Noctua NL-LC1 im Test: High-End-AIO-Kühlung im 240- und 360-mm-Format

Noctua betritt erstmals eigentlich ausgetretene Pfade. Mit der NL-LC1 bringt der österreichische Hersteller eine AIO-Serie auf den Markt. Wir haben die Versionen im 360er- und 240er-Formfaktor durch unseren Testparcours geschickt.

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Noctua NL-LC1 im Test: High-End-AIO-Kühlung im 240- und 360-mm-Format
Quelle: PC Games Hardware

Ein neues Feld für Noctua: Kompaktwasserkühlungen. Eigentlich sind sie dank Pumpenlärm und Show-off-Charakter eher weniger ein Thema für die Braun-Beige-Produktreihe, doch der österreichische Hersteller hat es gewagt und die NL-LC1-Serie in drei Formaten herausgebracht. Wir haben die 360er- und 240er-Version im Testlabor begrüßen dürfen und klären, ob man zum Premium-Preis auch ein Premium-Produkt bekommt.

Beigaben und Konstruktion: Torx for the Win

Die Ausstattung der NL-LC1-Modelle ist Noctua-typisch gut. Eine gedruckte Anleitung, eine Tube Wärmeleitpaste, der passende Schraubenzieher und ein AM5-Heatspreader-WLP-Schutz - man bekommt nicht das Gefühl, dass hier irgendwo gespart wird. Ob hochwertig oder lediglich ein Gimmick: Alle Schrauben, die zur Montage der AIO genutzt werden, haben eine Torx-Aufnahme, was den beigelegten Torx-Schraubenzieher umso praktischer macht.

Die Basis des Systems ist von Asetek. Die Emma-V2-Pumpe treibt den Kreislauf an, ein 30 mm dicker Aluminiumradiator soll die Wärme abführen, die mittels Kühlflüssigkeit über die 420 beziehungsweise 400 mm langen Schläuche transportiert wird. Die Wasserblock-Bodenplatte wurde aus blankem Kupfer gefertigt, eine Nutzung mit Flüssigmetall ist somit nicht zu empfehlen, Präzisionsprobleme, die beispielsweise durch galvanisch aufgetragenes Nickel entstehen können, gibt es dafür nicht, der Wasserblock hat sehr guten Kontakt zur CPU. Die dafür nötige Montage von Noctua erlaubt die Nutzung auf AM5, AM4 und Sockel 1851/1700. Die Abdeckung des Wasserblocks ist ebenfalls eine Besonderheit, denn Noctua hat allerlei Dämpfungsmaßnahmen integriert, die den Pumpenlärm niedrig halten sollen.

VRM-Kühlung

Im Normalfall soll der Pumpendeckel magnetisch mit dem beiliegenden Noctua-Emblem geschmückt werden. Jedoch bietet der Hersteller auch ein Zusatzmodul zum Kauf an, das exakt in die Aufnahme passt und ebenfalls magnetisch gehalten wird. Es handelt sich um einen kleinen Lüfter, der den Spannungswandlern, dem RAM und je nach Position auch der SSD Luft zuschaufelt. Je nach System und Airflow im Gehäuse kann das praktisch sein, wir kamen mit der AIO alleine jedoch gut zurecht.

