Designlegende Jim Keller: "Was auch immer Nvidia macht - wir machen das Gegenteil"

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Designlegende Jim Keller: "Was auch immer Nvidia macht - wir machen das Gegenteil"
Quelle: Tenstorrent / Wikimedia Commons

Die AMD-Legende und aktueller Tenstorrent-CEO Jim Keller positioniert sein KI-Chip-Unternehmen bewusst als Gegenpol zu Nvidia - man mache "einfach das Gegenteil" von dem, was der Marktführer vorsieht.

Jim Keller gilt als eine der einflussreichsten Figuren in der Halbleiterindustrie. Der 1958 geborene Ingenieur hat in seiner über vier Jahrzehnte währenden Karriere entscheidend zur Entwicklung einiger der wichtigsten Prozessor-Architekturen beigetragen. Besondere Bekanntheit erlangte Keller durch seine Arbeit bei AMD, wo er als Chefarchitekt der K8-Mikroarchitektur fungierte, die auch die Grundlage für die erste Athlon 64-Generation bildete. Nach weiteren Stationen - etwa bei Tesla und Intel - übernahm er 2020 die Position des CTO beim kanadischen KI-Startup Tenstorrent und wurde 2023 zum CEO ernannt.

In dieser Funktion äußert sich Keller nun nach der Markteinführung von Tenstorrents neuester "Blackhole"-Chipgeneration in einem Interview mit der Electronic Engineering Times zu Nvidias Plänen, die NVLink-Technologie zu lizenzieren. Auf die Frage, ob sich der Tenstorrent-CEO Sorgen über dieses Vorhaben mache, antwortete Keller salopp:

Die Leute fragen mich: "Was machst du dagegen?" Die Antwort ist ganz einfach: nichts. Warum sollte ich? Ich brauche diese Technologie nicht, sie interessiert mich nicht.

Für Keller ist das hauseigene Blackchip-Angebot mit seinem offenen Ethernet-Standard mehr als ausreichend - und Teil einer größeren Unternehmensstrategie, die der CEO auf einer süffisanten Grundlage basiert: "Lasst uns einfach eine Liste mit allen Nvidia-Angeboten machen - und dann genau das Gegenteil davon tun". Am Beispiel des "prima funktionierenden" Ethernet-Standards sei das einfach eine kluge Wahl, da vereinfachte Server vorteilhaft und Open-Source-Software nützlich ist.

Dieser Grundgedanke äußert sich auch in der Wahl des Speichers, denn während Nvidia auf leistungsfähigen HBM (High Bandwidth Memory) setzt, verwendet Tenstorrent bewusst GDDR6-Speicher. Man könne Nvidia in den Augen von Keller auch nicht schlagen, wenn man HBM haben möchte - der KI-Gigant kaufe schlicht den meisten HBM und hat dadurch einen Kostenvorteil.

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Quelle: EE Times

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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Wie hat ein guter Bekannter (Lehrer) immer gesagt:
        Wenn dir gesagt wird, du sollst das nicht lernen, oder studieren, weil gerade der Arbeitsmarkt mit diesen Leuten überfüllt sei, oder dass das keiner mehr studiert, dann mach genau das Gegenteil!
        Denn wenn du mit dem Studium/Ausbildung fertig bist, dann ist der Markt leer, weil keiner das so gemacht hat wie du und du kannst Wünsche beim Bewerbungsgespräch anbringen und nicht dein Gegenüber.
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Wie hat ein guter Bekannter (Lehrer) immer gesagt:
        Wenn dir gesagt wird, du sollst das nicht lernen, oder studieren, weil gerade der Arbeitsmarkt mit diesen Leuten überfüllt sei, oder dass das keiner mehr studiert, dann mach genau das Gegenteil!
        Denn wenn du mit dem Studium/Ausbildung fertig bist, dann ist der Markt leer, weil keiner das so gemacht hat wie du und du kannst Wünsche beim Bewerbungsgespräch anbringen und nicht dein Gegenüber.
      • Von Maddiator Schraubenverwechsler(in)
        Ich würd sagen einfache Lösungen zuerst. Sehen sie wenn es eine Forschergruppe aus Spanien schafft IBM's Super Quantencomputer mit einem C64 zu schlagen. Dann ist es erst Recht möglich mittels DDR6 RAM HBM RAM zu schlagen. N Kumpel von mir hatte maln Paper eingereicht zu nem ganz anderen Thema. Damit hatte er IBM im wissenschaftlichen Bereich lächerlich gemacht. IBM antwortete in etwa so:" Alter was willst du du Knilch, wir sehen sind IBM." Mein Kumpel hat dann in etwa so geantwortet:" Na und?" Nur erstreckte sich die Diskussion über etliche A4-Seiten via E-Mail. Ende vom Lied war, dass IBM meinen Kumpel verklagt hatte. Zum Glück hatte er ne Rechtsschutz und hat sogar gewonnen. Dass heißt selbst de jure mussten 20 Forscher von IBM zugeben, dass sie doof sind. Weil sie nicht wussten, dass ein heißes Gas an einer kalten Oberfläche sich abscheiden kann. (Kondensation wie heißer Wasserdampf der sich beim Duschen an der Glasscheibe abscheidet)
      • Von sophocles Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Rollora
        Chefentwickler war Mike Clark.
        Auch bekannt als Zen Daddy.
      • Von inhuman_nature Software-Overclocker(in)
        Zitat von Rollora
        K8 ja.
        Was Zen betrifft sagt er selbst: nein.
        Chefentwickler war Mike Clark.
        Keller hat zwar am Anfang mitentwickelt, allerdings am IF, nicht den CPU Cores.
        Er hat bei Zen Teile des Architekten Teams zusammengestellt.

        Es nervt mich übrigens total, dass das auf vielen Seiten (auch PCGH teilweise) immer wieder falsch wiedergegeben wird, obwohl er selbst es in Interviews klar verneint. Er sieht Clark als Zens Vater und sich selbst als entfernten Onkel.

        Es geht sich auch nicht ordentlich aus, Keller kam 2012 zu AMD und ging 2015 wieder, die Entwicklung fing schon längst davor an.
        Interessanter Hinweis!
        Offt. Wo Du Mike Clark erwähnst - ich entdeckte ein Video von Gamers Nexus mit ihm (vor 8 Monaten erschienen) zum Thema Zen-Entwicklung, falls es jemensch andere es auch noch nicht kennen sollte ...
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Misanthrop68 Volt-Modder(in)
        Leider ist die Hardware nur die Halbe Miete bei der KI Entwicklung. "Seine" Firma Tenstorrent (CEO) muss auch die Software liefern um mit Nvidias GB10 Grace Blackwell-Superchip und CUDA mitzuhalten. Der Weg die Software Open-Source zu lassen könnte langfristig das Pendel zu seinen Gunsten schwenken lassen.
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