Fujitsu Vizepräsident bezeichnet SSDs als Nischenprodukt

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Von allen Seiten wird der SSD eine glorreiche Zukunft prophezeit, der Sieg über die gute alte Festplatte scheint unausweichlich, fast täglich steigt ein weiterer Hersteller in den Markt für die Flash-basierten Laufwerke ein, es herrscht Goldgräberstimmung. Und doch gibt es auch noch Menschen, die am Erfolg der Solid-State-Drives zweifeln.

Fujitsu glaubt offenbar nicht an einen schnellen Sieg der vielgepriesenen SSD. Fujitsu glaubt offenbar nicht an einen schnellen Sieg der vielgepriesenen SSD. So machte nun zum Beispiel Fujitsus Vizepräsident, Joel Hagberg, in einem Interview mit Computerworld deutlich, dass er nichts vom derzeitigen Hype um die Flash-basierten Laufwerke hält. Laut dessen Aussage sei die SSD nur ein "Nischenprodukt", welche auch in den nächsten paar Jahren nur einen Marktanteil von mageren fünf Prozent für sich beanspruchen könne.

Als Gründe nennt Hagberg die vollmundigen Versprechen der Hersteller wie erhöhte Geschwindigkeit oder niedrigerem Energieverbrauch, welche am Ende jedoch nicht erfüllt werden können. So würden sich die beworbenen Vorteile laut der Meinung von zahlreichen Notebook-Produzenten und Endkunden abseits von synthetischen Benchmarks im realen Alltagsbetrieb nicht bemerkbar machen und als reichlich übertrieben herausstellen.

So seien zufällige Lesezugriffe das einzige Gebiet auf dem SSDs derzeit überzeugen könnten, während die Performance bei sequentiellen Lese-und Schreibvorgängen sowie beim zufälligen Schreiben noch mangelhaft sei.

In punkto Energiebedarf darf sich Herr Hagberg jedenfalls bestätigt fühlen, da SSDs die Laufzeit von Notebooksakkus, entgegen der Herstelleraussagen, offenbar stärker als herkömmliche Festplatten vermindern, wie die Kollegen von Tomshardware erst vor kurzem herausfanden.

Als einen weiteren großen Kritikpunkt führt Hagberg die im Vergleich zu magnetischen Massenspeichern, mit 100.000 Schreibzyklen geringe Lebensdauer einer SLC-Flashspeicher-Zelle an, welche sich bei MLC-SSDs gar auf ein Zehntel reduziert. Dadurch würde außerdem der Verwaltungsaufwand der Daten ansteigen, da man nun auch noch darauf achten müsse wie oft jede Speicherzelle schon beschrieben wurde.

Auf die Frage hin ob seine Aussagen nur darin begründet liegen das Fujitsu noch keine eigenen SSD-Laufwerke vorgestellt habe, berief sich Hagberg auf die ebenfalls vor ihrer Einführung von einigen Herstellern hochgelobten Hybrid-Laufwerke an, welche sich letztendlich bis heute auch nicht durchsetzen konnten.

Laut Hagberg werde Fujitsu den Markt zunächst noch zwei weitere Jahre beobachten, ehe man eine Entscheidung fällt.

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