GTA-Legende über KI: "Technik machte Spiele nicht billiger, sondern teurer"

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GTA-Legende über KI: "Technik machte Spiele nicht billiger, sondern teurer"
Quelle: Rockstar Games

Rockstars Dan Houser warnt vor übertriebener Hoffnung auf KI in der Spieleentwicklung. KI könne helfen, aber keine Magie erschaffen. Entscheidend bleibe die menschliche Kreativität. Mehr Technik habe die Spiele zudem immer teurer gemacht.

Dan Houser, Mitgründer von Rockstar Games und einer der Köpfe hinter Grand Theft Auto, hat sich in einem Interview auf Youtube zur aktuellen Entwicklung rund um künstliche Intelligenz (KI) und Large Language Models (LLMs) geäußert - und dabei eine skeptisch-nüchterne Haltung eingenommen. Während viele in generativer KI das nächste große Werkzeug für die Spieleentwicklung sehen, tritt Houser auf die Bremse: Technologie, die angeblich die Produktion von Spielen vereinfachen und verbilligen soll, habe am Ende meist das Gegenteil bewirkt. "Seit 29 Jahren höre ich, dass jetzt endlich die Technik kommt, die Spiele einfacher und günstiger macht. Tatsächlich sind sie immer besser - und deutlich teurer - geworden."

Dan Houser über KI in Spielen: "Sie ersetzt keine guten Ideen"

Houser erkennt zwar das Potenzial von KI-Systemen in Bereichen wie Weltgestaltung oder Videoerstellung an, sieht sie aber nur als Hilfsmittel - nicht als Ersatz für kreative Köpfe. Wer KI richtig einsetze, könne effizienter arbeiten, doch falsch genutzt führe sie zu "massenhaft generischem Kram". Entscheidend bleibe die Idee hinter dem Projekt, nicht das Werkzeug.

Insbesondere bei Sprachmodellen wie ChatGPT oder anderen LLMs zeigt sich Houser wenig beeindruckt. Sie könnten "billige, ordentliche Sachen" produzieren, aber keine echten Einfälle oder gar "Magie" erschaffen. "Sie sind großartig im Erzeugen von günstigem, brauchbarem Output, aber sie ersetzen keine guten Ideen. Das letzte Stück, das menschlich und kreativ wirkt, ist immer das schwerste - und es dauert am längsten."

Cineastische Erlebnisse werden immer teurer sein

Der Rockstar-Mitgründer zeigt sich dennoch nicht als Technikverweigerer: KI könne Kreativen helfen, Routinearbeiten zu beschleunigen und neue Werkzeuge zu erschließen. Doch er warnt: Wer sich zu sehr auf die Technik verlasse, riskiere, in der Masse austauschbarer Inhalte unterzugehen. Houser bleibt optimistisch für Talente mit originellen Ideen - aber illusionslos gegenüber dem vermeintlichen Wundermittel KI.

Generell denkt Houser, dass es vor allem zwei Wege in der Entwicklung von Spielen gibt: gute Gameplayideen mit einem kleinen Team günstig umzusetzen. Oder sich einem großen Unternehmen anzuschließen, das cineastische Erlebnisse umsetzen kann, denn die werden laut Houser aufgrund des Aufwandes immer teuer bleiben - ob mit oder ohne KI.

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Quelle: Lex Friedmann (Youtube)

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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ShyBell Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Placebo
        Wahrscheinlich hat er recht. Das menschliche Gehirn interessiert sich nicht für Dinge, die jeder kann. Alles, was eine KI beisteuert, wird in ein paar Jahren entweder zum Standard oder versinkt in Gleichgültigkeit. Ein erfolgreiches Spiel macht man damit auf jeden Fall nicht.
        Auf YT gibt es einige Hörspielkanäle, die Horrorgeschichten erzählen. Gute Stimme, die ziemlich fehlerfrei und mitreißend Geschichten erzählt. Wenn man allerdings die dritte Geschichte vom Monster in der antarktischen Forschungsstation gehört hat, wird es beliebig und austauschbar.
        Ich hab das Gefühl, dass KI in der Kunst nur durch ihre effiziente Arbeitsweise den Markt zerstört, dabei aber auch nur austaschbaren Müll generiert.
        Ich bin jetzt schon gesättigt und mir tut es leid, um all die zukünftig arbeitslosen Künstler, deren echte Kunst keiner zu bezahlen mehr bereit ist.
        Mal als Beispiel: welche Werbeagentur wird zukünftig noch Zeichner einstellen, die auf Grafiktablets Cover für Anzeigen (Werbung für Software, Spiele, Filme, whatever) in stundenlanger Kleinstarbeit anfertigen, wenn die KI nahezu kostenlos ein Bild in 2 Minuten generiert (und davon nicht nur eins).
        Einer meiner Lieblingsyoutuber "Bikefarmer" sagt immer, es muss nicht das Beste sein, sondern "Good enough, for who it's for". Und darum geht es auch bei KI.
      • Von ShyBell Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Placebo
        Wahrscheinlich hat er recht. Das menschliche Gehirn interessiert sich nicht für Dinge, die jeder kann. Alles, was eine KI beisteuert, wird in ein paar Jahren entweder zum Standard oder versinkt in Gleichgültigkeit. Ein erfolgreiches Spiel macht man damit auf jeden Fall nicht.
        Auf YT gibt es einige Hörspielkanäle, die Horrorgeschichten erzählen. Gute Stimme, die ziemlich fehlerfrei und mitreißend Geschichten erzählt. Wenn man allerdings die dritte Geschichte vom Monster in der antarktischen Forschungsstation gehört hat, wird es beliebig und austauschbar.
        Ich hab das Gefühl, dass KI in der Kunst nur durch ihre effiziente Arbeitsweise den Markt zerstört, dabei aber auch nur austaschbaren Müll generiert.
        Ich bin jetzt schon gesättigt und mir tut es leid, um all die zukünftig arbeitslosen Künstler, deren echte Kunst keiner zu bezahlen mehr bereit ist.
        Mal als Beispiel: welche Werbeagentur wird zukünftig noch Zeichner einstellen, die auf Grafiktablets Cover für Anzeigen (Werbung für Software, Spiele, Filme, whatever) in stundenlanger Kleinstarbeit anfertigen, wenn die KI nahezu kostenlos ein Bild in 2 Minuten generiert (und davon nicht nur eins).
        Einer meiner Lieblingsyoutuber "Bikefarmer" sagt immer, es muss nicht das Beste sein, sondern "Good enough, for who it's for". Und darum geht es auch bei KI.
      • Von Brontomimo Freizeitschrauber(in)
        KI hat in Spielen fast nichts zu suchen. Es gibt ein paar dezidierte wie breit gestreute Bereiche von Content und Assets, die jetzt leichter generiert werden können. Aber selbst das muss gut gemanaged werden.
        Im Prinzip profitieren die grösseren und die ganz kleinen.
      • Von 4thVariety BIOS-Overclocker(in)
        Es gibt immer Firmen die mit neuer Technologie als erstes am Markt sind. Lycos und Yahoo sind älter als Google, MySpace war vor Facebook. Aber nur weil man der erste am Markt ist, bedeutet das nicht, dass man einen Freifahrtschein hat auch den Markt zu dominieren.

