenen Repos auch ein großer Teil von dem, was die verschiedenen Distributionen ausmacht.
        Zitat von wanderfalke1988
        Und machen wir uns nichts vor langfristig wird es in diese Richtung gehen.
        Die Immutable Distributionen sind der erste große Schritt in diese Richtung, ob Flatpak weiterhin eine Rolle spielen wird oder eine andere Quelle an dessen stelle tritt bleibt abzuwarten.
        Immutable heißt nicht automatisch, dass man mit Flatpaks oder etwas ähnlichem arbeiten muss. Das kann auch paketbasiert realisiert sein.
        Zitat von wanderfalke1988
        Richtig, unterm Strich ist allerdings die Flatpak Lösung für den DAU (zu dem ich mich auch zähle) die beste Lösung und für den Power User wird es immer eine Distribution geben die er nach seinen Wünschen gestalten kann.
        Naja, stabile Distros, die z.B. neue Features länger zurückhalten, aber trotzdem Sicherheitspatches für die Pakete liefern, können da auch eine sehr gute Lösung sein.
        Zitat von wanderfalke1988
        Das ist ja das schöne an Linux: es wird immer für jeden genau das geben was er sich wünscht.
        Das sehe ich auch so. Deswegen denke ich aber auch, dass es auch weiterhin Distros mit eigenen Repos geben wird.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von wanderfalke1988
        Das schöne an Flatpak ist ja das es Systemübergreifend von allen Linux Distributionen eingesetzt werden kann.
        Man stelle sich nur mal vor wie viel Manpower frei wird, wenn nicht mehr jede Distribution die i686 Architektur bereitstellen muss und Stadtessen auf Flatpak zurückgreifen kann.
        Es stimmt, dass man die systemübergreifend nutzen kann, aber dafür hat man auch alles mehrfach auf dem System und die Software, die in den Flatpaks gebundlet ist und die Flatpaks selbst müssen ja trotzdem gepflegt werden. Außerdem sind die verschiedenen Repos auch ein großer Teil von dem, was die verschiedenen Distributionen ausmacht.
        Zitat von wanderfalke1988
        Und machen wir uns nichts vor langfristig wird es in diese Richtung gehen.
        Die Immutable Distributionen sind der erste große Schritt in diese Richtung, ob Flatpak weiterhin eine Rolle spielen wird oder eine andere Quelle an dessen stelle tritt bleibt abzuwarten.
        Immutable heißt nicht automatisch, dass man mit Flatpaks oder etwas ähnlichem arbeiten muss. Das kann auch paketbasiert realisiert sein.
        Zitat von wanderfalke1988
        Richtig, unterm Strich ist allerdings die Flatpak Lösung für den DAU (zu dem ich mich auch zähle) die beste Lösung und für den Power User wird es immer eine Distribution geben die er nach seinen Wünschen gestalten kann.
        Naja, stabile Distros, die z.B. neue Features länger zurückhalten, aber trotzdem Sicherheitspatches für die Pakete liefern, können da auch eine sehr gute Lösung sein.
        Zitat von wanderfalke1988
        Das ist ja das schöne an Linux: es wird immer für jeden genau das geben was er sich wünscht.
        Das sehe ich auch so. Deswegen denke ich aber auch, dass es auch weiterhin Distros mit eigenen Repos geben wird.
      • Von wanderfalke1988 PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von empy
        Aber verschiebt man das Problem damit nicht nur? Die Bibliotheken braucht man ja trotzdem. Und Flatpak hat zwar seinen Reiz, aber auch nicht nur Vorteile.
        Das schöne an Flatpak ist ja das es Systemübergreifend von allen Linux Distributionen eingesetzt werden kann.
        Man stelle sich nur mal vor wie viel Manpower frei wird, wenn nicht mehr jede Distribution die i686 Architektur bereitstellen muss und Stadtessen auf Flatpak zurückgreifen kann.

        Und machen wir uns nichts vor langfristig wird es in diese Richtung gehen.
        Die Immutable Distributionen sind der erste große Schritt in diese Richtung, ob Flatpak weiterhin eine Rolle spielen wird oder eine andere Quelle an dessen stelle tritt bleibt abzuwarten.
        Zitat von eggfish
        Ja, aber dann brauchst du extra für das Flatpak eigene Mesa versionen usw. Das heißt du kannst nicht mehr zentral bestimmen was benutzt wird.
        Beispeil: Wenn Steam mit Flatpak instaliert wird, dann wird das Mesa von Flatpak benutzt und nicht mehr das was du Systemweit als PPA eingerichtet hast.
        Da wird das ganze System durcheinander geworfen. Auch keine gute Lösung
        Richtig, unterm Strich ist allerdings die Flatpak Lösung für den DAU (zu dem ich mich auch zähle) die beste Lösung und für den Power User wird es immer eine Distribution geben die er nach seinen Wünschen gestalten kann.

        Das ist ja das schöne an Linux: es wird immer für jeden genau das geben was er sich wünscht.
      • Von eggfish Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von wanderfalke1988
        Mit Flatpak ist es schon lange möglich 32Bit Anwendungen auf einem reinen 64Bit System auszuführen.
        Ja, aber dann brauchst du extra für das Flatpak eigene Mesa versionen usw. Das heißt du kannst nicht mehr zentral bestimmen was benutzt wird.
        Beispeil: Wenn Steam mit Flatpak instaliert wird, dann wird das Mesa von Flatpak benutzt und nicht mehr das was du Systemweit als PPA eingerichtet hast.
        Da wird das ganze System durcheinander geworfen. Auch keine gute Lösung
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von wanderfalke1988
        Mit Flatpak ist es schon lange möglich 32Bit Anwendungen auf einem reinen 64Bit System auszuführen.
        Aber verschiebt man das Problem damit nicht nur? Die Bibliotheken braucht man ja trotzdem. Und Flatpak hat zwar seinen Reiz, aber auch nicht nur Vorteile.
      • Von wanderfalke1988 PC-Selbstbauer(in)
        Mit Flatpak ist es schon lange möglich 32Bit Anwendungen auf einem reinen 64Bit System auszuführen.
        Einziger Wermutstropfen ist das nicht alle 32-Bit-Libraries als Flatpak verfügbar sind,
        das sollte allerdings kein großes Problem sein, sofern man es auch zeitig angeht.

        Also 32bit fallen lassen und die freigewordene Ressourcen Flatpak zur Verfügung stellen!
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk