Künstliche Intelligenz im Weltraum: AMD beschreibt KI-Zukunft über der Erde

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Künstliche Intelligenz im Weltraum: AMD beschreibt KI-Zukunft über der Erde
Quelle: NASA/ESA

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz könnte sich künftig weit über klassische Rechenzentren hinweg ausdehnen. AMD beschreibt, wie KI-Systeme ganz neue Möglichkeiten im Weltall eröffnen.

Künstliche Intelligenz soll nicht nur Rechenzentren auf der Erde verändern, sondern laut AMD zunehmend auch im Weltall Einzug finden: bei Satelliten, Raumsonden und künftiger Weltrauminfrastruktur. In einem neuen Blogbeitrag beschreibt das US-amerikanische Unternehmen, wie KI direkt im All eingesetzt werden könnte, um schneller Daten auszuwerten und langfristig größere Rechenstrukturen im Orbit denkbar zu machen. Im Mittelpunkt stehe dabei vor allem sogenanntes Edge-Computing, bei dem Rechenleistung direkt dort stattfindet, wo Daten entstehen.

Datenverarbeitung direkt im Orbit

Klassische Raumfahrtsysteme sind laut AMD vorrangig durch begrenzte Bandbreite, Kommunikationsfenster und hohe Latenzen eingeschränkt. Statt große Datenmengen permanent zur Erde zu senden, könnten KI-Systeme an Bord von Satelliten oder Raumfahrzeugen Informationen direkt vor Ort filtern, priorisieren und auswerten. Genannt werden etwa Anwendungen wie das Aussortieren unbrauchbarer Bilder, das frühzeitige Erkennen kritischer Ereignisse oder die autonome Navigation von Rover-Systemen. Satelliten könnten sich damit vom reinen Datensammler stärker zu einem eigenständig handelnden System entwickeln. Gerade bei unterbrochener Verbindung und in einer Umgebung, in der jedes Kommunikationsfenster zählt, soll dieser Ansatz die Effizienz der Systeme erhöhen.

Vom Satelliten bis zum Weltraum-Rechenzentrum

Kurzfristig sieht AMD robuste und adaptive KI-Hardware für den direkten Einsatz in Raumfahrtmissionen als Ziel. Auf lange Sicht wolle man aber weiterdenken: Das Unternehmen verweist auf Konzepte orbitaler Datenzentren, die im Weltraum durch verfügbare Solarenergie und kühlere Bedingungen neue Rechenkapazitäten schaffen könnten. Bisher handelt es sich lediglich um Konzepte. AMD positioniert sich aber klar als Anbieter skalierbarer Hard- und Software weit über die Erde hinaus.

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Quelle: AMD

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    • Kommentare (20)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von muadib Freizeitschrauber(in)
        Neben den hier schon erwähnten gigantischen, schweren und damit teuren Kühlkonstruktionen, ist deren Betrieb aus weiteren Gründen zu teuer. Schickt man sie in eine hohe Umlaufbahn, hat man lange Reaktionszeiten. Sind sie im niedrigen Orbit, brauchen sie viel Treibstoff(teuer), um ihre Umlaufbahn ständig wieder zu erhöhen und um den unzähligen anderen Satelliten auszuweichen.

        Morpheus hat in einem Video den für mich einzigen plausiblen Grund für KI Rechenzentren im All genannt. Niemand, außer den Eigentümern hat dann einen Zugriff auf diese Rechenzentren. Eine tolle neue Welt. Eine handvoll Milliardäre betreiben alle KI Rechenzentren von denen irgendwann alle Menschen abhängig sind und auf die fast niemand einen Zugriff hat, da sie alle im All sind.
      • Von muadib Freizeitschrauber(in)
        Neben den hier schon erwähnten gigantischen, schweren und damit teuren Kühlkonstruktionen, ist deren Betrieb aus weiteren Gründen zu teuer. Schickt man sie in eine hohe Umlaufbahn, hat man lange Reaktionszeiten. Sind sie im niedrigen Orbit, brauchen sie viel Treibstoff(teuer), um ihre Umlaufbahn ständig wieder zu erhöhen und um den unzähligen anderen Satelliten auszuweichen.

        Morpheus hat in einem Video den für mich einzigen plausiblen Grund für KI Rechenzentren im All genannt. Niemand, außer den Eigentümern hat dann einen Zugriff auf diese Rechenzentren. Eine tolle neue Welt. Eine handvoll Milliardäre betreiben alle KI Rechenzentren von denen irgendwann alle Menschen abhängig sind und auf die fast niemand einen Zugriff hat, da sie alle im All sind.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Wie gesagt: "Weltraum" kühlt quasi nicht. In Erdnähe würde der Stickstoff meinem Wissen nicht einmal ganz ohne Satelliten-eigene Wärmequelle flüssig bleiben und das zu ändern braucht mehr Energie als innerhalb einer Atmosphäre.