Details I

Die Lüfter

Man braucht die NF-A12x25 G2 kaum noch vorzustellen. Die Lüfter im 120-mm-Format konnten sich in unserem Einzeltest als absoluter Testsieger beweisen. Die auf NL-LC1-36 und -24 verbauten Modelle entsprechen den Retail-Varianten. Montiert ist dabei standardmäßig der abdichtende Silikonrahmen. Es gibt aber auch einen kleinen Unterschied zum einzelnen Lüfter. Um konstruktive Schwingungsinterferenzen zu reduzieren, hat Noctua beim 240er- und 360er-Modell je einen Lüfter mit einem Drehzahloffset versehen. Bei der Montage muss das beachtet werden - zumindest bei der Drei-Lüfter-Version. Hier muss der minimal schneller drehende Lüfter in die Mitte, während zwei identische ihm je rechts und links zur Seite stehen. Bei der kompakten Version ist die Positionierung hingegen egal. Dass solche Maßnahmen sinnvoll sein können, haben uns unzählige AIO-Tests gezeigt, in denen Lüfter Resonanzpunkte erzeugen konnten, die beispielsweise das Messen deutlich erschwerten. Tendenziell ist das Risiko für eine derartige Lautstärkeerhöhung bei hochqualitativen Lüftern geringer, aber dennoch gegeben und wird durch ein Offset tatsächlich verringert.

Details II

Testmethodik

Wie für Kompaktwasserkühlungen üblich, unterziehen wir 360-mm-Modelle einem lautheitsnormierten Test, erfassen die maximale Leistung und die dabei entstehende Lautstärke und messen die Lärmbelastung durch die Pumpe bei maximaler und minimaler Drehzahl. Zusätzlich gibt es eine Einordnung in die Gesamtleistungsrangliste und einen Vergleich mit allen bisher getesteten Wasser- und Luftkühlern. Für den lautheitsnormierten Test wird jede Kühlung auf unserem Testsystem montiert. Dieses besteht aus einem Intel Core i9-12900K, der auf einem Gigabyte-Z790-Tachyon-Mainboard sitzt.

Die CPU wird im BIOS auf eine feste Energieaufnahme von 200 Watt gesetzt. Um das Verhältnis zwischen Kühlleistung und Lautstärke nun zu erfassen, werden die Lüfter jeder Kompaktwasserkühlung mittels externer Steuerung, einer Aquacomputer Aquaero 6, so lange in ihrer Drehzahl justiert, bis fünf verschiedene Lautheitswerte erreicht werden. Gemessen werden letztere über einen Cortex Analyzer NC10 in 50 cm Abstand von der Nabe des mittleren Lüfters. Um die Messung nicht zu verfälschen, bleibt das eigentliche Testsystem ausgeschaltet, denn Pumpe und Spulenfiepen steigern den Lärmpegel. Die fünf Messpunkte stellen verschiedene Anwendungsszenarien dar.

0,2 Sone: Ultra-Silent
0,3 Sone: Silent
0,5 Sone: Normaler Betrieb
1,0 Sone: Last
2,0 Sone: Hohe Last

Zu jedem Wert werden die dabei anliegenden Drehzahlen erfasst und anschließend bei eingeschaltetem System, voll drehender Pumpe und unter CPU-Last nachgestellt. Letztere besteht aus einer Cinebench-Dauerschleife, die für jeden Messpunkt das Kühlsystem 20 Minuten lang malträtieren muss. Haben sich die Temperaturen auf einen Wert eingependelt, werden mittels HWInfo die durchschnittlichen Kerntemperaturen der CPU sowie die über vier Sensoren erfasste Umgebungstemperatur ermittelt. Die Differenz der beiden Temperaturen liefert einen Wert, den wir als Grundlage für die Leistungsbewertung einer AiO nutzen können. Je niedriger das "Temperatur-Delta", desto besser ist die Leistung.

Der Test der Maximalleistung läuft hingegen einfacher ab. Hier werden schlichtweg die Lüfter auf die maximal mögliche Drehzahl gestellt und nach der Einpendelzeit die Temperaturdifferenz zwischen Kernen und Umgebung erfasst. Auch wenn hier die entstehende Lärmbelastung nicht in die Notenbewertung einbezogen wird, notieren wir sie.

Die Pumpe einer Kompaktwasserkühlung kann einen großen Einfluss auf die Funktion, aber auch auf die dabei entstehende Lärmbelastung haben. Eine laute Pumpe kann dem Silent-Rechner einen Strich durch die Rechnung machen. Wir messen die Pumpenlautstärke in 50 cm Abstand zum Cover des Wasserblocks - ebenfalls mit unserem Cortex Analyzer NC10 - bei maximaler und minimaler Pumpendrehzahl.

