Sonos Smart Speaker: Wie gut schlagen sich die WLAN-Lautsprecher im Alltagstest?
Der amerikanische Hersteller Sonos bringt mit seinen Lautsprechern Musik ins Zuhause. Vor allem die drahtlose Anbindung und die App-Steuerung sind Besonderheiten. Welche Kompromisse muss man hierbei eingehen im Vergleich zu klassischen Soundanlagen?
Sonos vollzieht einen eigenen Weg in Sachen Lautsprechersystem. Die Amerikaner setzen nicht auf einzelne kabelgebundene Speaker, sondern bieten eine ganze Reihe an verschiedenen Audio-Produkten an, die sich allesamt via WLAN oder LAN zusammenschalten lassen. So setzt der Hersteller - mehrheitlich - nicht auf Bluetooth, sondern auf eine Einbindung der sogenannten Smart Speaker ins Heimnetzwerk, kontrolliert via App fürs Smartphone und den PC. Was haben die Sonos-Lautsprecher auf dem Kasten? Im Alltagstest haben wir uns durch die Palette an smarten Audio-Produkten gehört und dabei manche Überraschung erlebt.
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Sonos-Lautsprecher: Einrichtung
Sonos offeriert nur smarte Speaker, die sich ins eigene Netzwerk einbinden lassen. Aktuell gibt es lediglich ein Modell, welches neben dem WLAN-Modul, auch noch Bluetooth mit sich bringt. Auf Nachfrage begründet der amerikanische Hersteller dies damit, dass die Verbindung mittels Wi-Fi eine höhere Reichweite als Bluetooth bietet. Im Test bestätigt sich diese Aussage. Wer über mehrere Stockwerke verteilt Musik und Co. in verschiedenen Räumen abspielen will, kann dies über das WLAN-Netz in der Tat zuverlässiger tun, als über Bluetooth. Bei Bluetooth ist manchmal schon im Nebenzimmer Schluss mit der Übertragung des Audiosignals; während es für WLAN kein Problem darstellt, ein ganzes Haus mit einem Audiosignal zu versorgen. Es bleibt aber schade, dass Sonos seinen Kunden bei den meisten Modellen nicht die freie Wahl lässt, wie diese ihren smarten Speaker ansteuern wollen. Nur der portable, mit einem Akku ausgestattete Sonos Move, besitzt ein Bluetooth-Modul.
Die Einrichtung aller Sonos-Lautsprecher ist immer gleich. Nachdem der smarte Speaker mit Strom versorgt ist, öffnet man die offizielle Sonos-App auf seinem Smartphone und beginnt mit der Einrichtung. Hierzu muss zudem die Verbindungstaste am Lautsprecher gedrückt werden, bis dieser mit einer orangefarbenen Lampe die Kopplungsbereitschaft signalisiert. Das Verbinden des ersten Sonos-Lautsprechers gestaltet sich allerdings etwas fummelig, da neben dem WLAN-Schlüssel eben auch penibel auf die richtige Reihenfolge geachtet werden muss, wann man die Verbindungstaste drücken muss. Eventuell würde ein Display am Lautsprecher bei der Einrichtung helfen. Erst die Integration weiterer Sonos-Lautsprecher gelingt müheloser.
Sonos: Alles via App
Als zentrale Steuerungseinheit dient die Sonos-Controller-App, die es mittlerweile in zwei Versionen gibt. Hierbei kommt es auf die verbaute Hardware im Lautsprecher an, welche App verwendet werden muss. Bestimmte Funktionen erfordern einen leistungsfähigeren Chipsatz, als ihn die ersten Sonos-Geräte vom Anfang der 2000er-Jahre zu bieten haben. Nach massiven Protesten der Nutzer, lassen sich aber auch diese älteren Geräte nach wie vor nutzen, indem man einfach weiterhin die App Sonos S1 Controller verwendet. Dies wird auch so bleiben, nach dem weltweit die Berichterstattung auch die Aufmerksamkeit der Firmenleitung erregte und man daraufhin zurückgerudert hat.
Alle aktuell verkauften Sonos-Geräte können über die App Sonos S2 Controller gesteuert werden. Hierbei ist die App nicht nur etwas performanter, sondern bietet auch Optionen, wie etwa planbare Software-Updates, die es beim Vorgänger Sonos S1 Controller nicht gibt. Die Namensgebung der App ist dabei an den OS-Titel Sonos S2 angelehnt. Das Betriebssystem bringt unter anderem Unterstützung für planbare Software-Updates und Dolby Atmos mit.
