CEO von DeepSeek ist sich sicher: Nvidia "schaufelt sein eigenes Grab"
In einer Telefonkonferenz spricht der CEO von DeepSeek, Liang Wenfeng, über die Strategie seines Unternehmens. Dabei versichert er seinen Investoren zugleich, dass die Technologie hinter ihrer KI erfolgreicher ist als auf Nvidia zu setzen.
Das chinesische Startup DeepSeek setzt auf die Entwicklung von Sprachmodellen, die auf künstlicher Intelligenz basieren, und ist damit ein direkter Konkurrent zu anderen Firmen wie OpenAI. Vor kurzem wurde eine Telefonkonferenz von Liang Wenfeng, CEO von DeepSeek, mit seinen Investoren geleakt, in der Wenfeng unter anderem über die Gründe hinter Nvidias Überlegenheit, Huaweis Aufholjagd und DeepSeeks zukünftigen Fokus gesprochen hat.
Das sagt DeepSeek zu Nvidia
Die rund vierstündige Telefonkonferenz wurde von Elsewhere, einer We-Chat-Publikation, veröffentlicht. Die Konferenz soll sich vor einigen Monaten ereignet haben, während der letzten Finanzierungsrunde des Unternehmens. Investoren stellten Fragen an Wenfeng zu aktuellen Entscheidungen. Der CEO ging auf nahezu alle Themen ein. Das Gesprächsprotokoll liest sich dabei wie eine philosophische Abhandlung zur Zukunft von KI.
Ein Thema war der Vergleich zwischen chinesischer und US-amerikanischer KI. Laut Wenfeng liegt der größte Unterschied zwischen den beiden Märkten darin, dass Amerika bislang höhere Rechenleistung und damit mehr Ressourcen zur Verfügung hat. Es geht weniger um die menschlichen Talente dahinter, sondern mehr um die Ressourcen, die die USA für hohe Gewinne einsetzen würden. Wenfeng geht jedoch davon aus, dass ein Streben nach diesen Gewinnen strategisch schwach ist und Unternehmen mit angemessenen Gewinnen langfristig erfolgreicher werden.
DeepSeek setzt vermehrt auf Huawei-Prozessoren, da ihre KI-Modelle für die Chips von Huawei optimiert wurden. Wenfeng gibt an, dass er für das Training eines hypothetischen riesigen KI-Modells etwa 200.000 Huawei 950 bräuchte. Die aktuellen Rechenressourcen von DeepSeek entsprechen lediglich 20.000 Nvidia-H100-GPUs. Er kündigte jedoch an, dass das KI-Labor seine Rechenkapazitäten ausbauen wird. Außerdem geht er davon aus, dass die Produktionsgrenze für Chips irgendwann überwunden wird und sich so die Lücke in der Rechenleistung zwischen China und den USA schließen lässt.
Trotz des vorherrschenden Vorsprungs von NVIDIAs Prozessoren gegenüber den Huawei-Prozessoren spricht Wenfeng davon, dass Huaweis Atlas 950 SuperPoD die GB200- und GB300-Racks von NVIDIA hinsichtlich Leistung und Preis ersetzen könnte. In dieser Hinsicht würde sich NVIDIA sein eigenes Grab schaufeln. Der preisliche Unterschied ist Wenfeng egal; ein viel wichtigerer Nachteil von Huaweis Supernode ist, dass vier Huawei-GPUs einer NVIDIA-GPU entsprechen und die Technologie zwei Jahre im Rückstand ist. Trotz dessen zeigt sich Wenfeng optimistisch und zeigt auf, dass DeepSeeks zukünftiger Fokus auf hochwertigen Annotationen liegt.
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Quelle: via Elsewhere