Auf der nächsten Seite gibt es die Ergebnisse des lautheitsnormierten Tests sowie der Maximalleistung - in Diagrammform und erklärt. Außerdem lüften wir, ob die Pumpe den versprochenen Silent-Aspekt erfüllt und die AIO zu einem guten Produkt macht. Schlussendlich bleiben eine Preiseinschätzung und die Testtabelle mit allen relevanten Werten im Vergleich zur Konkurrenz.

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  1. Seite 1 Beigaben, Lüfter und Testmethodik
  2. Seite 2 Kühlleistung, Pumpe und Preis
    • Kommentare (33)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Sibi_94 PC-Selbstbauer(in)
        Optisch find ichs mega heiß!
      • Von Sibi_94 PC-Selbstbauer(in)
        Optisch find ichs mega heiß!
      • Von PsychoBrain1401 Kabelverknoter(in)
        Warum sind die Sachen von Noctua immer so grottenhässlich!?
      • Von Lios Nudin BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von 3-way
        Eher nicht – schon gar nicht alle. Bisher hatten AiOs schlechte Lüfter, schlechtere Kühlleistung und lautere Pumpen als vergleichbare Customloops. Diese Punkte treffen auf die Noctua AiOs nicht mehr zu. Bei Customloops kommen dagegen Zusammenbau und Wartungsaufwand dazu. Das soll aber nicht heissen, dass es keine Argumente für das eine oder das andere gibt. Meine fünf Radiatoren im Gehäuse, RTX 5090 unter Wasser und volle Flexibilität der Einzelkomponenten kann ich mit einer AiO vergessen. Ich bin aber auch nicht der Durchschnittsuser, der beim PC-Bau auf Kosten und Zeit achtet.
        Du machst mit der Kategorisierung 1500€ Custom Loop vs. kompromissbehaftete 70€ AiO den gängigen Scheuklappenvergleich bzw. Schwarz-Weiß Vergleich und übersiehst die Grautöne.
        Die 268€ Zusammenstellung auf der Vorserseite sollte leise, vergleichbare Kühlleistung und Erweiterbarkeit zum vergleichbaren Preis der 360er Noctua verdeultichen. Der Zusammenbau bleibt als Zusatzaufwand bestehen, das Wartungsintervall dürfte sich mit den reinen Kupferkomponenten, EPDM Schlauch und AC Double Protect aus der Zusammenstellung im Zweifel auf die 8-10 Jahre ausdehnen lassen, die eine Noctua AiO auch durchhält.

        Zitat von 3-way
        Eher nicht – schon gar nicht alle. Bisher hatten AiOs schlechte Lüfter, schlechtere Kühlleistung und lautere Pumpen als vergleichbare Customloops.
        Alle braucht es für eine Alternative auch gar nicht, es reicht schon eine Lösung für 175€:

        https://www.aquatuning.co...

        Das lässt sich seit 2012 so umsetzen.

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        PCGH Wakü Torsten ist von der Pumpenlaustärke begeistert und der Hersteller liefert gleich noch eine Befüllanleitung hinterher. Bequemer gehts nicht.

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      • Von B4C4RD! Software-Overclocker(in)
        Hab meine 360er Gestern bekommen somit Adios Ryuo VI

        Ich pers. mag die Optik von Noctua in diesem Braunton.
      • Von BeaverCheese Freizeitschrauber(in)
        Schade, dass die Cooler Master Atmos nicht als 360er-Modell getestet wurde.
        Die müsste ja irgendwo auf dem Level der 240er-Noctua oder noch etwas besser sein.
        Vom Aussehen wird die wahrscheinlich vielen Leuten besser gefallen und mit einem Preis von aktuell € 89,-
        und 5 Jahren Garantie ist sie auch interessant.
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