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Kein Lego, sondern Bluebrixx: Flörsheimer präsentieren Star Trek Mini-Figuren

Der deutsche Lego-Konkurrent Bluebrixx hat seine ersten Mini-Figuren aus dem Star-Trek-Universum in einem Video vorgestellt. Sie decken Serien wie The Next Generation, TOS und Deep Space Nine ab. Zuvor hatte man schon Stargate-Figuren aus Klemmbausteinen angekündigt.
Benjamin Gründken
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Quelle: Bluebrixx, Montage: PCGH

Böse Zungen behaupten, es seien die echten Star-Trek-Serien. Wir sagen vorsichtshalber "die ersten fünf" (bei denen man die Zeichentrickserie üblicherweise nicht mitrechnet). Es geht also um die Original-Serie, kurz TOS, The Next Generation, Deep Space Nine, Voyager und Enterprise. Oder genauer: Es geht um die ersten zugehörigen Mini-Figuren des deutschen Klemmbaustein-Anbieters und Lego-Konkurrenten Bluebrixx. Die Flörsheimer hatten in den letzten Monaten und Jahren schon so manche Enterprise an den Mann gebracht. Obwohl das Sortiment inzwischen gewaltig ist, fehlten bisher die passenden Mini-Figuren. Die haben die Flörsheimer nun in einem Produktvideo vorgestellt.

Mini-Figuren nach Lego-Art: Wie der Marktführer dürfen sie natürlich nicht aussehen

Mini-Figuren von einem Lego-Konkurrenten, daran hat sich schon manch Hersteller verbrannt. Lego passt es nämlich gar nicht, wenn jemand die Figuren nachbaut. Es missfällt den Dänen bereits, wenn Lego im Zusammenhang mit konkurrierenden Anbietern als Gattungsbegriff für Klemmbausteine fällt - so wie Tempo für Papiertaschentuch. Der Held der Steine kann davon ein Lied singen. Erwähnt sei das aber nur am Rande. Das Problem mit den Mini-Figuren reicht tiefer: Sie stehen tatsächlich unter Markenschutz. Männlein aus Noppensteinen dürfen dem Original demnach nicht zu ähnlich sein, sonst droht dem Anbieter Ungemach. Anders bei den normalen Klemmbausteinen. Dort lief das Patent vor Jahren ab. Weil sich das Aussehen durch die Funktion ergibt, der Klemmkraft, lässt sich für die Form auch kein dauerhafter Markenschutz durchsetzen.

Kompromisse bei den Frisuren und viele Prints

Auch Kirk, Picard, Sisko und Co. erinnern nicht direkt an Lego. Im Video präsentieren die Flörsheimer sie teilweise mit sehr interessanten Frisuren, leider nur als Foto, denn angeliefert wurde die Ware offenbar nicht. Parallel dazu zeigt man Prototypen der Sets mit Bauarbeitern als Figuren und hat auch einiges zu erzählen. Die Bilder sind recht hochauflösend und lassen einige interessante Details erkennen. Nicht etwa in Form von Aufklebern, sondern in gedruckter Ausführung kommen Abzeichen und klingonische Stirnwülste zur Geltung.

Mitunter wild wirken die Frisuren. Allerdings greift hier auch ein Baukastensystem. Lange habe man herumexperimentiert, wie Niklas und Jo von Bluebrixx erklären, und dabei den bestmöglichen Kompromiss angestrebt. So wirke Rikers Haar voller, als man es aus TNG oder den Filmen kennt. Eine ähnliche Frisur existiert zwar, aber mit Scheitel in falscher Richtung. Durch dieses eine Detail habe das Plastikmännlein überhaupt nicht mehr nach Riker ausgeschaut.

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Im Zweifel haben Kunden die Wahl. Picards Frisur etwa, ein abgeschorener Haarkranz, ist so nicht als Bauteil vorhanden. Es gibt aber einen mittellangen Kranz und die Vollglatze. Käufer haben die Wahl und können die Frisur verbauen, die für sie am besten passt. Ähnlich verhält es sich mit Quark. Ohren existieren in dem Format nicht als Klemmbaustein. Schade. Aber die Glatze. Und eine Frisur, die wie Dumboohren anmutet. Was besser passt, entscheidet der Kunde.

Bluebrixx setzt demnach weiter auf Standardteile. Eigens angefertigte Formen, wie man sie von Fliegern und Panzern aus dem Hause Cobi kennt, gab es schon bei den Raumschiffen nicht. Ob das dem Zulieferer Xingbao geschuldet ist, wissen wir nicht. Vermutlich lohnt es sich bei kleiner Auflage schlicht nicht. Allerdings wussten die Flörsheimer bestehende Komponenten stets kreativ einzusetzen. Viele Prints und ein breites Sortiment an Farben gab dem Ganzen den letzten Schliff.

Auch spannend: The Legend of Zelda: Lego ruft 300 Euro für 2.500 Teile auf

Bluebrixx mit Figuren zu allen fünf "alten" Star-Trek-Serien und ein sechstes Set mit Klingonen

Auf die gute Kes muss man verzichten. Quelle: Bluebrixx Auf die gute Kes muss man verzichten.