        KI ist in genau so einer Situation, die vor allem der Flut an frühen Suchengines sehr ähnlich ist. Jeder hat was, jeder kann ein bisschen was, aber wie man das effizient einsetzt um am Ende wirklich mehr Ertrag zu haben kann keiner sagen. Wer am Ende der Inbegriff von KI wird, lässt sich noch nicht sagen.

        Das ist ja das verflixte an KI. Spiele wollen einen Wert schöpfen, der den Preis rechtfertigt den die Kunden zahlen. Gleichzeitig will der KI Anbieter sagen, dass die Arbeit die den Wert schöpft billiger von der Ki gemacht wird als vom Menschen, gleichzeitig aber den KI Anbieter wiederum so wenig kostet, dass er eine wahnsinnige Gewinnspanne hat mit der die Invenstorenblase weiter aufgepumpt wird.

        Alles was KI erreichen kann unter diesen Voraussetzungen ist eine Entwertung von Dingen. Noch haben wir erst bei Musik und Bildern die Flut an KI Müll. Aktuell geht so die Flut an KI Müll Videos los und letztlich wird es auch Spiele treffen. Rockstar will aber Spiele für 70€+ verkaufen und nicht eine Technologie integrieren bei der ein Kunde keinen Wert mehr sieht.
      • Von HardWareFresser87 BIOS-Overclocker(in)
        Ich bin da auch seiner Meinung: KI lernt ja vom Menschen und nicht umgekehrt. Moses hat ja auch nicht zum Felsen oder zum Busch gesprochen, sondern der Busch zu ihm. So war es richtig, denke ich. Es ist schon lange her, dass ich mich mit Religion beschäftigt habe.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Im Prinzip haben diese Werkzeuge die heutige Spieleproduktion ermöglicht. Das fängt schon mit der Engine an. Heute kann jeder mit RPG Maker irgendwas zusammenklatschen, das früher erstmal massive Entwicklerkenntnisse erfordert hat. Man kann sogar was richtig gutes machen und das in einem Winzigen Bruchteil der Zeit.

        Am Ende gilt das für alle Tools und sämtliche Programmiersprachen wurden für das eine Ziel entwickelt: inkompetent(er)en Leuten zu helfen besser zu sein, als es mit den bisherigen Mitteln möglich gewesen wäre. Das Ergebnis können wir heute beobachten.

        Zitat von FKY2000
        Noch interpretiern die meisten Leute etwas in KI rein, dass KI entweder gar nicht oder nur anders erfüllen kann.
        Viele Leute können KI gar nicht vernünftig definieren (nein, ein ordinärer Algorithmus ist keine KI), halten es aber "weil es sich gut anhört und in aller Munde ist" für "the next best thing" und investieren massiv.
        Man kann sich die Ergebnisse von KI ganz bequem ansehen und die Resultate sind extrem. Da ist nichts mehr "next".

        Zitat von FKY2000
        Ähnlich wie sämtliche vorangegangene Neuerungen wird es erst übergroß aufgeblasen, schrumpft sich dann -möglicherweise mit einem Knall- wieder zurück, um letztlich organisch wieder zu wachsen.
        Eigentlich sind die ganzen Dinge immer exponentiell gewachsen, wenn sie Substanz hatten. Jetzt kommt natürlich der "neue Markt" und genau da liegt das Problem: keine Substanz. Was Substanz hatte, ist danach größer geworden.

        PS: "organisch wachsen" ist dann auch wieder Businesssprech, mit dem das eigentliche verschleiert werden soll.

        Zitat von Major_Fletcher
        Ich bin ja mal gespannt wie viele Studios im Zuge des KI Booms auf der Strecke bleiben werden. Einfach weil man sich erhofft mit KI den großen Wurf zu landen obwohl man von Gaming nichts versteht.
        Auch nicht mehr als früher.

        Der große Unterschied ist, dass die Qualität steigt, siehe Pal World.

        Leute, die mit irgendwelchem Müll das schnelle Geld verdienen wollen gibt es seit jeher in allen Geschäftsbereichen und das in unterschiedlichen Qualitätsstufen.
      Direkt zum Diskussionsende
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