Adam D3V: Sound, Raumanpassung und Fazit
Was können die Adam Audio D3V in Sachen Sound und Raumanpassung leisten? Am Ende das PCGH-Fazit.
In diesem Artikel
Raumanpassung
Die D3V verfügen über eine Besonderheit. Mit den rückseitig angebrachten Schaltern lassen sich die Monitore an unterschiedliche Raumgegebenheiten anpassen. Das ist bei Studio-Monitoren nicht unüblich, bei Consumer-Geräten eher weniger verbreitet und über Software-Presets erreichbar. Die drei Schalter verfügen je über drei Positionen. Dabei kann unterschieden werden, wie gut der Raum akustisch optimiert ist, ob die Boxen auf einem Tisch stehen, beziehungsweise wie groß dieser ist, und ob das System in einer Ecke oder im freien Raum steht. Die verschiedenen Presets werden über den integrierten DSP angewendet und versehen das Signal mit unterschiedlichen Filtern. Adam Audio zeigt im Diagramm, was die verschiedenen Filter im Frequenzgang ändern.
Quelle: Adam Audio
Die Raumanpassung fügt dem Signal per DSP einen Filter hinzu, der das Frequenzspektrum an bestimmten Positionen bearbeitet.
In der Praxis gestalten sich die Wahlmöglichkeiten als durchaus praktisch. Zum einen kann der Sound nach eigenen Vorlieben etwas geformt werden, zum anderen zeigt sich die Frequenzwiedergabe bei korrekt gewähltem Szenario tatsächlich neutraler. In unserem Fall wurde in einem teiloptimierten Raum, auf einem großen Tisch, nicht in einer Ecke, das System getestet.
Sound: Wer hat in Physik aufgepasst?
Was kann man von derart kompakten Monitoren mit 3,5-Zoll-Treiber erwarten? Wie sich herausstellt, sehr viel. Bei der ersten Inbetriebnahme fällt sofort auf, welche Wucht die Monitore erzeugen. Der Lautstärkeregler hält noch deutliche Reserven bereit. Zwar handelt es sich bei den D3V nicht um klassische Stereoanlagen-Boxen, sondern um Monitore fürs Musikstudio - eine korrekte Ausrichtung zum Hörer ist damit essenziell, jedoch kann man die Monitore auch problemlos zweckentfremden für den gemeinsamen Abend mit Freunden. Der optimale Sound stellt sich aber im 60-Grad-Winkel beziehungsweise in der Dreiecksanordnung ein.
Hier fällt als Erstes der Bassbereich auf. Bei derart kleinen Boxen wird hier besonders intensiv analysiert. Das Passiv-Radiator-System arbeitet fantastisch und schenkt den D3V einen Bassbereich, den man in dieser Größenkategorie niemals erwarten würde. Ein voller, wuchtiger Klang, aus dem man jede Bassdrum und jede Bassline heraushört. Es ist wirklich beeindruckend, was Adam Audio aus den D3V herauskitzelt. Bei all dem Lob muss man aber natürlich beachten, dass auch hier die Naturgesetze nicht einfach ausgehebelt werden können. So kann das System Tiefbässe unter 45 Hertz nicht mehr ausgewogen darstellen und die Basspräzision ist für ein Passiv-Radiator-System zwar gut, jedoch größeren Tieftontreibern unterlegen. Das von Adam Audio hinterlegte Diagramm zeigt diesen Umstand ebenfalls, mit einer etwas längeren Reaktions- und Ausschwingzeit des Systems im Bassbereich. Schlussendlich lassen sich an bestimmten Punkten des Frequenzspektrums Resonanzen im Bass erkennen, die für einen Boost oder eine Abschwächung sorgen. Dieser Umstand ist ebenfalls dem Passiv-Radiator-System geschuldet und nahezu unvermeidlich bei der kompakten Größe der Lautsprecher.