Jetzt haben wir schon ein paar Namen fallen lassen. Grundsätzlich geht es um die eingangs erwähnten Filme und deren Hauptcharaktere. Nebendarsteller, auch wenn sie viele Auftritte hatten, fehlen: Garak beispielsweise oder auch Nog. Auch Tasha Yar hat es nicht ins Set geschafft: Sie starb schon vor Abschluss der ersten TNG-Staffel. Bei Voyager fehlt Kes, obwohl sie drei Staffeln lang zur Crew der Voyager zählte. Davon ab ist der Reigen komplett.

Bei allen Sets versammeln sich die Hauptcharaktere um den Sessel des Captains, wobei Kirk, Picard, Sisko, Janeway und Archer darin Platz nehmen. Sisko hatte auf der Station keinen Stuhl dieser Art, also sitzt er auf jenem der U.S.S. Defiant. Der Stuhl steht in allen fünf Fällen auf einer kleinen Plattform. Flankiert wird sie von zwei großen Prints, die Abzeichen und Namen enthalten. Auch hier also keine billigen Aufkleber.

Am Start ist überdies ein sechstes Set. Dieses zeigt Commander Kruge aus Star Trek 3: Die Suche nach Mr. Spock mit zwei seiner Offiziere, alle mit unterschiedlichen Stirnwülsten, und einen älteren James T. Kirk, nunmehr bzw. vorübergehend Admiral. Dieses Mini-Figuren-Set passt zum Bird of Prey, den Bluebrixx schon viermal aufgelegt hat: in Groß, Mittel und Klein sowie als getarntes Schiff mittlerer Größe.

Reklame: Das große Modell kann man bei Amazon aktuell mit einem 30-Prozent-Coupon zum Abhaken günstiger kaufen. Der Preis fällt von 124,89 auf 87,43 Euro.

Kleine Sets statt Brückendiorama: Hält die Sets günstig und macht sie leicht nachrüstbar

Laut Video hat sich Bluebrixx bewusst für kleine Sets entschieden. Man hätte auch ein Brückendiorama bauen können, aber das sei aufwendig und teuer. So kann man sich die Mini-Figuren günstig als Ergänzung zu bestehenden Sets an Land ziehen. Shuttles im richtigen Maßstab sind schon am Start (Galileo im PCG-Test). Sollten weitere kommen, werden auch diese voraussichtlich ohne Figuren verkauft.

Anders verhält sich das übrigens beim Torraum aus Stargate, den die Flörsheimer schon vor längerer Zeit angekündigten. Dazu findet man mittlerweile auch Produktbilder auf der Herstellerwebseite - Colonel O'Neill, Teal'C und Co. sind Teil dieses Sets. Bereits bestellbar sind Modelle wie die F-302 und X-303.

Ungewiss bleibt, wann genau die Mini-Figuren das Licht der Welt erblicken. Nimmt man bisherige Star-Trek-Ankündigungen als Maßstab, könnten noch einige Wochen bis zum Launch vergehen. Auch den Preispunkt wird man abwarten müssen. Die Erfahrung lehrt, dass Lego teurer ist, aber die Lizenz ihren Preis hat. Dennoch: Bisher fanden wir die Bluebrixx-Modelle alles andere als überteuert. Im Shop findet man, weiter unten bei den Ankündigungen, auch schon Produktseiten mit Fotos. Demnach bieten die Sets 100 bis 200 Teile.

Auch neuer Tricorder vorgestellt

Im selben Produktvideo präsentieren Niklas und Jo einen Tricorder aus 984 Teilen. Es ist nicht der erste überhaupt, zuvor gab es schon eine TNG-Version, aber der erste aus dem Zeitalter der Originalserie. Die Farben beim Prototypen sind nicht final. Aber er bietet bereits allerhand Prints, um etwa den kleinen Röhrenmonitor nachzubilden. Das Requisit kommt sogar mit kleiner, ausklappbarer Schatulle, in die man bei Raumschiff Enterprise Proben einlegte zur Analyse. Nicht dabei ist das Umhängeband. Es sei als echtes Band aus Textil kaum umzusetzen; aus Klemmbaustein-Panzerketten nicht sinnvoll. Das und noch vieles mehr erfahren Sie im rund 24 Minuten langen Video auf dem Youtube-Kanal des Lego-Konkurrenten.

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Kommentare (4)

Zur Diskussion im Forum
  • Von Jaffech BIOS-Overclocker(in)
    Danke für den Artikel! Schön geschrieben mit Seitenhieben zu Lego und der Refernz zum Helden.
    Und nicht maßlos überteuert wie beim Marktführer
  • Von Jaffech BIOS-Overclocker(in)
    Danke für den Artikel! Schön geschrieben mit Seitenhieben zu Lego und der Refernz zum Helden.
    Und nicht maßlos überteuert wie beim Marktführer
  • Von Kulmar2870 Schraubenverwechsler(in)
    MIr gefallen die Kiddicraft tFiguren besser
  • Von Klemmbaustein Komplett-PC-Aufrüster(in)
    Musste gelöscht werden
  • Von DrFreaK666 Software-Overclocker(in)
    Puh, also die Figuren haben schon starke Ähnlichkeit mit LEGO.
    Die Anwälte bereiten sicherlich schon ihr Schreiben vor
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