Nothing Headphone (1) im Test: Das Kopfhörer-Debüt der Londoner ist da

Nothing hat heute in London seine ersten Over-Ear-Kopfhörer "Nothing Headphone (1)" offiziell vorgestellt. Ich habe die optisch eigenwilligen und in Sachen Sound soliden Kopfhörer für Sie getestet.

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Test Veronika Maucher Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Nothing Headphone (1) im Test: Das Kopfhörer-Debüt der Londoner ist da
Quelle: PCGH-Ratgeber

Nachfolgend finden Sie einen Hands-on-Praxistest unserer Redakteurin Veronika. Um persönliche Erfahrungen und Einschätzungen zum Nothing Headphone (1) authentisch wiedergeben zu können, ist der Testbericht in der Ich-Form verfasst.

Erst seit wenigen Jahren mischt Nothing auf dem Smartphone-, Smartwatch- und Kopfhörer-Markt mit und fällt dabei durch den Retro-Roboter-Style, günstige Preise und sehr viel Arbeit mit der Community positiv auf. Bisher gab's mit den unterschiedlichen In-Ear-Kopfhörern von Nothing/CMF sowie dem Open-Ear-Debüt vergangenen Oktober erst einmal verschiedene "kleine" Kopfhörer-Versionen. Was fehlt, sind Over-Ears - und die legt Nothing nun mit dem Nothing Headphone (1) nach. Natürlich ist der Style unverkennbar und auch der Klang kann sich sehen bzw. hören lassen.

Nothing Headphone (1): technische Details und Inbetriebnahme

Technische Details

  • Bauweise: geschlossen, Over-Ear
  • Verbindungsart: Bluetooth 5.3
  • Codecs: LDAC, AAC, SBC
  • Treiber: Dynamic, 40 mm
  • Frequenz: 20 Hz - 40 kHz
  • Anschluss: USB-C, 3,5-mm-Klinke
  • Akku: 35 Stunden, bis zu 80 mit ANC off
  • IP-Wertung: IP52
  • Mikrofone: verbaut
  • Gewicht: 329 g
  • Lieferumfang: Nothing Headphone (1), Transportcase, Kabel (USB-C + 3,5-mm-Klinke)

Inbetriebnahme

Hier gibt's nicht viel zu sagen. Laden, anschalten, koppeln. In der Nothing-X-App wird man durch ein kleines Tutorial geleitet, welches einem die wesentlichen Funktionen, also maßgeblich die Bedienung an den Ohrhörern, erklärt. Das kann man sich auch später noch einmal jederzeit anschauen. Das war's dann auch schon und der Musikgenuss kann beginnen.

Im Lieferumfang enthalten ist auch das passende Case. Quelle: PCGH-Ratgeber Im Lieferumfang enthalten ist auch das passende Case.

Nothing Headphone (1): Soundqualität

Die Soundqualität liefert das, was ich von einem Over-Ear-Kopfhörer in der Preisklasse (UVP 299 Euro) erwarte. Der Klang, der in Zusammenarbeit mit dem HiFi-Hersteller KEF erarbeitet wurde, ist sauber und detailliert. Nothing hat sich beim Headphone (1) für eine grundsätzlich neutrale Klangfarbe entschieden und damit meines Erachtens alles richtig gemacht. Neutral heißt hierbei aber nicht, dass die Bässe schwach auf der Brust wären. Ganz im Gegenteil sind die Tiefen präzise und intensiv - aber eben nur dann, wenn es im Mix des Songs so gewollt ist. Die Höhen sind klar und kräftig und bleiben auch bei hoher Lautstärke noch sauber und ohne blechernen Unterton. In Kombination mit den ausgewogenen, kräftigen Mitten ergibt sich ein stimmiges Klangbild, das zu jedem Musikgeschmack passt.

Nur auf maximaler Lautstärke verliert der Klang ein wenig an Präzision und erlaubt sich eine leichte Schwammigkeit, vor allem in den Tiefen.

Die Nothing-X-App bietet darüber hinaus natürlich noch Möglichkeiten der Anpassung des Klangbildes. So können Bassliebhaber mit dem Bass-Boost, der in fünf verschiedenen Stufen wählbar ist, noch etwas mehr Donnergrollen in die Songs zaubern. Daneben gibt es verschiedene vorgefertigte Equalizer-Profile. Im Fortgeschrittenen-EQ können Sie dann außerdem noch Ihre ganz eigenen Profile anlegen und den Klang präzise tunen.

Wer möchte, kann auch Spatial Audio aktivieren und so für dreidimensionalen, immersiven Klang sorgen. Der ist sowohl statisch als auch mit Headtracking möglich.

Wie gut ist das ANC?

Bei Over-Ear-Kopfhörern ist ein ordentliches Active Noise Cancelling natürlich deutlich einfacher zu bewerkstelligen, als bei In-Ears. Bei letzteren hatte ich die Geräuschunterdrückung regelmäßig bemängelt. Beim Nothing Headphone (1) führen schon allein die Bauweise und der feste Sitz zu einem soliden passiven Noise Cancelling. Das ist eigentlich schon so gut, dass man in der Regel das ANC ausgeschaltet lassen und sich so den Akku dafür sparen kann. Das ANC wiederum kann in verschiedenen Stufen, darunter auch adaptiv, gewählt werden.

