Interstellar Marines in der Vorschau: SciFi-Shooter mit Hai-Mutanten und Unity-Engine
Ein Shooter, der das Beste aus Half-Life, System Shock sowie Rainbow Six vereint und von einem Indie-Studio entwickelt wird? Was nach Größenwahnsinn klingt, ist mittlerweile als Early Access über Steam erhältlich und zeigt gute sowie interessante Ansätze.
Zero Point Software, das sind acht Dänen aus Kopenhagen, deren Motto seit der Gründung 2004 "For the Love of the Game" lautet. Der Titel des sich in der Entwicklung befindlichen Spiels, dem besagte Liebe gilt, lautet Interstellar Marines und eben dieses steht seit dem 02. Juli via Steam als Early Access zum Kauf wie Download bereit - 14 Euro möchte Zero Point Software für die frühe Version, die Steam Greenlight passiert hat. Das Prinzip dahinter nennt sich AAA-Indie, denn von Beginn an ist die Community Teil des Entwicklungsprozesses, ein bisschen wie bei Project Cars. Allerdings versuchten sich die Dänen zwischenzeitlich erfolglos bei Kickstarter.
Interstellar Marines in der Vorschau: Eine fiktive, aber nicht unglaubwürdige Zukunft
Quelle: PC Games Hardware
Der Carcharodon Polemo
Gegen Ende des 21. Jahrhunderts gelingt es einer Gruppe von Wissenschaftlern auf der ISS (International Space Station) im Vakuum per Quantentechnik Energie zu erzeugen - die Zero Point Energy ist erfunden, gerade noch rechtzeitig, bevor die Menschheit die Erde komplett ausgebeutet hat. Zum Zwecke der nun möglichen weiteren Erkundung des Sonnensystems schließen sich ein Großteil aller Staaten zur Interstellar Treaty Organisation (ITO) zusammen, deren militärische Spezialeinheit die Interstellar Marines - kurz Project IM - sind.
Die Story geht wenig überraschend dahin, dass die Menschheit in Form eines Squads der IM in Kontakt mit einer außerirdischen Rasse gerät, allerdings ist dies nur ein Teil der Geschichte. Zuvor gilt es aber einer Gruppe größenwahnsinner Wissenschaftler Einhalt zu gebieten, die auf einer Mars-Station in einer Forschungsstation mit Viren sowie biologischen Waffen experimentieren. Das Resultat ist der Carcharodon Polemos, eine Mischung aus dem Weißen Hai (Carcharodon carcharias) und einer Raubkatze - Polemos ist der griechische Gott des Kampfes, die so geschaffene Kreatur macht ihrer Spezies alle Ehre.
Interstellar Marines in der Vorschau: Quad-Coop-FPS mit Unity-Engine
Quelle: Zero Point Software
Zero Point Software, das Team im Jahr 2009
Zu Beginn entwickelte Zero Point Software den Protoyp mit der Unreal Engine 3, mittlerweile nutzen die Dänen die Unity-Engine. Da es sich bei Interstellar Marines um einen taktischen Ego-Shooter handelt und die Mitglieder der Spezialeinheit Kampfanzüge (sichtbare Füße!) sowie Helme tragen, findet das HUD seinen Platz im Visier. An diesem rinnen Regentropfen herab, man sieht den Atem der Spielfigur und beim Sprinten wird der Atem deutlich hörbar. Die (Funk-)Kommunikation reagiert auf Entfernungen sowie Objekte zwischen den Team-Mitgliedern, was sehr beeindruckend ausfällt. Zu sehen gibt es hiervon bisher nur relativ wenig, den Singleplayer-Modus gibt es zwar, jedoch nur hinter verschlossenen Türen - das bereits 2008 auf der GDC gezeigte Material aber war durchaus beeindruckend.
Der Early Access enthält einen rudimentären Multiplayer-Part samt Team Deathmatch. Die sechs Maps samt unterschiedlichen Szenarieren sowie dynamischen Tageszeiten- und Wetterwechseln sind jedoch auch alleine zu bewundern. Denn abseits der Handvoll Presets dürfen grafische Aufwertungen wie FXAA, Screen-Space Ambient Occlusion, Depth of Field und Co. jederzeit on the fly abgeschaltet oder aktiviert werden - optisch kein Brett, aber ansehnlich für einen Protoyp.
Quelle: Zero Point Software
Interstellar Marines: Noch viel zu tun
Gespielt wird vier gegen vier - so groß ist später im Singleplayer ein Squad, allerdings hilft hier noch der Team-eigene Mech aus. Einen Vorgeschmack bieten neben dem Early Access die drei spielbaren Prototypen Concept (The Vault zeigt Teil des Kampagnen-Contents), Shooting (The Bullseye ist ein Schießstand samt aufrüstbaren Waffen) und Movement (Running Man demonstriert Kämpfe samt Movement), welche im Brower laufen. Der vierte nennt sich Deadlock und ist der Multiplayer, dieser setzt jedoch die Steam-Version voraus. Mit nur einer Waffe (die Submachine Gun CE6) samt unendlich Munition ohne die Option auf springen oder sprinten fällt die Spielerfahrung derzeit noch mager aus, allerdings legen die Entwickler noch einen Showroom und eine Sandbox (im Prinzip eine Techdemo) bei.
Interstellar Marines in der Vorschau: Spannend, aber noch viel tun
Die Liste, was die Dänen von Zero Point Software noch nachliefern möchten, ist lang - selbst Punkte wie Ducken, weitere Waffen samt Fire-Rate, taktische (Rollenspiel)-Elemente wie Erschöpfung oder der Support für Linux fehlen noch, von der Singleplayer-Kampagne ganz zu schweigen. Am Ende soll eine Trilogie stehen, die, wenn die Entwickler ihre Visionen umsetzen können, durchaus Potenzial zu einem Indie-Hit hat. Und wer Haie mag, der sollte den Carcharodon Polemos ohnehin besser im Blick behalten. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

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