Unabhängig von der App-Version, lassen sich mehrere Sonos-Geräte in Gruppen zusammenführen, wobei immer nur Geräte mit dem gleichen Betriebssystem in einer Gruppe sein können. So lässt sich Musik auf allen zu einer Gruppe gehörenden Lautsprechern abspielen. Mit dieser Funktion ist es auch möglich, etwa ein Spotify-Konto auf mehreren Geräten zeitgleich nutzen zu können. In aller Regel ist dies beim Musik-Streaming-Dienst nicht vorgesehen, über die Einbindung des Spotify-Kontos in die Sonos-App jedoch wird das parallele Streaming ermöglicht. Wer möchte, kann beispielsweise über die PC-Software von Sonos auch lokal abgespeicherte Musik an seine smarten Speaker schicken. Im Test klappte sowohl die Steuerung via Smartphone-App, als auch über den PC problemlos.
Sonos-Lautsprecher: Klangqualität
Entscheidend ist bei einem Lautsprecher natürlich, wie er sich anhört. Der Unterschied zwischen der Sonos Beam für 450 Euro und der gut 900 Euro teuren Arc ist im direkten Vergleich deutlich hörbar. Nur die größere Arc hat Support für Dolby Atmos, sodass tatsächlich auch der Klang nach oben abgestrahlt wird. Dies führt dazu, dass man beispielsweise etwas präziser den Gegenspieler orten kann. Zudem ist durch die insgesamt 11 Treiber merklich mehr Druck vorhanden, sodass der Ton kräftiger wirkt. Allerdings kann Dolby Atmos nur dann genutzt werden, wenn die Sonos Arc mit einem TV oder Monitor mit HDMI 2.1 verbunden ist. Wenn man das Top-Modell der Soundbars von Sonos hingegen mit einem HDMI-Anschluss einer älteren Generation oder via SPDIF-Adapter anschließt, dann bleibt der Klang vergleichbar mit einer 7.1-Anlage. Der 3D-Effekt jedoch fehlt so. In Verbindung mit einer Playstation 5 oder Xbox Series X jedoch kann die Sonos Arc aus dem Vollen schöpfen, da beide Konsolen einen HDMI-2.1-Port offerieren und somit mit allen Features der Arc kompatibel sind.
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Auch die kompaktere Sonos Beam mit fünf verbauten Treibern ist allerdings nicht von schlechten Eltern. Hier merkt man, dass der Ton wesentlich klarer erscheint, als etwa über ein manuelles 2.1-Soundsystem. Der Beam fehlt es allerdings nicht nur an der Fähigkeit, 3D Audio wiedergeben zu können, sondern auch am Bass im Vergleich zur Sonos Arc. Um dies beheben zu können, bietet sich etwa der Sonos Sub an. Der externe Subwoofer lässt sich kabellos via WLAN-Modul mit einem anderen Sonos-Lautsprecher verbinden. Auch ohne Subwoofer sind jedoch beide Soundbars eine Verbesserung der Klangqualität gegenüber vielen anderen Lautsprechersystemen. Die Sonos Beam eignet sich vor allem für kleine Wohnzimmer oder dann, wenn der Ton nicht so laut aufgedreht werden kann.
Sonos-Lautsprecher: Minimalistische Anschlussvielfalt
Vorteil der Sonos-Systeme ist ihr unauffälliges Design, auch wenn dies selbstverständlich im Auge des Betrachters liegt. Statt meterlanger Kabel genügt ein Stromkabel und ein HDMI-Kabel - das war's. Derart wenige Kabel für eine externe Soundlösung zu benötigen, ist durchaus angenehm. Wer die Soundbar nicht via HDMI anschließen kann, für den liefert Sonos einen Adapter auf SPDIF mit.
Leider haben die Amerikaner darüber hinaus keinerlei Anschlüsse an ihren Soundbars verbaut. Alle weiteren Verbindungen - etwa zu einem Sonos Sub - müssen über die Sonos-App drahtlos gestaltet werden. Hierzu müssen alle Sonos-Geräte im gleichen WLAN angemeldet sein, damit Sie sich gegenseitig finden können. Die Koppelung eines weiteren Smart Speaker geht dafür einfach von der Hand. Wenn die Koppelung einmal erledigt ist, kann - alternativ zur Sonos-App - auch Musik über die Spotify-App, via Amazon Music oder via Apple Music abgespielt werden. Für die spezifischen Einstellungen der Lautsprecher muss hingegen die Sonos-App benutzt werden.