Der Mitten- und Höhenbereich hingegen wird weniger durch die Abmessungen limitiert und zeigt sich als wunderbar ausgewogen und detailliert. Der verbaute 3,5-Zoll-Tieftöner kümmert sich nicht nur um die Tiefen und befeuert die Passiv-Membrane, sondern bringt auch sehr saubere und präsente Mitten zum Ausdruck. Lediglich wenn die Lautstärke der Box massiv überzogen wird, können die Mitten etwas schärfer wirken. Die Höhen werden durch den eigens entwickelten und produzierten D-ART-Hochtöner ausgegeben und zeigen sich als äußerst präzise und klar. Das Sound-Gesamtpaket kann mehr als überzeugen und reizt das durch die Größe bedingte Mögliche maximal aus. Ein Kompaktsystem mit großem Klang.
Anwendungsbereich und Preis
Der aufgerufene Preis von derzeit 300 Euro ist für die D3V mehr als angemessen. Die Monitore liefern einen fantastischen, für die Größe fast schon einzigartigen Sound. Konkurrenz könnte man lediglich im Studiosegment suchen. So bekommt man beispielsweise zwei JBL-Professional-305P-MK2-Monitore für einen ähnlichen Preis. Und auch wenn diese Monitore sehr gut klingen, sie setzen ein Audiointerface - das schnell mit über 100 Euro zu Buche schlagen kann - voraus und bauen deutlich größer.
Details
Die D3V spielen damit in einer eigenen Kompaktliga, in der sie sich für professionelle Anwender, die ein besonders kleines System benötigen - beispielsweise zum Mitnehmen -, eignen, aber auch gezielt mit integriertem Wandler und USB-C-Verbindung eine Brücke zur einfachen Anwendung am Rechner oder Mobilgerät schlagen. Ein kompakter Alleskönner mit fantastischem Preis-Leistungs-Verhältnis.
| Produktname | D3V |
|---|---|
| Hersteller/Webseite | Adam Audio/www.adam-audio.com |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. 300 €/gut |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/3334582 |
| Farbvarianten | Schwarz/weiß |
| Abmessungen, Gewicht | 200 × 115 × 150 mm (je Box), 3,58 kg (zusammen) |
| Auslegung | Stereo, Boxenpaar, Amp in linker Box |
| Material | Kunststoff, Metallgitter |
| Konstruktion, Treiber | Aktiv, 2 Wege, pro Box: 3,5“ Aluminium-Tieftöner, 2× 3,5“ Passiv-Radiator, 1,5“ D-ART-Hochtöner |
| Systemleistung max. (Tief-/Hochtöner) | 240 W Peak (2× 80 W/2× 40 W) |
| Ausstattung (20 %) | ★★★★☆ |
| Konnektivität | USB-C, 2× TRS-6,3-mm-Klinke, 3,5-mm-Kopfhörer-Anschluss |
| Bedienelemente | Multifunktionaler Drehregler, Schalter zur Raumanpassung |
| Beleuchtung | Multifunktionale Statusleuchte |
| Stand | Flach (Gummi entkoppelt), angewinkelt (Standfuß enthalten), Ständeraufnahme |
| Software | Nein |
| Kanäle/Mixer | 1 (USB/TRS-6,3-mm-Klinke), umschaltbar |
| Zubehör | USB-C-Kabel mit USB-A-Adapter, Anleitung, angewinkelte Standfüße, Gummi-Klebepads |
| Sonstiges | Kopfhörer-Ausgang |
| Eigenschaften (20 %) | ★★★★☆ |
| DSP/Raumeinmessung | Integrierter DSP, Raumanpassung über vier Schalter auf der Rückseite |
| Integrierter Wandler (KHz/Bit) | 48 KHz/16 Bit |
| Frequenzgang laut Herst. | 45 Hz–23,2 KHz (@ -6 dB) |
| Verarbeitung | Sehr gut |
| Treiber | Plug & Play |
| Sound/Leistung (60 %) | ★★★★⯨ |
| Wiedergabe (Tiefen/Mitten/Höhen) | Ausgeglichen/ausgeglichen/ausgeglichen |
| Sound-Qualität (Tiefen/Mitten/Höhen) | Befriedigend/gut/gut |
| Auflösung | Gut |
| Räumliche Trennung | Gut |
| Rauschen/Störgeräusche | Kaum hörbar |
| Tiefbass-Wiedergabe | Unter 50 Hz/befriedigend |
| FAZIT | ★★★★⯨ |
| + Sehr guter Sound für die Größe | |
| + Plug and Play, angemessener Preis |

Habe selber KEF LSX II
Das ist ne andere Liga schon klar