DLSS unter Linux: Open-Source-Treiber erhält KI-Upscaling
Mesa 26.2 bringt Nvidias DLSS-Upsampling in den offenen NVK-Grafiktreiber. Das bedeutet KI-Upscaling ohne den proprietären Nvidia-Treiber. Noch ist die Funktion allerdings experimentell und muss vom Spieler händisch aktiviert werden.
Die Entwickler rund um den quelloffenen NVK-Grafiktreiber, welcher fester Bestandteil des freien Mesa-Grafikstacks ist, haben Nvidias Upscaling-Technologie DLSS in die Version 26.2 integriert. Am 19. Juni 2026 landete der zugehörige Code im Entwicklungszweig Mesa 26.2-devel und versetzt den offenen Vulkan-Grafiktreiber damit erstmals in die Lage, das KI-Upscaling nativ und über Proton auszuführen.
Nvidia-DLSS im offenen NVK-Treiber: Was schon funktioniert
Wichtig für die Einordnung: Nvidia DLSS selbst bleibt proprietär, der NVK-Grafiktreiber ergänzt lediglich die Kompatibilität zu Nvidias bestehenden Binärdateien und ersetzt die Technologie nicht durch offenen Code. Dennoch handelt es sich hierbei um eine relevante Verbesserung, welche später einmal Früchte tragen könnte.
Vulkan-Erweiterung lädt Nvidias CuBIN-Binärdateien
Den Kern des DLSS-Supports bildet die Vulkan-Erweiterung VK_NVX_binary_import, über die der NVK-Grafiktreiber fertig kompilierte CUDA-Binärdateien im CuBIN-Format auf die Geforce-Grafikkarte lädt und diese ausführt. Bei diesen CuBIN-Dateien handelt es sich um vorab übersetzte CUDA-Programme, die Nvidias DLSS letztlich als eine Reihe von Recheneinheiten auf den Tensor-Kernen startet. Darüber kann der Grafiktreiber auf die DLSS-Bausteine aus dem DLSS-SDK zugreifen.
Experimentell und teilweise noch instabil
Aktiviert wird DLSS ausschließlich händisch über die Umgebungsvariable NVK_EXPERIMENTAL=dlss, denn wegen bekannter Fehler steckt der Support vorerst hinter diesem Schalter. Vorausgesetzt wird zudem eine Geforce ab der Turing-Generation, also eine Geforce RTX 20 oder Geforce GTX 16 und neuer.
Eine weitere Hürde betrifft die DLSS-Versionen selbst: Der NVK-Grafiktreiber führt bislang nur jene Varianten aus, deren Bytecode bereits für den verwendeten Grafichip kompiliert wurde. Ältere Builds verweigern auf einer neueren Grafikkarte den Dienst, weil NVK noch die Übersetzung von Nvidias PTX-Zwischencode fehlt.
Von einem Valve-Entwickler angestoßen
Den Grundstein legte Valve-Entwicklerin Autumn Ashton, die DLSS nach eigenen Angaben in nur drei Tagen auf NVK zum Laufen brachte. Ashton hat sich in der Szene bereits mit D9VK sowie Arbeiten an DXVK und VKD3D-Proton einen Namen gemacht und implementierte für NVK schon die beiden Erweiterungen VK_NVX_binary_import und VK_NVX_image_view_handle.
Der eigentliche Aufwand steckte weniger im Dispatch-Code als im Zerlegen der CuBIN-Dateien, deren Attribute über zahlreiche Abschnitte verstreut liegen. Ihren ursprünglichen Merge Request öffnete Ashton bereits im vergangenen Jahr.
Weil sie zuletzt seltener am Mesa-Projekt mitwirkte, übernahm Thomas Andersen vor zwei Monaten einen neuen Request, glättete die Merge-Konflikte und brachte den Code schließlich in Mesa 26.2 ein. Die genutzten Vulkan-Erweiterungen sind keine Unbekannten, denn auch VKD3D-Proton greift über DXVK-NVAPI darauf zurück.
Stabil mit Mesa 26.2 im August: Was noch fehlt
Als stabile Ausgabe erreicht Mesa 26.2 die Anwender im August 2026, bis dahin bleibt DLSS im NVK-Treiber ein Spielfeld für experimentierfreudige Tester. An den genannten Einschränkungen dürfte sich bis zum Release wenig ändern, vor allem die fehlende PTX-Übersetzung begrenzt die nutzbaren DLSS-Versionen.
Zur proprietären Lösung klafft weiterhin eine Leistungslücke, doch diese Lücke schrumpft mit jeder NVK-Iteration. Mittelfristig könnte die DLSS-Unterstützung sogar helfen, einige der aktuellen Performance-Regressionen abzufedern.
Für den offenen Stack fällt damit eine der letzten großen Hürden zum proprietären Treiber, auch wenn alltagstaugliches Spielen auf NVK zuerst eine solide Grundleistung braucht. Die Meldung geht auf einen Bericht von Phoronix zurück.
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Quelle: Phoronix via VideoCardz
