Nicht ohne Erlaubnis: KI soll Schauspieler nicht ersetzen dürfen
Die Schauspieler-Gewerkschaft SAG-AFTRA hat Vereinbarungen bezüglich der Verwendung von KI, etwa um Abbild oder Stimme von Schauspielern zu replizieren, getroffen. Nach 118 Tagen beendete die Gewerkschaft ihren Streik und billigte das KI-Abkommen mit 86 Prozent des SAG-AFTRA-Vorstandes.
Seit 118 Tagen war die Schauspieler-Gewerkschaft SAG-AFTRA (Screen Actors Guild-American Federation of Television and Radio Artists) für bessere Gehälter und KI-Richtlinien im Streik. Am 9. November fand dieser sein Ende, denn seitdem wurden Vereinbarungen mit den Studios getroffen, die auch Klarheit beim Thema generative KI schaffen sollen. Diese Vereinbarungen hat die SAG-AFTRA schriftlich festgehalten und auch eine Broschüre herausgegeben, auf der die KI-Richtlinien aufgeführt sind.
Schutz für Schauspieler vor künstlicher Intelligenz
Zu den Bedingungen der neuen KI-Richtlinien gehören die Definition von KI in Branchenbegriffen, die digitale Replikation von Darstellern und Hintergrundschauspielern, digitale Veränderungen und die Einrichtung halbjährlicher Treffen zwischen der Gewerkschaft und den Produzenten über den Einsatz generativer KI. Der Vertrag soll zu 86 Prozent vom Gewerkschaftsvorstand gebilligt und am 12. November mit dreiwöchiger Abstimmungsfrist zur Ratifizierung an die Gewerkschaftsmitglieder überführt worden sein.
Teil der neuen Richtlinien ist etwa der Versicherungsschutz für die Erstellung, Nutzung und Veränderung "digitaler Nachbildungen" von Künstlern. Das betreffe sowohl Abbild als auch die Stimme eines Schauspielers - davon sind auch Komparsen, Hintergrunddarsteller etc. betroffen. Sollte dennoch die Nachbildung mittels KI zum Einsatz kommen, wird eine ausdrückliche und "offensichtliche" Zustimmung des Schauspielers benötigt. Auch was die Bezahlung im Zusammenhang mit KI-Generierung angeht, wird in der Broschüre der SAG-AFTRA festgehalten.
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Aus Hollywood kommen gemischte Reaktionen zu den KI-Vereinbarungen der SAG-AFTRA. Die einen loben den Deal und sind begeistert ob des weiteren Vorgehens. Die anderen sind der Meinung, dass noch mehr für den Schutz der Schauspieler hätte getan werden müssen und sind weiterhin in Sorge um die Persönlichkeitsrechte der Schauspieler.
So äußerten sich etwa auf Twitter die Regisseurin und Produzentin Justine Bateman sowie die Schauspieler Jason Winston George und Rainn Wilson. Erst vor Kurzem leitete die weltberühmte Schauspielerin Scarlett Johansson rechtliche Schritte gegen eine KI-Firma ein, die ohne ihre Erlaubnis ein KI-Abbild von ihr und ihrer Stimme angefertigt hatte.
Quelle: SAG-AFTRA via Cointelgraph

Dann gibt es vielleicht demnächst kaum noch Schauspieler ohne Sprechrollen, weil dann einfach im Hintergrund Computer-generierte Personen sitzen/stehen/laufen/etc.
Weil Schauspieler die es nicht gibt und nicht "nachgeahnt" werden, braucht man dann ja wohl auch nicht um Erlaubnis fragen?
Und wenn sie gut genug werden, gibt es vielleicht dann auch einfach Computer-generierte Hauptdarsteller, ohne Vorlage, da braucht man auch niemanden fragen...
Oder verstehe ich das falsch? Laut dem Text in der News geht es doch nur um "Nachbildungen", oder?
Im Zuge von KI werden jetzt aber auch reale Schauspieler nachgestellt. Vor allem das, was heute als Action-Film gehandelt wird (Marvel & Co), besteht schon in weiten Teilen komplett aus Computergrafik – künftig ist der als Vorlage dienende Schauspieler auch in den Close-Ups und Dialog-Szenen technisch überflüssig. Da stellt sich nicht nur die Frage nach dem Gesamtbedarf an Darstellern, sondern das ist ein ganz konkretes Problem für jeden einzelnen Schauspieler: Letztlich verkaufen die ihr eigenes Aussehen. Was wäre das noch wert, wenn es auch frei aus dem Computer verfügbar ist?
Denke da z.B. an den einen vor kurzem verstorbenen Hauptdarsteller der neuen Star Wars Serie.
Klar, man kann Drehbücher umschreiben (lassen), aber einfacher wäre es natürlich einem Double das Gesicht und die Stimme in weiteren Staffeln überzustülpen, oder wenn irgendwann wirklich glaubhaft darstellbar, komplett aus dem Computer zu generieren.
Dann gibt es vielleicht demnächst kaum noch Schauspieler ohne Sprechrollen, weil dann einfach im Hintergrund Computer-generierte Personen sitzen/stehen/laufen/etc.
Weil Schauspieler die es nicht gibt und nicht "nachgeahnt" werden, braucht man dann ja wohl auch nicht um Erlaubnis fragen?
Und wenn sie gut genug werden, gibt es vielleicht dann auch einfach Computer-generierte Hauptdarsteller, ohne Vorlage, da braucht man auch niemanden fragen...
Oder verstehe ich das falsch? Laut dem Text in der News geht es doch nur um "Nachbildungen", oder?