        Geostationär hat alle übrigens alle 24 h eine kurze Verschattung. Für Dauer-Solarstrom nimmt man eine der vielen sonnensynchronen Umlaufbahnen, die nicht durch den Erdschatten läuft; den Sonne-Erd L1 zu erreichen wäre viel zu teuer und der Platz dort ist begrenzt. Aber auch den Transport in einen SS-LEO ist nicht billig, irdische Solarzellen dagegen schon. Wenn ich richtig überschlagen habe, aktuell um Faktor 6 für ein komplettes Solarkraftwerk inklusive Bau, Betrieb und Gewinnspanne gegenüber den reinen Startpreis aktueller Starlink-Satelliten (ohne Satellit selbst, ohne Bodenstation, ohne Entwicklung) pro kWh, welche dieser in ihrer Lebenszeit produzieren könnten.
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        "Kalt" und "kühlen" sind unterschiedliche Dinge. Ersteres ist auch ein Stück Styropor, dass du eine Stunde ins Gefrierfach legst, aber für Rechenzentren braucht man letzteres. Bei herkömmlicher Kühlung zählt das Produkt aus Temperaturdifferenz ("wie viel kälter ist die Umgebung verglichen zur Hardware?") und Wärmekapazität. In ersterem sind abgeschattete Teile des Weltalls total geil, aber letztere liegt für Vakuum nun einmal bei exakt 0. Und auch ganz viel mal 0 ist immer noch 0. Mit herkömmlichen Kühlansätze erreicht man da gar nichts und Wärmeabstrahlunng ist sowohl flächenintensiv als auch von hohen Temperaturen abhängig.

        "Abgeschattet" beschränkt sich übrigens auch nicht auf sichtbares Licht. So lässt sich Rückseite von Solarmodulen nur eingeschränkt für Kühlung anderer Komponenten nutzen, denn die Solarzellen selbst werden auch aufgeheizt und strahlen diese Wärme wieder ab. Der Bereich dahinter ist im Infrarotbereich also nur eingeschränkt "schattig". Und wenn man da zusätzliche Strahler platziert, kann das zu Temperaturproblemen in den Solarzellen führen.

        H100 wird primär als sehr kompaktes Modul verbaut. Sicher, dass die eine ganze Grafikkarte auf einem Standard-Mainboard hochgeschossen haben? Mit Luftkühler?^^
        (Interessanterweise finde ich keine Angaben zur dauerhaft erreichten Rechenleistung.)

        Wie willst du den Radiator signifikant heißer betreiben als die zu kühlende Hardware? Wir sprechen hier nicht von Temperaturanhebungen um ein paar dutzend Kelvin, wie sie mit Wärmepumpen effektiv möglich sind, sondern von mehreren 100 Kelvin Differenz, wenn man eine brauchbare Flächenleistung erreichen möchte. Da verschlingt die Kühlung am Ende mehr Energie als die Hardware – Energie, die noch mehr Kühlfläche erfordert.

        Die weiteren Argumente lösen sich ebenfalls schnell in Luft auf: Rechenzentren, die ohne Wasser kühlen, haben auch auf der Erde kein Kühlwasserproblem. Rechenzentren, die aus eigenen Solarzellen (+Speicher) versorgt werden, stoßen auf keinen Widerstand von strom-besorgten Anwohnern. Und die Kombination aus Bauteil- und Installationskosten ist pro verfügbare kWh bei irdischen Solarzellen mit Batteriespeichern auch besser als bei orbitalen Systemen. Tatsächlich resultiert die höhere Flächeneffizienz letzterer meinem Wissen nach nur zu einem Teil aus der höheren Einstrahlung außerhalb der Atmosphäre. Wichtiger ist, dass man zur Einsparung von Gewicht und damit teurer Startkosten schlicht viel hochwertigere Zellen verbaut, während man auf der Erde zu einem Bruchteil des Preises einfach ein paar Module mehr aufstellt.
        Ja, aber einen "Kühlkörper", der an einem Behälter mit einem Flüssigstickstoff hängt und einfach durch den kalten Weltraum hinter einem Sonnenschild gekühlt wird ist schon wesentlich einfacher als den Stickstoff ständig auf Erde mit großen (Energie-) Aufwand runter kühlen zu müssen.
        Zumal der Strom für die Server mit Solar ständig zur Verfügung steht sofern man sich in einer geostationären Umlaufbahn, oder sich an einem Lagrange-Punkt befindet.
      • Von Dwalinn PC-Selbstbauer(in)
        Naja wenigstens mal eine sinnvolle Aufgaben von KI im Weltraum die tatsächlich ein Problem löst. Aufwand hält sich ja in Grenzen wenn man nicht gerade GW weise Rechenzentren betreiben will
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Die absolute Obergrenze dürfte so bei 90 °C liegen, real würde ich eher 60-70 °C ansetzen: Die Chips selbst können 100 °C ab, 110 °C wenn man die Leistung einschränkt. Aber man braucht einen Gradienten, um die Wärme zu verteilen und armdicke Wasserrohre sind keine Option für Satelliten. Unterm Strich also eine Spanne von 293 K über 340 K bis 380 K. Selbst in vierter Potenz macht das nur einen Unterschied von Faktor 2 in der pro Fläche abstrahlbaren Energie. Der 20-°C-Überschlag bewegt sich also noch in der richtigen Größenordnung und der Unterschied fällt, im Vergleich zu vielen anderen Annahmen die auf diesem Diskussionslevel nötig sind, eher klein aus. Am Ende geht es um ein Missmatch von mehreren Zehnerpotenzen zwischen Kühlungsbedarf und Kühlungsmöglichkeit. Da müsste man, wie von mir beschrieben, Temperaturen von vielen 100 °C erreichen, um die bestehende Lücke relevant zu verkleinern.
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