Die adaptive Geräuschunterdrückung macht, was sie soll und passt sich binnen weniger Sekunden an Störgeräusche an. So war kräftiges Klopfen auf die Tischplatte zunächst noch zu hören und verschwand dann innerhalb von etwa zehn Sekunden gänzlich aus meinen Ohren.

Der Umgebungsmodus ist nicht gelungen. Hört man mit normaler Lautstärke Musik und schaltet dabei in diesen Modus, wird man die Musik trotzdem herunterregeln müssen, um ein sprechendes Gegenüber komplett zu verstehen. Für eine gewisse Geräuschwahrnehmung als Fußgänger im Straßenverkehr taugt er aber ganz gut.

Das Design ist wieder typisch Nothing: durchsichtig, ein bisschen Retro, ein bisschen Roboter. Quelle: PCGH-Ratgeber Das Design ist wieder typisch Nothing: durchsichtig, ein bisschen Retro, ein bisschen Roboter.

Nothing Headphone (1): Sitz, Design, Steuerung

Der Sitz des Nothing Headphone (1) ist komfortabel, dabei aber auch durchaus fest. Bisweilen kann das ein wenig auf dem Kiefergelenk drücken, wenn man hier empfindlich ist. Durch Ziehen des Kopfbandes kann man die Größe an den individuellen Kopf anpassen. Am Kopfbügel ganz oben befindet sich ein mit weichem Schaumstoff gefütterter PU-Leder-Bereich, der weich auf dem Haupt aufliegt. Die Ohrpolster sind ebenfalls mit Polyurethan-Leder bezogen und mit "Memory Foam", also Schaumstoff, der sich die Passform merkt, gefüllt. Letzteres ist durch das Material auf lange Sicht resistent gegen Öle und Wasser (also alles, was die Haut so von sich gibt) und zudem gut abwischbar.

Schade: Die Ohrpolster sind nicht austauschbar. Das gehört bei Kopfhörern, insbesondere dieser Preisklasse, eigentlich zum Standard.

Das Design ist, wie man es von Nothing erwartet und kennt, eigenwillig und definitiv ein Hingucker. Auch bei den Headphone (1) setzen die Londoner auf den durchsichtigen Roboter-Style. Die Ohrmuscheln sind zunächst silbern und rechteckig (bei der schwarzen Version sind sie natürlich schwarz) - allein diese kantige Form ist schon speziell, setzen Over-Ear-Kopfhörer doch meist auf runde oder ovale Ohrmuscheln. Darauf sitzt dann eine ovale, durchsichtige Fläche, die den Blick auf die lichtgraue Außenseite der Klangkammern freigibt. Zur schnellen Identifikation von Links und Rechts ist ein weißes bzw. rotes Quadrat integriert. Wie gesagt, das Design ist auffällig. Vor allem die weiß-silberne Version ist meines Erachtens ein echtes Accessoire.

Bildergalerie

Natürlich kann in der App alles Wesentliche eingestellt werden, darunter das EQ (einfach oder für Fortgeschrittene), das Headtracking, ANC oder Trageerkennung. Zusätzlich befinden sich an den Kopfhörern selbst ebenfalls verschiedene Steuerelemente, die ebenfalls in der App individualisiert werden können. Nothing geht auch bei den Steuerelementen eigene Wege. Der Lautstärkeregler ist kein Rädchen, sondern eine kleine Rolle.

Die kann auch gedrückt werden, standardmäßig ist hier bei kurzem Drücken Play/Pause hinterlegt. Der lange Druck schaltet zwischen Noise Cancelling, ANC off und Ambient Mode durch. Direkt darunter liegt das sogenannte "Paddle". Dieser Schalter dient zum Weiter-/Zurückschalten des Songs und auch zum Spulen. Komplettiert werden die Bedienelemente durch den Shortcut-Button außen an der rechten Ohrmuschel. Hier kann man beispielsweise ChatGPT als Sprachassistent hinterlegen, wenn das eigene Smartphone das unterstützt.

Weitere Tests zu Nothing:

Mit Rolle und Paddle kann man direkt am Ohrhörer die wichtigsten Einstellungen während der Nutzung vornehmen. Quelle: PCGH-Ratgeber Mit Rolle und Paddle kann man direkt am Ohrhörer die wichtigsten Einstellungen während der Nutzung vornehmen.

Nothing Headphone (1): Testergebnis

Mit einem Preis von 299 Euro UVP bedient Nothing mit dem Nothing Headphone (1) ganz klar nicht das Niedrigpreis-Segment, sondern positioniert sich in der mittleren Preisklasse. Dafür bekommt der Käufer wie üblich einen schönen Mix aus Style, technischer Leistung und innovativen Elementen.

Der Klang ist schön, sauber und neutral und damit bestens für nahezu jeden Musikfreund geeignet. Der Stil ist wie üblich unverkennbar Nothing und sticht deutlich aus der Masse der Over-Ear-Kopfhörer heraus. Besonders die weiße Version ist super-auffällig. Die Bedienelemente sind ebenfalls, zumindest in Hinblick auf Rolle und Paddle, innovativ bzw. eigenwillig. Ich persönlich fand die Bedienung am Ohrhörer selbst sehr griffig und schnell in Fleisch und Blut übergehend. Dass man die Ohrpolster nicht wechseln kann, ist ein klarer Minuspunkt. In der PCGH-Ratgeber-Wertung erhält das Nothing Headphone (1) 4/5 Sterne.

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