Sonos: IKEA Symfonisk als unsichtbare hörbare Ergänzung
Neben Sonos-Speakern können auch die Lautsprecher aus der Reihe IKEA Symfonisk über die Sonos-App mit verschiedenen smarten Speakern gekoppelt werden. Hier kommt zum Tragen, dass der schwedische Hersteller eine Kooperation mit Sonos eingegangen ist. So wird in allen zur Baureihe gehörenden Lautsprechern Sonos-Hardware verbaut. Im Regallautsprecher steckt etwa ein ähnliches Soundprofil wie im Sonos Five. Das Design jedoch ist bewusst anders gestaltet, sodass man diesen Lautsprecher als Regalbrett benutzen kann. So ist dieser Zusatzlautsprecher elegant versteckt.
Ebenfalls positiv fällt auf, dass der IKEA Symfonisk Regallautsprecher Kabeltunnel integriert hat, damit man das Stromkabel und ein etwaiges LAN-Kabel möglichst aufgeräumt verlegen kann. Allerdings verfügen alle IKEA-Symfonisk-Lautsprecher lediglich über einen Strom- und einen LAN-Anschluss. Leider gibt es weder einen SPDIF-, noch einen Klinkenanschluss. Auch Bluetooth fehlt, sodass man zwingend über die Sonos-App gehen muss, um einen Ton abspielen zu können. Hier wird Potenzial verschenkt. Auf Mikrofone für Amazon Alexa oder Google Assistant wird bei den IKEA-Lautsprechern verzichtet.
Der Klang unterscheidet sich nicht von einem Sonos One SL, da durch die identische Hardware und das massige Gehäuse ein wohliges Klangbild erzeugt wird. Allerdings sind die IKEA Symfonisk eher eine Ergänzung eines bestehenden Lautsprecher-Setups. Nur in kleinen abgeschlossenen Räumen kann ein Regallautsprecher genügen, um Stimmung ins Zimmer zu bringen. Der Klang ist in mittlerer Lautstärke klar und ausreichend für einen Raum. Bei hoher Lautstärke verzerrt der Lautsprecher. Die Raumeinmessung mittels True Play ist ausschließlich in Verbindung mit einem iOS-Gerät verfügbar. Löblich ist die frustfreie Verpackung, die IKEA aus Karton hergestellt hat und die ein einfaches Entnehmen ermöglicht.
Sonos-Lautsprecher: Fazit
Der amerikanische Hersteller Sonos geht einen klaren Weg bei seinen Produkten. So sollen die Lautsprecher ein schlichtes Design besitzen und mit möglichst wenig Kabelsalat auskommen. Die Koppelung von mehreren Lautsprechern erfolgt ausschließlich über die Sonos-App und das heimische WLAN-Netz. Dies führt - in der Tat - dazu, dass der Ton auch über mehrere Stockwerke problemlos drahtlos übertragen werden kann. Hier scheitert die Bluetooth-Übertragung anderer Audio-Geräte. Allerdings bedeutet dies auch, dass Sonos eben wesentlich weniger Anschlussoptionen offeriert, als ein klassisches Soundsystem. Man muss sich also darauf einlassen, möglichst alles via App fürs Smartphone oder den PC zu machen. Im Gegenzug bekommt man Lautsprecher, die ohne Kabelsalat viel Sound bieten. Die Sonos Arc ist hierbei mit 3D Audio, Dolby Atmos und mehr Treibern eindeutig voluminöser im Klangbild, als die kleinere und günstigere Soundbar Beam. Je nach Raumgröße kann aber auch die Sonos Beam genügen.
Clever ist die Kooperation von Sonos und IKEA, die es bei den Symfonisk-Lautsprechern ermöglicht, aus Möbelstücken Lautsprecher zu machen. So lassen sich smarte Speaker geschickt verstecken. Die schwedische Firma setzt dabei auf Soundprofile von Sonos, nur eben in einem Regallautsprecher. Der Klang ist in mittlerer Lautstärke klar und ausreichend für einen Raum. Bei hoher Lautstärke verzerrt der Regallautsprecher. Die Kooperation zeigt auf, dass Sonos ganz bewusst daraufsetzt, Lautsprecher möglichst unauffällig zu integrieren. So lässt sich ein unscheinbares, aber doch kräftiges Setup aufbauen, das sehr wohl auch beim Gaming Freude bereitet, allen voran mit Konsolen oder einem PC am TV.
